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Veröffentlicht am 10.09.2025

Angst vor dem Sandgräber

Ihr werdet sie nicht finden
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Seit vor sieben Jahren seine Tochter Isabell auf einer Teenagerparty spurlos verschwand, ist das Leben von des Polizisten Jonas aus den Fugen geraten. Er und seine Kolleginnen und Kollegen suchten und ...

Seit vor sieben Jahren seine Tochter Isabell auf einer Teenagerparty spurlos verschwand, ist das Leben von des Polizisten Jonas aus den Fugen geraten. Er und seine Kolleginnen und Kollegen suchten und ermitteln, bis sie einen Tatverdächtigen fanden. Jonas glaubte an die Schuld dieses Mannes und erstach ihn. Jetzt ist er aus dem Gefängnis entlassen worden und will weiter nach den Gebeinen seiner Tochter suchen. Hilfe erhält er von der Privatdetektivin Franka. Diese erhielt den Auftrag einer älteren Frau ihre verschwundene Enkelin Silvia zu suchen. Die Autistin Silvia hatte nur eine Freundin, Isabell, und sie ist die Tochter des von Jonas getöteten Verdächtigen. Die finden Silvia schnell, doch eine Befragung der Autistin, die erst vor kurzem aus einer Therapieeinrichtung heraus ist, gestaltet sich schwierig. Sie hat Angst vor dem Sandgräber. Findet sich dort in der Sandgrube Isabells Leiche?
Der Thriller wird mal aus Sicht von Jonas, mal von Franka erzählt, mal in der Jetztzeit, dann wieder mit den Geschehnisse von vor sieben Jahren. Spannung ist da, es gibt jedoch aus ein paar Längen in der Handlung. Sehr gut werden die Charaktere der Protagonisten geschildert.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Annas Leben im Kontext der Zeit von 1866 bis 1932

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Der Autor Henning Sußebach hat über das Leben seiner Urgroßmutter Anna Kalthoff recherchiert und daraus einen wunderbaren Roman geschrieben. Es ist ein Roman und keine Biografie, das wird immer wieder ...

Der Autor Henning Sußebach hat über das Leben seiner Urgroßmutter Anna Kalthoff recherchiert und daraus einen wunderbaren Roman geschrieben. Es ist ein Roman und keine Biografie, das wird immer wieder ausdrücklich erwähnt, da es viele Leerstellen in ihrem Lebenslauf gibt und diese in der Erzählung mit der damaligen Zeit und dem Leben in dieser Zeit gefüllt werden. Anna wird 1866 geboren, mit 12 Jahren stirbt ihr Vater und ihre Mutter drängt sie zu einer Ausbildung als Lehrerin. In der Kleinstadt Cobbenrode im Sauerland beginnt sie ihre Lehrtätigkeit, wie damals üblich mit der Verpflichtung, ledig zu bleiben. Sie verliebt sich in den 4 Jahre jüngeren Clemens, gutaussehend, begehrt und durch sein Elternhaus gutbegütert. Beiden wird ihre Liebe verwehrt, erst 12 Jahre später, als Clemens Vater stirbt, gibt sie ihre Stelle auf und sie können heiraten. Statt in der Schule zu unterrichten kümmert sich Anna nun mit ihrem Mann um einen großen Haushalt, um die Landwirtschaft, das Gasthaus und die Post. Im Dorf ist sie die Fremde, mit einem jüngeren Mann verheiratet und packt überall mit an. Unüblich in dieser Zeit. Doch das Leben hat noch viele Wendungen und Schicksalsschläge für sie bereit.
Das vieles nur hätte sein können stört überhaupt nicht, man kann sich wunderbar in Anna hineinversetzen, mit ihr leben, lieben und leiden. Das Besondere an diesem Buch ist jedoch, das die Lebenszeit Annas von 1866 bis 1932 im Kontext zu historischen Ereignissen, Entdeckungen und Forschung gesetzt wird. Man erlebt eine Zeitreise in die deutsche Geschichte, lebendig erzählt.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

man flieht und leidet mit Bird

Deckname: Bird
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Heathers Karriere bei der Armee endete als sie sich mit einem Offizier, der ihre Freundin Flavia schwängerte und sitzen ließ, gewaltsam anlegte. Nach einigen Umwegen und der Fürsprache von Richard, einem ...

Heathers Karriere bei der Armee endete als sie sich mit einem Offizier, der ihre Freundin Flavia schwängerte und sitzen ließ, gewaltsam anlegte. Nach einigen Umwegen und der Fürsprache von Richard, einem Freund ihres Vaters, landete sie beim Geheimdienst. Inzwischen ist sie in den 50er Jahren und wurde von Richard in die neu gegründete Abteilung zur Untersuchung korrupter Geheimdienstler nach Birmingham versetzt. Mit ihrem dort gekauften Traumhaus hat sie sich mächtig übernommen, da ist es gut, dass ihr Vorgesetzter Kieron Blythe ihr finanziell hilft. Bis man ihr selbst unterstellt, korrupt zu sein. Sofort hat sie zu verschwinden um ihre Unschuld und die Schuld ihres Chefs zu beweisen.
Wir erleben ihre Flucht detailliert mit, die lauernden Gefahren, die Einsamkeit, das Versteckspiel und die Angst vor Verfolgung. Wem kann sie trauen, sitzt im Cafe ein Agent, kann sie es wagen, telefonisch Kontakt aufzunehmen?
Während der Reiseepisoden gibt es immer wieder Rückblenden in früheres Leben mit ihren Eltern, mit ihrer Freundin Flavia und deren Tochter Adelina, in ihr Leben in London.
Es mehr ein spannender Roman als ein Thriller, man kann sich hervorragend in Heather, bzw. Bird, wie sie von ihrem Vater genannt wurde, hineinversetzen, man flieht, man lebt, man leidet mit ihr.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

falsche Lieben

Wohin du auch gehst
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Während die Unruhen in Kinshasa ihren Höhepunkt zusteuern wirft ein Brief aus London Bijouxs Träume von einer künstlerischen Ausbildung über den Haufen. Ihre Eltern schicken sie zu ihrer Tante Mira in ...

Während die Unruhen in Kinshasa ihren Höhepunkt zusteuern wirft ein Brief aus London Bijouxs Träume von einer künstlerischen Ausbildung über den Haufen. Ihre Eltern schicken sie zu ihrer Tante Mira in eine für sie völlig fremde Welt. Neue Schulkameraden und die englische Sprache machen ihr das Leben nicht gerade einfach. Zudem drängt Mira sie zu Besuchen in der afrikanischen Gemeinde um einen sehr bestimmenden Pastor. Mira ist nicht nur extrem gläubig, sie ist nahezu besessen. Als sie herausfindet, das Bijoux lesbisch ist muss gehandelt werden. Eine mehrtägige Reinigung und Lossagung der Homosexualität bis zur arrangierten Hochzeit sollen sie von dem unafrikanisch Bösen befreien.
In einzelnen Episoden erfahren wir das Mira in ihrer Teenagerzeit in Zaire ganz anders war. Sie war lebhaft, ging gerne auf Partys u d war verliebt in einen mittellosen Musiker. Um diese Liebe zu unterbinden wurde Mira zu ihrer älteren Schwester und deren Mann geschickt um im Haushalt zu helfen.
Abwechselnd werden die weiteren Lebensabschnitte der beiden Protagonistinnen erzählt, ihre persönlichen Probleme aber auch das Leben im ehemaligen Zaire, jetzt Kongo, und in einigen europäischen Städten. Der Zusammenhalt afrikanischer Frauen, Männer, die größtenteils schwach sind, gewalttätig oder triebgesteuert, die politischen Verhältnisse und das Leben im Ausland werden thematisiert und sehr gut beschrieben. Manche Passagen sind ein wenig langatmig und es gibt Wiederholungen im Text, die für mich überflüssig sind und den Lesefluss hemmten.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

was man bereit ist für sein Traum aufzugeben

Atmosphere
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Joan Goodwin ist eine beliebte und angesehene Astrophysikprofessorin, ihre ganze Leidenschaft gilt den Sternen. Als sie 1980 von ihrer Schwester erfährt, dass die Nasa jetzt auch Frauen für die Raumfahrt ...

Joan Goodwin ist eine beliebte und angesehene Astrophysikprofessorin, ihre ganze Leidenschaft gilt den Sternen. Als sie 1980 von ihrer Schwester erfährt, dass die Nasa jetzt auch Frauen für die Raumfahrt ausbildet will sie dabei sein. Auch wenn es heißt das sie sich von ihrer Familie, besonders von ihrer kleinen Nichte Frances, trennen muss. Sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen ist das eine, die Ausbildung an sich verlangt ihr körperlich so einiges ab. Kollegialität und Missgunst wechseln sich ab bis die Gruppe für das neu geschaffene Space Shuttle Programm zusammenfindet und merkt, dass man sich auf den anderen bedingungslos verlassen können muss. Ein zukünftiger Astronaut lebt nicht ungefährlich, auch bei Tests kann einigen misslingen. Zu den Sternen zu fliegen darf sie nur mit einem untadeligen Ruf, es darf nicht herauskommen das sie die ebenfalls im Nasa Programm befindliche Pilotin Vanessa liebt. Für die damalige Zeit in den USA wäre von beiden der Traum dann zu Ende. Als ihre Schwester als Alleinerziehende mit ihrer Tochter überfordert ist nimmt Joan diese bei sich auf. Noch mehr Verantwortung und Heimlichtuerei.
Die, damals verbotene, Liebesgeschichte steht im Vordergrund der Handlung, doch so nebenbei erhalten wir interessante Einblicke ins Universum und das Nasa Programm für Astronauten, das zwar fiktiv ist, in dieser Zeitrahmen jedoch wirklich stattgefunden hat. Zusammenhalt und Kollegialität, Fürsoge für andere, Mut und Opferbereitschaft, was man für seinen Traum aufzugeben bereit ist, sind Themen, die einen großen Raum einnehmen. Sehr gut geschrieben, leicht lesbar, spannend und mit einen hoch interessanten Hintergrund versehen.

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