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Veröffentlicht am 04.03.2019

Über die Macht der Liebe und Gottes Wege – historischer Roman

Der Gesang der Bienen
1

Ralf H. Dorweiler gelingt es hervorragend vor dem historischen Kontext die wunderbare Geschichte über die Macht der Liebe zu zeichnen, auch wenn Gottes Wege dazu nicht immer gradlinig (und verständlich) ...

Ralf H. Dorweiler gelingt es hervorragend vor dem historischen Kontext die wunderbare Geschichte über die Macht der Liebe zu zeichnen, auch wenn Gottes Wege dazu nicht immer gradlinig (und verständlich) sind.
Der Zeidler Seyfried lebt mit seiner zweiten Frau Elsbeth und den drei Kindern beschaulich, aber zufrieden und glücklich in einfachen Verhältnissen. Bis ein fahrender Medicus ein junges Mädchen, Fronika, mit einer misslungenen Abtreibung bei der als Kräuterkundige und Heilerin bekannten Frau abliefert. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Fronika, die Tochter eines Adligen, wird durch dessen Häscher gesucht, die sie letztendlich auch im Haus des Zeidlers finden und mitnehmen, wodurch sie leider auf dem Weg verstirbt. Elsbeth wird deswegen zum Tode verurteilt – Seyfried kann jedoch einen zeitlichen Aufschub erwirken und macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Bingen, um die berühmten Hildegard von Bingen um Beistand zu bitten. Selbige ist grad mit dem Aufbau und der Finanzierung ihres Klosters beschäftigt und knüpft ihre Unterstützung an fast unlösbare Bedingungen…
Sehr deutlich wird in der ganzen Geschichte die Bedeutung der Herkunft – aufrichtige Menschen niedrigen Standes sind der Willkür der Herrschenden ausgesetzt. Auch der Aberglaube bzw. die Unkenntnis über die Wirksamkeit der Heilpflanzen spielen eine große Rolle. Man erfährt viel Informatives über die Arbeit des Zeidlers und das Leben sowie die Bedeutung der Bienen.
Die Handlung ist sehr authentisch und bildhaft und man fiebert regelrecht mit den Akteuren Seyfried, Anna und Elsbeth mit, vor denen sich immer wieder neue Hindernisse und Probleme auftun. Das Schicksal meint es im Verlauf der Handlung nicht immer gut mit ihnen, doch letztendlich fügt sich alles stimmig zu einem guten – und überraschenden – Ende.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe es zügig durchgelesen, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte – dies spricht für diesen Roman. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Stil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 11.02.2019

Schriftliches Denkmal an die eigenen Vorfahren

Herz schlägt Krieg
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Mein Einstieg in das Buch war etwas holprig, da für mich der Schreibstil gewöhnungsbedürftig war. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt – und über einige Gedankensprünge hinwegblickt - liest sich das ...

Mein Einstieg in das Buch war etwas holprig, da für mich der Schreibstil gewöhnungsbedürftig war. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt – und über einige Gedankensprünge hinwegblickt - liest sich das Buch recht gut. Zum besseren Verständnis trägt auch das Nachwort bei (was als Einleitung meiner Meinung nach besser platziert wäre), dass es sich um die mündlichen Aufzeichnungen handelt, die durch den Enkel in Buchform gebracht wurden.
Die Sichtweise der Erzählerin Hilde ist – trotz schlimmer Schicksalsschläge und Ereignisse – sehr positiv – was neben der Verklärung durch die Erinnerung sicher auch dem Naturell Hildes entspricht. Sehr berührt hat mich die Zufriedenheit mit und über „kleine Dinge“ – etwas, was in unserer Zeit leider immer mehr und mehr verloren geht.
Ich hatte leider etwas mehr die kritische Auseinandersetzung mit der Zeit bzw. den Bezug zu geschichtlichen Ereignissen erwartet, der Schwerpunkt des Buches liegt jedoch eher auf dem familiären Aspekt.
Meiner Meinung nach trotzdem ein lesenswertes Buch, über das sich jeder, aufgrund unterschiedlicher Erwartungen, einen eigenen Eindruck verschaffen sollte.

Veröffentlicht am 11.02.2019

Wertvolle Erklärungen für ein besseres Verständnis

Drinnen ist Krieg
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Für jemanden der nicht von der Krankheit betroffen ist, ist es mitunter schwer verständlich bzw. nicht nachzuvollziehen, was den Kranken umtreibt. Dana Friede versucht in diesem Büchlein, sich durch das ...

Für jemanden der nicht von der Krankheit betroffen ist, ist es mitunter schwer verständlich bzw. nicht nachzuvollziehen, was den Kranken umtreibt. Dana Friede versucht in diesem Büchlein, sich durch das Niederschreiben ihrer aktuellen Gedanken, verständlich zu machen, was für mich ein sehr mutiger Schritt ist! Selbst von Depressionen betroffen, war ich es oft leid, neben dem Kampf mit mir selbst, mich erklären zu müssen. Es ist für Außenstehende aber auch sehr schwer zu verstehen und für jemanden der nur oberflächlich damit in Berührung kommt, fast unmöglich.
Dieses Buch gibt denjenigen, der sich intensiver damit beschäftigen möchte, die Möglichkeit Einblick in das zerrissene Innere zu nehmen. Auch wenn man vielleicht nicht alles nachvollziehen kann, trägt es doch sehr zu einem Verständnis bei. Für mich waren vor allem die Passagen sehr interessant, in denen ich mich selbst erkennen konnte und mir damit das Gefühl gaben: „Du bist nicht allein!“

Veröffentlicht am 08.02.2019

Sehr hilfreiches, positives und mutmachendes Buch zur Unterstützung der Trauerarbeit

Besiege deine Trauer
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Anja Dieckmann hat in diesem kleinen Büchlein sehr gut ihre Trauer um den Tod ihres geliebten Mannes verarbeitet und schafft es gleichzeitig damit, andere Leser im Trauerprozess zu unterstützen. Dabei ...

Anja Dieckmann hat in diesem kleinen Büchlein sehr gut ihre Trauer um den Tod ihres geliebten Mannes verarbeitet und schafft es gleichzeitig damit, andere Leser im Trauerprozess zu unterstützen. Dabei spricht über ihre Gefühle und Ängste genauso offen wie über negative Erfahrungen des Umgangs von Freunden und Bekannten von ihr bzw. regelrechte Vorschriften Dritter wie sie sich zu verhalten habe.

Aktuell bin ich nicht von einem Trauerfall betroffen, habe jedoch in den letzten Jahren einige verarbeiten müssen. In diesem Buch habe ich viele Phasen wiedererkannt und auch eigene Erkenntnisse und Erfahren darin entdeckt.

Für Jemanden, der offen ist für Wege zur Bewältigung der Trauer und dazu auch die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen anderer nutzen möchte und kann, ist dieses Buch meines Erachtens sehr hilfreich. Hervorheben möchte ich die positive Sichtweise der Autorin, was viel Mut zuspricht.

Letztendlich muss jeder selbst seinen eigenen Weg im Umgang mit der Trauer finden. Dieses Buch kann dabei jedoch eine sehr hilfreiche Unterstützung sein. Schon allein mit dem Grundtenor: Du bist nicht allein!

Veröffentlicht am 06.02.2019

Poetischer Titel mit sehr ernstem HIntergrund

Über die Berge und über das Meer
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Von diesem Buch bin ich sehr begeistert. Ohne klischeehaft zu wirken, schildert es das schwierige Leben der Einwohner mit vielen Informationen, die ich so noch nicht kannte. Die Geschehnisse und aktuelle ...

Von diesem Buch bin ich sehr begeistert. Ohne klischeehaft zu wirken, schildert es das schwierige Leben der Einwohner mit vielen Informationen, die ich so noch nicht kannte. Die Geschehnisse und aktuelle Berichterstattung in den Medien über Afghanistan überlagern leider die karge Schönheit dieses Landes, die hier jedoch auch geschildert wird.
Vieles in der Lebensweise ist für mich sehr befremdend. Das „Verschachern“ der Mädchen an „ihre“ Männer finde ich einfach furchtbar – entweder man hat mit dem Mann Pech – oder Glück. Doch das ist der vorgezeichnete Lebensweg, denn sich (fast) keine entziehen kann. Zu allem kommt dann noch die Herrschaft der Taliban, die die Einhaltung ihrer Moralvorstellungen sehr streng durchsetzen, obwohl ich beim Lesen manchmal den Eindruck hatte, es ging eher um das „Machtgefühl“ und Unterdrückung.
Die zwei Jugendlichen Soraya und Tarek sind aus unterschiedlichen Gründen gezwungen, ihre geliebte Heimat zu verlassen. Die Gründe dazu sind ebenso wenig beschönigt wie der beschwerliche Weg. Dies quasi aus der „Gegenseite“, derer die es selbst durchmachen müssen zu erleben ist sehr erschütternd. Sehr schockiert hat mich die Beschreibung zu den Landminen. Sicher hat man davon schon mal gehört – aber welche Schwierigkeiten es im täglichen Leben nach sich zieht ist schon erschreckend. Ebenfalls dieser eher schon abgebrühte Umgang der Einwohner damit.
Das Buch ist unglaublich spannend geschrieben, wozu auch der Kapitelwechsel zwischen Tarek und Soraya beiträgt. Und was mich sehr beeindruckt hat ist die Hilfsbereitschaft Fremder, beide auf ihrem Weg zu unterstützen, wenn sie quasi „gestrandet“ sind.
Dieses Buch macht Buch einen sehr hochwertigen – und durchdachten Eindruck.
Das Cover besticht durch seine Schlichtheit, die dennoch enorm viel über den Inhalt dieses Buches erahnen lässt.
Besonders bereichernd finde ich die beiden Karten in den Einbandseiten vorn und hinten. Dadurch wird sehr gut die Entfernung und damit verbundene Beschwerlichkeit des Weges beider dargestellt.
Ich konnte dieses Buch fast gar nicht aus der Hand legen und habe es zügig ausgelesen – was für ein gutes Buch spricht. Von mir gibt es deshalb dafür eine klare Leseempfehlung!