Ein durch die Alltagsschilderungen sehr berührendes Buch über eine schlimme Zeit
HannaSandra Jungen schildert in diesem Buch die Erfahrungen ihrer Oma als Krankenschwester an der Front. Geschickt verwebt sie dabei reale Erinnerungen mit fiktiven Personen/Momenten, was ein sehr flüssig zu ...
Sandra Jungen schildert in diesem Buch die Erfahrungen ihrer Oma als Krankenschwester an der Front. Geschickt verwebt sie dabei reale Erinnerungen mit fiktiven Personen/Momenten, was ein sehr flüssig zu lesendes Buch ergibt. Gerade durch die Schilderungen von den alltäglichen Schreckenserlebnissen an der Front bzw. im Umgang mit den Soldaten wird das Grauen sehr eindringlich dargestellt. Viele tragische Einzelschicksale veranschaulichen die Sinnlosigkeit dieses Krieges.
Während Hanna zu Beginn noch ziemlich "blauäugig" der Aufforderung zum Fronteinsatz folgt, wird sie durch das Erlebte rasch erwachsen, bildet sich ihre eigene Meinung, welche sie jedoch nicht immer offen sagen solle. In der Hilfsschwester Gerda gibt es eine linientreue Person, der jedes Mittel recht ist, Hanna zu denunzieren. Übel ist deren Verhalten zum Ende, indem sie eine 180°-Wendung vollzieht: "nix Nazi"...
Ich bin der Meinung mit diesem Buch ist es Sandra Jungen wunderbar gelungen, das Denken (und die Weiterentwicklung) der breiten Mehrheit einzufangen und wieder zugeben. Es ist ein wunderbares Denkmal für bzw. an ihre Oma! Jeder sollte rechtzeitig wie sie die Chance nutzen, in seiner Familie Erinnerungen festzuhalten!
Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!