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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2025

Viel mehr als nur die Geschichte eines Kreuzfahrtschiffs

Fernwehland
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Nachdem ich von der Autorin bereits "Die Sehnsucht nach Licht" mit Begeisterung gelesen habe, hat Kati Naumann auch hier wieder ein interessantes Stück (Ost-)deutscher Geschichte mit toller Hand zu Papier ...

Nachdem ich von der Autorin bereits "Die Sehnsucht nach Licht" mit Begeisterung gelesen habe, hat Kati Naumann auch hier wieder ein interessantes Stück (Ost-)deutscher Geschichte mit toller Hand zu Papier gebracht.

Wir erfahren die Historie eines alten Kreuzfahrtschiffs, das seit den 40er Jahren unter verschieden Flaggen und mit unterschiedlichen Namen unterwegs war, zu DDR-Zeiten zu einem günstigen Preis aufgekauft wurde und "verdienten Bürgern" für Erholungsfahrten zur Verfügung gestellt wurde. Wir lesen aber auch die Geschichte von Stewardes Simone und Matrose Henri, die in jungen Jahren auf dem Schiff gearbeitet und sich dort kennengelernt haben und nun in gesetztem Alter noch mal eine Fahrt mit "ihrem" Schiff unternehmen, bei der sie auf die Schwedin Frida treffen, eine ältere Dame, die auch ganz besondere Erinnerungen mit dem Schiff verbindet.

Das Buch erzählt die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen, bei denen wir allmählich die Bedeutung von Fluß, Meer und Schiffahrt für Henris und Simones Familie erfahren, ebenso wird der Bezug zu einem mittlerweile zusammengebrochenen System stetig aufrechterhalten ohne dauernd den mahnenden Finger zu erheben. Dabei sind die einzelen Figuren ganz wunderbar und doch so unterschiedlich gezeichnet, mit einigen wird man sofort warm, bei anderen daurt dies eine ganze Weile.

Für mich wieder ein sehr interessanter, unterhaltsamer und manches Mal auch nachdenklich machender Roman, bei dem ich wieder Neues aus der deutsch-deutschen Vergangenheit lesen durfte, was mir bisher absolut unbekannt war.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Gelungener Genre-Mix

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Nikata und Elijah sind bereits als Jugendliche ein Paar und leben in einer kleinen Küstenstadt in den USA, als es Elijah in die Großstadt zieht, um dort Schriftsteller zu werden. Sein Buch verkauft sich ...

Nikata und Elijah sind bereits als Jugendliche ein Paar und leben in einer kleinen Küstenstadt in den USA, als es Elijah in die Großstadt zieht, um dort Schriftsteller zu werden. Sein Buch verkauft sich jedoch mehr schlecht als recht. Als er nach Jahren wieder in die Heimat zurückkehrt, wird in der Nähe von Elijahs Elternhaus eine Frau erhängt aufgefunden. Ist es Selbstmord oder sollte dieser nur als solcher dargestellt werden. Die ganze Szenerie weist verdächtige Parallelen zu Elijahs Roman auf. Schnell gerät er in den Verdacht der örtlichen Polizeiermittler. Kann ihm Nikate beistehen und hat ihre alte Liebe nch eine Chance?

Dieser tolle Roman ist für mich eine gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Krimi und auch Naturbeschreibung und passt so recht in keins der gängigen Genres. Gekonnt hat die Autorin hier das Kleinstadtleben mit all seinen Eigenheiten gezeichnet, in denen so unterschiedliche Charaktere aufeineandertreffen. Für mich steht hier vor allem die so geradlinige Nikata im Vordergrund, eine gleichzeitig warmherzig, dann doch wieder etwas kühl wirkende junge Frau, die gerade in Gefühlsdingen schon so einiges im Leben durchmachen musste und dennoch immer ihren Weg geht. Auch die eingeflochtenen Landschaftsbeschreibungen sind hier wunderbar gelungen, ohne kitschig zu wirken. Letzlich war für mich auch der Todesfall für mich sehr spannend, eine Auflösung zeichnete sich für mich erst kurz vor Schluss ab, auch wenn die Zahl der Verdächtigen begrenzt ist.

Eine sehr überzeugende und ungewöhnliche Geschichte, die ich sehr gerne empfehle!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Zwischen Genialität und Wahnsinn

Wackelkontakt
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Schwindelerregend wie das für mich geniale Cover ist auch die Geschichte: Franz Escher wartet auf den Elektriker und liest währenddessen ein Buch über Elio Russo, den Kronzeugen in einem Mafiaprozess. ...

Schwindelerregend wie das für mich geniale Cover ist auch die Geschichte: Franz Escher wartet auf den Elektriker und liest währenddessen ein Buch über Elio Russo, den Kronzeugen in einem Mafiaprozess. So weit, so gut. Elio Russo wartet auf seine Entlassung und liest währenddessen ein Buch über Franz Escher, der auf den Elektriker wartet. So geht es in diesem Roman mit Perspektivwechseln, die man manchmal gar nicht richtig merkt, hin und her, ohne dass einem langweilig wird. Ich habe förmlich schon auf den Wechsel gewartet, der immer nur wenige Seiten auf sich warten lässt.
Die Geschichte ist für mich eine extrem gut ausgeklügelte Story, die so recht in kein Genre einzuordnen ist, sich aber dennoch leichtgängig liest: Skurril und spannend gleichzeitig, es gibt auch einen Toten, oder ist das auch nur Fiktion? Die Frage, auf die für mich alles hinausläuft ist, ob die beiden sich irgendwann einmal begegnen, sei es im Buch oder in der Wirklichkeit?
Empfehlen kann ich nicht nur von ganzem Herzen diesen ungewöhnlichen Roman, sondern auch, sich die im Buch beschriebenen und so toll zu dieser Geschichte passenden sich gegenseitig malenden Hände einmal anzusehen.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Wunderbare Geschichte über mehrere Zeitebenen

Der Unendlichkeit so nah
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Die junge Geowissenschaftlerin Emma hat sich für das Auswahlverfahren als Astronautin beworben. Ihre Chancen stehen nicht schlecht, doch sowohl von Seiten ihrer Freundes als auch ihrer Eltern erfährt sie ...

Die junge Geowissenschaftlerin Emma hat sich für das Auswahlverfahren als Astronautin beworben. Ihre Chancen stehen nicht schlecht, doch sowohl von Seiten ihrer Freundes als auch ihrer Eltern erfährt sie nur Ablehnung. Davon enttäuscht, flieht sie erst einmal für eine Auszeit nach Hawaii, wo sie über eine Freundin deren Sohn Elias kennenlernt, der selbst auch Wissenschaftler ist.

Auf einer zweiten Zeitebene kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs, wird die Geschichte der beiden heranwachsenden Freundinnen Marie und Susannah erzählt.

Der Autorin ist hier eine toller Mix gelungen, bei dem geschickt die verschiedenen Zeiten verwoben werden, in denen es jedoch ähnliche Problematiken gibt. Erst allmählich wird dem Leser der Zusammenhang zwischen den Frauen und ihren Familien bewusst. Ein Stammbaum im Bucheinband ist dabei hilfreich, sollte jedoch vielleicht beim Lesen erst einmal ignoriert werden, wenn man nicht gespoilert werden möchte.

Mir haben beide Zeitebenen sehr gut gefallen, so unterschiedlich die Charaktere auch sind, alle machen hier im Verlauf der Geschichte eine große Entwicklung mit. Auch die aufgezeigten, manchmal nur unterschwellig spürbaren, Parallelen zwischen den Frauen haben mir sehr gut gefallen.Tolle Landschaftsbeschreibungen auf Hawaii, bei denen man sich gleich mit vor Ort fühlen durfte, wechseln sich ab mit interessanten historischen Fakten. Dabei ist der Schreibstil leichtgängig, so dass ich das Buch in kürzester Zeit ausgelesen habe. Der Roman ist als Dilogie geplant, auf eine Fortsetzung der Geschichte, in der dann wohl mehr die Gegenwartsebene Im Vordergrund stehen wird, freue ich mich bereits!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Magische Reise in den hohen Norden

Rentierküsse und Polarmagie
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Als die junge Sophie sich im Job und ihrer Beziehung nicht mehr wohlfühlt, bewirbt sie sich spontan um eine Stelle in einem Wildtierpark in Norwegen. Im hohen Norden angekommen, erlebt sie, dass das Leben ...

Als die junge Sophie sich im Job und ihrer Beziehung nicht mehr wohlfühlt, bewirbt sie sich spontan um eine Stelle in einem Wildtierpark in Norwegen. Im hohen Norden angekommen, erlebt sie, dass das Leben dort hart ist und nicht so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat. Auch der brummige Kollege Noel macht ihr das Leben schwer. Erst als Sophie sich um ein verletztes weisses Rentier kümmern kann, fühlt sie sich allmähllich angekommen.

Wie alle Bücher des Flamingo Tales Verlags, die ich bisher gelesen habe, ist auch dieser Roman wieder wunderschön geschrieben. Die Verknüpfung von Beruf, Berufung und einer tollen fremden Landschaft und deren Bewohnern lässt auch hier bei mir als Leser wieder das Fernweh sehr gross werden. Die Autorin nimmt uns mit in ein wunderbares Land und lässt uns teilhaben an dem nicht immer leichten Leben der Menschen und deren Gebräuche, vermittelt ein enges Miteinander in einer kargen und doch so innig anmutenden Gegend. Natürlich kommt auch diesmal die Liebe nicht zu kurz, ohne kitschig daherzukommen. Nicht zuletzt die Geschichte mit dem weissen Rentier ist so warmherzig beschrieben, dass ich dieses Buch in kürzester Zeit mit einem tollen Gefühl beendet habe.

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