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Veröffentlicht am 09.11.2022

Erinnerungen ohne Ordnung

Lektionen
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Rolands Leben wird in diesem umfangreichen Roman erzählt. Seine Zeit als Soldatenkind in Libyen, die Freiheiten, die er dort hatte, die Zwänge im Internet in England, denen er in sehr jungen Jahren ohne ...

Rolands Leben wird in diesem umfangreichen Roman erzählt. Seine Zeit als Soldatenkind in Libyen, die Freiheiten, die er dort hatte, die Zwänge im Internet in England, denen er in sehr jungen Jahren ohne seine Eltern ausgesetzt war. Seine ersten sexuellen Erfahrungen mit seiner Klavierlehrerin, die seine späteren Beziehungen negativ beeinflusst hat. Wir lesen von Alissa, seiner Frau und Mutter seines Sohnes, die beide verlassen hatte als Lawrence sieben Monate alt war um sich selbst zu verwirklichen. Roland, der in seinem Leben unstet war, sich von Hilfsjobs und Teilzeitbeschäftigungen ernährte, hat nun die alleinige Verantwortung für eine kleine Person. Er findet Hilfe bei Daphne, in die er sich verliebt.
Es ist die Geschichte eines Lebens, die hier erzählt wird, eingebettet in politische und gesellschaftliche Ereignisse, von der Nachkriegszeit bis zum Corona Lockdown. Immer wieder kommen in Roland Erinnerungen auf und, wie es so ist mit Gedanken, sie springen in der Zeit, verschiedene Menschen in unterschiedlichen Zeiten werden erwähnt, seine Mutter in jungen Jahren und kurz vor dem Tod, und such immer wieder Miriam, seine Klavierlehrerin. Wie Roland selbst sagt, sind es Erinnerungen ohne Ordnung. Mit zunehmendem Alter lernt er seine Lektionen.
Es ist ein sehr umfangreicher Roman, herausragend geschrieben. Trotz der Gedankensprünge ist man sofort wieder in der Handlung, auch wenn man das Buch einige Zeit aus der Hand legte.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

das Schweigen der Hansen Frauen

Die Rückkehr der Kraniche
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In einem kleinen Dorf in der Elbmarsch leben die fast 50-jährige Grete und ihre Mutter Wilhelmine zusammen. Kein einfaches Leben für die Vogelwartin, die gerne etwas Neues erlebt hätte. Als sie Wilhelmine ...

In einem kleinen Dorf in der Elbmarsch leben die fast 50-jährige Grete und ihre Mutter Wilhelmine zusammen. Kein einfaches Leben für die Vogelwartin, die gerne etwas Neues erlebt hätte. Als sie Wilhelmine zusammengebrochen vorfindet informiert sie ihre jüngere Schwester Freya in Berlin, mit der sie kaum noch Kontakt hat. Freya ist aus dem beklemmenden Leben als Lumpenpackkind, Wilhelmine hat ihre Töchter allein und unter ärmlichen Verhältnissen aufgezogen, mach Berlin geflüchtet und hat es zu Wohlstand gebracht. Glücklich wurde sie nicht, ihr Freund hat sie ausgenutzt und verlassen, da kommt eine Auszeit gerade richtig. Auch Anne, Gretes Tochter aus einem One-Night-Stand, kommt von ihrem Studienort Bremen ins Familienhaus zurück.
Vier Frauen, alle sehr unterschiedlich, prallen mit ihren Ansichten aufeinander, alle haben oder hatten Probleme mit ihrem Liebesleben und alle tragen Geheimnisse mit sich herum. Wenn von Beginn an Offenheit in der Familie Hansen geherrscht hätte, wären die Frauen anders miteinander umgegangen, viele Probleme entstanden nur durch das Schweigen. Erst am Ende kommt es zur Aussprache.
Ein sehr berührendes Buch über Missverständnisse und Heimlichkeiten, über ländliche Idylle und harte Arbeit, über das Glück, das man in der Natur finden kann. Sehr emotional und ruhig geschrieben.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

nicht einfach nach zu kochen

Tohrus Japan
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Ja, bei japanischer Küche fällt einem zu erst Sushi ein, aber es gibt noch mehr. Dieses möchte uns der halb Deutscher und halb Japaner Tohru Nakamura näher bringen. Zu Beginn des Buches erfahren wir viel ...

Ja, bei japanischer Küche fällt einem zu erst Sushi ein, aber es gibt noch mehr. Dieses möchte uns der halb Deutscher und halb Japaner Tohru Nakamura näher bringen. Zu Beginn des Buches erfahren wir viel über den Sternekoch selbst und sein Leben in zwei Welten, aber auch so einiges über die japanische Lebens- und Essenskultur. Danach geht es zu den Rezepten, die nach Hauptzutaten sortiert wurden. Einfach, leicht und schnell nachkochbar ist keines dieser Gerichte. Man benötigt schon einiges an Kocherfahrung um dieses Essen auf den Tisch zu bringen. Die Zutaten befinden sich wohl nur in den wenigsten Küchen und um die teuren, exklusiven Zutaten zu bekommen benötigt man ein Spezialgeschäft, mindestens jedoch einen sehr gut sortieren Lebensmittelladen in der Großstadt. Zwischen den verschiedenen Kapiteln gibt es jeweils einen ausführlichen Teil Warenkunde, so dass man als Nichtkenner der japanischen Küche zwar eine Vorstellung der Zutaten bekommt, doch leider nicht weiß, wonach sie denn schmecken.
Die Aufmachung und die Fotos sind äußerst gelungen, die Rezepte eher für Kochenthusiasten der japanischen Küche gedacht.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

schwieriger Einstieg

Zwischen heute und morgen
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Wenn man den Vorgängerband um die Familien in Köln, Hamburg und San Remo nicht gelesen hat fällt der Einstieg in die Handlung extrem schwer. Auf wenigen Seiten wird nur kurz neues von den Protagonisten ...

Wenn man den Vorgängerband um die Familien in Köln, Hamburg und San Remo nicht gelesen hat fällt der Einstieg in die Handlung extrem schwer. Auf wenigen Seiten wird nur kurz neues von den Protagonisten einer Stadt geschrieben, dieses auch noch wechselnd mit mehreren Familienmitgliedern, manchmal ist es schwer zu folgen, von wem gerade die Rede ist. Die Sätze sind kurz gefasst, teils im Telegrammstil, welches das Eintauchen in die Handlung und das Mitfühlen für die Probleme, Trennungen oder neue Lieben der Personen schwerer macht. Wir erleben das Jahrzehnt der 1960er Jahre, die geprägt wurden vom beginnenden Wohlstand in Deutschland, jedoch auch noch die Traumata, das Schweigen und nicht verarbeitete Vergangenheitsbewältigung beinhalten. Diese drei Familien mit ihren Freunden in den drei Städten eint, dass sie alle ein bereits wohlhabendes Leben führen, sich Restaurantbesuche, Autos, technische Geräte und Reisen leisten können. Sie entsprechen nicht der Mehrheit der damaligen Bevölkerung. Die politische und gesellschaftliche Lage, von Adenauer über Mauerfall bis zur Mondlandung, werden nur am Rande erwähnt - leider.
Ich hatte von Beginn an einen schweren Einstieg in die Geschichte und auch in der Folge des recht umfangreichen Romanes ließen mich das Leben der Protagonisten kalt.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

rechte Szene

Bullauge
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Kay Oleander ist ein gewissenhafter Polizist, noch nie hat er von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen. Akribisch hat er Tathergänge und Vernehmungen protokolliert. Seine Frau hat ihn schon vor Jahren ...

Kay Oleander ist ein gewissenhafter Polizist, noch nie hat er von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen. Akribisch hat er Tathergänge und Vernehmungen protokolliert. Seine Frau hat ihn schon vor Jahren verlassen und nun ist er auch noch ein seelisches und körperliches Wrack geworden. Bei einer Demonstration wurde er von einer Flasche getroffen und hat dabei ein Auge verloren. Die Demonstrierenden gehörten zur Querdenker- und rechten Szene, der Flaschenwerfer wurde nicht identifiziert. Kay stößt bei seinen eigenen Ermittlungen auf die gehbehinderte Silvia Glaser, die nach eigenen Angaben durch einen Polizeieinsatz eine Behinderte wurde. Ihre Sympathie für die rechte Szene will Kay für einen Undercovereinsatz ausnutzen. Doch wem kann er trauen?
Es ist kein klassischer Kriminalroman, eine Spannung in der Handlung ist zwar da, jedoch steht sie nicht im Vordergrund. Es geht um persönliche Befindlichkeiten der Protagonisten, die Hilflosigkeit der Polizei, wie der Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft im Alltagsleben stattfindet. Diese Themen werden von Friedrich Ani sehr detailliert beschrieben, in seiner ganz eigenen Sprache.

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