Sehr berührend
Wo der Wind die Namen trägt1946. In einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide wächst die 8jährige Inge in den Nachkriegsjahren ohne grossartige Deutung ihrer Beobachtungen auf und erkennt erst viel später deren wahre Bedeutung.
Zeitgleich ...
1946. In einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide wächst die 8jährige Inge in den Nachkriegsjahren ohne grossartige Deutung ihrer Beobachtungen auf und erkennt erst viel später deren wahre Bedeutung.
Zeitgleich erhält die arbeitslose Reporterin Helga von Borcke von der Kreisbauernschaft den Auftrag, die Erlebnisse und Erfahrungen der Einheimischen zu Kriegsende und danach in einer Chronik festzuhalten. Bei ihren Recherchen stösst sie sehr bald auf ungeheuerliche Taten, deren Ahndung jedoch sehr rasch von den alten Seilschaften im Keim erstickt werden.
Basierend auf wahren Begebenheiten sowie inspiriert von familären Schilderung ist es der Autorin hervorragend gelungen einen genauso fesselnden wie berührenden Roman zu verfassen. Es ist sehr erschütternd wie in Inge später die Erkenntnis über Dinge wächst, die sie als kleines Kind ungefiltert erlebt hat. Genauso wie die Normalität mit der mit braunen Gedankengut belastete Personen schon wieder fest im Sattel sitzen und deren Aufdeckung als Denunzierung abgetan wird.
Besonders interessant war für mich auch der historische Hintergrund. Ein sehr tiefgründiges Buch, was noch lange in mir nachklingt.