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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2020

Schöne Idee, leider zu wenig Kontext

Die Traumdiebe
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Ich fand das Buch „Die Traumdiebe“ von Cherie Dimaline schön und spannend geschrieben. Die Grundidee der Geschichte begeistert: Die uns bekannte Welt existiert nicht mehr durch die Zerstörung der Menschen ...


Ich fand das Buch „Die Traumdiebe“ von Cherie Dimaline schön und spannend geschrieben. Die Grundidee der Geschichte begeistert: Die uns bekannte Welt existiert nicht mehr durch die Zerstörung der Menschen und während des Überlebenskampfes danach beginnt die Menschheit die Fähigkeit zu Träumen zu verlieren. Die es noch können sind auf der Flucht, da ihnen ihre Träume entzogen werden sollen. Leider wird nur sehr wenig Kontext gegeben. Die Protagonisten sind eine Gruppe dieser Flüchtenden. Alle Informationen über die Welt, die Verfolgungsgründe und ähnlichen werden höchstens im Nachhinein von den Figuren erzählt, vieles bleibt auch unbeantwortet. Hauptsächlich ist das Buch eine Schilderung der Flucht durch die Natur, wobei bis zum Ende nicht ganz klar wird, inwieweit das System reicht, von dem geflüchtet wird.
Die Beschreibungen der Natur sind sehr schön, auch mochte ich die Überlegungen dazu, wie man in der Wildnis überleben könnte. Spannungsmomente entstehen, wenn die Protagonisten anderen Menschen begegnen und noch nicht klar ist, ob diese ihnen gut oder schlecht gesinnt sind.
Achtung Spoiler! Auch, dass das Ende so offen war hat mich bei diesem Buch eher gestört. Ich hatte das Gefühl nur einen winzigen Ausschnitt aus einem komplexen Universum präsentiert zu bekommen und nicht wirklich etwas über die Welt der Geschichte mitzunehmen.
Sehr positiv möchte ich aber das großartige Cover hervorheben. Nicht nur der Schutzumschlag ist wunderschön gestaltet, auch die Prägung einer Feder unterhalb des Schutzumschlages hat mich sehr begeistert.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Poesie, Natur und Literatur!

Offene See
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Vor dem Hintergrund des gerade vergangen Zweiten Weltkriegs entführt dieses Buch in die wunderschöne Natur der englischen Küste. Der Protagonist Robert, welcher gerade die Schule beendet hat und nicht ...

Vor dem Hintergrund des gerade vergangen Zweiten Weltkriegs entführt dieses Buch in die wunderschöne Natur der englischen Küste. Der Protagonist Robert, welcher gerade die Schule beendet hat und nicht wie alle in seiner Familie in den Minen arbeiten möchte, begegnet auf seiner Selbstfindungsreise quer durch England der geheimnisvollen Dulcie. Diese lebt abgeschieden in einem Cottage, hat mehr als genug Essen und ist sehr belesen. Robert bleibt bei ihr und tauscht seine Hilfe im Garten gegen Literatur, Hummer und tiefsinnige Gespräche ein. Dabei findet er ein Manuskript und stößt immer wieder auf Hinweise auf Jemanden, der Dulcie mal sehr nahe stand.
Das Buch erzählt den Sommer von Robert und der älteren Dulcie mit einer wunderbaren bildlichen Sprache. Dabei werden viel die Landschaften Englands beschrieben, aber dem Leser wird auch ein Endruck davon vermittelt, wie die Nachkriegszeit auf dem Land war. Ergänzt wird dies alles durch die Erwähnung zahlreicher literarischer Werke und den Gedichten, die eine geheimnisvolle Frau für Dulcie verfasst hat.
Das Buch ist gut zu lesen, allerdings dürfen einen Landschaftsbeschreibungen nicht langweilen. Der Leser erfährt recht schnell alles über Robert, aber Dulcies Leben bleibt bis zum Schluss verschwommen und voller Fragen, was die Spannung erhöht. Robert kann, trotz des historischen Kontextes, also Identifikationsfigur dienen und regt einen an die Natur aus seinen Augen wahr zu nehmen. Ein paar Kleinigkeiten werden doppelt beschrieben, beispielsweise der Zaun vor Dulcies Cottage, was aber nicht weiter stört.
Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Vor allem der Leineneinband und die geprägte Goldschrift lassen es sehr edel wirken. Die motivisch eher schlichte Gestaltung passt gut zu der Geschichte und gibt nicht zu viel vom Inhalt preis. Ein weiteres schönes Detail ist das Lesebändchen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, es ist wundervoll geschrieben und lässt einen die englische Sommersonne auf der Haut fühlen.

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