Profilbild von Stephie2309

Stephie2309

Lesejury Star
offline

Stephie2309 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stephie2309 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2018

eine schöne Geschichte mit sympathischen Hauptfiguren, die man gern auf ihrem kleinen Roadtrip begleitet

Amy on the Summer Road
0

Amy on the Summer Road ist eine nette, kurzweilige Geschichte für zwischendurch, die beim Lesen mehr als einmal den Wunsch weckt selbst in die USA und dann quer durch alle Bundesstaaten zu reisen um sich ...

Amy on the Summer Road ist eine nette, kurzweilige Geschichte für zwischendurch, die beim Lesen mehr als einmal den Wunsch weckt selbst in die USA und dann quer durch alle Bundesstaaten zu reisen um sich das gesamte Land anzusehen. Es ist wirklich interessant zu erfahren, wie sehr sich manche Staaten voneinander unterscheiden, und das nicht nur in Bezug auf ihre Größe oder ihre Landschaft, sondern auch in Bezug auf die Mentalität und die Gepflogenheiten ihrer Bewohner. So hat zum Beispiel jeder Staat sein ganz eigenes Motto und seinen eigenen „Titel“, zusätzlich zum offiziellen Namen.
Amy Curry ist eine wirklich tolle Protagonistin, die man gern auf ihrer Reise begleitet. Dabei geht es nicht nur um ihre Reise quer durchs Land, sondern vielmehr um die Entwicklung, die sie dabei durchmacht um nach dem schweren Verlust, den sie erlitten hat, wieder zu sich selbst zurückzufinden. Der Tod ihres Vaters hat – verständlicherweise – ein tiefes Loch in ihrem Herzen hinterlassen, über das sie mit niemandem so wirklich reden kann, weder mit ihrer Mutter, noch mit ihrem Bruder. Und als wäre das nicht schon alles schlimm genug, gibt Amy sich auch noch die Schuld am Tod ihres Vaters, obwohl sie natürlich eigentlich gar nichts dafür kann. Erst bei ihrem Abenteuer mit Roger findet sie langsam zu ihrem alten Ich zurück, beginnt den Tod ihres Vaters zu verarbeiten und kann schließlich weiter machen.

Roger ist ebenfalls eine sympathische Hauptfigur und mindestens genauso interessant wie Amy. Er ist unheimlich liebenswert, rücksichtsvoll und gibt Amy Stück für Stück wieder ihre Lebensfreude zurück, ohne sie jemals wegen irgendetwas zu bedrängen.
Im Gegensatz zu Amy hat er zwar nicht mit so großen familiären Schwierigkeiten zu kämpfen, dafür aber Probleme mit seiner Exfreundin Hadley, die ihn ohne Erklärung verlassen hat und seitdem nicht mehr auf seine Nachrichten reagiert. Daher ist er fest entschlossen sie persönlich aufzusuchen um wenigstens zu erfahren, warum sie sich von ihm getrennt hat. Durch seine Gespräche mit Amy, der er sich nach und nach ein wenig öffnet, wird ihm während der Fahrt jedoch bewusst, was für ein Mensch Hadley war und dass sie ihn vermutlich nie wirklich geliebt hat.

Wer nun eine romantische Liebesgeschichte zwischen Amy und Roger erwartet, wird allerdings wahrscheinlich enttäuscht werden. Es gibt viele Momente zwischen ihnen, die einen durchaus zum Schmunzeln bringen, von einer Lovestory kann man hier allerdings eher nicht sprechen. Erst ganz am Schluss gibt es ein paar romantische Szenen zwischen ihnen, aber mehr bzw. früher leider nicht. Das lässt ihre Gefühle füreinander zwar authentischer wirken, entschädigt aber nicht genug für die lange Wartezeit bis dahin. Man sollte vor dem Lesen des Buches also besser wissen, worauf man sich einlässt, denn sonst könnten die unbefriedigten Erwartungen den Lesegenuss erheblich schmälern.

Statt einer Liebesgeschichte bekommt man dafür eine tolle Geschichte über Freundschaft und Familie, die einen beinahe durch die gesamte USA führt, wodurch man zudem akuter Fernweh-Gefahr ausgesetzt wird. Es gibt viele lustige, aber ebenso viele sehr emotionale Momente. Es fällt Amy sehr schwer zu akzeptieren, was ihrem Vater geschehen ist, und mindestens genauso schwer darüber zu sprechen, insbesondere wegen ihrer unbegründeten Schuldgefühle. Man leidet mit ihr mit und freut sich als Roger und ihr gemeinsames Abenteuer sie wieder fröhlicher machen und ihr helfen, darüber hinweg zu kommen.

Zwischendurch ist die Handlung manchmal ein klein wenig langatmig, in Anbetracht der sonstigen Vorzüge der Geschichte, insbesondere der beiden sympathischen Protagonisten, sowie der besonderen Aufmachung des Buches, kann man aber darüber hinweg sehen. Vor allem Letzteres ist wirklich einzigartig, denn das Buch ist wie ein Scrapbook gestaltet, wodurch der Leser immer wieder etwas zum Anschauen bekommt: Photos, Quittungen, Landkarten, Speisekarten, Playlisten, Anmerkungen u.v.m.


FAZIT

Amy on the Summer Road ist eine schöne Geschichte mit sympathischen Hauptfiguren, die man gern auf ihrem kleinen Roadtrip begleitet. Man bekommt zwar nicht die Romantik, die man vielleicht erwartet hat, dafür aber eine emotionale Geschichte über Familie und Freundschaft, die zudem noch mit einer unheimlich fantastischen Gestaltung aufwarten kann.

Veröffentlicht am 22.02.2018

lesenswert und sehr zu empfehlen

Das Herz der Wüstenblume
0

Carina Bargmann kann man für ihr Werk nur bewundern. Die Phantasiewelt, die sie im Alter von gerade mal 17 Jahren geschaffen hat, ist wirklich sehr beeindruckend.
Das Buch beginnt mit einem rasanten Einstieg. ...

Carina Bargmann kann man für ihr Werk nur bewundern. Die Phantasiewelt, die sie im Alter von gerade mal 17 Jahren geschaffen hat, ist wirklich sehr beeindruckend.
Das Buch beginnt mit einem rasanten Einstieg. Der Leser befindet sich, von dem kurzen Prolog mal abgesehen, sofort mitten im Geschehen. Da sich Marje und Milan zu dem Zeitpunkt bereits in der Zinade befinden und erst hinterher die Umstände aufgeklärt werden, die überhaupt erst dazu geführt haben, wird sofort Spannung aufgebaut. Diese zieht sich auch durch den ganzen Roman. Durch unerwartete Ereignisse und das Auftauchen neuer Personen bleibt die Handlung stets aufregend und fesselnd.

Die Charaktere sind alle wunderbar ausgebaut und vor allem sehr unterschiedlich. Marje hat ihre ganz eigene Art, die sie aber auch sehr real und sympathisch macht. Sie ist mutig, stark und hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie hat aber auch eine sehr sensible Seite, ist hilfsbereit und macht sich große Sorgen um ihre Freunde und Familie.
Kiyoshi ist ebenfalls eine sehr liebenswerte Figur. Am Anfang kann man ihn noch nicht so recht durchschauen, zumal er sich und seine Gefühle für Marje manchmal selbst nicht versteht. Sein innerer Kampf zwischen Zweifel und Vertrauen im Bezug auf Miro, der ihn aufgezogen hat, ist für den Leser nachvollziehbar und sehr realistisch dargestellt.
Sayuri und Suieen, über die man erst nach und nach langsam mehr erfährt, sind auch sehr interessante Charaktere. Nicht zu vergessen das kleine Irrlicht Shio, das man im Laufe der Geschichte richtig lieb gewinnt.

Am Anfang ist es etwas schwierig sich die verschiedenen Namen einzuprägen, da sie doch sehr exotisch sind, genauso wie einige der Kreaturen. Nach einer Weile ist das Problem jedoch erledigt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und der Wechsel zwischen langen und kurzen Sätzen macht das Lesen sehr angenehm. Auffällig, aber im positiven Sinne, sind vor allem die schönen Beschreibungen z.B. der Monde Turu und Lauryn, durch die man sich die Welt besonders gut vorstellen kann.

Einige Szenen werden aus verschiedenen Perspektiven dargestellt, wodurch der Leser die Ereignisse und Handlungen noch besser nachvollziehen kann. Teilweise werden bestimmte Geschehnisse auch erst im nächsten Kapitel und aus der Sicht einer anderen Person geschildert, sodass man sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Manchmal geht die Autorin dabei ein Stück zurück in die Vergangenheit und führt andere Charaktere erst zum Handlungsort hin, was ebenfalls zum Spannungsaufbau beiträgt.

Insgesamt ist das Buch sehr gut. An manchen Stellen hat es einen sogar zu Tränen gerührt, wie z.B. die Tapferkeit der Jugendlichen bei deren Hinrichtung. Auch das Ende war an sich sehr schön, vor allem als endlich das Geheimnis um Sayuri gelüftet wurde.

Einen Kritikpunkt gibt es aber leider doch: der Tod eines bestimmten Charakters ein paar Seiten vor Schluss. Um welche Figur es sich handelt soll an dieser Stelle nicht verraten werden, aber ihr Tod war völlig sinnlos. Der Tod einer Figur mag manchmal wichtig sein für den weiteren Handlungsverlauf, die Spannung, etc. In diesem Fall war er aber einfach nur überflüssig, vor allem da er so kurz vor Schluss überhaupt nicht mehr zu Handlung beitrug, sondern einfach nur sehr traurig stimmte.


FAZIT

Ohne diese eine und zugleich auch sehr kurze Szene wäre das Buch perfekt gewesen. Mit ihr ist es aber nichtsdestotrotz lesenswert und sehr zu empfehlen. Man darf also durchaus gespannt sein auf das nächste Werk dieser jungen und talentierten Autorin.

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein gelungener Fantasyroman, mit dem Carina Bargmann beweist, dass es sich lohnt zur Abwechslung mal ein Buch aus einer deutschen Feder zu lesen, da gute Bücher nicht immer nur aus dem Ausland kommen

Der Kuss des Phönix
0

Der Kuss des Phönix ist erst der zweite Roman der jungen Autorin Carina Bargmann und mindestens genauso lesenswert wie ihr Debut Sayuri. Es ist ihr erneut gelungen eine faszinierende Welt zu kreieren, ...

Der Kuss des Phönix ist erst der zweite Roman der jungen Autorin Carina Bargmann und mindestens genauso lesenswert wie ihr Debut Sayuri. Es ist ihr erneut gelungen eine faszinierende Welt zu kreieren, in der es viel zu entdecken gibt und die einen immer wieder in ihren Bann zieht. Sowohl die Schatten- als auch die Lichtwelt mit ihren drei verschiedenen Ebenen wurden sehr ansprechend gestaltet und vor allem die Idee, dass in der Schattenwelt nur solche Dinge existieren, die in der Lichtwelt schon ausgestorben sind, sorgt für eine besondere Atmosphäre in dieser fremden Umgebung.
Die Handlung ist durch die vielen Verstrickungen unheimlich komplex, was sie zwar nicht schwer verständlich macht, aber durchaus ein gewisses Maß an Konzentration erfordert um allen Zusammenhängen folgen zu können. Es gelingt der Autorin außerdem schnell Spannung aufzubauen und diese auch kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Durch die vielen Wendungen, die unzähligen aufgeworfenen Fragen, die diversen Enthüllungen sowie die generell sehr rasanten Abläufe merkt man nicht einmal, dass die Handlung sich insgesamt nur auf wenige Tage streckt, sodass man am Ende genauso überrascht ist wie die Figuren, was in so kurzer Zeit alles passieren kann.

Neben der fantastischen Welt machen insbesondere die Charaktere dieses Buch so besonders, allen voran natürlich Mia und der Morih Awan. Während ihre Begegnung anfangs eher zufällig erscheint, hat man am Ende des Buches eher das Gefühl, dass das Schicksal diese beiden unterschiedlichen Personen zusammen geführt hat. Sie sind nicht nur sympathisch und liebenswert, sondern passen auch perfekt zueinander und ergänzen sich gegenseitig. Durch Awan entdeckt Mia eine völlig neue Welt, die sie zunächst verständlicherweise ein wenig überfordert, dann fasziniert, erfährt aber auch von dem Krieg, der ohne ihr Wissen schon seit Ewigkeiten fortdauert. Im Gegensatz zu vielen anderen Figuren, die in Hinblick auf diese Auseinandersetzung vollkommen auf ihren Blickwinkel fixiert sind, kennt Awan alle Seiten dieses Kampfes, mit dem er trotz seiner Herkunft nichts zu tun haben will, und zeigt sie auch Mia. Statt sich den Soldaten seines Vaters anzuschließen, würde er den Krieg lieber endlich beenden und hilft Mia deshalb dabei ihre Schwester zu finden, wobei sie sich schließlich näher kommen.
Ferner sind sie beide mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, die sie von den anderen ihrer Art unterscheiden und sich als sehr hilfreich erweisen. Awan ist ein so genannter Phönix und kann, genau wie die Wächter, zwischen den Welten wandeln, also jederzeit von der Licht- in die Schattenwelt wechseln und umgekehrt. Mia hat manchmal Visionen, die sie Ereignisse aus der Vergangenheit oder sogar aus der Zukunft sehen und miterleben lassen.

Im Unterschied zu Mia kann Lea nicht so leicht die Sympathie des Lesers gewinnen, denn während Mia die ganze Zeit nur daran denkt, wie sie ihrer Schwester helfen kann, verschwendet Lea nur wenige Gedanken an Mia oder daran, wie sie zu ihrer Familie zurückkehren kann. Sie nimmt einfach alles hin und fügt sich in ihre angebliche Bestimmung ohne die genauen Hintergründe zu erfragen oder dagegen aufzubegehren, dass sie so plötzlich aus ihrem bisherigen Leben gerissen wird. Generell kann man Leas Verhalten oftmals nicht besonders gut nachvollziehen, da sie sich nie so verhält, wie man es von einer normalen Sechzehnjährigen erwarten würde.

Da die gesamte Handlung aus wechselnden Perspektiven geschildert wird, kann man sowohl die Geschehnisse um Mia und Awan als auch die um Lea und die anderen Wächter parallel verfolgen. Dadurch lernt man die zahlreichen Figuren besser kennen, kann die Erlebnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und weiß immer, was innerhalb der verschiedenen Handlungsstränge vor sich geht, sodass man den Überblick nicht verliert. Teilweise hat man somit einen kleinen Wissensvorsprung vor anderen Figuren, die über gewisse Ereignisse oder den Verrat eines Charakters noch nicht Bescheid wissen. Die Spannung mildert das allerdings nicht, denn die Identität eines Verräters sagt einem zum Beispiel noch lange nicht, wie sein nächster Schachzug aussieht oder was seine Komplizen als nächstes tun werden.

Der Schreibstil von Carina Bargmann ist zu Beginn des Buches noch ein wenig holprig, da einige Wort(gruppen)wiederholungen den Lesefluss stören. Mit der Zeit nehmen diese jedoch stark ab und von da an lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Die vielen sehr bildhaften Beschreibugen in Bezug auf ihre magische Welt sind schön zu lesen und sorgen dafür, dass der Leser eine konkrete Vorstellung von ihr hat und sie vor seinem geistigen Auge sehen kann.
Des Weiteren macht sie in ihrem Roman auf die Sinnlosigkeit von Kriegen aufmerksam und bringt die Thematik so auf eine interessante Weise auch Jugendlichen näher, die die Verarbeitung dieser Materie in einem solchen Fantasyroman der gängigen Nachkriegsliteratur mit Sicherheit vorziehen würden.


FAZIT

Der Kuss des Phönix ist ein gelungener Fantasyroman, mit dem Carina Bargmann beweist, dass es sich lohnt zur Abwechslung mal ein Buch aus einer deutschen Feder zu lesen, da gute Bücher nicht immer nur aus dem Ausland kommen. Mit tollen Charakteren, einer faszinierenden Welt und einer rasanten, spannenden Handlung schafft sie es ihre Leser zu fesseln und ihre interessante Geschichte außerdem in einem Band abzuschließen, sodass man keine gefühlte Ewigkeit auf eine Fortsetzung warten muss. Ihr nächstes Buch wird man daher auf jeden Fall ebenfalls lesen.

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein fantastischer Debutroman, dessen Fortsetzung man sofort im Anschluss verschlingen möchte und deshalb gleich parat haben sollte, weil selbst eine Lieferzeit von gerade mal einem Tag kaum auszuhalten wäre

Kirschroter Sommer
0

Wer mit dem Gedanken spielt Kirschroter Sommer zu lesen, sei hiermit vorgewarnt: Lest das Buch erst, wenn ihr beide Teile griffbereit habt – oder wenn ihr euch unsicher seid, ob das Buch etwas für euch ...

Wer mit dem Gedanken spielt Kirschroter Sommer zu lesen, sei hiermit vorgewarnt: Lest das Buch erst, wenn ihr beide Teile griffbereit habt – oder wenn ihr euch unsicher seid, ob das Buch etwas für euch ist und ihr deshalb nicht beide Teile auf einmal kaufen wollt, besorgt ihn euch spätestens, sobald ihr Gefallen am ersten Band findet – sonst läuft man Gefahr dem Buch oder dem eReader auf der Suche nach den doch mit Sicherheit fehlenden Seiten aus Frustration ernsthaften Schaden zuzufügen. Das Ende, das man eigentlich gar nicht als solches bezeichnen kann, ist nämlich die reinste Folter. Man wird völlig überraschend total hängen gelassen, dabei will man unbedingt SOFORT wissen, wie die Geschichte um Emely und Elyas weiter- bzw. ausgeht.
Diese fiese Unterbrechung verzeiht man Carina Bartsch allerdings gern, zumal sie vor allem dem Umstand geschuldet ist, dass die Autorin, die ihre Bücher zunächst selbst veröffentlicht hat, es sich laut eigenen Angaben damals einfach nicht leisten konnte, die ganze Geschichte auf einmal drucken zu lassen.
Wer davon einmal abgesehen noch etwas an diesem Buch bemängeln möchte, wird lange suchen müssen, denn Kirschroter Sommer ist einfach zauberhaft! Vor allem wenn man selbst verlegten Büchern eher kritisch gegenüber steht, wird man hier sehr überrascht werden – und zwar ausschließlich positiv.

Fans von tiefgründigen Liebesgeschichten, bei denen die Charaktere nicht auf den ersten Blick sofort unsterblich ineinander verliebt sind, ohne dass man als Leser überhaupt wirklich weiß warum, kommen hier voll auf ihre Kosten. Carina Bartsch gibt ihren Figuren die nötige Zeit um langsam Gefühle füreinander zu entwickeln, den jeweils anderen näher kennen zu lernen und sich ein umfassendes Bild von ihm zu machen. Statt einer dramatischen oder gar tragischen Liebesgeschichte bekommt man also eine, die zur Abwechslung mal sehr glaubwürdig ist und somit dem wahren Leben entnommen sein könnte.

Elyas und Emely sind zwei unheimlich sympathische, aber vor allem auch authentische Charaktere, die man gern auf ihrem Weg begleitet und deren freche Wortgefechte überaus lesenswert sind. Da sie einen oftmals nicht nur zum Schmunzeln bringen, sondern einige Situationen einen sogar laut auflachen lassen oder einem einen richtigen Lachkrampf bescheren, sollte man das Buch außerdem lieber nicht in der Öffentlichkeit lesen, sofern man nicht gern von anderen Leuten angestarrt wird.

Weil die gesamte Geschichte aus Emelys Perspektive geschildert wird und man sich daher besonders mit ihr verbunden fühlt, ist man von Anfang an auf ihrer Seite und praktisch gezwungen Elyas genauso für das zu hassen, was er ihr damals angetan hat – auch wenn man erst später erfährt, worum es dabei überhaupt geht – wie sie. Doch obwohl man nachvollziehen kann, warum Emely sich nicht auf ihn einlassen will und somit ganz ihrer Meinung ist, kann man Elyas als Leser nicht allzu lange widerstehen. Dafür ist der Mann mit den türkisgrauen Augen einfach viel zu charmant und vor allem hartnäckig. Emely ist manchmal ganz schön fies zu Elyas, wobei man ihr das nicht übel nehmen kann, weil man in der Situation entweder genauso reagiert hätte oder er es gerade verdient hat, und trotzdem gibt er einfach nie auf. Er wird es einfach nie müde mit Emely zu flirten oder sie zu provozieren und genau wie sie fragt man sich nach einer Weile, was er eigentlich damit bezweckt. Emely mag wegen ihrer gemeinsamen Vergangenheit mit Elyas etwas – oder eher viel – mehr Zeit für diese Einsicht brauchen, doch als Leser wird einem schnell klar, dass Elyas sie, zumindest im etwas späteren Verlauf, nicht einfach nur ins Bett kriegen will, sondern wirklich etwas für sie empfindet.

Zusammen mit Elyas taucht plötzlich noch ein weiterer Mann in Emelys Leben auf: Luca. Er meldet sich per E-Mail bei ihr, weil er sie immer mal wieder auf dem Campus gesehen hat und gern näher kennen lernen würde, aber sich nicht getraut hat sie anzusprechen. Zuerst findet sie das ziemlich merkwürdig, doch schließlich schreibt sie ihm, nicht zuletzt auf Drängen von Alex, zurück. Mit jeder weiteren E-Mail entdecken sie neue Gemeinsamkeiten und kommen einander dabei immer näher. Während Emely von Elyas ständig nur genervt ist und ihn am liebsten für immer loswerden würde, könnte sie sich eine Beziehung zu Luca durchaus vorstellen, traut sich aber zunächst nicht ihn nach einem Treffen zu fragen.
Obwohl man als Leser im ersten Band noch nicht erfährt, wer sich tatsächlich hinter Luca verbirgt, hat man ziemlich schnell einen Verdacht, der sich gegen Ende auch mehr oder weniger bestätigt. Nur Emely tappt weiterhin im Dunkeln, was leider schwerwiegende Konsequenzen für sie haben könnte.

Der lockere Schreibstil und recht umgangssprachliche Ton von Carina Bartsch geben dem Buch ebenfalls eine ganz besondere Note. Es liest sich so, wie eine Dreiundzwanzigjährige nun einmal sprechen würde und, ob Studentin oder nicht, wenn man wütend ist, drückt man sich nicht immer gewählt aus. Alles andere wäre einfach unrealistisch und zudem nicht halb so witzig.

Kirschroter Sommer begeistert also nicht durch eine spannende, ereignisreiche Handlung, sondern durch die interessanten Charaktere und vor allem die Dialoge zwischen ihnen. Es handelt nicht von Welt bewegenden Themen, sondern einfach von zwischenmenschlichen Beziehungen verschiedenster Art. Es geht um Liebe, Freundschaft und Familie; um alltägliche Sorgen und Probleme, mit denen jeder im Laufe seines Lebens konfrontiert wird. Und eben diese Nähe zur Realität macht den besonderen Charme der Geschichte aus.


FAZIT

Kirschroter Sommer ist ein fantastischer Debutroman, dessen Fortsetzung man sofort im Anschluss verschlingen möchte und deshalb gleich parat haben sollte, weil selbst eine Lieferzeit von gerade mal einem Tag kaum auszuhalten wäre. Carina Bartsch hat mit Emely und Elyas zwei tolle und vor allem realistische Hauptfiguren geschaffen, die man so schnell nicht vergessen wird und deren Wortgefechte einen immer wieder zum schmunzeln oder gar lachen bringen. Man kann wirklich nur von Glück reden, dass die Autorin sich von Absagen nicht entmutigen ließ und das Buch kurzer Hand selbst veröffentlichte!

Wer E-Mail für dich mochte, auf der Suche nach einer glaubwürdigen Liebesgeschichte ist und nichts gegen einen umgangssprachlichen, frechen Ton einzuwenden hat, sollte sich Kirschroter Sommer also auf keinen Fall entgehen lassen!

Veröffentlicht am 22.02.2018

hönen Liebesgeschichte von Elyas und Emely

Türkisgrüner Winter
0

Türkisgrüner Winter ist ohne jeden Zweifel eine unbeschreiblich fantastische und fesselnde Fortsetzung zum Vorgänger Kirschroter Sommer, wobei man hier eigentlich nicht wirklich von zwei Büchern sprechen ...

Türkisgrüner Winter ist ohne jeden Zweifel eine unbeschreiblich fantastische und fesselnde Fortsetzung zum Vorgänger Kirschroter Sommer, wobei man hier eigentlich nicht wirklich von zwei Büchern sprechen kann, da die Bände nahezu nahtlos ineinander übergehen und nicht unabhängig voneinander gelesen werden können.
In Türkisgrüner Winter erzählt die Autorin Carina Bartsch ihre Geschichte um Elyas und Emely vielmehr zu Ende und schafft es damit erneut den Leser restlos zu begeistern und ihn fast wunschlos glücklich zu machen.
Gerade als man das ersehnte Happy End schon kommen sieht und alles so gut läuft, wendet sich das Blatt noch einmal und die Figuren werden vor neue Herausforderungen gestellt, die sie überwinden müssen. Dabei ist es, genau wie in der weit zurückliegenden Vergangenheit, vor allem die fehlende Kommunikation zwischen Emely und Elyas, die ihnen das Leben unnötig schwer macht. Das macht die Geschichte aber nur umso authentischer – auch wenn man manchmal nur den Kopf darüber schütteln kann, weil die Probleme so leicht zu lösen wären – denn in der Realität sieht es oftmals nicht anders aus. Viele Konflikte könnten leicht geklärt oder sogar von vorneherein vermieden werden, wenn wir nur offener miteinander über unsere Gefühle sprechen würden.

Emely und Elyas haben also noch einen weiten Weg vor sich, insbesondere da ihnen die Vergangenheit immer wieder in die Quere kommt. Aber nachdem man die Beiden im ersten Teil schon so lieb gewonnen hat und sie im Verlauf des zweiten Teils nur noch mehr ins Herz schließt, begleitet man sie gern auf ihrem Weg und hofft, dass sie alle Hürden schließlich überwinden können, denn für die wahre Liebe lohnt es sich zu kämpfen.

Die Zwei sind einfach total sympathisch und man liebt sie mit all ihren Fehlern. Obgleich ein gewisser Verdacht sich bestätigt und Elyas somit wirklich Mist gebaut hat, kann man ihm nicht lange böse sein und verzeiht ihm schnell. Wie könnte man das auch nicht, so sehr wie Emelys Schmerz ihn trifft und er sich bemüht alles wieder gut zu machen? Natürlich war es falsch, was er getan hat, aber das weiß er selbst vermutlich am aller Besten und keiner bereut es mehr als er, zumal er befürchtet Emely dadurch endgültig verloren zu haben, was er sich selbst nie verzeihen würde. Allerdings hatte das im Endeffekt auch sein Gutes, denn ohne diesen Fehler hätte Elyas seine Meinung über Emely nie geändert und sich nicht in sie verliebt.

Obwohl Emely und Elyas dieses Mal etwas weniger streiten, kommt der Wortwitz nicht zu kurz und es gibt erneut etliche Szenen, die einen nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Lachen bringen. Darüber hinaus gibt es eine ordentliche Portion Romantik, die einem immer wieder das Herz aufgehen lässt und manchmal sogar zu Tränen rührt.

Die Handlung dreht sich zwar weiterhin vor allem um Elyas und Emely, aber trotzdem sind neben der Liebe die Themen Freundschaft und Familie ebenfalls wieder von Bedeutung. Sowohl Alex als auch die Familien von Elyas und Emely haben mittlerweile gemerkt, dass irgendetwas zwischen den Beiden vorgefallen ist und versuchen, jeder auf seine Art, ihnen irgendwie zu helfen. Emelys Vater ermöglicht ihr eine neue Sicht auf die Dinge, die ihr zwar schwer fällt, die sie aber dennoch langsam in Betracht zieht. Doch insbesondere Elyas bester Freund Sebastian spielt letztlich eine entscheidende Rolle als er sich Elyas zuliebe – zum Glück! – in dessen Beziehung zu Emely einmischt und macht somit deutlich, wie wichtig Freunde im Leben sein können.
Des Weiteren kommt es im zweiten Teil erneut zu einem einschneidenden Erlebnis, das sowohl die verschiedenen Charaktere als auch den Leser stark zum Nachdenken anregt.

Der Schreibstil von Carina Bartsch ist genauso locker und frech wie man es aus dem Vorgänger kennt und sorgt dafür, dass man das Buch schneller beendet hat als es einem lieb ist. Zum Ende hin kann man sich kaum noch von den Zeilen losreißen, weil man endlich wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Doch je näher die letzte Seite rückt, desto langsamer möchte man eigentlich lesen um den damit leider verbundenen Abschied von Emely und Elyas so lange wie möglich hinauszuzögern.


FAZIT

Türkisgrüner Winter ist der grandiose emotionale Abschluss der wunderschönen Liebesgeschichte von Elyas und Emely, die man nicht so schnell vergessen wird und garantiert nicht zum letzten Mal gelesen hat. Die Beiden sind einfach zwei unheimlich liebenswerte Figuren, die perfekt zusammen passen. Man fiebert die ganze Zeit über mit ihnen mit und hofft, dass sie, allen Widrigkeiten zum Trotz, schließlich zueinander finden und doch noch glücklich werden.
Ein Must-Read für alle Fans von romantischen und vor allem glaubwürdigen Geschichten mit sympathischen Charakteren und witzigen Dialogen!

Hoffentlich lässt der nächste Roman von Carina Bartsch nicht allzu lange auf sich warten, denn man kann es kaum erwarten zu erfahren, was diese talentierte Frau sich als nächstes einfallen lässt und wird es, wovon auch immer es handeln wird, mit Sicherheit sofort nach dem Erscheinen lesen.