Profilbild von Suzi

Suzi

Lesejury Star
offline

Suzi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Suzi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2019

Geschehnisse aus der Vergangenheit und Gegenwart verbunden mit einem traurigen Geheimnis

Das Gewicht eines Pianos
0

In diesem Buch werden Geschehnisse aus der Vergangenheit und Gegenwart mit einem traurigen Geheimnis verbunden. Bindeglied – und meiner Meinung nach auch Schwerpunkt der Handlungen (weshalb vielleicht ...

In diesem Buch werden Geschehnisse aus der Vergangenheit und Gegenwart mit einem traurigen Geheimnis verbunden. Bindeglied – und meiner Meinung nach auch Schwerpunkt der Handlungen (weshalb vielleicht etwas der Eindruck entsteht, die Charaktere sind zu blass gezeichnet) - ist das Piano. Dies wird bereits auf dem Cover (was auf den ersten Blick nüchtern und streng wirkt) sehr deutlich, in dem durch das rötlich dargestellte Piano der Vorder- und Rückteil verbunden wird.
Im Rußland der 1960er Jahre hat die junge feinsinnige Katya eine ganz andere Beziehung zu „ihrem“ Blüthner, als Clara, eine eher pragmatische junge Frau in den USA, deren Leben bereits von vielen negativen Erlebnisse geprägt wurde. Während Katya die Liebe zur Musik entdeckt (und ohne sie fast nicht leben kann), hängt Clara, selbst unmusikalisch, eher aus nostalgischer Erinnerung an ihre Eltern daran. Bei ihrem nomadenhaften, von Umzügen geprägten Leben ist das Piano jedoch eher ein Ballast, so dass sie beschließt es zu verkaufen. Dadurch beginnt eine schicksalhafte Entwicklung, die die zwei Handlungsstränge zusammenführt und an deren Ende sich der Kreis schließt.
Ich bin sowohl von der Grundidee als auch der Umsetzung in Schreibstil und Beschreibungen begeistert. Beispielsweise aus der Szene über die Herstellung bzw. das „Werden“ des Klavieres spricht so viel Detailtreue, das das Lesen einfach nur Spaß macht. Die Beziehung zur Musik und zu dem Instrument wird dabei sehr deutlich.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und deshalb gebe ich eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.03.2019

Eine sehr emotionale Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit

Was uns erinnern lässt
0

Die junge Milla findet auf ihrer Suche nach neuen „Lost Places“ im Thüringer Wald nahe des Rennsteiges den vergessenen Keller des ehemals mondänen Hotels „Waldhöh“ und begibt sich auf die Suche nach den ...

Die junge Milla findet auf ihrer Suche nach neuen „Lost Places“ im Thüringer Wald nahe des Rennsteiges den vergessenen Keller des ehemals mondänen Hotels „Waldhöh“ und begibt sich auf die Suche nach den Eigentümern, der Familie Dressel. Dabei gerät sie in eine tragische Familiengeschichte, deren Schicksal durch die Lage in Grenznähe nach der Teilung Deutschlands bestimmt wird. Gleichzeitig erfährt sie mit dieser Familie einen Zusammenhalt, den sie selbst noch nicht erlebt hat.
Bei diesem Buch war ich sofort im Geschehen und von der Handlung gefesselt. Mich begeistert dieses Buch vor allem dadurch, dass es unglaubliche viele Berührungspunkte mit meinem Leben hat. Als geborene Ostdeutsche habe ich das Buch auch immer etwas im Hinblick auf mein eigenes Erleben gelesen – und das war ein sehr schönes, fast „heimatliches“ Gefühl. Oft konnte ich mich selbst oder Situationen wiedererkennen, es tauchten Erinnerungen auf, an die ich lange nicht gedacht hatte. Auch habe ich in Schwarzburg Forstwirtschaft studiert und kann viele (fachlichen) Schilderungen nachvollziehen bzw. bestätigen. Dies zeugt ebenfalls von einer gründlichen Hintergrundrecherche der Autorin.
Besonders möchte ich nochmal den fesselnden und sehr emotionalen Schreibstil von Kati Naumann hervorheben. Die Schilderungen sind so plastisch und bildhaft, dass man fast meint, Teil der Handlung zu sein, selbst durch „Dressels Forst“ zu streifen.
Dieses Buch zieht einen einfach in seinen Bann! Ich war richtig enttäuscht als ich es ausgelesen hatte und es hat auch noch sehr lange in mir nachgeklungen. Deshalb gibt es von mir dafür eine uneingeschränkte Leseempfehlung!!!

Veröffentlicht am 04.03.2019

Zwischenmenschliche Kälte im Kampf um das Eine: das Geld

Eisige Tage
0

Ein toter russischer Anwalt, dubioser Unterweltboss und verschwundene minderjährige Mädchen bilden die Grundlagen für ein undurchdringliches Geflecht von verschiedenen kriminellen Taten und Tätern. Sehr ...

Ein toter russischer Anwalt, dubioser Unterweltboss und verschwundene minderjährige Mädchen bilden die Grundlagen für ein undurchdringliches Geflecht von verschiedenen kriminellen Taten und Tätern. Sehr gelungen finde ich die überraschenden Wendungen in dem Geschehen, hatte ich doch recht rasch eine Vorstellung, was hier passiert sein könnte – und lag damit völlig falsch. Es ist sehr erschreckend, auf welche Ideen sich selbst überlassene Jugendliche kommen, um das große Geld scheffeln zu wollen. Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten – für meine Begriffe lohnt es sich, dieses Buch selbst zu entdecken.
Mich hat dieses überaus spannend geschriebene Buch sehr gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Dazu kommt für mich als Leipziger die Kenntnis zu den Örtlichkeiten die das entsprechende Milieu sehr treffend wiedergeben.
Für dieses Buch gibt es deshalb von mir eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 04.03.2019

Über die Macht der Liebe und Gottes Wege – historischer Roman

Der Gesang der Bienen
1

Ralf H. Dorweiler gelingt es hervorragend vor dem historischen Kontext die wunderbare Geschichte über die Macht der Liebe zu zeichnen, auch wenn Gottes Wege dazu nicht immer gradlinig (und verständlich) ...

Ralf H. Dorweiler gelingt es hervorragend vor dem historischen Kontext die wunderbare Geschichte über die Macht der Liebe zu zeichnen, auch wenn Gottes Wege dazu nicht immer gradlinig (und verständlich) sind.
Der Zeidler Seyfried lebt mit seiner zweiten Frau Elsbeth und den drei Kindern beschaulich, aber zufrieden und glücklich in einfachen Verhältnissen. Bis ein fahrender Medicus ein junges Mädchen, Fronika, mit einer misslungenen Abtreibung bei der als Kräuterkundige und Heilerin bekannten Frau abliefert. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Fronika, die Tochter eines Adligen, wird durch dessen Häscher gesucht, die sie letztendlich auch im Haus des Zeidlers finden und mitnehmen, wodurch sie leider auf dem Weg verstirbt. Elsbeth wird deswegen zum Tode verurteilt – Seyfried kann jedoch einen zeitlichen Aufschub erwirken und macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Bingen, um die berühmten Hildegard von Bingen um Beistand zu bitten. Selbige ist grad mit dem Aufbau und der Finanzierung ihres Klosters beschäftigt und knüpft ihre Unterstützung an fast unlösbare Bedingungen…
Sehr deutlich wird in der ganzen Geschichte die Bedeutung der Herkunft – aufrichtige Menschen niedrigen Standes sind der Willkür der Herrschenden ausgesetzt. Auch der Aberglaube bzw. die Unkenntnis über die Wirksamkeit der Heilpflanzen spielen eine große Rolle. Man erfährt viel Informatives über die Arbeit des Zeidlers und das Leben sowie die Bedeutung der Bienen.
Die Handlung ist sehr authentisch und bildhaft und man fiebert regelrecht mit den Akteuren Seyfried, Anna und Elsbeth mit, vor denen sich immer wieder neue Hindernisse und Probleme auftun. Das Schicksal meint es im Verlauf der Handlung nicht immer gut mit ihnen, doch letztendlich fügt sich alles stimmig zu einem guten – und überraschenden – Ende.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe es zügig durchgelesen, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte – dies spricht für diesen Roman. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Stil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 11.02.2019

Schriftliches Denkmal an die eigenen Vorfahren

Herz schlägt Krieg
0

Mein Einstieg in das Buch war etwas holprig, da für mich der Schreibstil gewöhnungsbedürftig war. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt – und über einige Gedankensprünge hinwegblickt - liest sich das ...

Mein Einstieg in das Buch war etwas holprig, da für mich der Schreibstil gewöhnungsbedürftig war. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt – und über einige Gedankensprünge hinwegblickt - liest sich das Buch recht gut. Zum besseren Verständnis trägt auch das Nachwort bei (was als Einleitung meiner Meinung nach besser platziert wäre), dass es sich um die mündlichen Aufzeichnungen handelt, die durch den Enkel in Buchform gebracht wurden.
Die Sichtweise der Erzählerin Hilde ist – trotz schlimmer Schicksalsschläge und Ereignisse – sehr positiv – was neben der Verklärung durch die Erinnerung sicher auch dem Naturell Hildes entspricht. Sehr berührt hat mich die Zufriedenheit mit und über „kleine Dinge“ – etwas, was in unserer Zeit leider immer mehr und mehr verloren geht.
Ich hatte leider etwas mehr die kritische Auseinandersetzung mit der Zeit bzw. den Bezug zu geschichtlichen Ereignissen erwartet, der Schwerpunkt des Buches liegt jedoch eher auf dem familiären Aspekt.
Meiner Meinung nach trotzdem ein lesenswertes Buch, über das sich jeder, aufgrund unterschiedlicher Erwartungen, einen eigenen Eindruck verschaffen sollte.