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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2023

Ein turbulenter Roadtrip oder eine Reise zu sich selbst

Morgen mach ich bessere Fehler
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Elli begibt sich mit ihrer Tochter Paula, dem griesgrämigen Onkel Heinz und dem Schnöselanwalt Cano auf den Weg ins Allgäu zu einer Familienfeier, wobei sie Cano nur nach München bringen wollen, um danach ...

Elli begibt sich mit ihrer Tochter Paula, dem griesgrämigen Onkel Heinz und dem Schnöselanwalt Cano auf den Weg ins Allgäu zu einer Familienfeier, wobei sie Cano nur nach München bringen wollen, um danach weiter ins Allgäu zu fahren. Auf dieser Fahrt passiert einiges Unvorhergesehenes und die vier sehr ungleichen Personen, werden nach und nach zu einem Team.
Die Geschichte von Elli, Paula, Cano und Onkel Heinz hat mir sehr gut gefallen. Besonders Paula mit ihrer naiv-kindlichen Art hat die Geschichte immer wieder aufgelockert. Der lockere und flüssige Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und da ständig merkwürdige, zum Teil ein wenig übertriebene, aber auch sehr lustige Sachen passierten, fesselte mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite. Man lernt die Protagonisten nach und nach mit ihren Stärken und Schwächen kennen, was sie mir immer sympathischer machten. Elli macht auf den ersten Blick zwar einen chaotischen Eindruck ist jedoch sehr empathisch und auch gut strukturiert, da sie sowohl ihr nicht ganz einfaches Leben als auch das ihrer Tochter regeln muss. Doch zum Glück lebt sie in einer WG, die sie immer unterstützt und auf die sie sich verlassen kann. Cano hingegen ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und wirkt auf den ersten Blick aalglatt und Onkel Heinz ist einfach nur mürrisch. Doch im Laufe der Geschichte lernt man auch andere Seiten der Protagonisten kennen und lieben. Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere waren sehr gut gezeichnet und es war schön diese Reise mit den Vieren zu erleben. Denn nicht nur für Elli war es letztendlich eine Reise zu sich selbst.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.06.2023

Wer war es?

Das Beste kommt zum Kuss
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Diese Frage stellt sich Amy nach der Hochzeit ihrer besten Freundin Charlotte. Denn dort hat sie drei Männer geküsst und einer davon war der Richtige. Woher sie das weiß? Amy hat die seltene Gabe (oder ...

Diese Frage stellt sich Amy nach der Hochzeit ihrer besten Freundin Charlotte. Denn dort hat sie drei Männer geküsst und einer davon war der Richtige. Woher sie das weiß? Amy hat die seltene Gabe (oder auch Fluch), dass sie bereits bei dem ersten Kuss in einer Vision sehen kann, wie die Beziehung endet. Das Dumme bei den Küssen auf der Hochzeit war nur, dass sie so betrunken war, dass sie sich nicht mehr daran erinnern kann, wen sie geküsst hat und die Visionen an die Männer auch nur sehr undeutlich in Erinnerung hat. Doch zum Glück hat sie sehr gute Freunde, die um ihre Gabe wissen und die sie tatkräftig bei ihrer Suche unterstützen.
Hierbei hat sich die Autorin sehr viel Zeit gelassen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Suche nach den Männern, bzw. die verschiedenen Dates wurden sehr ausführlich beschrieben. Sie hat mit Amy und ihren Freunden sympathische Protagonisten geschaffen, die sich bereits sehr lange kennen und dies mit kleinen Erinnerungen an das erste Kennenlernen und die Schulzeit in kleinen Rückblenden erzählt. Besonders Amy fand ich sehr sympathisch. Auf den ersten Blick wirkte sie eher wie ein Partygirl, doch im Laufe der Geschichte erkennt man ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Fürsorge, besonders im Hinblick auf ihre kranke Mutter, und ihren Gerechtigkeitssinn. Die Dates und die dazugehörigen Männer wurden sehr detailliert beschrieben und auch hier wurden Amys Charakterstärken- und schwächen deutlich.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich mochte den lockeren und sehr detaillierten Schreibstil der Autorin. Besonders Amy und ihre Freunde waren sehr sympathisch und auch wenn die Geschichte ein wenig vorhersehbar war, habe ich während des Lesens mit Amy auf der Suche nach ihrem Mann fürs Leben mitgefiebert.

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Veröffentlicht am 03.06.2023

Umweltschutz und Naturkosmetik

Glückstöchter - Einfach leben
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Bei den „Glückstöchtern“ handelt es sich um eine Romanreihe und der erste Teil „Einfach Leben“ handelt von den beiden Frauen Anna und Eva. Anna lebt sehr naturverbunden Anfang des 20. Jahrhunderts auf ...

Bei den „Glückstöchtern“ handelt es sich um eine Romanreihe und der erste Teil „Einfach Leben“ handelt von den beiden Frauen Anna und Eva. Anna lebt sehr naturverbunden Anfang des 20. Jahrhunderts auf Gut Dreisonnenquell mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter im Voralpenland. Hier verbringt sie sehr viel Zeit in der Natur. Durch einen Schicksalsschlag wird sie jedoch gezwungen das Gut zu verlassen.

Im Wechsel hierzu wird Evas Geschichte in München erzählt, die dort in den 1970er Jahren ein Pharmaziestudium beginnt, ihr Studentenleben genießt und sich gleichzeitig für den Umweltschutz engagiert.

Mir hat die Geschichte der beiden doch sehr unterschiedlichen Frauen gut gefallen. Leider fehlte mir bei beiden die Tiefe der Charaktere. Sie blieben bis zum Ende der Geschichte ein wenig farblos. Hierbei fand ich jedoch Annas Geschichte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, noch interessanter als die Schilderungen von Evas wildem Studentenleben. Der Roman war einerseits zeitweise etwas langatmig, während an anderer Stelle wichtige Themen nur oberflächlich erwähnt und nicht näher erläutert wurden, was ich sehr schade fand. Sehr gut fand ich jedoch wie die Themen Umweltbewusstsein und die Anfänge von ökologischer Landwirtschaft und Naturkosmetik in die Geschichte eingebunden wurden.

Der Schreibstil war sehr flüssig und sehr gut zu lesen. Die Autorin erzeugt über lange Zeit einen Spannungsbogen, der jedoch am Ende des Romans leider nicht aufgelöst wird, da sehr viele Fragen offenbleiben. Da es sich um eine Romanreihe handelt lässt sich das offene Ende erklären. Es wäre jedoch schön gewesen, wenn es wenigstens einen kleinen Abschluss des ersten Bandes gegeben hätte.

Fazit: Eine interessante Geschichte über zwei starke Frauen, die über einen Zeitraum von 60 Jahren erzählt wird und auch heute noch aktuelle Themen aufgreift.

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Packend und ungewöhnlich

Die Sekunde zwischen dir und mir
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In diesem Roman wird die Geschichte von Jenn und Robbie erzählt. Doch dies geschieht nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern durch Zeitsprünge. Hinzu kommt noch, dass die Geschichte sowohl ...

In diesem Roman wird die Geschichte von Jenn und Robbie erzählt. Doch dies geschieht nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern durch Zeitsprünge. Hinzu kommt noch, dass die Geschichte sowohl aus Jenns als auch aus Robbies Sicht erzählt wird. Wobei es nicht allein Robbies Perspektive ist, sondern eher Jenns Perspektive, die Robbie als Beobachter sieht. Grund hierfür ist ein gemeinsamer Autounfall, von dem man jedoch zunächst nicht viel erfährt.
Die Handlung hat mich wirklich erstaunt und ich wurde von der Geschichte gefesselt. Das lag einerseits daran, dass eine hohe Spannungskurve erzeugt wurde, da man nicht wusste, was bei dem Unfall passiert und andererseits, warum Jenn acht Monate verschwunden war und was sie während dieser Zeit gemacht hat. Weiterhin gibt es noch einen Brief, der fast bis zum Schluss ein Geheimnis bleibt. Doch im Laufe des Romans werden alle diese Fragen, eingebettet in eine Liebesgeschichte, schlüssig geklärt.
Der Erzählstil durch die wechselnden Perspektiven war sehr ungewöhnlich, da Robbie hierbei ein Beobachter war. Sehr verwundert war ich auch über die Wandlung der Protagonisten, wobei ich zuerst, insbesondere von Robbie ein anderes Bild hatte, dass sich jedoch im Laufe der Geschichte sehr gewandelt hat. Es wurde hier zwar eine Liebesgeschichte erzählt, aber die Autorin hat es geschafft, dass es kein kitschiger und rührseliger Roman wurde, und hat trotzdem die Geschichte einer „magischen Liebe“ erzählt.
Es war ein Buch, dass mich sehr in seinen Bann gezogen und begeistert hat, da die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten wurde und sehr sympathische Protagonisten und Nebencharaktere erschaffen hat.

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Eine sehr chaotische aber empathische Protagonistin

Hinter den Wolken wartet die Sonne
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In dem Roman geht es um Beth, die unerwartet die Vormundschaft für ihren kleinen Neffen Ted und ihre Teenager-Nichte Polly übernehmen muss, da deren Eltern bei einem Autounfall verunglückt sind. Da Beth ...

In dem Roman geht es um Beth, die unerwartet die Vormundschaft für ihren kleinen Neffen Ted und ihre Teenager-Nichte Polly übernehmen muss, da deren Eltern bei einem Autounfall verunglückt sind. Da Beth bisher ein sehr unbeschwertes Leben geführt hat, ihre Jobs und ihre Freunde ständig wechselte und noch immer in ihrem Kindezimmer bei ihren Eltern lebt, fällt ihr diese Aufgabe extrem schwer. Angefangen bei der Mülltrennung, regelmäßig für die Kinder zu kochen, die Probleme ihrer pubertierenden Nichte, dem Haushalt und der ständigen Bevormundung ihrer Mutter, die ihr nicht sehr viel zutraut, bis zu der Sorge um ihre im Koma liegende Schwester. Die einzige Konstante in ihrem Leben war bisher ihr bodenständiger Freund Jory. Doch seit dieser nun eine Freundin hat, hat sich auch ihr Verhältnis verändert.
Beth Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es war schön mitzuerleben, wie sie von einer chaotischen zu einer verantwortungsbewussten Frau gewachsen ist. In dem Roman geht es aber vor allem um die Familie. Beth fällt es sehr schwer die Verantwortung für zwei Kinder zu übernehmen und sich einem geregelten Alltag mit Haushalt, Kindern und Beruf zu stellen. Auch die Abnabelung von ihren Eltern, bei denen die Mutter nach wie vor versucht sie zu bevormunden und ihr nicht allzu viel zutraut, ist eine Herausforderung für Beth. Aber dafür hat sie andere positive Eigenschaften, denn sie ist sehr empathisch und kann mit den Problemen und Nöten ihrer Nichte und ihres Neffen sehr gut umgehen, was eine unaufgeräumte Wohnung hundertfach wettmacht.
Doch es gibt auch andere Menschen, die sich um Beth kümmern und versuchen sie auf ihre Art zu unterstützen. Dies ist insbesondere ihr Nachbar Albert, der seit dem Tod seiner Frau sehr einsam ist und Beth und er sich gegenseitig versuchen zu unterstützen, was Beth in ihrem nach wie vor chaotischen Leben nicht immer gelingt. Leider gefiel mir Jorys Rolle in diesem Roman nicht so gut. Ich hätte mehr Unterstützung für Beth von ihm erwartet. Schließlich sind sie seit langer Zeit befreundet. Manchmal konnte ich das Verhalten von Beth und Jory daher nicht nachvollziehen. Es wurde zwar immer wieder über ihre Freundschaft erzählt, aber mit Beths jetziger Situation konnten beide nicht wirklich gut umgehen.
Dennoch hat mir der Roman sehr gut gefallen. Es ist eine Geschichte, bei der es um Hoffnung geht und diese nicht zu verlieren.

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