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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2022

Feuer von A bis Z

Das Feuerbuch
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Hier bekommt man absolut detaillierte Informationen zum Feuer. Denn die Autorin Astrid Schulte beschäftigt sich und andere eingehend mit diesem Thema: sie gibt sogar Kindern das Feuermachen bei. Und zwar ...

Hier bekommt man absolut detaillierte Informationen zum Feuer. Denn die Autorin Astrid Schulte beschäftigt sich und andere eingehend mit diesem Thema: sie gibt sogar Kindern das Feuermachen bei. Und zwar mit Feuerstahl - dieser liegt dem Buch auch gleich bei - und Zunderschwamm.

Ein ganz besonderes, ungewöhnliches Outdoor-Erlebnis, das nicht ungefährlich ist. Aber die Autorin beschäftigt sich gerade mit diesen Gefahren sehr ausführlich. Obwohl es ein Buch hauptsächlich für Kinder ist, enthält es auch jede Menge Tipps "für die Großen". Und so wird schnell sonnenklar: ohne die, nämlich ohne Aufsichtspersonen, läuft hier nichts.

Vor allem geht es hier um Feuermachen im Wald was - Obacht! - nur an gaaaaanz vereinzelten, extra festgelegten Stellen geschehen darf. Aber es gibt auch Tipps für Feuer im Garten bspw. wird eine Feuerschale vorgestellt, die man speziell dafür verwenden kann.

Ein wundervolles und wichtiges Buch - sehr mit Vorsicht zu genießen: aber auch mit Achtung, Ausdauer und Konzentration!

Veröffentlicht am 27.06.2022

Ein spannendes Israel-Buch

Mein Israel und ich - entlang der Road 90
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ist der ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht hier gelungen, in dem sie den Focus auf den Alltag der Menschen richtet, auf das, was sie bewegt, aber auch auf das, was ihr und ihren Lieben in der Zeit, die ...

ist der ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht hier gelungen, in dem sie den Focus auf den Alltag der Menschen richtet, auf das, was sie bewegt, aber auch auf das, was ihr und ihren Lieben in der Zeit, die sie dort in dem Land gelebt haben, wichtig geworden, ans Herz gewachsen ist.

So gibt es auch ein Lieblingsrezept ihres Sohnes, das echt ganz einfach zu bereiten ist als warme, bekömmliche Alltagsmahlzeit und mit Rezept enthalten ist.

Ich bin eingefleischte Tagesschau und insgesamt ARD-Guckerin und konvertiere zwischendurch nur mal für einen Film oder eine Serie. Das wird sich auch jetzt nicht ändern, obwohl mir Nicola Albrecht ans Herz gewachsen ist - aber vielleicht hat sie ja mal Lust, zum Ersten zu wechseln!

Veröffentlicht am 25.06.2022

Familie muss weh tun!

Der Papierpalast
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Jedenfalls ist das in dieser Familie der Fall!

Die Familie bzw., das was von ihr geblieben ist: die Mutter Wallace und die beiden Töchter Anna und Elle verbringen die Essenz des Jahres, den ...

Jedenfalls ist das in dieser Familie der Fall!

Die Familie bzw., das was von ihr geblieben ist: die Mutter Wallace und die beiden Töchter Anna und Elle verbringen die Essenz des Jahres, den Sommer, Jahr für Jahr in der familieneigenen Residenz, einer Art amerikanischer Datsche, die schon vom Opa erbaut wurde, in Cape Cod. Es sind einzelne, halb zusammengekrachte Hütten, liebevoll "Papierpalast" genannt.

Ergänzt durch Männer - zunächst den der Mutter, später dann die der Töchter - und immer war Jonas dabei, Elles Kindheitsfreund, dessen große Liebe sie jahrzehntelang war.

Der Vater ist längst abhanden gekommen und wird zumeist von einem wechselnden Reigen temporärer Stiefmütter, eine toxischer als die andere, bewacht. Keine davon seinen Töchtern wohlgesonnen.

Insgesamt scheint es, als würde das Credo der Familie über Generationen weitervererbt: Familie muss wehtun!

Ein süffiger, eingängiger, stellenweise faszinierender, leider über weite Teile recht oberflächlicher Roman, in dem Frauen als Weibchen behandelt werden. Mir tut es Leid, dass in Zeiten wie diesen hier immer noch die Frau gewinnt, die den aktuell im Angebot befindlichen Mann am besten um den Finger wickeln kann - sowohl in der Liebe selbst als auch im Familienverbund.

Ich habe diesen Roman dennoch als recht unterhaltsam empfunden, habe mich aber beim Lesen auch immer wieder geärgert über die "Weibchen-Darstellungen" der Autorin.

Und ich kann mir vorstellen, dass Susan Sontag oder aber auch Louise Erdrich und Anne Tyler ihn einfach nicht verstehen würden. Wenn doch, würden sie ihn der Autorin um die Ohren hauen würde - so schreibt keine selbstbewusste, im Leben stehende Gegenwartsamerikanerin!

Veröffentlicht am 21.06.2022

Ein ebenso typisches wie untypisches Leben im 20. Jahrhundert

Minna. Kopf hoch, Schultern zurück
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Autorin Felicitas Fuchs - in Wahrheit ist sie eine andere - schreibt über ihre Großmutter Minna, deren Geschichte hier in Düsseldorf beginnt, in Wahrheit jedoch irgendwo in einem kleinen Ort in Rheinland.

In ...

Autorin Felicitas Fuchs - in Wahrheit ist sie eine andere - schreibt über ihre Großmutter Minna, deren Geschichte hier in Düsseldorf beginnt, in Wahrheit jedoch irgendwo in einem kleinen Ort in Rheinland.

In Düsseldorf kommt sie genau richtig an: sie ist fast 20, bereit zu leben und zu erleben - und sie ist bereit, zu arbeiten. Sie kann auch schon was, nämlich nähen und das ist etwas, das zu der Zeit - Mitte der 1920er Jahre - viele Menschen begehren. Doch bevor sie sich eine Existenz aufbaut, heiratet sie - und zwar weit über ihrem Stand. Fritz ist zehn Jahre älter, hat studiert, ist das einzige Kind und heiratet Mia, wie Minna sich fortan nennt, gegen den Willen seiner Eltern.

Minnas Mutter und Geschwister nehmen Fritz offen auf, doch er fühlt sich dort nicht so richtig wohl. Und das, obwohl Minna alles gibt und eine elegante Schneiderei eröffnet, die bei den schicken Düsseldorfer Damen absolut boomt. Oder gerade deswegen?

Nach sechs wilden Jahren landen beide - ohne Kinder und ohne Geld - und lassen sich scheiden. Minna verschlägt es nun nach Minden, der Heimat ihrer Mutter, in diese seit einigen Jahren wieder lebt - gemeinsam mit einem Bruder.

In dieser Provinzstadt erlebt die Familie den Nationalsozialismus und den Zusammenbruch des Dritten Reiches. Und verlieren einmal mehr alles.

Wie so viele Schicksale ist dies ebenso typisch wie untypisch. Denn jeder hat sein eigenes Bündel zu tragen, bzw. tragen sie es hier alle zusammen.

Minna hat kein glückliches Leben, allerdings hat auch sie viele schöne und spannende Momente. Ein Leben wie ein Roman, ja es ist es tatsächlich. Die Großmutter der Autorin hat eher mehr erlebt als so manche Romanheldin und vertracktere wie auch tragischere Situationen überstanden.

Aus meiner Sicht wäre dieser Roman stilistisch etwas ausbaufähig gewesen - ihr gelingen - so meine Ansicht - Krimis mit Abstand am besten. Dennoch ist dieser Roman, in dem es vor allem um die1920er bis 1950er Jahre geht, ausgesprochen interessant zu lesen und empfehlenswert für Leser, die sich für Lebenswege "normaler" Menschen interessieren!

Veröffentlicht am 17.06.2022

Einen Sternenhimmel voller schöner Worte und Gedanken

Unter dem Sternenhimmel
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beschert uns Elisabeth Büchle mit diesem bezaubernden, winterlichen Buch!

Wie so oft in den Romanen von Elisabeth Büchle ist eine scheinbar hoffnungs- und ausweglose Situation Ausgangpunkt dieser romantischen ...

beschert uns Elisabeth Büchle mit diesem bezaubernden, winterlichen Buch!

Wie so oft in den Romanen von Elisabeth Büchle ist eine scheinbar hoffnungs- und ausweglose Situation Ausgangpunkt dieser romantischen Weihnachtsgeschichte. Noa hat kein Geld und auch sonst nichts, wenn auch die Autorin im Hinblick auf ihre Protagonistin zunächst überraschend geheimnisvoll daher kommt. Aber dann erhält sie - ausgerechnet durch Chiara, die Heldin der letztjährigen Weihnachtsgeschichte, eine Chance und zwar eine ganz große, nämlich die, ihren lang gehegten Lebenstraum zu erfüllen und einen Mix aus Café und diversen Läden zu eröffnen. Aber war Chiara nicht zu voreilig mit ihrer umfassenden, bereitwilligen Hilfe? Zunächst scheint es so, als ob Noa vor allem durch die Unterstützung bzw. Mitarbeit anderer zu exisitieren scheint - und das ist bald vor allem der junge Tischler Jonas, der schon einiges in seinem Leben erlebt hat - wird er eine erneute Enttäuschung erleben? Nicht bei Elisabeth Büchle, auch wenn hier trotz der Kürze des Romans etliche Umwege eingeschlagen und Klippen umschifft werden müssen, bevor es zu einem überaus runden, so erhofften, dennoch in vielerlei Hinsicht überraschenden Ende kommt, an dem sich das Herz erfreuen kann.

Also Romantik pur? Dazu ein dreifaches lautes "Ja"; aber es ist eine Romantik, die im Hier und Heute stattfindet: also keine mit romantischen Schlittenfahrten, sondern eher eine mit Allradantrieb. Aber keine Sorge, es sind mehr als genug Lichter am Sternenhimmel vorhanden, um die Geschichte und die Herzen sowohl der eingebundenen Charaktere als auch der Lesenden zu erfüllen - es ist schließlich Weihnachten und die Lichter am Himmel - die sind sowohl zeitlos als auch unabhängig von jedweder Technik.

Ebenso zeitlos, wie dies auch wahre Liebe und wahrhaftige Freundschaft sein sollte: zwei Werte, die uns Elisabeth Büchle in diesem Buch eindringlich vor Augen führt und die wie zarte Pflänzchen zu pflegen und zu hegen sind. Man sollte immer wissen, auf wen man sich verlassen kann - und das ist immer auch der christliche Glaube, der in diese Geschichte ganz unauffällig eingebunden und dennoch nicht von ihr zu trennen ist.

Elisabeth Büchle schreibt einfühlsam, feinfühlig und dabei stets humorvoll - und vor allem sehr atmosphärisch - man sieht sich in Noas Cafe sitzen, den duftenden Tee trinkend und vom köstlichen Apfelkuchen (das Rezept steht im Buch drin) naschend. Ein Buch, das wie gemacht ist für die Feiertage, denn es versetzt den Leser in die passende Stimmung. Dennoch ist es auch ein Genuss für trübe Herbsttage, denn die Handlung reduziert sich längst nicht nur auf die Weihnachtszeit.

Wenn Sie das ideale Weihnachtsgeschenk für jemanden suchen, den Sie nicht ohne eine Botschaft, ohne einen Segen belassen wollen - dann greifen Sie zu und schnappen sich am besten gleich zwei Exemplare - man sollte die Selbstfürsorge nicht außer acht lassen!