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Veröffentlicht am 27.07.2020

Erschütternde Familiengeschichte

Lea Rose
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Die Halbjüdin Lea wächst zwar vor dem Hintergrund der traurigen jüdischen Geschichte auf, erfährt von ihrer Mutter und ihrem Adoptiv-Vater Arthur jedoch außer Andeutungen nur recht wenig darüber. Einen ...

Die Halbjüdin Lea wächst zwar vor dem Hintergrund der traurigen jüdischen Geschichte auf, erfährt von ihrer Mutter und ihrem Adoptiv-Vater Arthur jedoch außer Andeutungen nur recht wenig darüber. Einen gemeinsamen Besuch in der Eifel, indem Arthur die Herausgabe des jüdischen Eigentums verlangt, kann sie (noch) nicht richtig einordnen. Erst als Danielle, die ebenfalls wie sie jüdische Vorfahren hat, in ihre Klasse kommt, beginnt sie Puzzleteil um Puzzleteil die schlimme Wahrheit zu erkennen, die auch ihre Familie betrifft.
Arthur hat indes mit Lea große Pläne. In einem Auslandjahr in Amerika bei ihrer Großtante Pearl soll sie auf die Leitung der Familienfirma vorbereitet werden. Doch alles kommt anders. Sie verliebt sich und zum ersten Mal begehrt sie gegen ihren Vater auf, indem sie sich für das entscheidet, was sie möchte.
Sehr gern lese ich Familiendramen mit historischem geschichtlichen Bezug. Maryanne Becker ist es sehr gut gelungen beides miteinander stimmig zu verbinden. Gleichzeitig wird das Dilemma ersichtlich, in dem sich viele Familien in dieser Zeit befunden haben dürften - die eigene Sprachlosigkeit über das Erlebte, was die Kinder sehr gut gespürt haben. So wie Lea die viele Zusammenhänge erst sehr viel später erkennt. Auch diesen Spagat zwischen (Ver)Schweigen, aber gleichzeitigem Handeln dagegen, hat die Autorin mit ihren Schilderungen sehr gut umgesetzt.
Leider überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse sowie Erklärungen zu den einzelnen Schicksalen, so dass die Handlung wie "abgewürgt" erscheint. Hier hätte noch viel Potential für ein stimmigeres Ende gesteckt.
Alles in allem eine interessante, lesenswerte Story, an der mich lediglich das abrupte Ende etwas stört. Jedoch sollte sich jeder Leser dazu seine eigene Meinung bilden.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Stimmige Geschichte mit übersinnlichen Elementen

Die Verlassenen
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Für Ree ist das Praktikum in einer Nervenklinik nichts anderes als ein Job, der sie in ihrem Studium voranbringen soll. Als die alte Violet, die offensichtlich ihr ganzes Leben in dieser Anstalt verbringen ...

Für Ree ist das Praktikum in einer Nervenklinik nichts anderes als ein Job, der sie in ihrem Studium voranbringen soll. Als die alte Violet, die offensichtlich ihr ganzes Leben in dieser Anstalt verbringen musste, stirbt, gerät Ree durch Zufall an brisante Information, in deren Folge sich ein Mord ereignet. Und plötzlich ist auch ihr Leben in Gefahr...
Geschickt verknüpft die Autorin Übersinnliches, Unvorstellbares und einen mysteriösen Geheimbund mit der Geschichte einer jungen Frau, die letztendlich entscheidend zur Klärung eines über Generationen hinfort bestehenden Verbrechens beiträgt. Auch wenn es einem rational denkenden Menschen eher schwer fällt, das Geschehen zu glauben ist die Story in sich stimmig. Und aufgrund der geringen Seitenzahl ist es eine gelungene Unterhaltung für Zwischendurch.

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Nicht überzeugend...

Die Tochter der Bettlerin
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Als Kind einer Bettlerin und Hure erfährt die ehrgeizige Anna von klein auf als Kind nur Elend, Leid und wenig Liebe. Ihr einziges Bestreben ist das Ziel auf ein besseres Leben um diesen Sumpf und den ...

Als Kind einer Bettlerin und Hure erfährt die ehrgeizige Anna von klein auf als Kind nur Elend, Leid und wenig Liebe. Ihr einziges Bestreben ist das Ziel auf ein besseres Leben um diesen Sumpf und den damit vorgezeichneten Weg zu entfliehen. Als sie dem neugierigen "Land-Ei" Karl aus der Patsche hilft, revanchiert er sich dafür mit einer Stelle aus Hausmädchen in seiner Familie derer von Trenck. Doch auch hier wird es ihr nicht leicht gemacht, dje Hausherr in ist der Neuen gegenüber sehr misstrauisch und der Diener Johann stellt ihr nach und will sie in Verruf bringen. Als sie dann Karls Bruder Friedrich von Trenck begegnet, ahnt sie noch nicht, wie sehr dieser ihr weiteres Leben bestimmen wird...
Ich hatte aufgrund des Titels einen historischen Roman um die Hauptfigur Anna erwartet - und wurde leider enttäuscht. Meiner Meinung nach ist der Titel irreführend, denn in erster Linie geht es um das Schicksal Friedrich von Trenck, dessen Weg den Annas leider kreuzt und um den Annas gesamte Geschichte gesponnen wird. Der Bezug zu realen historischen Fakten ist sehr interessant, verliert sich aber rasch in Details und zieht damit das Buch in die Länge. Einige Schilderungen wie das Verbergen ihrer Schwangerschaft wirken sehr unrealistisch. Ebenso die verblendete Treue zu von Trenck obwohl dieser sie mit Undankbarkeit und Nichtachtung straft und wofür sie sogar ihr geliebtes Kind zurücklässt und sich selbst grossem Risiko aussetzt.
Das Happy End dagegen wird zum Ende hin sehr rasch abgehandelt und kann somit - genau wie das ganze Buch - nicht wirklich überzeugen.
In der Hoffnung das dieses Buch doch endlich noch an Fahrt gewinnt, habe ich es bis zu Ende gelesen und blieb enttäuscht zurück. Ausser dem dubiosen (selbstverschuldeten) Schicksal Friedrich von Trenck bleibt nicht viel hängen. Ich würde dieses Buch nicht noch einmal lesen...

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Macht Lust auf die Fortsetzung...

Die sieben Schwestern
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In „Atlantis“ einem großen Anwesen, am Genfer See, wachsen behütet und geliebt sechs Schwestern auf, die unterschiedlich nicht sein könnten. Ungewöhnlich erscheint, dass alle von ihrem geliebten Vater ...

In „Atlantis“ einem großen Anwesen, am Genfer See, wachsen behütet und geliebt sechs Schwestern auf, die unterschiedlich nicht sein könnten. Ungewöhnlich erscheint, dass alle von ihrem geliebten Vater „Pa Salt“ adoptiert wurden; allerdings schienen sie ihre Herkunft nie zu hinterfragen. Als er für alle sehr überraschend stirbt, hinterlässt er jeder einen Brief mit Hinweisen zu ihrer Herkunft. Maia, die Älteste beginnt als erste das Geheimnis ihrer Vergangenheit nachzuspüren – ihre Nachforschungen führen sie bis nach Rio de Janeiro, wo sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Es enthüllt sich eine Familiengeschichte, welche bis in die 1920er Jahre zurückreicht und tragische Parallelen zu ihrem Leben aufzeigt. Diese Erfahrungen sind letztendlich sehr hilfreich für ihre weitere Entwicklung.
Aufgrund des guten Feedbacks (und möglicher Fortsetzung) habe ich mich für dieses Hörbuch entschieden. Ehrlich gesagt hatte ich mich anfänglich gefragt, woher die positiven Bewertungen kommen – wäre es ein Buch, hätte ich vielleicht abgebrochen…
Aber: das Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall, denn die Handlung nimmt sehr an Fahrt auf – und vor allem die geschichtlichen Rückblenden, welche Stück für Stück die Familientragödie enthüllen, sind sehr faszinierend und fesselnd.
Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter und werde die Geschichte der Schwestern weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Nicht immer ist es richtig die Wahrheit zu erfahren…

Ein Wort, um dich zu retten
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Seit zwanzig Jahren lebt der ehemals sehr erfolgreiche Schriftstellers Nathan Fawles zurückgezogen auf der beschaulichen Insel Beaumont. Jegliche Versuche Näheres über seine Beweggründe dafür in Erfahrung ...

Seit zwanzig Jahren lebt der ehemals sehr erfolgreiche Schriftstellers Nathan Fawles zurückgezogen auf der beschaulichen Insel Beaumont. Jegliche Versuche Näheres über seine Beweggründe dafür in Erfahrung zu bringen, scheitern. Erst der taffen Journalistin Mathilde Monney gelingt es an ihn heranzukommen. Und sie erfährt letztendlich aufgrund ihrer Hartnäckigkeit von einer schlimmen Tragödie und einem noch schrecklicheren Verbrechen, das sie und Nathan verbindet…
Obwohl der Klappentext sehr vielversprechend war, zog der Einstieg sich etwas in die Länge und ich konnte keine richtigen Verbindungen entdecken. Eventuell musste ich mich auch erst an den Schreibstil gewöhnen.
Allerdings ändert sich dies nach ca. 1/5 des Buches sehr stark und Zusammenhänge bzw. Ereignisse überschlagen sich fast. Damit wird ein Sog zum Weiterlesen erzeugt, der es fast unmöglich macht, dieses Buch aus der Hand zu legen. Sehr gelungen verarbeitet Guillaume Musso mehrere Wahrheiten, welche aus Sicht verschiedener Protagonisten geschildert werden und allmählich erschließt sich Stück für Stück die tatsächliche, die man besser nicht hätte erfahren wollen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat dieses Buch mich sehr gefesselt, so dass ich es auch sehr gern weiterempfehle.

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