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Veröffentlicht am 05.02.2025

Glück auf, Glück auf

Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
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Nach einem Wassereinbruch gibt der Berg die seit Jahrzehnten vermissten Bergleute, bezeichnet als das "Wandernde Dutzend" frei - doch neben den zwölf sterblichen Überresten findet sich die von einer weiteren ...

Nach einem Wassereinbruch gibt der Berg die seit Jahrzehnten vermissten Bergleute, bezeichnet als das "Wandernde Dutzend" frei - doch neben den zwölf sterblichen Überresten findet sich die von einer weiteren Person, mit einem Schussloch im Schädel. So wie der Berg die Bergleute aus seinem tief verschüttet Inneren freigibt, so kommen nach und nach die Geheimnisse der Überlebenden ans Licht. Und einer davon ist ein Mörder.
Das Buch fesselt von Beginn an, es ist flüssig und verständlich geschrieben und somit angenehm zu lesen. Trotz einiger fachlichen Termini bleibt der Text trotzdem verständlich. Die Figuren sind gut gezeichnet und spannenderweise gibt es zahlreiche Hinweise auf Konflikte bzw. Probleme hinter der jeweiligen Akteuren.
Mit zunehmenden Lesefortschritt kristallisieren sich bei so einigen mögliche Mordmotive mit falschen Fährten heraus.
Doch wie immer in einem guten Krimi ist letztendlich der der Täter, den man am wenigsten auf dem Schirm hat.
Fazit: eine spannende Geschichte mit verständlich geschilderten Lokalkolorit. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Ernüchternd

Dorf ohne Franz
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In einem österreichischen Dorf Mitte der 1960er Jahre erkennt Maria, einzige Tochter und mittleres Kind einer Bauernfamilie schon früh ihren Stellenwert. Während der älteste Bruder Josef den Hof weiterführt, ...

In einem österreichischen Dorf Mitte der 1960er Jahre erkennt Maria, einzige Tochter und mittleres Kind einer Bauernfamilie schon früh ihren Stellenwert. Während der älteste Bruder Josef den Hof weiterführt, kann der jüngere Bruder mit seinem ausgezahlten Erbteil sein Leben weitab vom Dorf gestalten. Für Maria, der eine Erbverzichtseeklärung regelrecht zur Unterzeichnung untergejubelt wurde, bleibt nur das typische Leben im Patriarch: unbezahlte Arbeitskraft auf dem Hof und im zu niedrig eingeheirateten Familiengasthof, neben Haushalt und Pflege dahinsiechender Angehöriger. Ihr Mann Toni (der falsch erwählt von zwei Brüdern) ein Trinker und Weiberheld, die Mutter eine boshafte Alte und ein Vater der ihr kaum Beachtung schenkt. Aber Maria fügt sich klaglos, nur manchmal dämmert ihr bei Besuchen ihrer ehemaligen Freundin Therese oder ihres Bruders Franz, die dem Dorfleben entkommen konnten, welches Leben auch möglich gewesen wäre. Und dann bekommt sie mit Toni's Tod ihre Chance dem Ganzen zu entfliehen.
So nüchtern gehalten wie der Titel ist die gesamte Erzählung.
Das harte Landleben und die Unterdrückung der Frauen wird schonungslos geschildert - der Leser erfährt viel über die Eigendynamik und Hierarchie im geschichtlichen Kontext. Und trotzdem fehlt mir ein gewisser Sog.
Mehr oder weniger zusammenhanglose Schilderungen schließen aneinander an, so das ich mehrere Male zurückblättern bzw. lesen musste, ob ich nicht einen wichtigen Aspekt überlesen habe.
Hatte ich beim Lesen noch gehofft und mir gewünscht das Maria ihre Chance bekommt, so ist für mich das offene Ende mehr als unbefriedigend.
Dieses Buch wurde für den Österreichischen Buchpreis 2024 nominiert und ich muss sagen, dass ich wieder einmal von dieser Ehrung enttäuscht war. Leider ein Buch welches bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Mütter und Töchter

Mütter sind auch nur Töchter
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In diesem Buch kommen Töchter unterschiedlichen Alter und Herkunft zu Wort, die sich mit ihrem Verhältnis zur eigenen Mutter auseinander setzen. Es wird sehr deutlich dabei viel an Verhaltensweisen bewusst ...

In diesem Buch kommen Töchter unterschiedlichen Alter und Herkunft zu Wort, die sich mit ihrem Verhältnis zur eigenen Mutter auseinander setzen. Es wird sehr deutlich dabei viel an Verhaltensweisen bewusst und unbewusst von Generation auf Generation übertragen oder durch gesellschaftliche Zwänge bedingt wird.
Da ich mit meiner 21jährigen Tochter gerade eine schwierige Phase durchmachte, erhoffte ich mir Ratschläge aus diesen Erfahrungen anderer. Doch das Buch überraschte mich stattdessen mit einer bisher noch nicht getätigten Sichtweise auf das Verhältnis zu meiner Mutter und regte mich an, intensiver darüber nachzudenken. Dabei berührten mich einige Schilderungen in diesem Buch sehr, da sie mich an meine eigene Situation erinnerten und halfen, den eigenen Standpunkt zu verlassen und alles aus Sicht des Gegenübers zu sehen.
In meinen Augen ein Buch, das definitiv jede Tochter gelesen/gehört haben sollte um sich im Verhältnis zur Mutter zu "norden" und ggf. Veränderungen zu ergreifen, bevor es zu spät ist.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Was aus Misstrauen entsteht...

Kleine Monster
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Als Pia und Max, die Eltern des siebenjährigen Luca zur Elternsprechstunde eingeladen werden, ahnen sie nichts Schlimmes. Doch dann wird ihrem Sohn vorgeworfen, er hätte die gleichaltrige Alina sexuell ...

Als Pia und Max, die Eltern des siebenjährigen Luca zur Elternsprechstunde eingeladen werden, ahnen sie nichts Schlimmes. Doch dann wird ihrem Sohn vorgeworfen, er hätte die gleichaltrige Alina sexuell belästigt. Zeugen dafür gibt es keine nur die Aussage des Mädchens.
Während Jakob dies eher als kindliche Neugier abtut, vermutet Pia, geprägt durch ihre eigene Kindheit, mehr. War der Bienenstich Luca's Spielgefährten neulich kein Zufall? Was schlummert Böses in ihrem Jungen?
In der Ich-Perspektive erzählt Pia auf zwei Zeitebenen ihre Geschichte. In der Gegenwart den Alltag mit Luca und Jakob mit allen Höhen und Tiefen welche jedoch immer stärker durch ihr Misstrauen durchdrungen wird. Ein Misstrauen das in Pia's Kindheit durch ein unaufgearbeitetes Trauma entstanden ist: dem Tod ihrer jüngsten Schwester Linda.
Es ist sehr traurig mitzuerleben, wie Pia ihren Sohn zusetzt, um ihn das ganze Geschehen zu entlocken. Wie sie ihn sofort als möglichen Täter für eine Begebenheit sieht, für die es einen ganz harmlosen Ausgang gibt. Und es dauert sehr lange, bis Pia die Wahrheit erkennt.
Als ich dieses Buch beendet hatte, war ich aufgrund des doch sehr raschen Endes etwas enttäuscht und auch hatte ich noch einige offene Fragen. Dies ist jedoch wieder mal ein Buch, das noch lange nachwirkt und das Gelesene sich nach und nach setzt, ohne das jede Frage beantwortet werden muss.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Belastetes Leben

Woher wir kamen
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Berlin um 1910: Auf seiner Flucht aus dem Heim versteckt sich der junge Benno auf dem Dachboden des Berliner Admiralspalast. Dort findet ihn die Enkelin des Hausmeister, die aufgeweckte Emmy. Auch ihr ...

Berlin um 1910: Auf seiner Flucht aus dem Heim versteckt sich der junge Benno auf dem Dachboden des Berliner Admiralspalast. Dort findet ihn die Enkelin des Hausmeister, die aufgeweckte Emmy. Auch ihr Leben ist nicht so einfach, ihre alleinerziehende, nach Kinderlähmung gehandicapte Mutter ist streng und verbittert, das Geld immer knapp.
Aus anfänglicher Freundschaft entwickelt sich Liebe, was sowohl Emmys Mutter, die ihrer Tochter das gleiche Schicksal ersparen will, als auch ihrem Großvater sehr missfällt...
In der Gegenwart kämpft Jane mit ihren Traumata aus dem Irakkrieg und auch ihre Familiegeschichte ist äusserst tragisch: Mutter und Bruder, Vaters ganzer Stolz, frühzeitig gestorben und sie die ungeliebte Tochter die es ihrem Vater, einem strengen Marine, nie recht machen kann. Nach seinem Tod erfährt sie von dem Haus ihrer deutschen Grosseltern in Cape Cod und durch Briefe, welche sie dort findet, taucht sie in die Lebensgeschichte ihrer Großeltern ein.
"Woher wir kamen" ist an sich eine nette Geschichte, mehr jedoch leider nicht. Obwohl die Schicksale viel Tragik enthalten, fehlt mir der Tiefgang. Fast nebensächlich erscheinende Handlungen sind sehr ausgeschmückt, während wirklich wichtige Aspekte eher knapp abgehandelt wurden. Die Figuren sind zwar ganz gut gezeichnet, mitunter jedoch, und da vor allem Emmy, sehr lebensfern. Auch als Erwachsene lebt sie in ihrer "Heile-Welt-Blase", die nichts erschüttern kann. Und auch das Ende ist eher abrupt und enttäuschend.
Ein Buch das sich gut lesen/anhören lässt, jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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