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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2018

tragisch

Ein allzu braves Mädchen
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Mit nur 170 Seiten, von denen jede zweite nur halb beschrieben ist, liest sich das Buch locker in einem durch. Auch der Inhalt trägt dazu bei, es in einer Rutsche von vorn bis hinten durchzulesen, denn ...

Mit nur 170 Seiten, von denen jede zweite nur halb beschrieben ist, liest sich das Buch locker in einem durch. Auch der Inhalt trägt dazu bei, es in einer Rutsche von vorn bis hinten durchzulesen, denn man kann es nicht aus der Hand legen.
Eine völlig verstörte junge Frau wird in einem Waldstück aufgegabelt und da sie ihren Namen nicht preisgibt erstmal in die Psychiatrie gebracht. Dort findet eine Therapeutin langsam Zugang zu ihr und entlockt ihr mehr und mehr über die schreckliche Kindheit, deren Folgen in einem Verbrechen gipfeln, wobei Wahrheit und Einbildung nicht immer zu unterscheiden sind. Was ist wahnhaft oder Traum, was ist Realität und wirkliche Erinnerung ?
Ganz toll fand ich, wie die Therapeutin auf die Patientin eingegangen ist, ihr Zeit gelassen hat, sich ihr anzuvertrauen und sie zu nichts drängte. Wenn die Psychiatrien doch mehr solche Therapeuten hätte und die KLiniken keine Entlassungen forcieren würden wegen des Kostendrucks durch die Krankenkassen, dann wäre vielen geholfen. Etwas seltsam fand ich die Regeln in der Klinik, auch für eine geschlossene Station, aber das nur nebensächlich. Es gibt unendlich viele Patienten, die durch ihre Kindheit schwerst traumatisiert sind und die Traumata können ganz unterschiedlich aussehen. Hier wird endlich mal nicht sexueller Mißbrauch als Trauma beschrieben (auch wenn dies leider einen Großteil der Traumata ausmacht), sondern ein ganz anderes, aber auch häufiges Phänomen in den Vordergrund gerückt. Ein sehr einfühlsames Buch, das sehr gut beschreibt, was eigentlich alles dahintersteckt und was es für ein Kind und seine Entwicklung bedeutet, wenn es in dieser o.ä. Situation aufwächst. In der Krankenakte steht dazu oft nur ein Satz oder zwei und dann weiß man ja auch, wie schwer die Kindheit war, hier aber wird genau geschildert, was es für die Psyche eines Kindes bedeutet, so aufzuwachsen. Geschrieben wurde das Buch übrigends wohl von einer Schauspielerin.
Interessantes Thema und tolle Umsetzung für einen Erstlingsroman. Sehr einfühlsam und überzeugend. Ob da was aufgearbeitet wurde ? (Also nur der KIndheitsteil ?)

Veröffentlicht am 18.07.2018

superspannend

Trügerische Ruhe
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Wiedermal ein sehr spannendes Buch von Tess Gerritsen.
In einem kleinen Ort in Maine rasten immer mehr Jugendliche scheinbar grundlos aus. Die Aggression geht sogar soweit, dass sie Menschen töten. Aber ...

Wiedermal ein sehr spannendes Buch von Tess Gerritsen.
In einem kleinen Ort in Maine rasten immer mehr Jugendliche scheinbar grundlos aus. Die Aggression geht sogar soweit, dass sie Menschen töten. Aber woher kommt diese Gewalt ? Der übliche Drogentest ist negativ. Als die Ärztin Claire Elliott weitere Tests machen will, wird ihr dies verwehrt. Was steckt dahinter ?
Die ersten 20 Seiten fang fand ich etwas langweilig und dachte schon daran, es erstmal wieder wegzulegen, dann las ich den Klappentext und dachte, dass ich solche Bücher liebe und habe weiter gelesen. Und siehe da, nach wenigen Seiten wurde es spannend und entwickelte sich zu einem wahren Pageturner. Es scheint einer der ersten Krimis der Autorin zu sein und er ist sogar besser als die Sachen von Michael Crichton oder Robin Cook. Die Personen wirken so echt und natürlich, es gibt keine Unstimmigkkeiten in der Handlung und auf draufgängerisches Heldentum a la James Bond, wie das bei Crichton und Cook manchmal ist, wird zum Glück völlig verzichtet. Der Schreibstil ist gut und man fiebert mit. Es ist übrigends kein Rizzoli und Isles Buch, sondern ein eigener Thriller.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da es immer spannender wurde bis hin zur Auflösung, die so entsetzlich, aber auch gleichzeitig so realistisch ist, dass man erstmal nach Luft schnappen muß.

Veröffentlicht am 15.07.2018

spannend, aber Teil 1 und 2 sind besser

Die Brut - Das Ende naht
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Und weiter geht es mit den Spinnen, die die Menschen innerhalb von Sekunden bis auf die Knochen fressen. Überall auf der Welt sterben Millionen Menschen. Sind die Spinnenmassen noch aufzuhalten ? Wieso ...

Und weiter geht es mit den Spinnen, die die Menschen innerhalb von Sekunden bis auf die Knochen fressen. Überall auf der Welt sterben Millionen Menschen. Sind die Spinnenmassen noch aufzuhalten ? Wieso verhalten sich einige Spinnen anders ? Gibt es noch eine neue Art und ist diese noch gefährlicher ?
Dieses Buch ist wie die beiden ersten Teile sehr spannend, aber im Gegensatz dazu etwas zu sehr auf Technik, Waffen, Kriegsführung und Politik fixiert für meinen Geschmack. Ich hätte gerne mehr über die Spinnen erfahren. Aber nichtdestotrotz ist es ein Pageturner und man will ja schließlich wissen, ob am Ende jemand überlebt.
Diese Triologie hat mir gut gefallen. Mehr davon ! Gut, dass ich keine Angst vor Spinnen habe.

Veröffentlicht am 10.07.2018

superspannend

Die Brut - Die Zeit läuft
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Es geht weiter und es geht spannend weiter ! Die Spinnen scheinen sich zurückzuziehen. Aber tun sie dies wirklich, oder rüsten sie auf für eine neue Angriffswelle ? Und was ist mit den Eikokons ? Es werden ...

Es geht weiter und es geht spannend weiter ! Die Spinnen scheinen sich zurückzuziehen. Aber tun sie dies wirklich, oder rüsten sie auf für eine neue Angriffswelle ? Und was ist mit den Eikokons ? Es werden immer mehr gefunden, aber sie sind nicht alle gleich. Einige scheinen etwas anderes auszubrüten...etwas größeres. Schaffen es die Menschen rechtzeitig vor dem Schlüpfen alle Kokons zu finden ? Und wie erkennt man rechtzeitig, welche Menschen als Wirt benutzt werden ? Auch stellt sich die Frage, wieso sich manche Spinnen so anders verhalten als der fleischfressende Rest...
Es ist ein Wettlauf mit der Zeit und es müssen drastische Maßnahmen ergriffen werden. Sehr drastische Maßnahmen. Den Personen aus Teil eins begegnet man hier auch wieder (und einigen neuen) und erfährt, wie es mit ihnen weitergeht und welchen Beitrag sie zu dem Geschehen leisten. Auch hier fand ich die z.T. kurzen Kapitel und vielen Personen manchmal etwas ärgerlich, da ich gerne schnell weitergelesen hätte, um zu erfahren, wie es da weitergeht, wo ich grade bin und mich die anderen Personen in dem Moment nicht interessieren. Aber auf diese Weise fliegt man gradezu durch das Buch und ich bin sehr froh, dass ich mit dem Lesen gewartet habe, bis ich Teil 3 hatte, sodass ich jetzt schnell weiterlesen kann.
Sehr zu empfehlen. Als Tipp : Alle 3 Bände da haben, dann kann man hintereinander weglesen, denn Band 1 und 2 enden mittendrin und man will unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 06.07.2018

aufschlussreich

Fettnäpfchenführer Schweden
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Ein nettes Buch, dass Einblicke in die schwedische Seele gibt und verständlich macht, wie die Schweden so ticken und warum sie es zum Breispiel gar nicht mögen, wenn man sie um ihre Meinung fragt. Das ...

Ein nettes Buch, dass Einblicke in die schwedische Seele gibt und verständlich macht, wie die Schweden so ticken und warum sie es zum Breispiel gar nicht mögen, wenn man sie um ihre Meinung fragt. Das Buch bezieht sich hauptsächlich auf die Landbevölkerung und erwähnt an einigen Stellen, dass das ein oder andere bei Großstädtern und jungen Leuten anders ist.
Eigentlich hatte ich ein humorvolles Buch erwartet. Es ist zwar auch humorvoll, aber nicht in dem Maaße, wie ich es dem Titel nach erwartet hatte. Anhand der Familie Müller wird in mehreren kurzen Geschichten deutschen Verhalten geschildert und dann erklärt, wieso man in Schweden damit völlig überraschend aneckt. Bei einigen Sachen ist es natürlich klar. Wer kennt nicht die lauten, sich vordrängelnden Deutschen im Ausland. Aber es geht auch um Dinge, die man hier als höflich und normal betrachtet.z.B. Tür aufhalten, Gastgeschenke mitbringen, sich nach der Meinung des anderen zu einem Thema erkundigen usw. Die Denkweise der Schweden ist z.T. so anders, dass ich, obwohl ich Schweden als mögliches Auswanderungsland immer im Hinterkopf hatte, jetzt nicht unbedingt mehr hinmöchte (natürlich würde ich, wenn ich ernste Absichten hätte auszuwandern, dies nicht von einem einzigen Buch abhängig machen, aber ich würde über einige Dinge doch mehr Infos einholen). Ich hätte sicher Schwierigkeiten damit, nie meine Ideen, Ansichten, Meinungen kundtun zu dürfen, was in Schweden als in den Vordergrund drängen und angeben gewertet wird (auch im Geschäftsleben). Ich erzähle gerne davon, was ich erlebt habe oder äußer meine Begeisterung für ein gutes Buch oder einen Film. Die langen Wartezeiten im Gesundheitswesen kenne ich schon aus Afrika und bin echt froh, dass es hier besser ist. Aber in Schweden sollte man auch einen Tag Zeit und einen Picknikkorb mitbringen, auch, wenn es ein Notfall ist. Und dass man seinen Garten zwar gepflegt halten muß, ihn aber nicht nutzen darf (Freizeit wird als Faulenzen gesehen) finde ich auch nicht so toll. Offen würden die Schweden laut diesem Buch einem aber niemals sagen, was sie stört oder was man falsch macht. Man ist halt einfach unten durch und auch damit könnte ich sicher schlecht umgehen. Natürlich gibt es auch Dinge, die ich in Schweden besser finde als hier, aber im großen Ganzen klingt alles durch die gesellschaftlichen Normen und Werte viel reglementierter als hier.
Also, wie gesagt, erst wird eine Urlaubsepisode der Familie Müller erzählt, z.B. am Badesee, im Restaurant, in einer Bücherei, zu Gast bei einer schwedischen Familie, in der Sauna, aber auch z.B. ein Geschäftsmeeting von Hrn. Müller. Dann wird geschildert, was daran falsch war, gefolgt von einer Begründung und dem richtigen Verhalten. Später wandert Familie Müller aus und auch dort schildert das Buch in der gleichen Art, was man besser lässt und warum.
Es gibt einige sehr nützliche Tipps, z.B., dass man Geld nur in Wechselstuben und nicht bei der Bank tauschen kann, die Restaurants in den Ferien zu haben und dass man Batterien lieber von zuhause mitbringt. Vieles sind aber endlose Wiederholungen, die meines Erachtens nicht wirklich notwendig sind. Am Schluß gibt es noch ein Stichwortverzeichnis, wo bei jedem Begriff nochmals kurz erklärt wird, wie man sich benehmen sollte.