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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Zähe Handlung

Station 22. Wo bist du sicher?
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Die 22jährige Ida ist Krankenschwester auf einer Station mit psychisch Kranke. Plötzlich verschwindet eine Patientin - und Ida hat dazu ihre eigene Theorie. Sie selbst ist jedoch auch stark vorbelastet ...

Die 22jährige Ida ist Krankenschwester auf einer Station mit psychisch Kranke. Plötzlich verschwindet eine Patientin - und Ida hat dazu ihre eigene Theorie. Sie selbst ist jedoch auch stark vorbelastet und als ein weiteres Mädchen vermisst wird, muss sie sich ihren eigenem Trauma stellen...
Was sehr spannend klingt wirkt bereits auf den ersten Seiten verstörend und zusammenhanglos. Das Ida mehrere Probleme hat, wird rasch klar, die Ursache und damit verbundenen Zwangshandlungen klären sich nur mühsam. Immer wieder dringt eine Vermutung in den Vordergrund um dann von relativen Belanglosigkeiten überdeckt zu werden. Mehrere Erzählstränge laufen parallel, aber fügen sich zum Ende nur sperrig zusammen. Die Wendung zum Schluss ist unerwartet und überraschend, jedoch wiegt das die gesamte zähe Handlung nicht auf.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Zu viele Handlungsstränge

Die Farm der Mädchen
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Auf einem verlassenem Waldfriedhof wird ein totes Neugeborenes entdeckt. Die Suche noch der Mutter endet tragisch, sie wird tot in einer Hütte in der Nähe aufgefunden.
Für die Polizistin Hannah Western ...

Auf einem verlassenem Waldfriedhof wird ein totes Neugeborenes entdeckt. Die Suche noch der Mutter endet tragisch, sie wird tot in einer Hütte in der Nähe aufgefunden.
Für die Polizistin Hannah Western ist dies der erste Fall nach einer Auszeit aufgrund eines einschneidenden Erlebnisses.
Was spannend beginnt wird rasch eine Nebeneinander verschiedener Erzählstränge die sich immer mal wieder berühren, bei mir jedoch den Eindruck einer Überfrachtung hinterliesen. Weniger ist tatsächlich manchmal mehr.
Letztendlich löst sich alles auf, aber so richtig überzeugen konnte mich dieses Buch nicht.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Ein Schicksal beeinflusst das nächste

Falterspuren
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Ein Schicksal beeinflusst das nächste
Lina hat sich mit ihrem Leben arrangiert und das Kapitel "Herkunftsfamilie" fest hinter sich verschlossen. Somit sträubt sie sich erst dagegen, als sie vom Tod ihrer ...

Ein Schicksal beeinflusst das nächste
Lina hat sich mit ihrem Leben arrangiert und das Kapitel "Herkunftsfamilie" fest hinter sich verschlossen. Somit sträubt sie sich erst dagegen, als sie vom Tod ihrer Mutter und noch dazu von ihrem seit Jahren verschollenen Grossvater, einem berühmten Komponisten, erfährt. Doch etwas lässt sie nicht los und sie begibt sich auf eine Spurensuche über die Schicksale in ihrer Familie. Aber jede vermeindliche Lösung birgt neue Fragen.
Das Buch liest sich flüssig und zügig und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen. Die Handlung auf drei verschiedenen Zeitebenen macht es sehr fesselnd. Dabei haben die einzelnen Kapitel eine so angenehme Länge, das man gern noch eins und noch eins liest und kaum mit Lesen aufhören kann.
Es ist sehr stimmig, wie sich die einzelnen Handlungsstränge - die sich jeder für sich sehr spannend lesen - finden. Als ob sich die Tragik (oder das Trauma) über die Generationen hinweg fortsetzt. Dabei sind die jeweiligen Schicksale sehr berührend.
Für mich ist nichts unbefriedigender als ein Ende, bei dem noch Fragen offen bleiben. Dies ist hier zum Glück nicht der Fall fast wahrlich im letzten Satz rundet sich die Geschichte damit gelungen ab.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Lässt mich ratlos zurück

Die Holländerinnen
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"Die Holländerinnen" ist Aneinanderreihung von Geschichten und Schicksalen ohne Tiefgang und Abschluss. Wie die Gruppe um den Theatermacher scheinbar ziellos durch den Dschungel läuft, pendelt die Erzählerin ...

"Die Holländerinnen" ist Aneinanderreihung von Geschichten und Schicksalen ohne Tiefgang und Abschluss. Wie die Gruppe um den Theatermacher scheinbar ziellos durch den Dschungel läuft, pendelt die Erzählerin durch die einzelnen Storys ohne richtigen Anfang oder Ende, angeteasert wartet der Leser auf eine Auflösung, die nicht kommt. Auch die Wanderung der Gruppe bleibt eine einfache Schilderung der sich die Erzählerin durch abrupten Aufbruch ohne wirklich erkennbaren Auslöser entzieht.
Insgesamt ein Buch das man einmal gehört haben kann, bei dem es jedoch keine Rolle spielt, ob man es kennt oder nicht und das auch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt - eher die Frage "Was möchte uns die Autorin damit sagen". Ich hatte die Möglichkeit es als Testleser zu hören. Das Lesen hätte ich sehr wahrscheinlich abgebrochen und mich ebenfalls sehr geärgert wenn ich es gekauft hätte. Einen tieferen Sinn kann ich der Story trotz aufmerksamen Zuhörens nicht entnehmen. Mal wieder ein Buchpreis-Buch dessen Hype ich leider nicht nachvollziehen kann.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Sehr berührende Schicksale

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Ein auf der Flucht verloren gegangen kleiner Junge, der über keinerlei Erinnerung verfügt, wird wie viele andere Kinder mit ähnlichem Schicksalen in einem katholischem Kinderheim aufgenommen. Willkürlich ...

Ein auf der Flucht verloren gegangen kleiner Junge, der über keinerlei Erinnerung verfügt, wird wie viele andere Kinder mit ähnlichem Schicksalen in einem katholischem Kinderheim aufgenommen. Willkürlich wird ihm ein neuer Vorname zugeteilt: Hartmut (beginnend mit „H“, weil dieser Buchstabe gerade an der Reihe ist), sein Stammeln zum Familiennamen (falsch) verstanden bzw. interpretiert und sein Alter geschätzt. Durch das erlebte Trauma kann er nicht sprechen und wird somit als dumm und schwachsinnig eingestuft. Im Heimalltag sind die Kinder nur Nummern und werden von den Schwestern hart und ungerecht – bis zur körperlichen Züchtigung bzw. Misshandlung – behandelt. Ein Missbrauch der das Vertrauen in andere für das weitere Leben arg zerstört. Auch Margret kommt als Vollweise in dieses Heim, sie ist einige Jahre älter und nimmt Hardy unter ihre Fittiche. Als ihre Tante als letzte Familienangehörige ermittelt wird, bekommt sie eine neue Familie und muss den Kleinen seinem Schicksal überlassen.
Doch ihre Wege treffen sich wieder und nun wird schwört sie sich ihn nie wieder alleine zu lassen...
Die Autorin nimmt den Leser mit in zwei Leben voller Entbehrungen und Schmerzen, zu Taten und leidvollen Erfahrungen, über die - wie (leider) in dieser Generation so typisch - nie gesprochen wird und so ohne es zu wollen das Trauma in die Nachkriegsgeneration und folgende weiterzutragen. Doch damit lässt sich leider nicht alles erklären. Offen bleibt für mich leider das absolut unterkühlte Verhältnis beider zu ihrer Tochter - sehr gern hätte ich zu den Gründen mehr gewusst. Die Enkelin wiederrum ist beiden näher, schafft es trotz intensivem Beharren leider auch nicht, die hohe Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Ich hätte mir gewünscht, wenigstens Hardy hätte Margret sich geöffnet, doch viel zu tief sitzt die Scham für etwas was sie nicht zu verantworten hat. Die Leben gehen für mich leider zu leise dahin, jeder bleibt mit seinem Trauma allein. Wiederrum sehr beeindruckt bin ich immer wieder von dem Pragmatismus dieser Generation: egal was kommt, man nimmt es ohne grosses Jammern hin und macht das Beste daraus. Von dieser Grundeinstellung das Leben zu meistern könnte sich heutzutage so mancher eine Scheibe abschneiden.
Vermutlich kann, wer den Krieg überlebt hat, alles überleben!

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