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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Real Americans
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Wie der Titel fast schon ahnen lässt, lesen wir hier einen amerikanischen Roman, wie er fast typischer nicht sein kann. Es ist die Geschichte einer chinesischen Einwandererfamilie, deren Hintergrund wir ...

Wie der Titel fast schon ahnen lässt, lesen wir hier einen amerikanischen Roman, wie er fast typischer nicht sein kann. Es ist die Geschichte einer chinesischen Einwandererfamilie, deren Hintergrund wir aus der Sicht von drei Generationen erfahren.
Im ersten Abschnitt gibt es Mutter Lily im Jahr 1999, die sich in den aus reichen Verhältnissen stammenden Amerikaner Matthew verliebt und von ihm Sohn Nick bekommt. Dessen Leben, aufgewachsen ohne Vater, steht dann 2021 im Mittelpunkt, Nick macht sich auf die Suche nach dem unbekannten Vater und kann mit dessen Hilfe an einer Elite-Universität studieren. Schließlich lernen wir im letzten Abschnitt die Großmutter May kennen, aufgewachsen in China und als junge Frau in die USA gekommen.
Das Buch erzählt vor allem eine Geschichte von fehlender Zugehörigkeit, Heimatlosigkeit, ein zwischen-den-Fronten-Stehen. Gerade die Großmutter- und Mutter-Generation haben es nie geschafft, für sich ein eigenes Zuhause zu finden, sowohl in China als auch in den USA waren sie Fremde oder fühlten sich zumindest so. Auch der große Konflikt zwischen Arm und Reich in einem Land, in dem alles möglich scheint und in dem doch wieder jeder kämpfen muss, wird hier thematisiert, angeführt auch von einer immer schwelenden Sprachlosigkeit zwischen den Generationen.
Sehr feinfühlig, zwischendurch aber durchaus auch ungeschönt ist der Sprachstil der Autorin, die selbst asiatischer Herkunft ist und daher sicherlich einige autobiographische Züge in ihre Erzählung hat einfließen lassen. Ein großes Werk, das mir einen interesssanten Teil der amerikanischen Multi-Kulti-Kultur um einiges nähergebracht hat und das ich sehr empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Freund oder Feind?

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Der bekannte Autor Marceau Miller wird in der Nähe des Genfer Sees am Fuss einer Felswand tot aufgefunden, offenbar ein Kletterunfall. Trotz einiger Ungereimtheiten hinsichtlich der Auffindungssituation ...

Der bekannte Autor Marceau Miller wird in der Nähe des Genfer Sees am Fuss einer Felswand tot aufgefunden, offenbar ein Kletterunfall. Trotz einiger Ungereimtheiten hinsichtlich der Auffindungssituation will die Polizei Millers Tod als tragisches Unglück schnell zu den Akten legen. Seine Frau Sarah glaubt jedoch, dass hier jemand nachgeholfen hat, zumal Miller in einem posthum durch seinen Anwalt übersandten Brief durchblicken lässt, dass sein letzter, noch nicht veröffentlichter Roman Einiges aus der Vergangenheit ans Tageslicht bringen wird. Doch das Manuskript ist offensichtlich verschwunden. Sarah beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, ein gefährliches Unterfangen.
Dieser absolut rasante und spannende Roman ist eine tolle Mischung aus Krimi, Thriller, Familiengeschichte und Gesellschaftsroman. Lange weiss man nicht, wer Freund und wer Feind ist, wer hängt alles in der Geschichte mit drin und warum und wem kann man am Ende auch aus dem Freundeskreis überhaupt trauen? Temporeich begleiten wir dabei Sarah durch die französisch-schweizer Bergwelt und über den Genfer See, hinter jedem Kapitel verbirgt sich dabei eine neue Überraschung. Verschiedene Wendungen haben mich dabei bis zum Ende richtig mitreißen können, eine tolle und empfehlenswerte Story!

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Spannender Pageturner

Der Fjord
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Amelias Schwester Rose ist vor einiger Zeit nach dem Besuch einer Party verschwunden. Diese Party ist legendär und wird jährlich wiederkehrend auf dem Feriensitz der reichen Familie Fawley an einem norwegischen ...

Amelias Schwester Rose ist vor einiger Zeit nach dem Besuch einer Party verschwunden. Diese Party ist legendär und wird jährlich wiederkehrend auf dem Feriensitz der reichen Familie Fawley an einem norwegischen Fjord ausgerichtet. Nachdem Amelia durch einen Trick ebenfalls eine Einladung zu der aktuellen Party ergattern konnte, ist ihre Stunde gekommen, um das Verschwinden ihrer Schwester aufzuklären. Dabei begibt sie sich selbst in höchste Gefahr!
Dies ist mein erster Thriller der Autorin und ein wahrer Pageturner. Allein die in sich abgeschlossenen Location auf dem Familiensitz am Fjord geben der Geschichte bereits ein besonderes Spannungsgefühl. Zusammen mit Amelia fühlt man sich auch als LEser ständig beobachtet und verfolgt. Die Autorin hat es meisterhaft verstanden, geschickt Fährten zu legen und uns immer wieder andere Verdächtige zu präsentieren. Wer gehört zu den Guten, wer ist böse? Hierbei wurde der Spannungsfaden allmählich immer größer, ich wusste bis zum Schluss nicht, was ich glauben sollte. Vielleicht hat das meine Erwartungen an ein absolut überraschendes Ende mit einem "Wow-Gefühl" ja auch so in die Höhe getrieben, dass mich die Auflösung zwar überrascht hat, ich aber irgendwie noch mit einem kleinen bisschen mehr gerechnet habe. Ist aber Klagen auf hohem Niveau, der Thriller sorgte bei mir für viele Gänsehautmomente und ist absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Morden in Italien

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Eine bekannte Krimiautorin ist mit einigen "Fans" unterwegs auf Lesereise durch Italien. Mit dabei ist auch Connor, reales Vorbild ihres Krimihelden gleichen Namens, im wahren Leben arbeitet dieser für ...

Eine bekannte Krimiautorin ist mit einigen "Fans" unterwegs auf Lesereise durch Italien. Mit dabei ist auch Connor, reales Vorbild ihres Krimihelden gleichen Namens, im wahren Leben arbeitet dieser für ein Versicherungsunternehmen und hat mit unserer Autorin bereits einen Banküberfall aufgeklärt. Sie will ihn nun im letzten Band ihrer Reihe sterben lassen, da trachtet auch in der Wirklichkeit scheinbar jemand nach Connors Leben. Oder ist hierbei vielleicht sogar jemand anderes gemeint? Vielleicht die Autorin höchstpersönlich?

Eine spannende Story in einer tollen Urlaubsgegend mit einem "cosy" Thema: Ich hatte mich sehr auf diesen Krimi gefreut. Auch die Tatsache, dass die Krimiautorin den Leser höchstpersönlich angesprochen und so mit in die Handlung einbezogen hat, fand ich reine gute Idee. Schlecht gemacht bzw absolut überflüssig waren die seitenweisen Fußnoten, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat und die ich weder witzig noch informativ fand, die aber sehr genervt haben, so dass ich sie bald schon gar nicht mehr gelesen habe. Bei "Amalfi" im Titel hätte ich mir trotz des Krimis durchaus noch etwas mehr Urlaubsfeeling und Lokalkolorit gewünscht.

Das Buch habe ich eigentlich nur noch zu Ende gelesen, weil ich das Motiv und den Täter wissen wollte. Das wirklich überraschende Ende hat hier für mich den Roman tatsächlich noch mal aufgewertet, so dass ich gerade noch knappe drei Sterne für einen ansonsten nicht sehr gut gemachten Krimi vergeben kann.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Auf den Spuren der Ahnen

Schwesternland
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Zum 100. Geburtstag der Großmutter treffen sich Antonia und ihre drei Schwestern im ehemaligen Familiendomizil im Havelland, liebevoll genannt "Schwesternland". Omas Großcousine Max hat ein ganz besonderes ...

Zum 100. Geburtstag der Großmutter treffen sich Antonia und ihre drei Schwestern im ehemaligen Familiendomizil im Havelland, liebevoll genannt "Schwesternland". Omas Großcousine Max hat ein ganz besonderes Geschenk dabei: Ein Ahnengutachten, das bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht und Antonia sofort fasziniert. So macht sie sich auf die Reise nach Frankreich, um den Wurzeln ihrer Familie nachzugehen und trifft dabei auf die Geschichte der jungen Vorfahrin Jeanne Beauvais, über deren schwieriges Leben in Zeiten der Hugenottenverfolgungen wir in einem zweiten Zeitstrang lesen dürfen.

Der Autorin ist hier wieder ein großartiges Werk mit gut recherchiertem historischen Hintergrund gelungen. Gerade die Vergangenheitsebene hat mich hier total fasziniert, waren mir doch die geschichtlichen Hintergründe absolut unbekannt. Jeanne ist ein starke junge Frau, bei der ich mich durch die hautnahen Beschreibungen ihrer Erlebnisse, die meistens nicht sehr einfach waren, immer sehr eng an ihrer Seite gefühlt und mit ihr gelitten habe. Aber auch das starke Interesse Antonias an ihrer Familiengeschichte war hier sehr plastisch und realistisch geschildert.

Die Geschichte hat mich wirklich bis zum Ende absolut fesseln können, sie ist grundsätzlich in sich abgeschlossen, aber wir scheinen uns noch auf weitere Bände freuen zu dürfen, bei denen dann wohl die anderen Schwestern mehr im Mittelpunkt stehen werden.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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