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Veröffentlicht am 11.10.2020

mehr erhofft, trotzdem gut

Im Swing gegen den Gleichschritt
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Ich liebe Swing und bin voller Hochachtung für den Widerstand im 3. Reich. Welch ein Mut, zu seiner Musik zu stehen und dies auch öffentlich durch Frisur und Kleidung zu demonstrieren ! Die Jugendlichen ...

Ich liebe Swing und bin voller Hochachtung für den Widerstand im 3. Reich. Welch ein Mut, zu seiner Musik zu stehen und dies auch öffentlich durch Frisur und Kleidung zu demonstrieren ! Die Jugendlichen verweigerten sich dem erzwungenen Gleichschritt und leisteten einen zivilen Ungehorsam, der für viele mit Jugend-KZ, Fronteinsatz oder mit Hinrichtung endete. Angeregt durch den Film Swing Kids, war ich sehr neugierig auf dieses Buch.

Es wirkt teilweise etwas langatmig, weil ich viele der genannten Leute, Musiker, Kulturdezernenten und Politiker nicht kenne, sehr viel zitiert wird (Zeitzeugen, politische Reden, Propagandaschriften, alte Dokumente, Zeitungsartikel etc).und ich Schwierigkeiten habe, der damaligen Ausdrucksweise zu folgen. z.B. S. 74 , wo irgendeine Vorschrift zur Entwicklung eines einheitlichen Tanzwesens zitiert wird " Auch der Tänzer muß zuerst auferbaut sein als deutscher Mensch und eingebaut sein in die nationalsozialistische Bewegung. Nicht nur äußerlich, sondern als ganzer Mensch mit Wollen, Denken und Fühlen..." oder S. 83 die Warnung eines lilientreuen Tanztheoretikers an seine Genossen :" ... besonders wichtig ist die Beachtung der Gebärde, die der Tanzende im Volks- oder Gesellschaftstanz vollzieht, da hier, wenn nicht das unserem Volkscharakter Entsprechende herrscht, eine Verwandlung in einen fremden Charakter unerlässlich vollzogen wird und das Wesen des Menschen, wenn auch nur für kurze, aber durch die rhythmische Lockerung um so mehr aufgeschlossenere Zeitspanne, verfärbt."

Dennoch ist dieses Buch interessant und wichtig. z.B. wird deutlich, dass die Nazis ihre Ver- und Gebote nicht nur aus ideologischer Überzeugung erließen, sondern auch wirtschaftliche Gründe eine solch große Rolle spielten, dass man sich die Verbote dann wieder zurecht bog. z.B. wurde das Saxophon zunächst verboten, weil es klinge "wie der Gesang eines kastrierten Negers ". Als aber die deutschen Instrumentenhersteller finanzielle Einbußen befürchteten, hieß es plötzlich, es sei ein arisches Instrument (zwar erfunden von einem Belgier, der mit Vornamen Adolphe hieß, aber da wurde schnell ein deutscher Adolf draus gemacht).

Faszinierend fand ich den Einfallsreichtum der Swing und Jazzfans, um an die Musik zu kommen, denn man konnte nach 1941 nirgendwo mehr entsprechende Platten kaufen. Es wurde heimlich Rundfunk vom Feind gehört und die Musik dann auf Röntgenfolie gespielt. Die Jazzfans des Krankenhauses haben Röntgenbilder von z.B. Lungen rausgeschmuggelt, die man dann verwendet hat. Abgehört werden konnten diese Folien nur mit Bambusnadeln, da Metallnadeln die Folien zerstört hätten. Den Bambus holte man sich von alten Angeln und schärfte ihn an Schleifmaschinen. (S 131)

Also trotz einer gewissen Langatmigkeit, Ausführlichkeit und dröger Zitate ein interessantes Buch, dass die Swingszenen in Österreich, Deutschland, Tschechien und Frankreich beleuchtet und ihnen ein Denkmal setzt. Angereichert mit Bildern und einem Glossar ist es ein empfehlenswertes Buch für Kenner der Szene, Historiker und andere Interessierte. Für Leser, die sich nicht für dieses spezielle Gebiet interessieren eher nicht.


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Veröffentlicht am 08.10.2020

grausig

Die Sau ist tot
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Klaus sitzt in U-Haft und bittet seinen Freund, seine Verteidigung zu übernehmen. Er schildert ihm, was ihn dazu gebracht hat, seinen Schwiegervater zu ermorden und den Schweinen zum Fraß vorzuwerfen. ...

Klaus sitzt in U-Haft und bittet seinen Freund, seine Verteidigung zu übernehmen. Er schildert ihm, was ihn dazu gebracht hat, seinen Schwiegervater zu ermorden und den Schweinen zum Fraß vorzuwerfen. Die Abgründe, die sich auftun, sind erschreckend und man kann Klaus sehr gut verstehen, ja, man fragt sich, ob einem selbst eine andere Lösung eingefallen wäre.

Anfangs tat ich mich mit den hölzernen, steifen Dialogen etwas schwer (Gespräch zwischen Klaus und seinem Anwalt-Freund, Kennenlernen von Helene), aber als Klaus dann ins erzählen kommt, bessert sich dies. Die Geschichte von Klaus liest sich flüssig, die Charaktere sind gut dargestellt und nur Helene bleibt etwas blass und wirkt nicht ganz so authentisch. Via Mala in der Eifel mit einem überraschenden Ende.

Wer kurze Lokalkrimis mag, die etwas düster sind, ist hier richtig. Ich möchte gar nicht wissen, in wie vielen Familien es so zugeht.

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Veröffentlicht am 07.10.2020

spannend

Hintergangen
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Als Laura den Multimillionär Hugo kennenlernt, ist sie so angetan von ihm, seiner Fürsorge, seinen guten Manieren, seiner Großzügigkeit, dass sie über einige kleine Merkwürdigkeiten hinweg sieht, zumal ...

Als Laura den Multimillionär Hugo kennenlernt, ist sie so angetan von ihm, seiner Fürsorge, seinen guten Manieren, seiner Großzügigkeit, dass sie über einige kleine Merkwürdigkeiten hinweg sieht, zumal er immer eine Erklärung parat hat. Auch dass er eine Stiftung gegründet hat und Gutes tut gefällt ihr. Da ist sie auch gerne bereit, auf seine Wünsche einzugehen, was ihre Hochzeit angeht, schließlich plant er ihr zuliebe eine Überraschung. Jahre später ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Hugo wird tot aufgefunden. Und anhand von Briefen, die Laura ihrer Freundin geschrieben, aber nie abgeschickt hatte, erfährt man sehr geschickt gemacht, wie ich finde, wie die Ehe ausgesehen hat. Man versteht Laura, auch als sich immer neue Abgründe auftun. Für Hugos Tod hat Laura ein Alibi, aber gibt es noch mehr Leute, die einen Grund hätten, ihn zu beseitigen ? Je mehr die Polizei gräbt, um so geheimnisvoller wird alles. Und immer neue Spuren müssen verfolgt werden. Und was ist das dunkle Geheimnis in Hugos Vergangenheit und Familie ?

Sehr spannend, gut geschrieben, Charaktere nachvollziehbar. Habe das Buch verschlungen und lese gerne mehr von der Autorin. Ein guter Krimi.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

spannend

Opferzeit
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Spannend und so gut wie der erste Teil, den man, wie ich finde, vorher gelesen haben sollte (der 7. Tod).

Der Serienkiller Joe sieht die Welt etwas anders. Er findet sein Verhalten völlig normal und versteht ...

Spannend und so gut wie der erste Teil, den man, wie ich finde, vorher gelesen haben sollte (der 7. Tod).

Der Serienkiller Joe sieht die Welt etwas anders. Er findet sein Verhalten völlig normal und versteht gar nicht, was die anderen für ein Problem damit haben. Er ist sicher, dass er schnell aus der Haft entlassen wird und dass man wegen ihm die Todesstrafe wieder einführen will, blendet er völlig aus. Nur seine Mutter kann ihn in Bezug auf Realitätsverkennung noch toppen. Sie heiratet an dem Tag, an dem sein Prozeß beginnt und erwartet, dass er zur Hochzeit kommt. Er soll denen mal sagen, dass er den Tag frei brauche. Ich mag diesen Humor. z.B. S. 44 als Joe seinen Gefängnisalltag beschreibt und dass ca 30 Gefangene Mittags in den Gemeinschaftsraum dürfen " Einige von uns machen ihr eigenes Ding, einige versuchen, spitz gefeilte Zahnbürsten in ihre Mithäftlinge zu stecken, und einige versuchen. Körperteile in ihre Mithäftlinge zu stecken." Oder wenn er seine Isolationshaft beschreibt : "In meiner Zelle kann ich nicht viel tun, trotzdem habe ich immer noch die Wahl. Ich kann auf meiner Bettkante sitzen und die Wand oder die Toilette anstarren, oder ich kann auf der Toilette hocken und das Bett anstarren." Aber am schönsten und lustigsten sind nach wie vor die Dialoge mit seiner Mutter.

Aber der Humor ist nur ein Stilmittel. Eigentlich ist es ein spannender Krimi und die Brutalität von Mellissa ist ziemlich abschreckend. Es ist also kein seichtes Buch. Leider ist es weit über ein Jahr her, dass ich Teil eins gelesen habe und ich wünschte, es wäre bei dieser Lektüre noch präsenter gewesen.

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Veröffentlicht am 19.09.2020

langweilig

Norderney, Morderney
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Was hab ich mich auf dieses Buch gefreut ! Und dann war der erste Krimi so langweilig, dass ich die anderen beiden gar nicht gelesen habe. Meine Rezi bezieht sich also nur auf "Mörderische Friesenhochzeit" ...

Was hab ich mich auf dieses Buch gefreut ! Und dann war der erste Krimi so langweilig, dass ich die anderen beiden gar nicht gelesen habe. Meine Rezi bezieht sich also nur auf "Mörderische Friesenhochzeit" :

Die ersten 100 Seiten waren nur Einleitung scheint mir. Es lies sich gut lesen, aber es war weder spannend, noch passierte irgendetwas. Dann kommt jemand bei einer Hochzeitsfeier zu Tode. Der Tod wird als Unfall eingestuft. Irgendwann wird ermittelt. Sehr zäh und langsam. Und irgendwann findet man raus, was passiert ist. Ende.

Habe die anderen beiden Krimis kurz angelesen, aber sie sind wohl nach dem gleichen Muster gestrickt. Sind ja auch vom gleichen Autor. Auch wenn es sich leicht lesen lies und man daher flott voran kam (und als Roman wären die ersten 100 Seiten ja auch nicht schlecht), ist das Leben zu kurz und bei über 400 Büchern auf dem SuB, lese ich lieber etwas mit mehr Spannung. Die Figuren sind mäßig interessant, die Handlung in sich logisch, aber obwohl es ein Krimi ist, eher seicht.

Fazit : Kann man lesen, man verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht liest.

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