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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

ADHS

Sie wollen uns erzählen
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Die Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher hat mich mir ihrem neuen Roman "Sie wollen uns erzählen", der durch sein wunderbar farbenfrohem Buchcover auffällt, sofort überzeugt. Thema der Romanhandlung ...

Die Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher hat mich mir ihrem neuen Roman "Sie wollen uns erzählen", der durch sein wunderbar farbenfrohem Buchcover auffällt, sofort überzeugt. Thema der Romanhandlung ist der Umgang mit Neurodivergenz, einer Krankheit, die angeborene, neurologische Unterschiede in der Informationsverarbeitung und Wahrnehmung von den betroffenen Menschen betrifft und auch als ADHS bezeichnet wird.In Birnbachers sehr mitfühlend geschriebenen Roman ist der Junge Oz und auch seine Mutter Ann von dieser Krankheit betroffen. Seine Mutter versucht alles, um ihren Sohn gegen die feindlichen und stigmatisierten Vorurteile seiner Mitmenschen zu verteidigen. Als Oz in der Schule ein Malheur mit einem Hasen passiert, ist er ziemlich verzweifelt. Doch ehe es dazu kommt seiner Mutter davon zu beichten, muss er sich mit ihr zusammen auf die Suche nach seiner aus dem Krankenhaus verschwundenen Großmutter machen. Die Autorin hat einen schönen Schreibstil, in dem sie unaufgeregt über das Leben mit ADHS schreibt und es auch Leser*innen nahebringt, die mit dieser Krankheít nicht vertraut sind.


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Veröffentlicht am 15.03.2026

Starke Frau

Der Gesang der See
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Ich bin ein ganz großer Fan der norwegischen Autorin Trude Teige und habe alle ihre historischen Romane voller Begeisterung gelesen. Auch ihr Debütroman "Der Gesang der See" ist zwar anders als ihre nachfolgenden ...

Ich bin ein ganz großer Fan der norwegischen Autorin Trude Teige und habe alle ihre historischen Romane voller Begeisterung gelesen. Auch ihr Debütroman "Der Gesang der See" ist zwar anders als ihre nachfolgenden Romane, hat mich jedoch auch gleich begeistert. Ihr unverwechselbarer Schreibstil ist gut lesbar und hat immer viel Gefühl. In ihrem jetzt in Deutschland veröffentlichen Roman geht es um die junge Frau Kristiane, die auf einer kleinen Fischer-Insel an der norwegischen Westküste lebt und ihrem Vater verspricht, als Lotsin zu arbeiten, so wie es seit Generationen in ihrer Familie üblich ist. Da sie als Frau nicht allein die Schiffe durch die Schären geleiten darf, übernimmt das ihr Mann, bis dieser plötzlich verstirbt und Kristiane schwanger allein lässt. Kristiane lässt sich da durch jedoch nicht unterkriegen und versucht ihr Leben zu gestalten, obwohl ihr angedroht wird ihre Lotsenexistenz zu entziehen. Trude Teige schreibt sehr bildlich und versteht es besonders die Natur einzufangen. In diesem Roman hat sie einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte verarbeitet, was diesen Roman besonders lesenswert macht.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Aufwühlend

Das schönste aller Leben
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„Das schönste aller Leben“ von Betty Boras ist ein einfühlsam geschriebener Roman, der zu Herzen geht. Er spielt in verschiedenen Zeitepochen und die Protagonistinnen sind Viola (Vio) und Theresia. Die ...

„Das schönste aller Leben“ von Betty Boras ist ein einfühlsam geschriebener Roman, der zu Herzen geht. Er spielt in verschiedenen Zeitepochen und die Protagonistinnen sind Viola (Vio) und Theresia. Die junge Vio flieht zusammen mit ihren Eltern nach dem Sturz der rumänischen Regierung nach Deutschland und versucht sich dort schnell einzugewöhnen. Besonders ihre Optik ist ihr dabei wichtig. Nur nicht auffallen, weil man anders aussieht. Als Vio selbst Mutter einer Tochter wird, leidet sie sehr darunter, dass das Gesicht ihrer Tochter nach einem Haushaltsunfall von Narben entstellt ist und macht sich schwere Vorwürfe. In der Handlung der zweiten Zeitepoche, die im 18. Jahrhundert spielt, ist die schöne Theresia die Protagonistin. Sie wurde von der Wiener Keuschheitskommission in den Banat verschleppt, wo sie unter schwierigsten Umständen in Leben bestreiten musste. Betty Boras hat einen vielschichtigen, emotionalen Roman geschrieben, der mir das Leben dieser rumänischen Frauen sehr nahe gebracht hat.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Almas Vergangenheit

Alma
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In dem ruhig und sensibel geschriebenen Roman „Alma“ von Federica Manzon geht es um eine junge Frau, Alma, die nach dem Tod ihres Vaters in ihren Heimatort Triest zurück um die letzten Angelegenheiten ...

In dem ruhig und sensibel geschriebenen Roman „Alma“ von Federica Manzon geht es um eine junge Frau, Alma, die nach dem Tod ihres Vaters in ihren Heimatort Triest zurück um die letzten Angelegenheiten und das Erbe ihres Vaters zu regeln. Dabei kommen viele Erinnerungen an ihre Kindheit und ihr Aufwachsen in Triest wieder hoch. Sie erinnert sich an die Zeit mit ihren Großeltern, bei denen sie viel Zeit verbracht und wo sie sich geborgen gefühlt hat. An ihren Vater, der immer wieder mal für längere Zeit verschwand und an ihre Jugendliebe Vili. Es ist ein Buch über Almas Herkunft, ihre Leben bei den Großeltern und bei ihren Eltern und wie diese ihr Leben beeinflusst haben. Am Anfang ist es aufgrund der vielen Zeitsprünge stellenweise etwas schwierig zu lesen, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist Almas Geschichte einfach nur schön und hallt lange nach.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Erwachsenwerden

Schwarzer September
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„Schwarzer September“ ist ein wunderschöner italienischer Roman über das Erwachsenwerden zu Beginn der 70er Jahre, während der Zeit des Attentates auf Teilnehmer der damaligen olympischen Spiele, der Schachweltmeisterschaft ...

„Schwarzer September“ ist ein wunderschöner italienischer Roman über das Erwachsenwerden zu Beginn der 70er Jahre, während der Zeit des Attentates auf Teilnehmer der damaligen olympischen Spiele, der Schachweltmeisterschaft zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski und eine Geschichte über die erste Liebe vor dem wunderschönen Setting der ligurischen Küste. Der junge zwölfjährige Protagonist Gigio steht im Mittelpunkt dieses ruhigen und dennoch spannend geschriebenen Romans. Gigio lernt in diesem besagten Sommer die Anfänge der Liebe kennen. Am Strand neben ihm ist eine äthiopische Familie mit einer lesefixierten dreizehnjährigen Tochter, namens Astel. Giogio freundet sich mit Astel an und die beiden Jugendlichen übersetzen Songtexte von Cat Stevens, David Bowie und anderen, zu der Zeit bekannten Sängern. Es herrscht eine entspannte Zeit für die beiden bis Astels Vater ermordet wird. Verdächtigt wird ihre Mutter und Giogios Vater, ein Rechtsanwalt übernimmt die Verteidigung. Der Roman beginnt mit einer Leichtigkeit und Unbeschwertheit und endet mit einer Tragödie.

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