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Stresserella

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Viel gelernt.

Hello Baby
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Munjeong gründet mit fünf weitere Frauen, die sie in einer Fruchtbarkeitsklinik kennen gelernt hat, einen Gruppenchat. Eines Tages verschwindet eine von ihnen und taucht, ein ganzes Jahr später, mit einem ...

Munjeong gründet mit fünf weitere Frauen, die sie in einer Fruchtbarkeitsklinik kennen gelernt hat, einen Gruppenchat. Eines Tages verschwindet eine von ihnen und taucht, ein ganzes Jahr später, mit einem Baby wieder auf und will ein Treffen.

In ihrem Roman "Hello Baby" widmet sich Kim Eui-kyung auf eingehende Weise dem Thema künstliche Befruchtung in Korea und den damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen. Abwechselnd werden die Geschichten der Mitglieder der Chatgruppe "Hello Baby" erzählt, die ganz unterschiedlich mit Kinderwunsch und IVF umgehen. Die Autorin vermittelt auf interessante Weise die verschiedenen Aspekte, wie beispielsweise Alter der Frauen oder der Wunsch nach einem Kind ohne Partner.

Nicht nur das Geheimnis um Jeonghyo, auch die wechselnden Perspektiven der Frauen, die so unterschiedlich waren, haben es besonders interessant gemacht. Vieles wusste ich noch nicht und konnte so auch noch einiges über das Thema lernen. Der Schreibstil ist stimmig, passt zur Geschichte und war angenehm zu lesen. Eine gute Lektüre.

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Ein richtig schlechter Tag

Institut für gute Mütter
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Ein „richtig schlechter Tag“ sieht für jeden von uns anders aus. Wie ein, oder vielmehr DER „richtig schlechte Tag“ für Frida aussieht, können wir schon anhand des Klappentextes erahnen.

Das Baby schreit ...

Ein „richtig schlechter Tag“ sieht für jeden von uns anders aus. Wie ein, oder vielmehr DER „richtig schlechte Tag“ für Frida aussieht, können wir schon anhand des Klappentextes erahnen.

Das Baby schreit und schreit und schreit und Frida möchte nichts weiter, als etwas Ruhe, einen Kaffee, ein paar Minuten Zeit allein. Doch aus ein paar Minuten werden Stunden, genau genommen zweieinhalb. Die Konsequenzen ihres Handelns? Ein Jahr Lehranstalt, ein Jahr wenig oder kein Kontakt zum Kind, ein Jahr um eine „gute Mutter“ zu werden.

Sowohl Thema als auch Schreibstil fand ich im Großen und Ganzen gelungen. Die wiederholten Ausführungen über Fridas Tochter sind verständlich und thematisch passend, machen einige Passagen allerdings etwas langatmig. Nichtsdestotrotz konnte ich es kaum weglegen, da ich unbedingt wissen wollte, welche „Lehrmaßnahmen“ im Verlauf der Geschichte noch angewendet werden, um Mütter auf „den rechten Weg“ zu bringen. Schwierigkeiten hatte ich anfangs mit Fridas Charakter an sich. Während Glaubwürdig- und Nachvollziehbarkeit für mich beim Lesen von Romanen nicht an erster Stelle stehen, konnte ich unter keinen Umständen ihr Verhalten nachvollziehen, besonders in Anbetracht der Sorgerechtsregelung mit ihrem Ex-Mann. Doch so unsympathisch man sie am Anfang finden mag, kommt man nicht umhin, beim weiteren Lesen ein gewisses Maß an Mitgefühl zu empfinden. Denn was Frida und ihre Leidensgenossinnen in den nächsten Monaten er- und durchleben, kann kaum ein Mensch verdienen.

Sicher kommt einem im Verlauf der Gedanke, dass all das doch schon sehr übertrieben ist, aber es ist nun mal dystopische Unterhaltungsliteratur und unterhalten hat mich der Roman definitiv. Und mal ehrlich, wer weiß schon wie unglaubwürdig und übertrieben diese Geschichte in 50 Jahren noch ist?

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