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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

bigotte und selbstgerechte Gesellschaft

Dunkle Sühne
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In der Kleinstadt North Falls im Süden der USA feiert man mit einem Feuerwerk den Unabhängigkeitstag. Gleichzeitig ist es auch der Geburtstag von Madison, die dort auf ihre Freundin Cheyenne warten. Doch ...

In der Kleinstadt North Falls im Süden der USA feiert man mit einem Feuerwerk den Unabhängigkeitstag. Gleichzeitig ist es auch der Geburtstag von Madison, die dort auf ihre Freundin Cheyenne warten. Doch diese erscheint nicht und kurz darauf wird auch Madison nicht mehr gesehen. Deputy Emmy Clifton begibt sich mit ihrem Vater, dem Sheriff, auf die Suche nach den vermissten Teenagern. Man findet ein überfahrenes Fahrrad und viel Blut, aber keine Spur der Beiden. Da Madison die Tochter ihrer Freundin seit Kindertagen, Hannah, ist, ist sie persönlich stark gefordert. In der Stadt kennt jeder jeden, die polizeiliche Arbeit wurde schon immer von einem Clifton erledigt und so wird es auch in der nächsten Generation werden. Man meint, keine Geheimnisse voreinander zu haben, doch hinter den Kulissen brodelt es. Die Frauen der Stadt können wichtige Berufe ausüben, zu Hause haben sie sich den Vätern oder Ehemännern zu fügen. Viele sind alkoholabhängig und gewalttätig und auch die Kirche nimmt eine gewichtige Rolle ein. Ein Teenager hat selbstverständlich keinen Freund zu haben, darf, trotz Pubertät, niemals den Eltern widersprechen und sich immer sittsam zu kleiden und zu benehmen. Sonst ist man selbst schuld, wenn was passiert.
Der sehr umfangreiche und mit einigen Wendungen versehene Thriller bringt das ganze Ausmaß einer bigotten und selbstgerechten Gesellschaft zur Sprache. Das Privatleben Emmys nimmt einen großen Raum in dieser spannenden Handlung ein. Die Persönlichkeiten wurden sehr gut herausgearbeitet. Etwas verwirrt haben mich jedoch Titel und Cover. Was hat ein Grizzly in den Südstaaten verloren und wer sühnt hier?

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Veröffentlicht am 06.10.2025

verhängnisvolle Beziehung

No Way Home
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Als Assistenzarzt lebt und arbeitet Terry in Los Angelos und behandelt im Krankenhaus auch Menschen wie die obdachlose Frances, die er sogar ins Herz geschlossen hat. Er ist pflichtbewusst, kompetent, ...

Als Assistenzarzt lebt und arbeitet Terry in Los Angelos und behandelt im Krankenhaus auch Menschen wie die obdachlose Frances, die er sogar ins Herz geschlossen hat. Er ist pflichtbewusst, kompetent, aber auch überarbeitet und einsam. Als ihm mitgeteilt wird das seine Mutter ganz plötzlich verstorben ist fährt er in die Kleinstadt Boulder City in die Wüste Nevadas um sich um den Nachlass und um das Haus zu kümmern. Er trifft auf Bethany, eine attraktive junge Frau, die frisch getrennt von ihrem langjährigen Freund Jesse obdachlos geworden ist. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht übernimmt Bethany das Haus inklusive der Hündin Daisy. Eigentlich findet sie Terry recht langweilig, ganz besonders im Gegensatz zu Jesse, der rau und auch zuschlagend, aber auch leidenschaftlich sein kann. Ihr bisheriges Leben war von Partys und Barbesuchen bestimmt, mit dem nur gelegentlich nach Boulder City anreisende Terry verläuft ihr Leben anders. Sie steht zwischen den beiden Männern, möchte mit keinem leben und kommt von beiden nicht los. Die beiden Männer kämpfen bis aufs Blut um die Zuneigung von Bethany.
Wir erleben drei sehr verschiedene Charaktere und aus jeder Perspektive fühlen wir mit den Protagonisten mit. Jedoch kann ich nicht alle Beweggründe nachvollziehen und die extreme Härte im Umgang verstört mich ein wenig. Ist das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich so?

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Veröffentlicht am 22.09.2025

best friends

Eine von uns
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Als Teenager waren Gina, Laura, Annie und Sara beste Freundinnen. Sie beschäftigten sich mit Schminktipps und wie sie den attraktivsten Jungen der Schule, Matt, für sich gewinnen konnten. Nur Sara war ...

Als Teenager waren Gina, Laura, Annie und Sara beste Freundinnen. Sie beschäftigten sich mit Schminktipps und wie sie den attraktivsten Jungen der Schule, Matt, für sich gewinnen konnten. Nur Sara war anders, sie lud ihre Freundinnen nie zu sich nach Hause ein, duschte nach dem Sport nicht in der Schule und verhielt sich seltsam. Doch ausgerechnet sie wurde Matts Freundin, bis sie plötzlich verschwand.
25 Jahre später sind Gina und Matt verheiratet und haben zwei kleine Kinder, Annie ist eine erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin geworden und auch Laura scheint ihr Glück gefunden zu haben. Als das neue Haus von Matt und Gina bei einem Brand, Kurzschluss einer elektrischen Leitung, unbewohnbar wird, bietet die sch gerade auf Reisen befindliche Annie ihnen ihr Haus an. Obwohl Gina nicht wieder an den Ort des Verschwindens von Sara ziehen wollte, nimmt sie das Angebot dankbar an. Kaum dort, steht die Haushälterin Mary hinter ihnen und nimmt immer mehr Anteil an ihrem Leben. Wer ist diese Frau, kann man ihr trauen? Die Nachfrage bei Annie beruhigt sie, bis wieder seltsame Dinge passieren.
Spannend geschrieben, wenn es auch vereinzelt Längen gibt. Was mich ein wenig stört ist die Naivität der Protagonisten in der Vergangenheit wie auch der Jetztzeit. Das mit mehreren, glaubhaften, Überraschungen versehende Ende macht das zwischenzeitlich Unglaubhafte wieder wett.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Norwegen im 2. Weltkrieg, Kollaboration und Widerstand

Wir sehen uns wieder am Meer
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Birgit ist eine junge Krankenschwester, die in Zeiten des 2. Weltkrieges von Oslo in den Norden Norwegens zieht um dort eine Stelle im Krankenhaus anzunehmen. Durch ihren älteren Förderer, bei dem sie ...

Birgit ist eine junge Krankenschwester, die in Zeiten des 2. Weltkrieges von Oslo in den Norden Norwegens zieht um dort eine Stelle im Krankenhaus anzunehmen. Durch ihren älteren Förderer, bei dem sie viel über die russische Kultur und die Sprache gelernt hat, werden ihre Sprachkenntnisse für die dort zwangsinhaftierten russischen Soldaten und die verschleppten Zwangsarbeiter/innen benötigt. Nur im Geheimen, die deutschen Besatzer dürfen es nicht erfahren. Birgit trifft auf die 16-jährige Ukrainerin Nadia, die direkt aus der Schule in ihrer Heimat in die Fischfabrik verschleppt wurde. Das Schicksal dieser jungen und doch starken Frau rührt sie und sie möchte helfen. Doch die Arbeit im Krankenhaus ist nicht ihre einzige Tätigkeit, sie hört ausländische Nachrichten ab und reicht diese Notizen weiter. Als sie sich in den geflohenen Soldaten Sascha verliebt, den sie auf dem Dachboden pflegt, wird es gefährlich.
Neben Birgit werden auch ihre beiden Freundinnen erwähnt, Tekla, die wir aus den Vorgängerbänden kennen, hat sich in einen Deutschen verliebt und hat Norwegen verlassen, die Familie hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Die andere ist Anneliese, deren Eltern bekennende Nazis sind und so kollaboriert auch sie mit den deutschen Besatzern. Birgit hingegen gerät immer weiter in den Strudel des Widerstands.
Der Roman ist sehr detailliert geschrieben ohne auch nur ansatzweise langatmig zu werden. Sehr emotional erleben wir die Zeit Ende des 2. Weltkrieges in Norwegen und die Zeit danach, in der die Menschen wieder zu einen normalen Leben zurückfinden wollen, teilweise jedoch nicht können. Grausame Ereignisse werden ungeschönt erzählt. Ein ganz besonderer Roman, hervorragend geschrieben.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Familie mit Problemen

Onigiri
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Aki ist die Tochter einer Japanerin und eines Deutschen, geboren und aufgewachsen in Süddeutschland. Damit befindet sie sich bereits zwischen zwei verschiedenen Welten. Ihre Mutter Keiko hat als junge ...

Aki ist die Tochter einer Japanerin und eines Deutschen, geboren und aufgewachsen in Süddeutschland. Damit befindet sie sich bereits zwischen zwei verschiedenen Welten. Ihre Mutter Keiko hat als junge Frau auf einer Busreise durch Europa die Freiheiten der westlichen Kultur genossen und beschlossen, deutsch und englisch zu lernen und nach Deutschland auszuwandern. Hier traf sie auf Karl, deutlich jünger als sie selbst und, wie sich später herausstellte, deutlich reicher als sie. Die Ehe hielt nicht lange und Keiko kümmerte sich alleine um die beiden Kinder.
Aus der Sicht von Aki erleben wir mit, wie Keiko immer mehr in die Demenz verfällt, immer mehr vergisst. Sie beschließt, mit ihrer Mutter ein letztes Mal in deren alte Heimat zu Familie und Freunden zu reisen. Doch ist das mit dieser Krankheit überhaupt sinnvoll?
In episodenhaften Rückblenden wird Akis Leben geschildert, einerseits bei ihrer Mutter, andererseits in der herrschaftlichen Villa ihrer väterlichen Großeltern mit einer völlig anderen Kultur und Lebensart.
Auf wenigen Seiten werden hier ganz unterschiedliche Welten aufgezeigt, intensiv und emotional geschrieben. Eine Familie mit Problemen, aber wer hat die nicht.

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