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Veröffentlicht am 26.02.2024

Tolle Geschichte

Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein
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Ich bin bei historischen Romanen immer vorsichtig, weil mir nicht alles gefällt. Hier hat mich zunächst der Klappentext angesprochen und ich nehme jetzt schon mal vorweg, dass ich sehr begeistert bin.
Schreibstil, ...

Ich bin bei historischen Romanen immer vorsichtig, weil mir nicht alles gefällt. Hier hat mich zunächst der Klappentext angesprochen und ich nehme jetzt schon mal vorweg, dass ich sehr begeistert bin.
Schreibstil, Ausdruck und die Wahl der Schauplätze, sowie die Geschichtsführung fand ich sehr gut. Die eine oder andere Figur hat mich auch zum Nachschlagen angeregt, denn nicht alle Figuren dieser Geschichte sind fiktiv. Was mich außerdem zum Lesen bewogen hat war, dass diese Geschichte aus der Sicht der Dienstboten geschrieben wurde. Ich kannte bisher nur Geschichten mit erzählender oder Ich-Perspektive aus dem Blickwinkel der "Herrschaften".
Ich fand diese andere Anschauung der Begebenheiten sehr gut, denn die Geschichten (Adel und Dienstpersonal) bereicherten sich gegenseitig. In anderen Romanen rückten die "kleineren Schicksale" eher in den Hintergrund, hier wurden sie auf sehr geschickte Art und Weise mit den historischen Ereignissen verwoben.
Innerhalb der Dienstbotenschaft liegt das Hauptaugenmerk auf Adelheid, welche zunächst als Zimmermädchen anfängt. Dadurch lernt man sie am Anfang am besten kennen. Doch durch die folgenden Ränkespiele und Intrigen bekamen auch die anderen Figuren sehr viel Raum um sich zu präsentieren. Dies betraf natürlich auch den Adel des Schlosses und sein Umfeld, bis sich irgendwann ein Gesamtbild ergab.
Während der Geschichte werden viele unterschiedliche Emotionen wachgerufen, wodurch die Geschichte sehr kurzweilig zu lesen ist und nie langweilig wird.
Ein tolles Buch, bei welchem ich mich schon sehr auf den zweiten Teil freue.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Tolle Fortsetzung

Schloss Liebenberg. Hinter dem falschen Glanz
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Was ich schon im ersten Teil bemerkenswert fand war, dass die gesamte Geschichte aus der Sicht der Bediensteten herausgeschrieben ist. Findet man so in der Regel nicht und daher bekommt man noch mal einen ...

Was ich schon im ersten Teil bemerkenswert fand war, dass die gesamte Geschichte aus der Sicht der Bediensteten herausgeschrieben ist. Findet man so in der Regel nicht und daher bekommt man noch mal einen ganz anderen Einblick bzw. eine andere Draufsicht auf die Geschehnisse. Ich hatte den Eindruck, dass es mich tiefer in die Geschichte eindringen ließ, als es aus der Sicht der "Herrschaften" der Fall gewesen wäre.

Eine Ereignis, welches in Band 1 relativ zum Schluss zum Tragen kam, wurde hier wieder aufgegriffen und brachte viel ins Rollen.
Die folgenden, diversen Vorkommnisse haben ihren Ursprung im damaligen Paragraphen 175, wobei ich an dieser Stelle nicht mehr verraten möchte. Nur so viel: es geht hoch her...
Die Autorin schreibt selber, dass sie den Hergang der Geschichte an einigen Stellen stark straffen musste, was der Plausibilität allerdings nicht abträglich war. Sie hat es trotzdem verstanden die einzelnen Hergänge im Kern gut darzustellen und miteinander zu verschachteln.
Den historisch belegten Ereignissen wurden fiktionale Erlebnisse der verschiedenen Haupt- und Nebencharaktere hinzugefügt und alles griff wie Zahnrädchen nahtlos ineinander. Es geht um verschiedenste Geheimnisse, sowie Intrigen und die damit verbundenen Gefühle und Auswirkungen, was die Geschichte sehr lebendig wirken ließ.
Eine tolle Fortsetzung und nun warte ich sehnsüchtig auf Band 3. Für mich ist Hanna Caspian meine persönliche Neuentdeckung!

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Spannend mit Schwächen

Das College
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Ich habe mir das Buch aufgrund einer Buchvorstellung gekauft und freute mich sehr auf das Lesen.
Auch wenn der vermutliche Mörder von Anfang an feststand dachte ich, dass es sehr spannend zugehen würde. ...

Ich habe mir das Buch aufgrund einer Buchvorstellung gekauft und freute mich sehr auf das Lesen.
Auch wenn der vermutliche Mörder von Anfang an feststand dachte ich, dass es sehr spannend zugehen würde. Stattdessen erwartete mich eine bunte Erzählung des Collegelebens, in dessen Mittelpunkt eine Clique junge Erwachsener stand.
In Kapiteln die mit "Davor" und "Danach" gekennzeichnet waren, erfuhr ich mehr darüber, was alles vor dem Tod von April geschah und wie das Leben dieser (mittlerweile) Erwachsenen nach ihrem Tod weiterging. Spannung versprach die Tatsache, dass der damals verurteilte Mörder nicht der Täter zu sein schien, denn es gab neue Hinweise und Hannah, eine der (jetzt) ehemaligen Studentinnen, machte sich daran den Fall nochmals aufzuarbeiten.
Der Erzähltstil war zwar flüssig zu lesen, aber besonders am Anfang auch recht ausschmückend und dadurch teilweise leider etwas langatmig, worunter für meinen Geschmack die eigentliche Geschichte litt.
Es regte relativ wenig dazu an mitzurätseln, wer der eigentliche Täter sein könnte, stattdessen plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Es kam zwar immer wieder mal vor, dass ich einen Verdacht hatte, diesen aber dann relativ zügig wieder verwarf. Dadurch kam die Spannung sehr kurz.
Erst zum letzten Drittel hin nahm die Geschichte richtig Fahrt auf, so dass ich am Ende doch etwas versöhnt war. Hier glich sie eher einem Thriller, wurde wider Erwarten noch mal sehr spannend und mit diesem Ausgang hätte ich offen gestanden nicht gerechnet.
Trotzdem komme ich zu dem Schluss, dass ich mir von diesem Thriller leider mehr versprochen habe. Wer die Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen mit ihren Höhen und Abgründen mag, der wird hier aber trotzdem auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Sehr spannend

Waiseninsel
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Dies war mein erster Thriller von Max Seeck und ich muss gestehen, dass ich seine Kommissarin Jessica Niemi zunächst nicht einzuordnen wusste. Irgendetwas stimmt mit ihr nicht, das war mir von Anfang an ...

Dies war mein erster Thriller von Max Seeck und ich muss gestehen, dass ich seine Kommissarin Jessica Niemi zunächst nicht einzuordnen wusste. Irgendetwas stimmt mit ihr nicht, das war mir von Anfang an klar, ich konnte mir nur nicht erschließen, was es war. Der Autor hat es allerdings hervorragend verstanden mir die Kommissarin nach und nach vorzustellen, mit ihren ganzen Ecken, und Kanten, so dass sich letztlich ein sehr gutes Gesamtbild ergab. Was ich am Anfang nicht vermutet hätte war, dass ich sie, mitsamt ihrer Eigenheiten, irgendwann sehr mochte.
Wie man schon im Inhaltstext erfährt wird Jessica irgendwann beurlaubt, da sie sich nicht dienstkonform verhalten hat. Um abzuschalten fährt sie auf eine Insel, die zwischen Finnland und Schweden liegt, doch ihr Beruf scheint ihr unwissentlich zu folgen.
Die Atmosphäre der Hauptgeschichte war düster, wie ich sie von einem nordischen Thriller erwartet habe und die Geschichte geheimnisvoll, mysteriös und spannend. Es geht um ein ehemaliges Waisenhaus, eine Seniorengruppe, die Legende um ein Mädchen im blauen Mantel und um Mord.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, daher erfährt man in Rückblenden viel über das Leben im Waisenhaus, welches nicht immer unproblematisch war und auch über die Schicksale der einzelnen Kinder. Die Ereignisse von damals haben Auswirkungen bis in die Gegenwart. Als Jessica dies klar wird, fängt sie instinktiv an zu ermitteln und deckt nach und nach die Zusammenhänge auf. Dabei hat der Autor einige Plot-Twists eingebaut.
Die Figuren, so unterschiedlich sie auch waren, fand ich alle gut bis sehr gut dargestellt. Manche hätten noch etwas mehr Tiefe haben können, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Insgesamt passte alles sehr gut.

Ein düsterer, sehr spannender Thriller, der bis zum Schluss fesselt.

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Veröffentlicht am 04.02.2024

Kurzweilig mit versöhnlichem Ende

All The Right Reasons
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Hier bekommt man es mit einer emotionsgeladenen Geschichte zu tun. Direkt am Anfang geht es schon relativ hoch her, denn Caras Eltern haben sich getrennt, was nicht ganz problemlos vonstatten geht. Cara ...

Hier bekommt man es mit einer emotionsgeladenen Geschichte zu tun. Direkt am Anfang geht es schon relativ hoch her, denn Caras Eltern haben sich getrennt, was nicht ganz problemlos vonstatten geht. Cara sitzt dabei quasi zwischen den Stühlen, lässt ihrem Frust in einem Videotagebuch raus. Dieses wird aus Versehen veröffentlicht, was den Grundstein für den Hauptteil Geschichte legt.

Eine Trennung mit derart viel Streitigkeiten wirkt vordergründig erstmal recht klischeehaft. Ich muss der Autorin allerdings zugute halten, dass sie alles sehr glaubhaft und nicht überzogen rübergebracht hat.
Ich konnte besonders Caras Gefühle sehr gut nachvollziehen und fand die Beziehung zu ihrer Mutter ebenso authentisch wie bewundernswert.
Als die beiden in die Castingshow hineingeschlittert sind, nahm die Geschichte dann richtig Fahrt auf, denn hier trafen Charaktere aufeinander die es in sich hatten. Die Autorin hat es geschafft sehr greifbare Figuren zu erschaffen, alle mit ihren persönlichen Ecken und Kanten, dabei aber sehr glaubhaft.
Es war sehr interessant zu lesen, wie es bei diesen Shows abgeht, wobei ich davon ausgehe, dass die Autorin alles nur etwas abgeschwächt dargestellt hat. Aber auch so bekam man schon einen guten Eindruck. Die vielen kleinen Nebengeschichten fand ich sehr schön zu lesen und brachten noch mehr drive in die Story. Leider wurden hier einige Szenen nicht wirklich aufgelöst und hinterließen zum Schluss ein Fragezeichen. Mich hat das nicht nachhaltig gestört, aber ich hätte es schön gefunden, wenn die Geschichte insgesamt rund gewesen wäre.
Ganz wunderbar und versöhnlich fand ich das Ende, aber hier möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen.
Was mich irritiert hat war die nahezu fehlende Liebesgeschichte zwischen Cara und Connor. Nach dem Lesen des Inhaltstextes hätte ich erwartet, dass hier das Hauptaugenmerk liegt, dem war allerdings nicht so. Wenn überhaupt, dann handelte es sich um eine kleine Liebelei. Nicht schlimm, aber meine Erwartungshaltung war eine andere.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr flüssig zu lesen, aber an manchen Stellen wirkte die Geschichtsführung etwas gehetzt. Anderen Szenen hingegen hätte es gut getan, wenn diese etwas abgekürzt worden wären. Für meinen Geschmack hatte die Geschichte ihre Höhen und Tiefen, einige Szenen wurden leider nicht aufgeklärt, aber das Ende hat mich dann doch versöhnt. Insgesamt bescherte sie mir kurzweilige Lesestunden.

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