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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2019

Tief berührende Geschichte zweier Frauen nach wahren Begebenheiten - absolut empfehlenswert

Zwei Handvoll Leben
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Klappentext:
Zwei starke Frauen
Zwei Deutsche Schicksale
Zugleich die Geschichte des Berliner Kaufhauses KaDeWe
Deutschland 1914: Charlotte wächst auf dem archaischen Landgut ihres mächtigen Vaters in ...

Klappentext:
Zwei starke Frauen
Zwei Deutsche Schicksale
Zugleich die Geschichte des Berliner Kaufhauses KaDeWe
Deutschland 1914: Charlotte wächst auf dem archaischen Landgut ihres mächtigen Vaters in Sachsen auf. Die Welt scheint ihr zu Füßen zu liegen, als sie von ihrer Tante und deren jüdischen Ehemann in die Leipziger Ballsaison eingeführt werden soll. Sie begegnet ihrer ersten Liebe. Doch der Beginn des ersten Weltkriegs zerstört ihre Pläne. Und ihr Leben verändert sich für immer.
Gleichzeitig gelingt es Anna, zwischen den Wasserstraßen des Spreewalds, wo Verzicht und harte Arbeit erfinderisch machen, dem Schicksal immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. Doch sie verkennt die tiefe Liebe ihres besten Freundes, bevor er an die Westfront zieht. An einem eiskalten Tag im Februar 1919 steigt die neunzehnjährige Schneiderin alleine in den Zug nach Berlin. In den engen Hinterhöfen des Wedding prallen Hunger und Armut auf den ungezügelten Lebensdurst der beginnenden zwanziger Jahre. Und im Konsumtempel KaDeWe sucht man Verkäuferinnen...
Anna und Charlotte werden sich erst 1953 in Berlin begegnen. Hinter ihnen liegen zwei Weltkriege und ihr deutsches Schicksal. Es ist die Ehe ihrer Kinder, die die beiden ungleichen Frauen zusammenführt, und eine tiefe Verbundenheit durch denselben Schmerz, den sie noch nie zuvor einem anderen Menschen anvertraut haben


Meine Meinung:
Katharina Fuchs beschreibt in ihrem Buch "Zwei Handvoll Leben" sehr einfühlsam die Lebensgeschichte ihrer beiden Großmütter Anna und Charlotte, die wir von 1914 bis 1953 begleiten dürfen. Die Kapitel erzählen abwechselnd von Anna und Charlotte, was mir sehr gut gefallen hat. Was die beiden in den zwei Weltkriegen erleben müssen, ist einfach schrecklich und ich ziehe den Hut vor dieser Generation. Die Schrecken des Nationalsozialismus und die Auswirkungen auf Anna und Charlotte werden ohne Beschönigungen erzählt. Man hat durch die einfühlsame Erzählweise das Gefühl, dabei zu sein. Das Buch hat mich tief berührt, ein paar Tränchen habe ich auch verdrückt.

Anna und Charlotte sind zwei starke Frauen, die beide früh ihre erste große Liebe erleben, aber dennoch später andere Männer heiraten. Sie
lernen sich erst 1953 bei der Heirat ihrer Kinder kennen und merken ziemlich schnell, dass sie das gleiche Geheimnis teilen...

Ich habe das Buch (541 Seiten) in 3 Tagen gelesen, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Dieses Buch beschäftigt mich sehr und wird noch eine Weile nachklingen. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.05.2019

Ganz toller Roman über Kur-Vorurteile und Schubladendenken mit einer Portion Humor und Liebe

Herzkur
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Klappentext:
Diese Kur hat massive Nebenwirkungen!
Verena kann es nicht fassen, als ihr Mann Rainer sich völlig überraschend eine "Auszeit" von Familie und Ehe nimmt. Plötzlich ist sie alleinerziehend ...


Klappentext:
Diese Kur hat massive Nebenwirkungen!
Verena kann es nicht fassen, als ihr Mann Rainer sich völlig überraschend eine "Auszeit" von Familie und Ehe nimmt. Plötzlich ist sie alleinerziehend und kreuzunglücklich - auch wenn sie ihre Töchter Ella und Annie heiß und innig liebt. Schnell ist sie mit den Kräften am Ende. Ihre Mutter hat die Lösung: eine Mutter-Kind-Kur. Nur widerwillig geht Verena auf den Vorschlag ein und fährt mit einem Rucksack voller Vorurteile in eine Klinik auf Fehmarn. Schon bei der Anreise findet sie alle Erwartungen bestätigt: unerträgliche Mütter und Kinder soweit das Auge reicht. Doch es gibt Lichtblicke in dieser grauen Ostseewelt. Nicht zuletzt Jan, der mit seiner Tochter an ihrem Tisch sitzt...

Meine Meinung:

Verena fällt aus allen Wolken als ihr Mann Rainer die Familie hinter sich lässt und beruflich ins Ausland geht. Schnell stößt sie an ihre Grenzen, sieht der anstehenden Kur aber sehr skeptisch entgegen. Schon im Zug sieht sie ihre Vorteile bestätigt und ordnet die reisenden Mütter in ihre Schubladen. Ist denn keine normale Mutter hier? Schon bei der ersten Mahlzeit will sie am liebsten die Flucht antreten, sitzt sie doch mit Ruhrpott-Monti und der stark geschminkten Jenny an einem Tisch. Der einzig normale scheint Jan zu sein, ein junger Vater mit seiner Tochter. Verena wäre am liebsten nur für sich und würde die Zeit gerne für Strandspaziergänge auf Fehmarn nutzen. Sie hat so gar keine Lust zur Wassergymnastik und zum Pilates zu gehen. Einzig beim Fango und der Massage bei Irina und dem Kur-Gigolo Raoul taut Verena auf, mit dem sie auf Tuchfühlung geht. Nach einem feuchtfröhlichen Dorfabend kommt sie auch Jan näher. Wie soll sie sich nur entscheiden und was macht sie mit Rainer, der plötzlich aus Jordanien zurück ist?

Julia Greve nimmt uns auf witzige Art und Weise mit auf eine spannende Mutter-Kind-Kur. Man hat das Gefühl mit dabei zu sein. Die Dialoge sind teilweise sehr komisch, es wird mit einigen Vorurteilen aufgeräumt und dass man manchmal doch sein Schubladendenken überdenken muss, denn so einfach ist es nicht. Aus der Zwangstischgemeinschaft wird schließlich doch eine eingeschworene Gemeinschaft. Und Verena findet ihren Glauben an die Liebe wieder, wenn auch auf Umwegen.

Absolut empfehlenswerte Lektüre, die mir heitere Stunden bereitet hat.