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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2023

Verlorenes Finnland

Das Mädchen auf der Himmelsbrücke
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Ich bin jemand, dem aufgrund des eigenen familiären Hintergrundes die Ukraine-Problematik sehr nahe geht, seit langem - nicht erst seit einem knappen Jahr - bestimmt sie ein Leben sozusagen mit. Und so ...

Ich bin jemand, dem aufgrund des eigenen familiären Hintergrundes die Ukraine-Problematik sehr nahe geht, seit langem - nicht erst seit einem knappen Jahr - bestimmt sie ein Leben sozusagen mit. Und so war ich gespannt darauf, mir ein Werk der finnischen Autorin Eeva-Liisa Manner zu Gemüte zu führen.

Sie - die bereits seit einigen Jahrzehnten Verstorbene - kam nämlich aus Wyborg, finnisch Viipuri, einer Stadt, die mir sehr am Herzen liegt - ich möchte unbedingt mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Ehemals finnisch, wurde sie nämlich im Winterkrieg von der Sowjetunion annektiert und gehört nun zu Russland. Zu gern hätte ich mehr darüber erfahren, doch ist dies eher eine Art etwas lebensnaheres "Alice im Wunderland", in dem die sich unverstanden fühlende kindliche Heldin durch die Stadt lebt und so einiges dabei mitnimmt. Aber nichts von dem, was ich erwartete.

Ich hätte wohl einfach mehr achtgeben müssen auf die Vorinformationen...

Veröffentlicht am 13.02.2023

Nach Jurek

Spinnennetz
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Aber Jurek Walter, die Nemesis aller Mörder, ist doch tot! Joona Linna höchstpersönlich hat ihm das Leben genommen - dafür gab es zig Gründe. Und es gibt auch Beweise, dass er nicht mehr unter den Lebenden ...

Aber Jurek Walter, die Nemesis aller Mörder, ist doch tot! Joona Linna höchstpersönlich hat ihm das Leben genommen - dafür gab es zig Gründe. Und es gibt auch Beweise, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt.

Warum bloß wird immer wieder an ihn angeknüpft - auf die eine oder andere Art. Joonas Kollegin Saga Bauer hat vor langer Zeit eine Botschaft mit neun Kugeln erhalten. Die letzte soll Joona gelten, die vorher eingeplanten Todeskandidaten werden nicht benannt. Dabei ist Saga gerade erst aus der Reha raus und arbeitet gegenwärtig gar nicht im Kommissariat.

Doch Joona weiß: ohne Saga bekommt er mit dem Team, das ihm zur Verfügung steht, es nicht hin, die Totgeweihten, von denen man zunächst nicht weiß, wer sie sein wollen, zu retten. Sein Team sträubt sich zunehmend gegen ihre Einbindung, teilweise wird sie gar verdächtigt.

Zu Recht? Soweit kann ich schonmal gehen, dass ich verrate, dass es sehr, sehr blutig und ebenso erbarmungslos sind. Und dass manche der Opfer sehr überraschen, vielleicht sogar alle.

Lars Kepler, bzw. das Team, das hinter diesem Pseudonym steht, verfährt nach seinem üblichen Schema: Gewalt und viel Aktion, aber auf die originelle Art. Dennoch, diesmal gab es aus meiner Sicht zu viele Redundanzen zu früheren Ereignissen, zu brutal ging es zu. Dennoch macht es immer wieder Spaß, einen Fall mit Joona und Saga zu lesen. Wenn sie auch ein wenig andere Rollen einnehmen als zuvor - das ist sicher einer der spannenden Aspekte an diesem 11. Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 13.02.2023

Inspirierend auf eine sehr individuelle Art

Lichte Tage
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Ja, Sarah Winman hat einen sehr eigenen Stil und sie fordert viel von ihren Lesern. Aber definitiv nicht mehr, als sie ihnen gibt - das Gegenteil ist der Fall! Wenn man nämlich bereit ist, ganz ...

Ja, Sarah Winman hat einen sehr eigenen Stil und sie fordert viel von ihren Lesern. Aber definitiv nicht mehr, als sie ihnen gibt - das Gegenteil ist der Fall! Wenn man nämlich bereit ist, ganz tief einzutauchen in diesen ganz besonderen Roman über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und die Bereitschaft, sich für andere aufzugeben - dann bekommt man sehr viel zurück. Und zwar nicht nur Stoff zum Nachdenken über das eigene Leben, den Sinn darin und die Erkenntnis, dass man sich auf das Wesentliche beschränken sollte - nicht nur beim In-Sich-Hineinhorchen. Nein, auch in der Selbstaufgabe sowie in dem, was man bereit ist, für andere zu investieren.

Sarah Winmans Stil ist nicht nur sehr eigen, er ist auch sehr englisch auf die anspruchsvolle, warmherzige, dabei auch ziemlich verschrobene Art. Ich habe Orte (vor allem Oxford), aber auch Marotten und Eigenheiten wiedererkannt, die für mich untrennbar mit diesem Land verbunden sind.

Hier jedoch wird dies alles an mich zurückgespielt. Ein Roman, in den man sich fallen lassen muss, einer, für den man sich - obwohl alles andere als dick - richtig Zeit nehmen muss. Umgekehrt nimmt dieser sich aber auch Zeit für seine Leser - das kann ich versprechen!

Veröffentlicht am 11.02.2023

Fantasy - eigentlich ziemlich normal

Witches of Brooklyn - Total verhexte Tanten
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Effie ist eigentlich nur ein trauriges kleines Mädchen, als sie zu Selimene und Carlotte nach Brooklyn kommt - sie hat gerade ihre Mutter verloren und muss nun zu diesen steinalten, langweiligen ...

Effie ist eigentlich nur ein trauriges kleines Mädchen, als sie zu Selimene und Carlotte nach Brooklyn kommt - sie hat gerade ihre Mutter verloren und muss nun zu diesen steinalten, langweiligen Tanten.

Oh Mann, wie sie das wohl durchstehen wird? Sie soll sogar Kakao trinken, igitt! Und überhaupt, diese Selimene ist überhaupt gar nicht nett, aber Carlotta ist eigentlich gar nicht so übel und als sie zur Schule gebracht wird, lernt sie sofort zwei neue Freunde kennen. Ganz so übel ist das Leben also doch nicht, vor allem, als sie merkt, dass das Leben bei den Tanten magische Komponenten birgt. Auch für sie selbst.

Und außerdem trifft sie einen gaaaanz berühmten Popstar, der zwar nicht sie, aber doch ihre neue Freundin vollkommen zu begeistern mag. Und der - vielmehr die- denn es ist die unfassbare Tily Shoo, die auch ihre HIlfe braucht. Einfach unglaublich.

Aber für mich ist das Beste, dass sich hier Erwachsene bei Kindern entschuldigen und mit ihnen beraten. Ganz normal! So normal, dass es fast schon wieder magisch ist. Ein wirklich berührender Comic nicht nur für Kinder!

Veröffentlicht am 29.01.2023

Ich bin verliebt bis zum Gehtnichtmehr

Kummer aller Art
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Und schwebe ähnlich abgehoben wie Frau Wiese durch die Weltgeschichte.

Frau Wiese ist zusammen mit Herrn Pohl die Nachbarin, mit der Mariana Leky (wahrscheinlich fiktiverweise) am meisten zu tun hat ...



Und schwebe ähnlich abgehoben wie Frau Wiese durch die Weltgeschichte.

Frau Wiese ist zusammen mit Herrn Pohl die Nachbarin, mit der Mariana Leky (wahrscheinlich fiktiverweise) am meisten zu tun hat und über die sie oft und gerne berichtet - warmherzig und mit einem Augenzwinkern, wie es halt ihre Art ist. Ebenso wie über ihre Eltern, Onkel Ulrich und diverse Patenkinder und -tanten, die mir sehr sympathisch sind, da ich auch in dieses System der Wahlverwandtschaft eingebunden bin.

Die kurzen Kolumnen der Autorin sind wie gemacht, um für gute Laune oder zumindest ein bisschen Zuversicht zu sorgen. Auch wenn hier durchaus schräge Typen vorkommen, es sind doch auch immer welche von den Erwähnten in der Nähe, um für positive Erlebnisse zu sorgen. Einmal gibt es sogar ein Wiedersehen mit Dieter, dem einzigen Patienten, den die Autorin je hatte - als Kind im Hause ihres Vaters, der diesen eigentlich zu betreuen hatten - der Gipfel an Warmherzigkeit und Originalität.

Desgleichen erfreuen mich immer wieder die Reminiszenzen ans Rheinland - Frau Leky ist ebenso wie ich in Kölle jeboren: mal hat einer einen Ratsch im Kappes, mal heißt jemand wie ein Kölner Stadtteil (nämlich Kriel - wie mein Veedel) - hier passt einfach alles. Und das, obwohl ich gar keine Kurzgeschichten mag. Also, normalerweise nicht. Aber diese hier schon. Es sind ja auch Kolumnen

Mehr noch: ich liebe sie. Heiß und innig. Und werde das Buch immer mal wieder in die Hand nehmen, um mich an meinen liebsten Sequenzen zu erfreuen. Zudem werde ich den Band jedem schenken, dem ich ein bisschen gute Laune ins Haus bringen will!