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Veröffentlicht am 18.03.2025

das Leben der Exilanten

Heimweh im Paradies
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Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen hat sich Thomas Mann bereits entschlossen in die Schweiz zu übersiedeln. 1938 folgte er dem Ruf zu einer Professur nach Princeton in die USA. Nach einiger ...

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen hat sich Thomas Mann bereits entschlossen in die Schweiz zu übersiedeln. 1938 folgte er dem Ruf zu einer Professur nach Princeton in die USA. Nach einiger Zeit an der Ostküste wohnte er mit seiner Frau und den Kindern in Los Angelos. Dort traf sich eine große Gruppe deutschsprachiger Exilanten und bildeten eine verschworene Gemeinschaft. Die amerikanische Lebensweise behagte den Künstlern wie Adorno, Feuchtwanger, Brecht oder Schönberg nicht, mit der Leichtigkeit bzw. Oberflächlichkeit konnten sie nichts anfangen. Man traf sich und tauschte sich über die künstlerischen Arbeiten aus. Auch Thomas Mann war dort produktiv und schrieb an mehreren Büchern wie auch an aufrüttelnden Reden für das deutsche Volk. Ein besonderes Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt wird geschildert, der ein Verehrer Manns war. Mit dem Eintritt der USA in den Krieg gegen Deutschland waren sie Ressentiment ausgeliefert. Thomas Mann nutzte seinen Einfluss um aufzuzeigen, dass diese Gruppe Deutschland bewusst verlassen hatte, das sie vor Hitler geflüchtet sind und gegen den Nationalsozialismus ankämpften.
Die Handlung ist mehr ein Sachbuch denn ein Roman und gänzlich ohne Vorkenntnisse über die Werke und Familienverhältnisse Thomas Manns nur schwer zu verstehen. Auch so werden viele Personen, die sich zur selber Zeit in Kalifornien aufhielten kurz beschreiben. Ein Hauptaugenmerk wird auf die politischen Verhältnisse gelegt und den Einfluss dieser Zeit auf die Exilanten, die ihrer Heimat beraubt wurden. Kein einfacher Lesestoff, aber mit vielen interessanten Anmerkungen versehen.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Hochhausmilieu

Achtzehnter Stock
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Die Coronaeinschränkungen sind gerade erst aufgehoben worden, man muss sich erst Mal wieder an engere Kontakte gewöhnen. So geht es auch Wanda, einer nicht erst durch die Einschränkungen arbeitslosen Schauspielerin, ...

Die Coronaeinschränkungen sind gerade erst aufgehoben worden, man muss sich erst Mal wieder an engere Kontakte gewöhnen. So geht es auch Wanda, einer nicht erst durch die Einschränkungen arbeitslosen Schauspielerin, den kleinen Werbedreh vor zwei Jahren nicht mitgerechnet. In der kleinen Wohnung im 18. Stock eines Berliner Hochhauses ist sie immer im Mietrückstand und knapp bei Kasse um sich und ihre fünfjährige Tochter Karlie durchzubringen. Dabei träumt sie von einer Filmrolle, von Premierenbesuchen und Partys. Sie schafft es, eine Rolle zu ergattern, sie verliebt sich in den Hauptdarsteller Adam, bis Probleme auftreten. Karlie erkrankt schwer und sie ist innerlich zerrissen zwischen der Fürsorge für ihre Tochter und ihrer Rolle, die die Chance ihres Lebens ist.
Das Milieu im Hochhaus wird ausführlich geschildert, Aylins Mutter, die sich auch um Karlie kümmert, Ming, deren Zwillinge sie förmlich aussaugen, alleinerziehende Frauen, denen immer das Geld fehlt, Nazisprüche, Müll im Treppenhaus, Alkohol und Zigaretten, ein nicht funktionierender Fahrstuhl. Bei Wanda wächst der Wunsch diese Umgebung zu verlassen, ein besseres Leben zu führen. Doch damit das klappt muss sie ihr Leben ändern, wird ihr das gelingen oder geht der Kreislauf wieder von vorne los?

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Vertuschungen in der Vergangenheit

Die Schanze
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Aus gutem Grund hat Ellen Roth vor Jahren ihren Heimatort in den Alpen verlassen. Sie hat Medizin studiert und in Hamburg in einem Krankenhaus gearbeitet. Frisch getrennt bekommt sie das Angebot, die Hausarztpraxis ...

Aus gutem Grund hat Ellen Roth vor Jahren ihren Heimatort in den Alpen verlassen. Sie hat Medizin studiert und in Hamburg in einem Krankenhaus gearbeitet. Frisch getrennt bekommt sie das Angebot, die Hausarztpraxis in ihrer alten Heimat zu übernehmen. Ihre Schwester Saskia drängt sie zu diesem Schritt, auch damit die sich wieder mit ihrem Vater aussöhnen kann. Kaum angekommen entdeckt sie auf einem frühen Jogginglauf den toten Johannes Gruber an der Skisprungschanze. Jener Johannes, der auf der Abiabschlussfeier ihr Leben veränderte. Johannes wurde brutal gefoltert und ermordet und Ellen selbst hätte allen Grund für die Tat. Aber dann wäre Max, Johannes Bruder, ebenso in Gefahr, ermordet zu werden. In der Zeit nach der Abifeier wurde viel vertuscht, Bestechungsgelder flossen und einige haben sich schuldig gemacht.
Der Thriller beginnt sehr brutal mit Einzelheiten der Folterungen, danach geht es immer mehr in die Seelenzustände der Täter und Opfer, in die Mitwisser und Vertuscher. Jeder Protagonist, selbst kleinste Nebenrollen, werden stark beschrieben und bringen einen den Menschen und den Grund für seine Tat näher. Was ein wenig irritiert ist das Fehlen von offiziellen Ermittlungen, alles geschieht auf eigene Faust. Spannend.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

armes, reiches Mädchen

Der Gott des Waldes
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Wie in jedem Sommer treffen sich im Camp Emerson Kinder um zwei Monate in der Natur zu verbringen. Beim Survivaltraining weiß Barbara van Laar mehr als alle anderen, ihre Eltern besitzen das Gelände seit ...

Wie in jedem Sommer treffen sich im Camp Emerson Kinder um zwei Monate in der Natur zu verbringen. Beim Survivaltraining weiß Barbara van Laar mehr als alle anderen, ihre Eltern besitzen das Gelände seit Generationen und sie selbst hat ein besonderes Verhältnis zur Campleiterin T.J. Hewitt. Barbara nimmt mit ihren 13 Jahren auf eigenem Wunsch erstmals daran teil, denn zu Hause wird ihr das Leben schwer gemacht. Sie ist nicht so angepasst wie es die reiche Bankiersfamilie von ihr erwartet, trotz der Internate, die sie seit ihrem 8. Geburtstag besucht. Und nun ist sie verschwunden, genau wie 14 Jahre zuvor ihr Bruder Bear, von dem immer noch jede Spur fehlt. Die Such nach ihm hat man schnell eingestellt, ein Schuldiger stand früh fest, und da bei der Festnahme starb war der Fall gelöst. Doch nun wird alles wieder in Frage gestellt.
Die Charaktere der Protagonisten werden ganz hervorragend geschildert, man leidet mit der Mutter Alice mit, die mit 18 Jahren den deutlich älteren Peter II von Laar heiratete und in einen goldenen Käfig gesperrt wurde. Man leidet mit dem Kindern, wir lieblos sie behandelt wurden. Das Sagen haben nur die Männer und das erfährt auch die Polizistin Judyta, die nicht nur mit Vorurteilen der Kollegen sondern auch mit Vorhaltungen ihres Vaters zu kämpfen hat. Männer stehen über Frauen, Reiche über Arme und bestimmen über ihr Leben. Eine Gesellschaftsstudie aus den Jahren von 1961 bis 1975, in wechselnden, gut nachvollziehbaren Zeitsprüngen und unterschiedlichen Sichtweisen, sehr spannend und außergewöhnlich gut geschrieben.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Schauergeschichten um den See

Kummersee
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Der Kummersee wie auch das dazugehörige Dorf lagen jahrzehntelang an der innerdeutschen Grenze im Westbereich und gehörten zur Sperrzone. Als die Grenze fiel wurde der See besonders für die Kinder ein ...

Der Kummersee wie auch das dazugehörige Dorf lagen jahrzehntelang an der innerdeutschen Grenze im Westbereich und gehörten zur Sperrzone. Als die Grenze fiel wurde der See besonders für die Kinder ein interessanter Ort, auch wenn ihnen immer wieder Schauergeschichten erzählt wurden und ihre Eltern ihnen die Annäherung an den See verboten. Tom und seine kleine Schwester Lena gingen dennoch hinein und Tom ertrank unter seltsamen Umständen. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen und Lena kommt als Polizistin wieder zurück in ihr Dorf. Sie und ihr Kollege Malik sind für den Schutz eines Vermessungsteams eingesetzt worden, die überprüfen, ob sich der Salzstock an dem See für ein Atomendmülllager eignet. Die Dorfgemeinschaft verhält sich ablehnend, auch Lenas Mutter, und mit Attacken der Umweltaktivisten haben sie auch zu tun. Lenas Hauptziel ist, endlich herauszufinden was damals wirklich geschah. Warum gibt es immer noch Wächter, die den See abriegeln? Malik hilft ihr und wird dabei lebensgefährlich angeschossen. Wem oder was sind sie zu nahe gekommen, welches Geheimnis birgt der See und wem kann sie trauen?
Der Thriller, der politische Ereignisse und das menschliche Mit- und Gegeneinander in den Mittelpunkt stellt, ist äußerst spannend geschrieben. Der einzige Minuspunkt ist der für mich unrealistische und völlig überdrehte Schluss der Geschichte.

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