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Veröffentlicht am 07.06.2023

literarische Apotheke

Das Bücherschiff des Monsieur Perdu
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Jean Perdu lebt nunmehr seit vier Jahren in der Provence, er ist glücklich mit der Bildhauerin Catherine und seinen Freunden. Bis er durch besondere Umstände sein Bücherschiff zurückerhält. Soll er wirklich ...

Jean Perdu lebt nunmehr seit vier Jahren in der Provence, er ist glücklich mit der Bildhauerin Catherine und seinen Freunden. Bis er durch besondere Umstände sein Bücherschiff zurückerhält. Soll er wirklich sein Leben wieder ändern, wieder zurückschippern nach Paris? Max will ihn begleiten, er ist überfordert von der Nachricht, dass er Vater wird und er braucht Zeit zum Nachdenken. Während die Beiden die Wasserwege und Schleusen bereisen kümmert sich Max um social media, um Interneteinträge, Themen, die für Jean Perdu fremd sind. Durch den zunehmenden Bekanntheitsgrad kommen alte Bekannte und auch neue Menschen zu ihnen, zum Bücher kaufen und um ihre Probleme zu besprechen. Denn auf dem Bücherschiff gibt es nicht einfach Bücher zu kaufen, für Perdu sind Bücher Medizin, daher führt er eine Pharmacie, eine literarische Apotheke. Er spricht mit den Besuchern und sucht danach das richtige Buch für sie heraus.
Ein weiterer großer Passus in dem emotional geschriebenen Roman ist die große Enzyklopädie der kleinen Gefühle, mit denen sich Perdu durch die Beobachtungen die er macht, beschäftigt. Die Handlung wird langsam erzählt, es geht mehr um persönliche Befindlichkeiten als um Aktionen und man muss sich darauf einlassen, sonst wird es schnell langweilig. Einiges ist sehr fantasievoll, manches unrealistisch, manches gleicht einem Wunder, es ist auch ein wenig Märchen, natürlich mit einem Wohlfühlende. Manchmal ein wenig zu dick aufgetragen.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Verfilmung des Mafiakrieges

City of Dreams
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Nach dem ersten Band der Trilogie ist Danny Ryan auf der Flucht. Der Mafiakrieg zwischen der irischen und der italienischen Familie hat viele Opfer gefordert. Nachdem seine Frau Terri dem Krebs erlegen ...

Nach dem ersten Band der Trilogie ist Danny Ryan auf der Flucht. Der Mafiakrieg zwischen der irischen und der italienischen Familie hat viele Opfer gefordert. Nachdem seine Frau Terri dem Krebs erlegen ist, hält ihn nichts mehr an der Ostküste der USA, er reist mit einpaar seiner treuen Freunde, seinem alten und dementen Vater Marty und dem 18-monatigen Sohn Ian nach San Diego, dem Sehnsuchtsort seines Vaters. Mit seinem noch vorhandenem Vermögen möchte er ein ehrbares Leben führen. Verstecken kann er sich nicht, neben einem Drogenboss und der italienischen Mafia ist auch das FBI hinter ihm her. Bei seiner Mutter Madeleine, die ihn früh verlassen hat, es zu Reichtum und Einflussnahme bei wichtigen Personen aus der Wirtschaft und Politik gebracht hat, findet er kurzzeitig Unterschlupf und Hilfe. Bis er von der Verfilmung des Mafiakrieges erfährt, Einfluss auf den Film nehmen will und sich in die Schauspielerin Diane verliebt, die den Part von Pam spielt, der Frau, die für den Konflikt der Familien verantwortlich war.
Bevor Pam auf der Bildfläche erschien war für die Mafiosi alles in bester Ordnung. Die Geschäfte waren gerecht verteilt, man war befreundet. Danach gab es nur noch Missgunst und Tote, Verlierer auf allen Seiten, das ganze Gefüge geriet außer Kontrolle.
Der Roman schildert mehr die Seelenzustände der Protagonisten, die alle in schwierigen Situationen sind. Als Mafiosi kann man sich nicht zur Ruhe setzen, überall gibt es Kontakte, Neider und Erpressungen. Von allen gejagt zu werden heißt auch, wieder töten zu müssen und erneut Rache auf sich zu ziehen. Ich bin gespannt ob Danny im dritten und letzten Teil der Reihe ein anständiges Leben mit seinem Sohn gelingt. Spannend, wenn auch mit manchmal etwas unglaubwürdig.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

tollpatschige und naive Gaunerkomödie

Die Unverbesserlichen - Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
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Das einst so beschauliche Hafenstädtchen Port Grimaud an der französischen Mittelmeerküste erlebt unruhige Tage. Seitdem die Familie Vicomte die dokumentierte Herrschaft über den Ort innehaben möchte sie ...

Das einst so beschauliche Hafenstädtchen Port Grimaud an der französischen Mittelmeerküste erlebt unruhige Tage. Seitdem die Familie Vicomte die dokumentierte Herrschaft über den Ort innehaben möchte sie eine mondäne und exklusive Stadt daraus machen. So erhält der Wassertaxifahrer Karim Petitbon keine Arbeitserlaubnis mehr und Delphine hat ihren Handyladen zu räumen. Guillaume Lipaire ist in Geldnöten und musste sich schweren Herzen von seinem Oldtimer trennen. Aus der Gruppe der Unverbesserlichen scheint es nur Paul gut getroffen zu haben, der in eine Gärtnerei investiert. Als die Schikanen und Schwierigkeiten für die einfache Bevölkerung überhand nehmen muss etwas geschehen. Sogar die in New York Schauspiel studierende Tochter des Bürgermeisters, Jacky, fliegt wieder zurück. Gemeinsam werden nun Pläne geschmiedet und sehr dilettantisch ausgeführt, was beim Lesen immer wieder für Heiterkeit sorgt. Der plötzliche Tod des alten Pudels von Lizzy Schindler und das Einfärben eines ähnlich aussehenden Hundes sorgen für betriebsame Hektik in der Gruppe. Ein Phantom, das sehr genau über die Pläne der Unverbesserlichen Bescheid weiß und per Handy Tipps und Informationen weitergibt, bringt die Gruppe immer wieder auf neue Ideen. Schließlich müssen sie die Herrschaft der Vicomtes, welche durch ihr gefundenes Dokument erst ermöglicht wurde, verhindern.
Sehr humorvoll und kurzweilig werden die Lebensumstände der Hafenstadtbewohner und deren tollpatschigen, naiven Gaunereien beschrieben. Es ist nicht zwingend nötig, den ersten Teil der Serie gelesen zu haben. Ich gehe von einer Serie aus, denn am Ende gibt es einen Cliffhanger, der auf eine Fortsetzung deuten.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

eintauchen in den Dschungel

Dalee
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Indien hat gerade seine Unabhängigkeit erlangt, die Arbeitsbedingungen für die einfache Bevölkerung haben sich seitdem verschlechtert. Als ein Investor Elefanten und deren Mahuts, den Elefantenführern, ...

Indien hat gerade seine Unabhängigkeit erlangt, die Arbeitsbedingungen für die einfache Bevölkerung haben sich seitdem verschlechtert. Als ein Investor Elefanten und deren Mahuts, den Elefantenführern, für das Abholzen auf einer Andamaneninsel benötigt, entschließt sich Bellinis Vater mit dem schon betagten Dalee und der Familie umzusiedeln. Das Verladen der Elefanten ist bereits eine Herausforderung und die Überfahrt fordert Verluste bei Mensch und Tier. Die Bedingungen auf der ehemaligen Sträflingsinsel Mayabunder sind hart, für Mensch und Tier. Die Arbeitselefanten leiden unter Gewalt und Ausnutzung, andererseits sind sie auch das Kapital der Mahuts und werden gehegt und gepflegt, gefürchtet und geliebt. Der Druck der Arbeitsleistung wird immer höher und bei Dalee bemerkt man eine zunehmende Vergesslichkeit, was zur Gefahr für alle werden kann.
Das, für uns exotische, Leben der indischen Bevölkerung und das der Arbeitselefanten wird bildhaft und emotional beschrieben. Man kann mit ihnen in den Dschungel eintauchen und mitfühlen. Der Konflikt zwischen den verschiedenen Lebensmodellen und Glaubensrichtungen der Europäer und der aus vielen Gruppierungen bestehenden indischen Bevölkerung wird ein wenig beleuchtet, wenn ich mir auch ein mehr an politische Informationen gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Leben im Cafe

Das Café ohne Namen
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Der Krieg ist bereits seit einigen Jahren zu Ende, die Spuren davon sieht man noch an allen Ecken und Kanten in Wien. Der junge, bei den barmherzigen Schwestern aufgewachsene, Robert Simon sucht nach einem ...

Der Krieg ist bereits seit einigen Jahren zu Ende, die Spuren davon sieht man noch an allen Ecken und Kanten in Wien. Der junge, bei den barmherzigen Schwestern aufgewachsene, Robert Simon sucht nach einem Weg für sein Leben. Ein Zimmer bei einer Kriegerwitwe ist der Anfang und als er dann eine leerstehende Kneipe sieht, ist seine Zukunft klar. Hier will er ein Cafe eröffnen. Seine ganze Energie steckt er hinein und bald kommen ältere Frauen, Marktbesucher und Arbeiter in der Mittagspause und zum Feierabend. Er stellt das Bauernmädchen Mila ein, es gibt Rückschläge und gute Seiten und einen Unfall, der auch tödlich hätte ausgehen können. Es wird geliebt und gehasst, es gibt Schlägereien und Versöhnungen, man hilft sich untereinander. In den 10 Jahren, in denen das Cafe existierte, veränderte sich auch Wien, es wurde aufgebaut und neu gebaut und es wurde lauter.
Von dem Leben und den Charakteren dieser Menschen berichtet Robert Seethaler mit so viel Herzenswärme, Ereignisse werden beschrieben ohne sie zu werten. Ein wunderschöner Roman.

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