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Veröffentlicht am 22.01.2024

Heroinschmuggel

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht zu es Weihnachten wieder ruhiger zu und der Donnerstagsmordclub mit der ehemaligen Geheimagentin Elizabeth, sowie Joyce, Ron und Ibrahim wünschen sich ein Jahr ...

In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht zu es Weihnachten wieder ruhiger zu und der Donnerstagsmordclub mit der ehemaligen Geheimagentin Elizabeth, sowie Joyce, Ron und Ibrahim wünschen sich ein Jahr ohne Mord. Kurz danach erfahren sie vom tödlichen Kopfschuss der ihren Freund, dem Antiquitätenhändler Kuldesh galt. Bei den Ermittlungen fanden sie heraus, dass er ein Kästchen mit Heroin in seinem Geschäft verwahren sollte. Nun ist er tot und das Kästchen verschwunden. Die Polizisten Donna und Chris, die ein sehr gutes Verhältnis zum Donnerstagsmordclub haben werden vom Fall abgezogen, die übergeordnete Instanz ermittelt nun, jedoch ohne Erfolg. Do gilt es für die Senioren mit nicht legalen Mitteln und ihrer scheinbaren Schusseligkeit und Gebrechlichkeit zu ermitteln.
Ein weiterer Handlungsstrang befasst sich mit dem Neuzugang Mervyn der immer wieder Geld an seine Liebe Tatiana, die er nur aus dem Internet kennt, überweist, damit sie zu ihm kommen kann. Es riecht nach einer Betrugsmasche.
Die persönlichen Probleme der älteren Bewohner, ihr alltägliches Leben und auch der Umgang mit Demenz sind ein großes Thema in diesem sehr kurzweiligen, ernsthaften, humorvollen und spannenden Roman. Die Persönlichkeiten der Protagonisten sind sehr gut beschrieben.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

große Verbrechen fangen immer im Kleinen an

Helle Tage, dunkle Schuld
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Während des zweiten Weltkrieges hat Carl Bruns, da sein Großvater Jude war, unter Tage in Essen gearbeitet. So musste er wenigstens nicht an die Front. Jetzt, nach Kriegsende, darf er wieder als Kriminalkommissar ...

Während des zweiten Weltkrieges hat Carl Bruns, da sein Großvater Jude war, unter Tage in Essen gearbeitet. So musste er wenigstens nicht an die Front. Jetzt, nach Kriegsende, darf er wieder als Kriminalkommissar zum Tod von Anneliese Hoffmann ermitteln ermitteln. Dringend tatverdächtig ist ihr Sohn Arnold, der nicht auffindbar ist. Ihr Erbe, ein Mehrfamilienhaus, geht an ihren kleinen Enkel. Dabei trifft Carl seine Jugendliebe Anne wieder, die mit ihren jüngeren Schwestern Frieda, die Schwiegertochter Annelieses und deren Enkel, sowie der Teenagerin Lotti vor Jahren vor Arnold geflüchtet sind. Arnold gilt als äußerst brutal, kurz vor Ende des Krieges war er bei der Exekution von Zwangsarbeitern maßgeblich beteiligt. Doch auch weitere Polizeibeamte haben Dreck am Stecken, Nazis sind nach wie vor mit wichtigen Ämtern betraut.
Der Roman spielt in der Zeit nach Kriegsende, für die knappen Lebensmittelkarten bekommt man nicht genug zu Essen, der Schwarzmarkt blüht, Gewalt und alte Seilschaften machen besonders Frauen das Leben schwer. Jeder trägt eine Schuld mit sich, selbst wenn man „nur“ weggesehen hat. Große Verbrechen fangen immer im Kleinen an. Der Schreibstil gefällt mir gut, die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Der Roman ist eine Mischung aus Kriminal- und Liebesroman, die historischen Begebenheiten hätte meiner Meinung nach stärker hervorgehoben werden können.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

elizabethanisches London

Das Vogelmädchen von London
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In London im Jahr 1601 verdient die 16-jährige Shay ihr Geld mit Botengängen. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater blind. Sie gehört dem Volk der Aviscutarier an, Menschen, die in den Bäumen leben, ...

In London im Jahr 1601 verdient die 16-jährige Shay ihr Geld mit Botengängen. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater blind. Sie gehört dem Volk der Aviscutarier an, Menschen, die in den Bäumen leben, mit den Vögeln sprechen und die Zukunft vorhersagen können. Als Shay nach der Befreiung von Käfigvögeln vor ihren Häschern über die Dächer Londons flieht trifft sie den etwa gleichaltrigen Nonesuch, der Rollen im Blackfriars Theater spielt. Das Talent der jungenhaften Shay wird schnell erkannt und genutzt. Das Theater, in dem viele Jungen leben wird von herrschaftlichen Männern auch für sexuelle Dienstleistungen aufgesucht. Den aus armen Verhältnissen stammenden Jungen bleibt nichts anderes übrig als dem Willen des Theaterdirektors zu folgen. Bis Nonesuch und Shay ein eigenes Theater gründen. Diese Aktion bleibt vor Königin Elizabeth nicht geheim, sie sucht den Kontakt mit Shay.
Wir erfahren ein wenig über das London zur Zeit der Pest, über das Schicksal der einfachen und armen Bevölkerung, über Ausbeutung, Hunger, Leid, Versklavung und über das Theaterwesen der damaligen Zeit. Die Berichte über die Vogelmenschen sind mehr sehr weit hergeholt, der Anteil Fantasy ist in dem Roman sehr hoch. Ich hätte mir mehr historische Details gewünscht. Es gibt spannende Momente doch insgesamt ist mir das Buch zu langatmig geschrieben.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

Täter und Opfer

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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Nach einer Übernachtung bei ihrer besten Freundin Sara taucht die 16-jährige Larissa nicht bei ihren Eltern auf. Nach einen Streit der beiden war sie dort gar nicht. Hinter einer Marienstatur im tief verschneiten ...

Nach einer Übernachtung bei ihrer besten Freundin Sara taucht die 16-jährige Larissa nicht bei ihren Eltern auf. Nach einen Streit der beiden war sie dort gar nicht. Hinter einer Marienstatur im tief verschneiten Feld bei Schwalbach findet die Polizei ihre Leiche. Gemäß DNA Spuren und Zeugenhinweisen könnte Farwad Mahmoudi, ein abgelehnter afghanischer Asylbewerber, der bereits eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung abgesessen hat, etwas mit dem Mord zu tun haben. Er ist wie vom Erdboden verschwunden. Sara kennt Larissa am besten, gibt jedoch nur zögerlich Informationen an die Polizei weiter. Das gesamte K11 arbeitet auf Hochtouren und dennoch kommen sie nicht weiter. Zudem weiß die Bevölkerung das nach einem Asylbewerber gefahndet wird, die Stimmung kocht hoch und schnell steht der Schuldige fest und mit ihm alle Geflüchteten. Nun haben es die Kommissare Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit einem weiteren ungewöhnlichen Todesfall zu tun. Leichtbekleidet, ohne Schuhe in der Kälte läuft ein mit Bisswunden versehener Mann vor ein Auto. Der Tote saß noch bis vor Kurzem im Gefängnis.
Nele Neuhaus beschreibt die Charaktere ganz hervorragend, egal ob es sich um 16-jährige Schülerinnen, Kommissare oder Täter handelt. Sehr differenziert wird die Flüchtlingsproblematik aufgegriffen, die Frage behandelt, ob unser Rechtssystem gerecht ist und die verhängten Strafen gerechtfertigt sind, die Wut der Menschen, die sich als Opfer sehen. Dabei ist der Kriminalroman hoch spannend mit immer neuen Wendungen und lebensnahen Dialogen versehen. Es ist bereits der 11. Band der Reihe um Pia Sander und Oliver von Bodenstein, Vorkenntnisse benötigt man jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

problematische Reisegesellschaft

Mord im Christmas Express
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Der Nachtzug von London nach Fort Williams hat Verspätung, so erreicht die inzwischen pensionierte Polizistin Roz ihn noch. So muss schnellstens zu ihrer Tochter Heather, bei der die Wehen verfrüht eingesetzt ...

Der Nachtzug von London nach Fort Williams hat Verspätung, so erreicht die inzwischen pensionierte Polizistin Roz ihn noch. So muss schnellstens zu ihrer Tochter Heather, bei der die Wehen verfrüht eingesetzt haben. Schon vor dem Einstieg in den Schlafwagen fallen ihr Meg und Grant aus, sie Influencerin, er ein Reality Star, die alles über sich in ihrer Umgebung und in den öffentlichen Medien über verbreiten. Grant verhält sich abwertend und grob seiner Partnerin gegenüber. Außer dem Zugpersonal fahren u. a. der Staatsanwalt Craig mit, der bei Roz Gefühle auslöst, eine Familie mit Problemen, eine Gruppe junger Menschen, die Konkurrenten für eine Quizshow sind, die ältere Mary mit ihrem Sohn und einem Kater und ein blinder, ungepflegt wirkender Passagier, den nur Roz bemerkt.
Man spürt von Beginn an, das diese Reisegesellschaft Probleme mit sich bringt, der Prolog beschreibt bereits den Tod von Meg. Bis zur Hälfte des Buches werden langatmig die Personen in Zug charakterisiert und deren Geschichten und Beweggründe der Reise beschrieben. Nach dem Entgleisen des Zuges auf verschneiter, abgelegener Gegend in Schottland und dem Auffinden der toten Meg nimmt die Handlung an Fahrt auf und wird spannender. Roz versucht den Täter zu entlarven und an diesen Ermittlungen mit immer neuen Hinweisen nehmen wir teil.
Der Krimi plätschert gemächlich dahin, mit einigen interessanten Wendungen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, auch wenn es am Ende sehr pathetisch zu geht.

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