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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2021

Konstruierte Charaktere

Unter Freunden
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Flora und ihr Ehemann sind seit zwanzig Jahren vermeintlich glücklich verheiratet. Von außen werden sie als harmonisches Paar gesehen, das durch ihre Tochter ein perfektes Familienleben führt. Doch als ...

Flora und ihr Ehemann sind seit zwanzig Jahren vermeintlich glücklich verheiratet. Von außen werden sie als harmonisches Paar gesehen, das durch ihre Tochter ein perfektes Familienleben führt. Doch als Flora eines Tages den verloren geglaubten Ehering ihres Mannes Julian findet, deckt sie Geheimnisse auf, die lieber im Verborgenen geblieben wären, denn auch ihre beste Freundin Margot steckt tiefer drin, als es zunächst den Anschein macht.

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Charaktere erzählt. Somit werden dem Leser Einblicke in das Leben und die Gefühlswelt der Charaktere gewährt, die sonst wahrscheinlich verborgen geblieben wären.

Durch die Erzählweise hatte ich mir eigentlich erhofft, die Charaktere viel runder wahrzunehmen und zu jedem einzelnen eine gewisse Beziehung aufzubauen. Doch die meisten Seiten wurden nicht mit Informationen gefüllt, die das Handeln oder in diesem Falle das Nicht-Handeln erklärt hätten. Stattdessen sah ich mich vielen Banalitäten gegenübergestellt, die keinen tieferen Sinn oder Zweck erfüllen. Nicht jeder Satz muss vor Tiefe strotzen, aber ich hatte das Gefühl, dass nur eine Hand voll Szenen relevant gewesen sind. Auch die vielen Zeitsprünge, die meist ohne Hintergedanken passierten, unterbrachen oftmals meinen Lesefluss.
Die Charaktere blieben platt und machten es mir unmöglich, Sympathie oder Empathie aufzubauen. Sie wirkten konstruiert und artifiziell, da sie alle eine Gemeinsamkeit teilten: Anstatt ein Problem anzusprechen und in 5 Minuten zu klären, wurde es totgeschwiegen. Wieder und wieder, was mich schon fast wütend zurückgelassen hat.

Alles in allem kein besonders anspruchsvoller Unterhaltungsroman, der leider einfach nicht meinem Geschmack entspach.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Kindliche Naivität, verpackt in sympathischer Story

Liebe Rock
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Timm will Schriftsteller werden. Noch besteht sein „Manuskript” aus zusammenhangslosen Gedanken, dennoch scheint sein Wunsch allgegenwärtig. Um aus seinem Kinderzimmer zu entkommen, bezieht er kurzerhand ...

Timm will Schriftsteller werden. Noch besteht sein „Manuskript” aus zusammenhangslosen Gedanken, dennoch scheint sein Wunsch allgegenwärtig. Um aus seinem Kinderzimmer zu entkommen, bezieht er kurzerhand die Rumpelkammer von Marc und Rock.



Die Erzählstil ist eigenwillig, aber mal etwas, das einem nicht jeden Tag begegnet. Die Geschichte wird aus Timms Sicht erzählt, in Form von einzelnen Briefen, daher liest sich die Geschichte wie ein schwungvoller Abschiedsbrief, in dessen Mittelpunkt die Kellnerin und Timms Angebetete Rock steht.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der erste Brief bei 100 anfing & der letzte bei 0 endete. Der Countdown verlieh der Handlung eine gewisse Spannung, die ich positiv aufgenommen habe.



Timm ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ein Charakter, zu dem man Sympathie oder Empathie entwickelt. Er ist überdurchschnittlich naiv, lügt, stiehlt und betrügt. Aber die gleiche Naivität, die einen hin und wieder zum Kochen und zum Augenrollen brachte, macht es dem Leser so gut wie unmöglich, sich einer gewissen positiven Bindung zu ihm zu entziehen.



Die Geschichte hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert, die mich sehr gut unterhalten haben. Auch wenn mich Timms Verhalten immer wieder darin bestätigt, dass es eine gute Entscheidung war, nie in einer WG zu leben, hatte ich wirklich eine gute Zeit.

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Veröffentlicht am 10.08.2021

Leider nicht sehr überzeugend

The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
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Jane braucht dringend einen Tapetenwechsel und sieht sich wenig später in einem hochmodernen, schicken, neuem Heim. Obwohl der Vermieter und Architekt des Hauses ungewöhnliche Ansprüche an seine Mieter ...

Jane braucht dringend einen Tapetenwechsel und sieht sich wenig später in einem hochmodernen, schicken, neuem Heim. Obwohl der Vermieter und Architekt des Hauses ungewöhnliche Ansprüche an seine Mieter stellt, ist ihm Jane sofort verfallen.
Doch sie merkt schnell, dass irgendwas nicht stimmt. Ihre Vormieterin starb im Haus und zu allem Übel sah sie ihr erschreckend ähnlich.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen aus der Perspektive von Jane und Emma geschildert. Die Erzählweise ist an sich sehr spannend, da immer mehr Zahnrädchen ineinander greifen und von Seite zu Seite neue Erkenntnisse zu Tage gefördert werden.

Die beiden Protagonistinnen waren einigermaßen rund erzählt, auch wenn sie nicht immer nachvollziehbar handelten. Emotional war es mir jedoch nicht möglich, eine nähere Bindung zu einer der beiden aufzubauen, da eine gewisse Distanz stets gewahrt wurde.

Für mich blieb die Spannung leider zu sehr auf der Strecke. Hin und wieder gab es einzelne Momente, die den Spannungsbogen anzogen, jedoch nie komplett durchspannen konnten. Und auch wenn die Geschichte stellenweise sehr atmosphärisch war, fehlte mir einfach der Nervenkitzel.

Das Ende war zwar nachvollziehbar, dennoch wirkte es eher willkürlich als überraschend.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Fesselnde Handlung

Narbenherz
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Heloise Kaldan ist Investigativ-Reporterin und wollte sich in ihrem neuen Artikel eigentlich mit dem Posttraumatischen Belastungssyndrom bei Exsoldaten befassen. Als der 10jährige Lukas eines Morgens nicht ...

Heloise Kaldan ist Investigativ-Reporterin und wollte sich in ihrem neuen Artikel eigentlich mit dem Posttraumatischen Belastungssyndrom bei Exsoldaten befassen. Als der 10jährige Lukas eines Morgens nicht in der Schule ankommt und spurlos verschwunden bleibt, ändert sich das Thema ihres Artikels schlagartig. Auf der Suche nach dem Jungen stößt sie auf interessante Erkenntnisse, die sie dem Abgrund der Menschheit gegenüberstellen.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, die sich zunächst nicht logisch zusammensetzen lassen und auch bis kurz vor Schluss einzelne Puzzleteile bleiben. In den letzten Kapiteln fügen sich jedoch alle losen Einzelhandlungen zu einem schlüssigen Strang zusammen, der keine elementaren Fragen offen lässt.

Ich bin sehr gut in die Geschichte gestartet. Der einfache und ungeschönte Schreibstil haben meine Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Geschichte gelenkt. Auch die Atmosphäre ist durchgehend düster, der Spannungsbogen so sehr gespannt, dass es mir mit zunehmender Seitenanzahl wirklich schwierig wurde, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Protagonisten Erik und Heloise sind sehr rund und damit greifbar beschrieben. Auch wenn ich anfangs noch keine Bindung zu Erik aufbauen konnte und sich sogar eine gewisse Antisympathie breitgemacht, die jedoch nach dem ersten Viertel schnell verflogen ist.
Heloise hingegen ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen und hat mich mit in ihre Gefühlswelt gezogen.
Am Ende der Geschichte beschlich mich ein leises Gefühl, dass Heloise nicht wirklich einen Nutzen für das Weiterkommen der Handlung hatte. Dennoch hat sie aufgrund des schnellen Empathieaufbaus auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung.

Das Ende war sehr überraschend und für mich in keiner Sekunde hervorsehbar. Und auch wenn ich auf den letzten Seiten das Buch kaum aus der Hand legen konnte, ließ mich das Ende ein wenig in der Luft hängen. Ich glaube, ich hatte mir von einem Thriller mehr erwartet, weswegen ich Narbenherz auch eher in das abgeschwächtere Genre Krimi einstufen würde.

Ich hatte eine wirklich gute Zeit und wurde schon lang nicht mehr so gefesselt.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Wirre Zeitsprünge

Das Apartment
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Wirre Zeitsprünge
Ein Haustausch, der in einem Desaster endet. Eigentlich wollte das junge Paar den Aufenthalt in ihrer Traumstadt nutzen, um das Trauma eines kürzlichen Einbruchs zu überwinden. Da die ...

Wirre Zeitsprünge
Ein Haustausch, der in einem Desaster endet. Eigentlich wollte das junge Paar den Aufenthalt in ihrer Traumstadt nutzen, um das Trauma eines kürzlichen Einbruchs zu überwinden. Da die beiden jedoch kein Geld hatten, entschieden sie sich für einen Haustausch mit einem Paar aus Paris. Auf den Fotos wirkten sowohl das Paar als auch das Apartment nett und schienen perfekt. Doch als die beiden ankommen, ist alles anders als zunächst gedacht.


Die Geschichte wird aus der Perspektive von Mark und Steph erzählt. Dabei bekommt der Leser zwar Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenwelt, jedoch half mir das persönlich nicht, um eine Bindung zu beiden aufzubauen. Sie blieben flache Charaktere, die oft nicht nachvollziehbar handelten.


Ich konnte den Geschehnissen leider kaum folgen, da nicht nur die Gedanken der beiden ständig wirr sprangen, sondern auch die Zeiten nicht klar abgegrenzt, verschwammen und somit immer undurchsichtiger wurden.
Wäre dies gut umgesetzt worden, wäre ich von einem Atmosphäre schaffenden Stilmittel ausgegangen. Doch in diesem Fall durchsprach es ständig den Lesefluss und nahm mir irgendwann auch komplett die Lust, der Geschichte weiter folgen zu wollen.
Ebenso wurden die Geschehnisse und Handlungen für mich so undurchsichtig, dass ich am Ende nicht wirklich sagen kann, was eigentlich passiert ist.


Das Ende war daher überraschend, aber nicht, weil der Autor den Leser auf die falsche Fährte lockte, sondern weil er es ihm unmöglich machte, überhaupt folgen zu können.


Für mich leider ein Reinfall.

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