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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2020

Sehr informativ

Expedition Natur: WILD! Die Wildkatze
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Das sehr schön gestaltetet Sachbuch für Kinder gefällt sehr richtig gut. Die wirklich interessanten Informationen werden durch viele Bilder aufgelockert.
Ein ganz tolles Cover – die Augen der Wildkatze ...

Das sehr schön gestaltetet Sachbuch für Kinder gefällt sehr richtig gut. Die wirklich interessanten Informationen werden durch viele Bilder aufgelockert.
Ein ganz tolles Cover – die Augen der Wildkatze glänzen- lenkte sofort meine Aufmerksamkeit auf diese Buch und Schon die Leseprobe überraschte mich positiv. Als ich dann das Buch in den Händen hielt, war ich wieder überrascht.
Das in Kooperation mit dem BUND entstandene Buch gehört zur neuen Buchreihe "Wild!" , die sich heimischen Tieren, deren Lebensraum massiv bedroht wird ,widmet
Der Band "Wild! Die Wildkatze" gibt einen liebevollen Einblick in das Leben der Wildkatzen und zeigt, warum sie geschützt werden müssen und wie wir ihnen helfen können. So begleiten die Kinder beim Lesen eine Katzenmama mit ihren Jungen auf der gefährlichen Suche nach einem neuen Revier, nachdem sie von Waldarbeitern aus ihrer alten Heimat vertrieben wurden.
Das Besondere: Die Bücher kombinieren einen Sachteil mit viel Fachwissen, zusätzlich Kästchen mit Extrawissen,mit einem erzählenden Teil aus der Lebenswelt der Tiere.
Das Autorenduo Annett Stütze und Britta Vorbach schreibt einfühlsam und nimmt die unterschiedlichen altersbedingten Interessen der Leser sehr ernst .ergänzend dazu die liebevollen Illustrationen von Bente Schlick.
Die kleinen Leserinnen und Leser erfahren alles Wissenswerte über die Lebensweise, verwandte Arten, Nahrung und Fortpflanzung der Tiere sowie ihre wichtige Rolle in unserem Ökosystem und wie man sie schützen kann. Sie erleben beim Lesen, wie sie die Natur direkt vor ihrer Haustür schützen können
Die Altersangabe für Grundschüler ist gut gewählt , aber auch interessierte Kindergartenkinder und auch Erwachsene sind ein dankbares Publikum.
Eine tolles Buch, dem man die Freude , die Begeisterung der Autoren für die Thematik ansieht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2020

„Segen“

Kostbare Tage
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Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt ...

Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado.
Dad Lewis ist 77 , die Kleinstadt Holt hat er nie verlassen. Da erhält er die Diagnose Krebs - dies wird sein letzter Sommer sein.
Die Familie ist gefordert ; seine Frau Mary kümmert sich rührend um ihn , seine Tochter Lorraine kehrt zur Unterstützung zurück. Nur mit Sohn Frank , gibt es keinerlei Kontakt mehr .
Auch die Nachbarn schauen regelmäßig vorbei und stehen helfend zur Seite und erweitern den Kreis der Protagonisten..

Was mir schon bei „Lied der Weite“ gefallen hat: Kent Haruf ist ein brillanter Erzähler, einer der in uns Bilder erzeugt, die wir niemals mehr vergessen.
Aber nicht aufdringlich, nicht dicht gedrängt. Er erzählt kraftvoll und ruhig das Leben wie es ist in einem kleinen Ort, wo einer auf den anderen angewiesen ist, aber alle auch ihre Freiheit brauchen.
Hier scheint die Zeit irgendwie still zu stehen. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze gemacht und die Menschen hier sind nicht zimperlich
Haruf beschreibt seine Protagonisten mit einer behutsamen Distanz und gibt uns somit die Chance auf Abstand oder Nähe zu diesen Menschen. Er gibt damit auch Platz für die Reflexion eigener Erfahrungen und dem Unausgesprochenen zwischen den Zeilen.

Etwas aufregendes passiert nicht wirklich; hat ein Leser geschrieben. Das stimmt; Kent Haruf offenbart kaum etwas aus der Gedankenwelt seiner Protagonisten. Er lässt den Leser eher zum Beobachter der äußeren Ereignisse werden . Haruf ist ein wundervoller Betrachter und Erzähler, aber kein Beschöniger der Umstände.

In " Kostbare Tage " – ein treffender Titel -geht es um Umgang mit Schuld und Verzeihen. Deshalb finde ich den Originaltitel „ benediction“ sogar noch treffender.

Veröffentlicht am 28.03.2020

Ermutigend

Heute nicht
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Bei “Heute nicht“ handelt es sich um mehr als ein gewöhnliches Kinderbuch .
Geschrieben wurde es von Timon Meyer und von Julian Meyer illustriert.
Wer kennt das nicht: Das Lieblingsshirt ist in der Wäsche, ...


Bei “Heute nicht“ handelt es sich um mehr als ein gewöhnliches Kinderbuch .
Geschrieben wurde es von Timon Meyer und von Julian Meyer illustriert.
Wer kennt das nicht: Das Lieblingsshirt ist in der Wäsche, Mittagsschlaf, wenn es grad am schönsten ist, und ungeliebter Käse auf den geliebten Nudeln. Die Gründe, warum Kinder von einer Sekunde zur anderen zu Tode betrübt sind, sind zahllos. So geht es auch den Tieren in Timon und Julian Meyers wunderbarem Kinderbuch ›Heute nicht‹. Doch weil kein Kummer ewig währt und das nächste Abenteuer schon wartet, ist bald ist alles wieder gut.
Soweit die Ankündigung; und gleich ergänzt : die Lektüre hat meine Erwartungen weit übertroffen.
Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet , mir gefällt besonders die Idee mit den Sprechblasen. Auch die Kleinen werden sofort neugierig , wenn man ihnen diese vorliest: was hier wohl passiert? Alle nachfolgenden Seiten stehen dem in nichts nach. Ich mag besonders die farbige Hintergrundgestaltung – dadurch fühlen sich die Kleinen direkt in die Situation hineingezogen.
Den Kindern bekannte und unbekannte Tiere tauchen auf und haben die verschiedensten Probleme , sodass jedes Kind etwas finden wird , mit dem es sich identifizieren kann.
Der Buchtext kommt mit wenige Worten aus . Die Reimform regt die Fantasie der Kinder und gleichfalls das Nachsprechen an.
Die Kinder lernen , dass es völlig normal ist, einen schlechten Tag zu haben. Sie selbst verstehen das oft nicht und fühlen sich dann noch schlechter. Auch bei ihren Eltern sind sie manchmal irritiert , wenn diese nicht gut drauf sind.
Es ist schön , dass die 3-6Jährigen mit diesem Buch an die hand genommen und ermutigt werden , ihre Gefühle mitzuteilen.
Ebenso wichtig zur Frage , wie es den Anderen geht , hingeführt zu werden und sich solidarisch zu zeigen. Und letztendlich der Ausblick , die Ermutigung ,dass es am nächsten Tag schon wieder besser sein kann und die gute Laune zurückkehrt.
Eine klare Kaufempfehlung – besonders passend für die derzeitige Krise – um mit kleinen Kindern ins Gespräch zu kommen über Situationen , die sie nicht verstehen.

Veröffentlicht am 21.03.2020

Gelungenes Debüt

Die Tanzenden
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In der Ankündigung heißt es :“Ganz Paris will sie sehen: Im berühmtesten Krankenhaus der Stadt, der Salpêtrière, sollen Louise und Eugénie in dieser Ballnacht glänzen. Ob die Hysterikerinnen nicht gefährlich ...

In der Ankündigung heißt es :“Ganz Paris will sie sehen: Im berühmtesten Krankenhaus der Stadt, der Salpêtrière, sollen Louise und Eugénie in dieser Ballnacht glänzen. Ob die Hysterikerinnen nicht gefährlich seien, raunt sich die versammelte Hautevolee zu.“
Daraus , ebenso aus der LP konnte ich nicht wirklich viel entnehmen, aber ich war gespannt auf dieses so hochgelobte Buch.
Und da ich sprachlich hochwertige Bücher liebe, wurde ich nach : »In einer glasklaren Sprache, leicht wie ein Pastell, schreibt diese junge Autorin gegen die männliche Norm an und gibt denen eine Stimme, die man mundtot gemacht und unterdrückt hat.« noch neugieriger.
Pastellleicht kommt auch das Cover daher – aber nicht nur das wunderschöne Cover täuscht, auch die LP. Die beginnt mit Eugénie; vermittelt einen Einblick in den Alltag einer jungen aufbegehrenden Frau aus angesehener bürgerlicher Familie.
Der Roman aber stellt uns zunächst Geneviève vor; der langjährigen Oberaufseherin der Salpêtrière. Insgesamt werden uns drei Frauen näher vorgestellt : Louise, Eugénie und Geneviève. Und die La Salpêtrière ist kein gewöhnliches Krankenhaus , sondern eine Pariser Nervenheilanstalt .
Es geht im Roman nicht nur um Geneviève, auch nicht nur um Louise und Eugénie. Es geht um die Verflechtung der Entwicklung der drei Frauen von ganz unterschiedlicher Herkunft , die für kurze Zeit in der La Salpêtrière aufeinander treffen.
Uns sind die gesellschaftlichen Zwänge Ende des 19.Jahrhunderts eher fremd. Fremd auch das Verhalten des Professor Charcot, der als Koryphäe in der Arbeit mit Hysterikerinnen gilt. Er leitet die Klinik und provoziert in seinen Vorlesungen im Namen der Wissenschaft hysterische Anfälle seiner Patientinnen, die im Auditorium für Euphorie , aber auch Sensationslust sorgen.
Der auch von den Patientinnen langersehnte, jährliche öffentliche Ball gilt als DAS Ereignis für die sensationslüsternen Pariser. Die Frauen dürfen sich normal fühlen , tanzen und sich amüsieren . Dennoch ist diese Situation beklemmend. auch als Leser kommt man sich vor wie ein Voyeur, der Tiere im Zoo begafft.
Beklemmend auch , dass es hier nicht um reine Fiktion geht …
Aufbauend war für mich , dass die rauen nie aufgeben , sich unterstützen egal wie schlimm ihre Lage ist.
Die Autorin Victoria Mas legt mit dem Roman ein eindrucksvolles Debüt hin. Die besonders unbekümmerte Benutzung der Sprache ; klar und schnörkellos macht das Lesen trotz der Tragik der Handlung leicht und flüssig.
Der Roman hat es verdient , so gelobt zu werden. Ich bin beeindruckt.


Veröffentlicht am 11.03.2020

Das magische Wort Danke

Dankbarkeiten
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Ein Danke öffnet Türen – wer das erst einmal verinnerlicht hat, ist den halben Weg schon gegangen. Buchcover zeigt genau das.
„Dankbarkeiten“ ist ein Buch mit einem nicht alltäglichen Thema , dem wir ...

Ein Danke öffnet Türen – wer das erst einmal verinnerlicht hat, ist den halben Weg schon gegangen. Buchcover zeigt genau das.
„Dankbarkeiten“ ist ein Buch mit einem nicht alltäglichen Thema , dem wir gerne aus dem Weg gehen.
Michka, die Protagonistin , liebt ihr selbstbestimmtes Leben . Aber schockiert muss sie feststellen, dass sie immer mehr Angstzustände hat und kaum noch alleine in ihrer Wohnung leben kann. Plötzlich verliert sie wichtige Dinge ; Erinnerungen , die Sprache. das ist nahezu unerträglich für sie.
Gut dass da noch Marie ist , eine junge Frau , die sich oft um Michka gekümmert hat. Sie bringt sie dazu , in ein Seniorenheim umzuziehen, was der alten Frau sichtbar schwer fällt . Nun bestimmt nicht mehr sie selbst ihr Leben , sondern die Regeln im Heim.
Und da ist da noch die Suche nach einem Ehepaar, welches eine große Rolle in Michkas Leben gespielt hat. Nach erfolglosen eigenen Versuchen , gibt Marie eine Suchanzeige auf…
Auch In Logopäden Jérôme, der im Heim arbeitet, findet Michka eine ihr zugeneigte Person, der ihr hilft , sich neu zu orientieren.
Die Autorin Delphine de Vigan hat einen einfühlsamen, eindringlichen und klaren Schreibstil. Exakt wählt sie die richtigen Worte und Sätze . Ihre Erzählweise erscheint so plastisch, dass man direkt mit in der Handlung zu sein scheint.
Ein tief berührender Roman , der noch lange im Herzen nachwirkt und nachdenklich macht. Da wir uns alle irgendwann mit dem Altern auseinandersetzten müssen , kann ich dieses Buch nur empfehlen, auch für ein besseres Verständnis für alte Menschen und unseren Umgang mit ihnen.