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Veröffentlicht am 09.01.2025

Skurrile, weihnachtliche Kurzgeschichten mit Krimiflair

KillerBells
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Gestaltung:
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Der Weihnachtsbaum, der mich an eine Mischung aus Grinch, Monster und Tanne erinnerte, hatte zusammen mit dem Titel meine Neugier geweckt. Die Gestaltung, vor allem die bösartigen ...

Gestaltung:
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Der Weihnachtsbaum, der mich an eine Mischung aus Grinch, Monster und Tanne erinnerte, hatte zusammen mit dem Titel meine Neugier geweckt. Die Gestaltung, vor allem die bösartigen weihnachtlichen Karikaturen zwischen den Kapiteln, waren ganz nach meinem Geschmack. Entsprechend erwartete ich Krimigeschichten zur Weihnachtszeit mit bitterbösem Humor.

Mein Eindruck:
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Die drei Autoren haben jeweils drei Kurzgeschichten aus dem Genre Krimi geschrieben, die alle zur Weihnachtszeit spielen oder damit zu tun haben. Entgegen meiner Erwartungen handelt es sich nicht ausschließlich um reine Krimis, sondern vielmehr sind es vorwiegend Geschichten, die eher satirisch veranlagt sind, teilweise mit den Erwartungen der Leser und Klischees im Allgemeinen spielen und auch nicht in jedem kommt eine Leiche vor. Ich kann schwer beschreiben, weshalb dieses Geschichtenensemble nicht meine Erwartungshaltung erfüllt hat. Vielleicht, weil es dabei oft mehr um gesellschaftliche Probleme als um wirkliche Krimihandlung ging. Bei einigen fehlte mir die Spannung und teilweise empfand ich den Humor als zu überzogen, manche Charaktere zu skurril und manchmal hat mich die Auflösung enttäuscht. Ich mag eigentlich bösen/schwarzen Humor, aber dieser war nicht in allen Geschichten für mich vorhanden bzw. einfach so konstruiert, dass ich es nicht als gut empfand. Insgesamt war es eine amüsante Unterhaltungslektüre, bei der mir 3-4 Geschichten sehr gut gefallen haben, während die anderen eher mittelmäßig waren.
Die Geschichten sind alle in und um Wien angesiedelt und enthalten des Öfteren österreichische Begriffe, die sich jedoch aus dem Kontext erschließen. Das verlieh dem Ganzen mehr Lokalkolorit und hat bei mir auch etwas Urlaubsgefühl hervorgezaubert.

Fazit:
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Titel und Cover weckten Erwartungen, die leider größtenteils nicht erfüllt wurden.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2025

Ruts Geschichte neu erzählt

Echt jetzt, Rut?!
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Mein Eindruck:
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"Warum widersprichst du ständig? Jeder hat seinen Platz. Die Männer arbeiten auf dem Feld und wir Frauen im Haus. Du holst Wasser. Los jetzt!" (S. 6)

Rut ist ein ...

Mein Eindruck:
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"Warum widersprichst du ständig? Jeder hat seinen Platz. Die Männer arbeiten auf dem Feld und wir Frauen im Haus. Du holst Wasser. Los jetzt!" (S. 6)

Rut ist ein sehr aufgewecktes und wissbegieriges Mädchen, das viele Fragen stellt. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, dass Dinge so sind, wie sie sind, sondern möchte selber lesen und schreiben lernen und die Welt erkunden. Sie hinterfragt gesellschaftliche Normen, wie z. B. dass eine Frau nur eine "richtige" Frau ist, wenn sie heiratet und Kinder bekommt. Damit eckt sie immer wieder an, doch sie bleibt sich treu. So begegnet sie Noomie und ihrer Familie, Fremde, die aus Juda geflohen sind, weil dort eine Dürreperiode und Hungersnot herrscht. Sie sind anders, die Frauen können lesen und schreiben und sie glauben nicht an viele Götter, sondern an einen Einzigen. Ruth heiratet einen Sohn von Noomie und ist sehr glücklich, auch wenn die Leute im Dorf sie eher meiden. Doch dann sterben die Männer an einer Seuche, die Dürre in Juda geht vorbei und als ihre Schwiegermutter zurück in ihre alte Heimat will, hält Rut ihr die Treue und begleitet sie. Es ist eine lange beschwerliche und gefährliche Reise und in Juda müssen sie ganz von vorne beginnen. Doch Ruts Vertrauen in sich und in Gott helfen ihr, neues Glück zu finden.

Eine biblische Erzählung, deren Themen auch heute noch aktuell sind. Es geht um Flucht, Fremdsein, Mut und Treue und natürlich um den Glauben an Gott. Die Autorin versteht es, den Alltag der Menschen von damals lebendig werden zu lassen. Man kann sich alles vorstellen und so die Handlung der Menschen nachvollziehen. Unterstützt durch anschauliche und moderne Schwarz-Weiß-Illustrationen wird diese Geschichte zeitgemäß und spannend jungen Lesern nahegebracht. Ich kann dieses Buch ebenso wie den Band über Jona sehr empfehlen und hoffe auf weitere Bände der "Echt jetzt,...?!"-Reihe.

Fazit:
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Die Geschichte von Rut anschaulich und spannend für jugendliche Leser erzählt und illustriert.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Jonas Geschichte neu erzählt

Echt jetzt, Jona?!
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Cover:
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Ich empfand das Titelbild als sehr ansprechend. Jona sieht den Betrachter direkt an, gleichzeitig streckt er seine Arme in die Höhe, als wollte er um Hilfe bitten, um nicht vom Strudel ...

Cover:
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Ich empfand das Titelbild als sehr ansprechend. Jona sieht den Betrachter direkt an, gleichzeitig streckt er seine Arme in die Höhe, als wollte er um Hilfe bitten, um nicht vom Strudel mitgerissen zu werden. Man fühlt sich sofort einbezogen.

Mein Eindruck:
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"Damaskus, Aleppo, Ninive - früher klangen die Namen geheimnisvoll. Heute sind sie eine Warnung: 'Wenn du nicht machst, was wir sagen, dann ...' " (S. 11)

Die Geschichte von Jona kennt wahrscheinlich jeder aus der Bibel. Er weigert sich zunächst aus Angst, Gottes Befehl auszuführen, die Assyrer zu warnen, damit diese ihre Taten bereuen und umkehren. Frau Ospelkaus schafft es, sie in diesem Buch lebendig und zeitgemäß für die heutige Jugend aufzubereiten. Dafür sorgen schon die ansprechenden Schwarz-Weiß-Illustrationen, aber auch die kurzen Kapitel und die Sprache sorgen dafür, dass man sich von der Handlung gefesselt fühlt. Man kann Jonas Tagesablauf als Zwangsarbeiter miterleben und generell wird der Alltag der Leute von damals spürbar. So wird Bibelgeschichte zu einem spannenden Leseabenteuer und vermag zu fesseln.
Mir hat diese Erzählart sehr gut gefallen. Das Einzige, das ich mir gewünscht hätte, wäre die Erläuterung des Wortes "Scheol". Es wird kurz erwähnt, dass es sich hier um das Totenreich handelt. Aber woher der Begriff genau stammt und warum Jona ihn auf einmal verwendet, erschloss sich mir beim Lesen nicht. Ich habe dieses Wort nachgeschaut, aber gerade für junge Leser hätte ich hier eine kurze Fußnote oder Erklärung im Anhang gut gefunden. Ansonsten kann ich diese Reihe sehr empfehlen und hoffe auf weitere Bibelgeschichten dieser Art.

Fazit:
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Die Geschichte von Jona aus Ninive: anschaulich und spannend für jugendliche Leser erzählt und illustriert.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Morde, Rätsel und Puzzle - Ein sehr spannender Weihnachtskrimi

Das mörderische Christmas Puzzle
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Cover:
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Das Titelbild passt mit dem goldenen Puzzleteil und dem gepuzzelten Rahmen gut zum Titel. Von den Farben her wirkt es sehr weihnachtlich. Zudem passt es optisch auch gut zum ersten ...

Cover:
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Das Titelbild passt mit dem goldenen Puzzleteil und dem gepuzzelten Rahmen gut zum Titel. Von den Farben her wirkt es sehr weihnachtlich. Zudem passt es optisch auch gut zum ersten Weihnachtskrimi der Autorin "Mord im Christmas Express".

Inhalt:
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Die 80-jährige Rentnerin Edie vertreibt sich ihre Zeit damit, für eine Zeitung regelmäßig Kreuzworträtsel zu verfassen. Ihre "drei heiligen Trostspender" sind "Katzen, Puzzles und Tee." (S. 13). Sie hasst Weihnachten, da sich in ihrem Leben zu dieser Zeit häufig schlimme Dinge ereignet haben. Sehr zum Leidwesen von Sean, ihrem Neffen und Adoptivsohn, den sie aufnahm, als ihr Bruder und der Rest der Familie starb. Kurz vor Weihnachten liegt plötzlich ein brauner Umschlag mit merkwürdigem Inhalt vor der Tür. Er enthält Puzzleteile sowie ein Rätsel mit der Ankündigung von 4 Morden. Edies Rätselstolz ist geweckt. Doch der Mörder will mehr: Edie trägt ein lang gehütetes Geheimnis in sich, auf das er anspielt. Wird es ihr gelingen, über ihren Schatten zu springen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und die Rätsel zu lösen, bevor alles zu spät ist?

Mein Eindruck:
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Ich hatte den ersten Roman "Mord im Christmas Express" gelesen und war damals enttäuscht. Dennoch hatte mich der Klappentext zu diesem Krimi angezogen, da ich auch ein Puzzle- und Rätselfan bin. Und ich bereue es nicht, denn dieser Roman hat mich von Anfang an gefesselt und ich konnte bis zum Schluss kaum aufhören zu lesen.

"Wenn Edie sich mit irgendetwas auskannte, dann waren es Worte. Als Verfasserin von Kreuzworträtseln konnte sie damit fast alles beschreiben außer ihre wahren Gefühle."
(S. 14)

Ich mochte Edie als schrullige und störrische Weihnachtshasserin, die jedoch klug ist und einen guten Kern hat und im Handlungsverlauf eine positive Entwicklung durchläuft. In der Geschichte ist nicht nur das mörderische Puzzle zu lösen, sondern es finden sich auch innerhalb der Kapitel immer wieder kleinere Rätsel, die dann im Anhang des Buches aufgelöst werden. Besonders war das Dankeswort am Ende in Kreuzworträtsel-Form.
Die Handlung ist gut durchdacht und wird immer wieder durch kleine, clevere Wendungen vorangetrieben. Auf die Auflösung wäre ich von selbst nicht gekommen. Stellenweise hatte der Cosy-Crime auch einige Thriller-Elemente. Ich bin vom zweiten Krimi der Autorin restlos begeistert und vergebe daher gerne die volle Punktzahl.

Fazit:
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Hochgradig spannender Krimi mit vielen Rätseln, einer ungewöhnlichen Protagonistin und einer schlüssigen Auflösung - sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Viele Behauptungen, wenig Klarheit

der kleine jesus
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Gestaltung:
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Das Buch ist als Hardcover sehr schön gestaltet: Das Titelbild mit Jesus auf dem Esel vor hellblau gestreiftem Hintergrund wirkt seriös und auch im Innenteil befinden sich einige ...

Gestaltung:
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Das Buch ist als Hardcover sehr schön gestaltet: Das Titelbild mit Jesus auf dem Esel vor hellblau gestreiftem Hintergrund wirkt seriös und auch im Innenteil befinden sich einige blau gestaltete Seiten. Das Highlight ist ein passendes Lesebändchen. Optisch gefiel es mir sehr gut.

Inhalt:
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Der Historiker Stefan Müller geht anhand unterschiedlicher Aspekte der Frage nach dem historischen Jesus nach: Wer war er wirklich, wie war seine Kindheit, welche Rolle spielten Frauen in seinem Leben, wie verhält es sich mit den Wundern uvm.

Mein Eindruck:
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Ich war vor allem durch die Frage des Klappentextes "Wer war Jesus von Nazareth wirklich?" auf das Buch aufmerksam geworden. Der Einstieg hierzu gestaltete sich auch noch interessant und sachlich. Doch insgesamt ist der Sprachstil recht flapsig und an vielen Stellen provokant. Des Weiteren wird in vielen Kapiteln nicht klar, welche Dinge behauptet werden und welche wissenschaftlich belegt werden können, denn es fehlen Fußnoten mit Quellenangaben. Nur am Ende des Buches gibt es gesammelt ein Quellenverzeichnis, wobei die einzelnen Quellen nicht den Stellen im Buch zugeordnet werden können.
In die Kapitel sind immer wieder bestimmte Zusammenfassungen mit blauem Hintergrund eingestreut, wie z. B. ein Zeitstrahl "Jesus, seine Zeit und die Folgen", "Was wir sicher wissen", oder eine Übersicht über die unterschiedlichen Beschlüsse der Amtskirche über das zu vermittelnde Bild von Jesus. Diese fand ich sehr gut und aufschlussreich. Es gibt jedoch auch viele Passagen, bei denen ich das Gefühl hatte, das der Autor den christlichen Glauben ins Lächerliche zieht wie z. B. im Abschnitt "Religion gründen für Anfänger" oder "Handeln wie ein Jesus - Zehn Gebote für wirksames Leadership".
Insgesamt fehlt es auch an einem Fazit, sowohl am Ende eines Kapitels als auch generell am Schluss des Buches. Insgesamt hat mich das Buch fragend und leicht aufgewühlt zurückgelassen. Natürlich gibt es viele Indizien, oft eine unklare Faktenlage und man darf auch durchaus Dinge aus der Bibel in Frage stellen. Doch insgesamt hätte ich mir eine sachlichere Darlegung zwischen Fiktion und Fakten sowie eine bessere Trennung dieser beiden Welten gewünscht. Ich habe durch dieses Buch leider nicht viel dazu gelernt und mochte den häufig ironischen Tonfall des Autors nicht. Schade, ich hatte mir mehr von dem Buch erhofft.

Fazit:
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Unklare Darstellung der Faktenlage, fehlende Fazite und ein provokanter Tonfall - keine Leseempfehlung.

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