Viel mehr als nur die Geschichte eines Kreuzfahrtschiffs
FernwehlandNachdem ich von der Autorin bereits "Die Sehnsucht nach Licht" mit Begeisterung gelesen habe, hat Kati Naumann auch hier wieder ein interessantes Stück (Ost-)deutscher Geschichte mit toller Hand zu Papier ...
Nachdem ich von der Autorin bereits "Die Sehnsucht nach Licht" mit Begeisterung gelesen habe, hat Kati Naumann auch hier wieder ein interessantes Stück (Ost-)deutscher Geschichte mit toller Hand zu Papier gebracht.
Wir erfahren die Historie eines alten Kreuzfahrtschiffs, das seit den 40er Jahren unter verschieden Flaggen und mit unterschiedlichen Namen unterwegs war, zu DDR-Zeiten zu einem günstigen Preis aufgekauft wurde und "verdienten Bürgern" für Erholungsfahrten zur Verfügung gestellt wurde. Wir lesen aber auch die Geschichte von Stewardes Simone und Matrose Henri, die in jungen Jahren auf dem Schiff gearbeitet und sich dort kennengelernt haben und nun in gesetztem Alter noch mal eine Fahrt mit "ihrem" Schiff unternehmen, bei der sie auf die Schwedin Frida treffen, eine ältere Dame, die auch ganz besondere Erinnerungen mit dem Schiff verbindet.
Das Buch erzählt die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen, bei denen wir allmählich die Bedeutung von Fluß, Meer und Schiffahrt für Henris und Simones Familie erfahren, ebenso wird der Bezug zu einem mittlerweile zusammengebrochenen System stetig aufrechterhalten ohne dauernd den mahnenden Finger zu erheben. Dabei sind die einzelen Figuren ganz wunderbar und doch so unterschiedlich gezeichnet, mit einigen wird man sofort warm, bei anderen daurt dies eine ganze Weile.
Für mich wieder ein sehr interessanter, unterhaltsamer und manches Mal auch nachdenklich machender Roman, bei dem ich wieder Neues aus der deutsch-deutschen Vergangenheit lesen durfte, was mir bisher absolut unbekannt war.