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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Wie ein Kurzurlaub

Gekommen, um zu bleiben
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Mit „Gekommen, um zu bleiben“ hat Madeleine Becker bereits ihr drittes Buch veröffentlicht.
Vielleicht kennt man sie schon von Instagram (@frau_freudig). Gemeinsam mit ihrem Freund Lukas und vielen tierischen ...

Mit „Gekommen, um zu bleiben“ hat Madeleine Becker bereits ihr drittes Buch veröffentlicht.
Vielleicht kennt man sie schon von Instagram (@frau_freudig). Gemeinsam mit ihrem Freund Lukas und vielen tierischen Mitbewohnern zieht sie auf einen alten, renovierungsbedürftigen Bauernhof in der Steiermark. Was nach Idylle klingt, ist in Wahrheit oft ziemlich chaotisch, anstrengend und voller Überraschungen.

Die „Wald-WG“ lernt dabei Schritt für Schritt, was im Leben wirklich zählt und was es heißt, einen eigenen Weg zu gehen. Es ist ein sehr persönliches Buch, das sich gleichzeitig mit den großen Themen des Lebens, wie der Frage: Welches Leben möchte ich leben? befasst. Genau diese Mischung macht das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem.

Der Schreibstil ist sehr lebendig und ehrlich und man hat wirklich das Gefühl, Madeleine sitzt einem gegenüber und erzählt ihre Geschichte. Dazu kommen viele Fotos, ein Lageplan des Hofes und eine Vorstellung der „WG“, die das Ganze mit viel Liebe abrunden. Auch über Instagram gibt es ergänzende Einblicke per QR-Code, was das Ganze noch greifbarer macht.

Trotz schwieriger und auch trauriger Momente bleibt das Buch insgesamt hoffnungsvoll, humorvoll und sehr warmherzig. Für mich wirkt es wie ein kleiner Kurzurlaub. Es ist eine Geschichte über Aufbruch, Ankommen und den Mut, einfach zu machen. Besonders schön für alle, die Natur, Tiere und das Leben auf einem Selbstversorgerhof mögen und mal so richtig abtauchen möchten. 5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein wundervoller Roman

Erzähl mir alles
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„Erzähl mir alles“ von Elizabeth Strout führt erneut nach Crosby in Maine und bringt mit Lucy Barton, Bob Burgess und Olive Kitteridge vertraute Figuren zurück. Gerade wenn man bereits mehrere Bücher der ...

„Erzähl mir alles“ von Elizabeth Strout führt erneut nach Crosby in Maine und bringt mit Lucy Barton, Bob Burgess und Olive Kitteridge vertraute Figuren zurück. Gerade wenn man bereits mehrere Bücher der Autorin kennt, hat dieses Wiedersehen definitiv seinen Reiz.

Bob ist pensionierter Anwalt und lebt mit seiner Frau Margaret seit einigen Jahren in dem kleinen Ort. Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Sein ganzes Leben wird von der Schuld am Tod seines Vaters überschattet.

Zwischen Bobs Kapiteln stehen immer wieder die Gespräche zwischen Lucy und Olive in der Seniorenresidenz. Die beiden erzählen sich Geschichten über Menschen, die ihnen im Laufe ihres Lebens begegnet sind.

Strout schafft es nach wie vor, Figuren menschlich und echt wirken zu lassen, man muss nur bereit sein, sich auf eine Geschichte ohne spektakulären Plot einzulassen. Dann bekommt man ein Buch über Beziehungen, Einsamkeit, das Älterwerden, verpasste Chancen und Liebe.

Mir hat „Erzähl mir alles“ erneut ausgesprochen gut gefallen. Die Autorin besitzt die besondere Fähigkeit, den Blick auf das scheinbar Unbedeutende zu richten und gerade daraus etwas Großes entstehen zu lassen.

Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die warmherzige, kluge Romane voller Zwischentöne und Menschlichkeit schätzen. Ich vergebe 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein gelungener zweiter Band!

House of Zodiac - Kometenschauer
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Nachdem mich der erste Band „Sternenstaub“ der House of Zodiac-Reihe komplett begeistert hat und sogar Highlight-Potenzial hatte, war ich total gespannt auf den zweiten Teil„Kometenschauer“.
Der Einstieg ...

Nachdem mich der erste Band „Sternenstaub“ der House of Zodiac-Reihe komplett begeistert hat und sogar Highlight-Potenzial hatte, war ich total gespannt auf den zweiten Teil„Kometenschauer“.
Der Einstieg hat es mir dieses Mal allerdings nicht ganz leicht gemacht. Die Geschichte knüpft praktisch nahtlos an Band eins an, was einerseits großartig ist, andererseits hätte ich mir gerade nach etwas Leseabstand ein kleines „Was bisher geschah“ gewünscht. Ich brauchte einen Moment, um wieder komplett anzukommen. Aber sobald ich wieder in der Welt von Zodiac drin war, war es wieder komplett fesselnd.
Durch die Perspektiven von Jupiter, Nox, Cyan und Eryx bekommt die Geschichte noch einmal deutlich mehr Tiefe.
Jupiter ist für mich die Hauptperson, die schon wie im ersten Band mit ihrem starken Gerechtigkeitssinn und ihrem Mut eine starke Protagonistin ist. Aber auch den Charakter Nox fand ich unglaublich spannend, gerade durch seine persönliche Entwicklung und die Fragen rund um seine Vergangenheit.
Die Welt von Zodiac wird in diesem Band noch größer, die Magie rund um die Sternzeichen wird weiter ausgebaut und man bekommt immer mehr Einblicke in diese eigene mythologische Welt.
Nicole Böhm versteht es aber auch perfekt, uns Leser mit kleinen Hinweisen und Brotkrumen anzufüttern, ohne wirklich alle Antworten zu liefern. Stattdessen entstehen immer neue Fragen und genau das sorgt dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt.
Und dann dieses Ende... Ich saß wirklich sprachlos da und das Warten auf Band drei wird definitiv nicht leichter!
„Kometenschauer“ ist für mich ein gelungener zweiter Band, der etwas ruhiger ist als Band eins, daher vergebe ich 4/5 Sterne. Ich kann es kaum erwarten, im dritten Teil „Sonnensturm“ wieder nach Zodiac zurückzukehren.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Eine magische Geschichte!

Das Geheimnis des Geigenbauers
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„Das Geheimnis des Geigenbauers“ fällt sofort durch seine wunderschöne Gestaltung ins Auge. Das Cover und der Farbschnitt sind unverkennbar ein Evie Woods-Buch und ihre Bücher haben für mich inzwischen ...

„Das Geheimnis des Geigenbauers“ fällt sofort durch seine wunderschöne Gestaltung ins Auge. Das Cover und der Farbschnitt sind unverkennbar ein Evie Woods-Buch und ihre Bücher haben für mich inzwischen etwas unglaublich Wohltuendes. Sie schafft es immer wieder, ernste Themen mit leiser Magie zu verbinden und dabei Geschichten zu erzählen, die berühren.

Alles dreht sich um eine besondere Geige, die im Fundbüro von Heathrow auftaucht und drei Menschen miteinander verbindet: Devlin, Gabrielle und Walter. Während sie versuchen, ihre Herkunft zu entschlüsseln, tauchen wir Lesenden in eine Geschichte ein, die sich über verschiedene Zeitebenen erstreckt. Parallel erleben wir die Entstehung der Geige und begleiten ihren Weg bis in die Gegenwart.

Besonders fand ich, dass die Geige stellenweise selbst zu Wort kommt. So habe ich das bis jetzt in keinem Buch gelesen und so hebt sich die Geschichte ganz klar von anderen Romanen dieser Art ab. Auch die historischen Elemente und Einblicke in Musik und Kultur sind sehr stimmig eingebunden.

Die Figuren in der Gegenwart mochte ich ebenfalls sehr. Alle drei tragen ihre eigenen Verletzungen und Geschichten mit sich herum und entwickeln sich weiter. Besonders berührt hat mich Gabrielle. Nach allem, was sie erlebt hat, langsam dabei zuzusehen, wie sie sich wieder öffnet und Musik und Nähe wieder zulässt, war sehr schön erzählt.

Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht, flüssig und stellenweise fast poetisch. Evie Woods schafft es einfach, dass man komplett in ihre Geschichten eintaucht und für ein paar Stunden alles um sich herum vergisst. Genau das liebe ich an ihren Büchern.

An manchen Stellen hätte die Handlung für mich etwas straffer sein dürfen, trotzdem hat mich die Geschichte mit ihrer Wärme und ihrer besonderen Atmosphäre bis zum Ende getragen.

„Das Geheimnis des Geigenbauers“ ist wieder ein typischer Evie-Woods-Roman, perfekt für alle, die in komplett in eine Geschichte mit Magie eintauchen möchten. 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein Klassiker in wunderschöner Aufmachung

Emily Brontë, Sturmhöhe
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Nachdem ich zuletzt eher moderne Thriller gelesen habe, wollte ich mich mal an einen echten Klassiker wagen und bin bei „Sturmhöhe“ von Emily Brontë gelandet. Ein Buch, das als Meilenstein der Literatur ...

Nachdem ich zuletzt eher moderne Thriller gelesen habe, wollte ich mich mal an einen echten Klassiker wagen und bin bei „Sturmhöhe“ von Emily Brontë gelandet. Ein Buch, das als Meilenstein der Literatur gilt und aktuell durch die neue Verfilmung wieder stärker im Gespräch ist. Ich wollte, bevor ich mich dem Film widme, erst das Buch lesen und war sehr gespannt, wie zugänglich ein solcher Klassiker heute noch ist.
Die Geschichte spielt in der rauen Landschaft von Yorkshire rund um das Anwesen Wuthering Heights und begleitet mehrere Generationen zweier Familien. Findelkind Heathcliff und Catherine erleben eine tragische Liebesgeschichte, die sich schnell zu einer düsteren Erzählung über Rache, Stolz und die weitreichenden Folgen von Entscheidungen und Verletzungen entwickelt.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz leicht. Die Sprache ist ungewohnt, die Perspektive, die hauptsächlich von der Haushälterin Nelly erzählt wird, ebenfalls. Es ist definitiv kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Ich habe deutlich länger dafür gebraucht als für meine üblichen Bücher. Zusätzlich fand ich es stellenweise verwirrend, dass sich Namen über Generationen hinweg wiederholen, da Kinder nach ihren Eltern benannt wurden. Da musste ich öfter kurz innehalten, um den Überblick zu behalten.
Trotzdem hat mich die Atmosphäre gepackt. Diese düstere, fast schon beklemmende Stimmung zieht sich konsequent durch die gesamte Geschichte. Die Figuren sind komplex, oft schwer greifbar und alles andere als sympathisch, aber genau das macht sie interessant. Auch die Liebesgeschichte bleibt eher zwischen den Zeilen, was ungewohnt ist, aber gut zur Zeit passt.
Ein echtes Highlight ist die Ausgabe selbst: Die Schmuckausgabe ist hochwertig gestaltet, mit Farbschnitt und Lesebändchen und ein echter Hingucker im Regal.
„Sturmhöhe“ war ein besonderes Leseerlebnis für mich, absolut beeindruckt hat mich, dass es vor so langer Zeit geschrieben wurde. Einen Vergleich zu zeitgenössischen Büchern zu ziehen, finde ich schwer. Wer Interesse an einem Klassiker hat, der sollte sich diese besondere Geschichte nicht entgehen lassen.

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