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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2022

Seichter Thriller mit grausamen Hochphasen

Das Böse in deinen Augen
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Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach einem traumatischen Vorfall in ihre Heimatstadt zurück, um dort eine neue Stelle in einem ähnlichen beruflichen Feld anzutreten. Ihr erster Fall ist die elfjährige ...

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach einem traumatischen Vorfall in ihre Heimatstadt zurück, um dort eine neue Stelle in einem ähnlichen beruflichen Feld anzutreten. Ihr erster Fall ist die elfjährige Waise Ellie Atkinson, die zurzeit in einer Pflegefamilie untergebracht ist. Noch bevor Imogen sich ausführlich mit Ellie beschäftigen kann, überschlagen sich die Gerüchte, das Mädchen sei das Böse in Person. Doch was hat es damit auf sich? Handelt es sich lediglich um grausame Zufälle oder steckt etwas hinter den Anschuldigungen?

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven, hauptsächlich aber aus denen von Imogen und Ellie erzählt. Dabei ist Imogens Erzählstil immer aus der Ich-Perspektive, Ellies Sicht hingegen wird in der dritten Person erzählt. So erhält der:die Leser:in tiefe Einblicke in den Charakter von Imogen, deren Gefühls- und Gedankenwelt, wohingegen Ellie von vornerein ein einziges Mysterium bleibt.


Aber nicht nur Imogen, sondern auch Ellies Pflegeschwester war ein wirklich starker Charakter, der es einem einfach machte, sie sofort ins Herz zu schließen.


Der Schreibstil hat mich vorn bis hinten gefesselt. Es wurde sich nicht unnötig mit Füllwörtern oder Passagen aufgehalten, die keinerlei Relevanz für die Story hatten. Der Einstieg in die Geschichte war unfassbar stark und hat mich sofort in die richtige Stimmung gebracht. Eine Atmosphäre von waberndem Unheil, gespickt mit dem Gerede der Leute, das den Fokus auf die Andersartigkeit von Ellie legt.
Ich hatte einen kurzen Durchhänger, da der zunächst paranormal anmutende Teil für mich viel zu stark ausgeprägt war, aber nach und nach werden alle zunächst übernatürlich wirkenden Geschehnisse aufgelöst, was es für mich wieder spannend machte.


Die Hauptthematik des Mobbings wurde so gut beschrieben, dass es mir manches Mal Schwierigkeiten machte, meine aufkommenden Tränen zu schlucken. Grausam, aber unglaublich authentisch und gerade deswegen einfach genial.


Kein rasanter Thriller, aber ein extrem düsteres, trauriges und dramatisches Buch, das mich auch nach Beenden noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Spannungsgeladener Roman

Die Vertraute
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Du nimmst deinen kleinen Bruder mit auf ein nächtliches Abenteuer im Wald, doch er wird nie zurückkehren. Die ganze Wahrheit kannst du der Polizei jedoch nicht über diese Nacht erzählen, immerhin ist es ...

Du nimmst deinen kleinen Bruder mit auf ein nächtliches Abenteuer im Wald, doch er wird nie zurückkehren. Die ganze Wahrheit kannst du der Polizei jedoch nicht über diese Nacht erzählen, immerhin ist es doch dein Geheimnis.
30 Jahre später kauft Lucys Mann Dan ein altes Haus an eben diesem Waldrand, an dem vor Jahren ihr kleiner Bruder Teddy spurlos verschwand. Alte Dämonen holen sie ein und die Wahrheit kommt Stück für Stück ans Licht.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: der Gegenwart und der Vergangenheit, die über das Verschwinden von Teddy und die Tage und Wochen danach erzählt.

Die Protagonistin hat mir unwahrscheinlich gut gefallen, weil hinter ihr eine zunächst nicht sichtbare, aber dennoch sehr starke Person steckt. Auch wenn ich anfangs viele Handlungen und Gedanken nicht immer nachvollziehen konnte, wurde durch die Seiten hinweg ein rundes Bild von ihr erschaffen, das Hintergründe aufdeckt, Emotionen weckt und Empathie hervorruft.
Dan war ein toller Gegenpart, der in mir Abscheu und jegliche Antipathien entfachte, die ich aufbringen konnte.
Zunächst ging ich davon aus, dass relativ viele, anfangs unwichtig erscheinende, Charaktere eingeführt wurden. Jedoch erfüllte jeder einen Zweck und war für die Suche nach der Lösung und das Locken auf falsche Fährten nahezu unabdingbar.

Die Atmosphäre ist in meinen Augen von vorne bis hinten bedrohlich. Natürlich gab es auch Szenen, in denen der Spannungsbogen nicht primär bis zum Anschlag gespannt war, aber dennoch breitete sich auch in diesen Szenen eine unwahrscheinlich starke Unbehaglichkeit bei mir aus.

Ich hab das Buch in vollen Zügen genossen und war so gebannt, dass ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.

Ein Spannungsroman, der nicht mit offensichtlichen Grausamkeiten auf einen wartet, jedoch voller Manipulation, unterschwelliger Bedrohung und Zweifeln gefüllt ist.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Seichtes Familiendrama

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
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Kirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und ...

Kirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und bei den beiden für absolute Funkstille sorgte. Jahre später kehrt Kirsty zurück in ihre Heimatstadt nach Wales und eröffnet mit ihrer Familie und ihrer Mutter eine Pension. Ihr erster Gast: Selena. Warum ist sie zurückgekommen und was will sie von Kirsty? In der Pension geschehen merkwürdige Dinge, doch ehe eine Erklärung gefunden werden kann, wird Selena ermordet aufgefunden.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Kirsty Sicht in der Gegenwart geschrieben, vor allem aber gegen Ende tauchen hin und wieder ein paar Schnipsel aus der Vergangenheit auf.

Auch wenn Kirsty die Protagonistin ist und ich oft mit ihr mitfühlen konnte, wunderte ich mindestens genauso oft über ihre Naivität und darüber, Dinge zwar zu zerdenken, sie aber nicht anzusprechen. Ihr kommen so viele Dinge seltsam vor, aber anstatt weiter zu bohren, bricht sie ab und beendet damit die meisten Gespräche. Schade.
Die Mutter ist eine kratzbürstige Alte, für welche man problemlos Antipathien entwickelt. Auch wenn es am Ende dafür eine kleine Auflösung gibt, stellte sie mich nicht wirklich zufrieden.
Ebenso Ade konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Einzigen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind, sind die Mädchen, die eigentlich nur oberflächlich gestreift werden.

Mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet, was jedoch nicht zur Spannung beigetragen hat, sondern eher ernüchtert von mir aufgefasst wurde. Es ist die am unbefriedigendste Möglichkeit, die absolut ersetzbar ist.

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Fluffig, gut konsumierbar und plätschert nur so dahin.
Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, aber muss sich leider relativ schnell damit abfinden, dass die Bedrohung zwar vorhanden ist, sich aber sehr in die Länge zieht. Offensichtliche Spannungselemente sind sehr rar gestreut, weswegen es einige Längen gab, in denen ich mir ein bisschen mehr Fahrt gewünscht hätte.

Auch wenn mich das Buch nicht in der Thriller-Kategorie überzeugen konnte, hab ich es in einem Rutsch gelesen und empfand es als kurzweilig.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Verwirrend bis zum Schluss

Wicked Game
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Trevor, ein eher erfolgloser Autor verliebt sich in die wunderschöne Skylar und gewinnt ein Date mit ihr. Doch was von außen als harmlose Schwärmerei beginnt, nimmt ziemlich schnell an Fahrt und psychopathischen ...

Trevor, ein eher erfolgloser Autor verliebt sich in die wunderschöne Skylar und gewinnt ein Date mit ihr. Doch was von außen als harmlose Schwärmerei beginnt, nimmt ziemlich schnell an Fahrt und psychopathischen Zügen auf.

Durch die Handlung führt uns Trevor, dessen Gedankenkarussel absolut beängstigend ist.

Doch nicht nur Trevor ist ein äußerst fraglicher Charakter, auch Skylar und alle folgenden Personen sind allesamt sehr flach gehalten. Ich fand leider keinen einzigen Charakter, zu dem ich eine persönliche Bindung aufbauen, Sympathien empfinden oder Empathie entwickeln konnte. Das machte es mir letztendlich auch so schwer, mich durch das Buch zu kämpfen. Da ich mit keiner der Personen mitfühlen konnte oder wollte, spielte sich vieles für mich recht emotionslos ab.

Es war oft wirklich schwierig, der Handlung zu folgen. Oft passierten so viele Dinge, dass weder meine Finger beim Umblättern noch mein Hirn beim aufnehmen hinterher gekommen ist. Hier wäre ein wenig Zeit zum Durchschnaufen für den:die Leser:in und die Charaktere echt gut gewesen.

Bis zum Ende blieb die Handlung ein wabernder Nebel, der absolut undurchsichtig ist. Aber braucht es denn immer ein zu 100 % aufgeklärtes Ende oder ist das gerade das Spannende daran?

Der Schreibstil hat es mir anfangs schwer gemacht, mich gut in das Buch einzufinden. Per se ist aber etwas Neues gar nicht schlecht und man gewöhnt sich natürlich im Laufe des Buches daran. Die Sätze sind oft abgehakt, wahrscheinlich um die Dynamik der Handlung zu unterstützen, jedoch fehlte mir einfach das Flüssige und Leichte, das mich durch die Seiten trug.

Alles in allem eine wahnsinnig gute Idee, die einfach noch ein wenig weiter ausgebaut werden sollte.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Absoluter Feel-good-Roman

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Olive ist Biologie-Doktorandin in Stanford und lebt für ihren Beruf. Gefühle haben in ihrem Leben bisher wenig Platz gehabt, bis sich ihre beste Freundin Anh in ihr ehemaliges Date Jeremy verguckt hat. ...

Olive ist Biologie-Doktorandin in Stanford und lebt für ihren Beruf. Gefühle haben in ihrem Leben bisher wenig Platz gehabt, bis sich ihre beste Freundin Anh in ihr ehemaliges Date Jeremy verguckt hat. Um ihr zu beweisen, dass sie über Jeremy hinweg ist und Anh sich gerne seiner annehmen kann, behauptet Olive, sie date einen neuen Mann. Und ab da nimmt das Chaos seinen Lauf.

Ich bin unwahrscheinlich leicht in die Geschichte eingestiegen und konnte das Buch kaum aus der Hand lesen, so gefesselt war ich von Olives Leben und allem, was dazugehört.

Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin erzählt, was es dem:der Leser:in ermöglicht, Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Olive zu werfen. Und da ist wirklich eine Menge los.
Ich konnte sofort eine Bindung zu ihr entwickeln, sodass es sich anfühlte, als wäre ich stetig an Olives Seite und würde ihre Geschichte miterleben.

Auch die übrigen Charaktere hatten alle ihren ganz eigenen Charme und hatten alle ihren festen Platz in der Geschichte. Aufeinandertreffen der Charaktere fühlte sich immer an wie ein Abend mit Freunden, den ich in vollen Zügen genossen habe.

Der Schreibstil trägt einen wie von selbst durch die Seiten. Er ist flüssig, fesselnd, spannend, emotional und lässt einen kaum mehr los.
Und obwohl ich Afantasie habe, hat es Ali Hazelwood geschafft, mit ihren Worten einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen zu lassen, von dem ich wünschte, er hätte nie geendet.

Ich habe mitgefiebert, die Luft angehalten, aus tiefstem Herzen gelacht und das eine oder andere Mal einen kleinen Kloß im Hals gehabt. Ich hatte wirklich eine sehr gute Zeit mit Adam und Olive und kann den Roman daher wärmstens allen Menschen empfehlen, die auf der Suche nach einem Comfort Place sind, der sie kurzzeitig den eigenen Alltag vergessen lässt.

Eine Geschichte voller Liebe, Glück, Freundschaft und haufenweise Fettnäpfchen und Missverständnissen.

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