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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

raus aus dem Schneckenhaus, auf nach Wien

Von hier aus weiter
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Marlene kann den Tod ihres Mannes Rolf nur mit Hilfe ihrer Valiumtabletten überstehen. Besonders jetzt, auf der Trauerfeier, in der Rolfs Söhne aus seiner ersten Ehe und deren Kinder Gesangseinlagen zum ...

Marlene kann den Tod ihres Mannes Rolf nur mit Hilfe ihrer Valiumtabletten überstehen. Besonders jetzt, auf der Trauerfeier, in der Rolfs Söhne aus seiner ersten Ehe und deren Kinder Gesangseinlagen zum besten geben. Sie ist froh, wenn sie wieder alleine in ihrem Haus ist. Rolf war unheilbar krank und hat als ehemaliger Arzt seinem Leben selbstbestimmt ein Ende gesetzt. Doch der Plan war ein anderer, sie fühlt sich von Rolf verraten. Auf Grund ihrer defekten Dusche ruft sie einen Klempner zu sich, der sich als ihr ehemaliger Grundschulschüler Jack entpuppt. Sie sieht, dass er in seinem Lieferwagen lebt und lädt ihn zu sich ein, das Haus ist groß genug. Jack entpuppt sich nicht nur als ein guter Gesprächspartner, er ist auch ein hervorragender Koch. Marlene kriecht langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus. Bis ein Anruf aus Wien sie erreicht, Rolf hat dort einen Brief für sie hinterlassen, der nur persönlich ausgehändigt werden darf. Jack und die Ärztin Ida, die Rolfs Praxis übernommen hat, machen sie mit Marlene auf den Weg nach Wien.
Die Trauerbewältigung ist nachvollziehbar, emotional aber nicht rührselig beschrieben, die Protagonisten sind charakterstarke Persönlichkeiten und trotz mancher Schrullen und Fehler liebenswert dargestellt. Einzig die Fahrt nach Wien hat nicht nachvollziehbare und unrealistische Episoden, die nachteilig auf die Bewertung wirken.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

typisches Dorfleben

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Den Vorgängerband habe ich nicht gelesen, kam aber sofort in die Handlung hinein und die Personen des Dorfes Alpen am Niederrhein wirken gleich vertraut. Aus der Sicht der Pastorin Anna von Betteray wird ...

Den Vorgängerband habe ich nicht gelesen, kam aber sofort in die Handlung hinein und die Personen des Dorfes Alpen am Niederrhein wirken gleich vertraut. Aus der Sicht der Pastorin Anna von Betteray wird das Alltagsleben geschildert, die Probleme und Problemchen, der Tratsch und die Lästereien und auch die Konflikte in der eigenen Familie. Ihre Schwester Maria kann sich nicht um ihren Teenagersohn Sascha kümmern und so lebt dieser bei ihr. Ihre Mutter wartet auf einen angemessenen Schwiegersohn. Der Kommissar Volker käme schon in Frage, gerade jetzt, wo sie auch dienstlich miteinander zu tun haben. Raffaela, seit einem Unfall geistig behindert, wurde bewusstlos in einem Wassergraben gefunden. War es ein Unfall oder hat jemand nachgeholfen? Gerüchte und Unterstellungen machen die Runde. Die Mutter, Heike Müller, eine Schulfreundin Annas, ist mit der Fürsorge für Raffaela überlastet, lehnt Hilfe jedoch ab.
Das Dorfleben, wo jeder jeden kennt, wird sehr realitätsnah geschildert, die Protagonisten sind mit starken Charakteren und festen Meinungen ausgestattet, aber auch mit Hilfsbereitschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl versehen. Mit viel feinsinnigem Humor geschrieben.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Unsterblichkeit, Segen oder Fluch

Für immer
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Für immer leben, nicht sterben und keine Schmerzen zu spüren, ist das Ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit? Mit diesem Thema setzt sich Maja Lunde in diesem Roman auseinander.
An einem Tag im Juni ...

Für immer leben, nicht sterben und keine Schmerzen zu spüren, ist das Ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit? Mit diesem Thema setzt sich Maja Lunde in diesem Roman auseinander.
An einem Tag im Juni steht für die Menschen alles still während die Pflanzen und Tiere sich weiter entwickeln, der Lauf der Natur für sie bleibt. Die Fotografin Jenny hat Krebs im Endstadium, jetzt könnte sie die gewonnene Zeit nutzen um für ihren Mann und ihre beiden Söhne da zu sein. Doch sie flüchtet sich hinter ihre Kamera. Das alte Ehepaar Margo und Otto haben ganz andere Vorstellungen von einem gelungenen Lebensabend. Da keiner mehr stirbt hat die Extremsportlerin und Adrenalinjunkie Ellen bei ihrem Job im Beerdigungsinstitut nichts mehr zu tun. Geburten gibt es auch keine mehr, Ungeborene bleiben unverändert im Mutterleib, es sei denn, man entschließt sich, sie mit einem Kaiserschnitt zu holen. Doch was passiert mit den Frühchen und mit deren Eltern?
Anhand dieser Protagonisten erleben wir was die Unsterblichkeit mit den Menschen macht und das gewonnene Zeit nicht immer gut ist. Sehr emotional und hervorragend geschrieben kann man sich selbst mit dieser Frage auseinandersetzen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

wer will Amys Tod?

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Amy Wheelers neuerster Auftrag ist der Schutz der berühmten, sehr reichen, schon ein wenig älteren Krimiautorin Rosie D‘Antonio. Sie lebt auf ihrer Privatinsel und wird von einem russischen Oligarchen ...

Amy Wheelers neuerster Auftrag ist der Schutz der berühmten, sehr reichen, schon ein wenig älteren Krimiautorin Rosie D‘Antonio. Sie lebt auf ihrer Privatinsel und wird von einem russischen Oligarchen bedroht, der ihren Tod fordert. In der Nähe der Insel wird ein Influencer ermordet und bei der Recherche stellt Amy fest das es in letzter Zeit mehrere getötete Influencer gab und sie selbst immer in der Nähe war. Und nun wird sogar auf sie geschossen. Sie benötigt Hilfe, doch wem kann sie trauen. Ihr Schwiegervater Steve, ehemaliger Kriminalkommissar wird, gegen seinen Willen, zu Hilfe geholt. Steve, Amy und Rosie begeben sich mit Rosies Privatjet auf Spurensuche und Versteckspielen um die Morde aufzuklären und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Konkurrierende Auftragsmörder sind hinter ihnen her.
Die Handlung ist realitätsfern, dem Lesevergnügen schadet dies jedoch nicht. Die Protagonisten sind skurril, verschroben und liebenswert und wer auf welcher Seite steht, wer die Guten und wer die Bösen sind, muss sich erst noch zeigen. Der Kriminalroman ist spannend und humorvoll, an die Protagonisten des Donnerstagsmordclubs kommen die Personen in diesem Buch leider, noch, nicht ganz heran.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

intensive Gespräche

In einem Zug
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Eduard Brünhofer ist, oder vielmehr war, ein sehr erfolgreicher Liebesromanautor. Seit einigen Jahren hat er nichts mehr zu Papier gebracht, nun wird sein Verlag ungeduldig. Er hat keine 5 Wochen bis zur ...

Eduard Brünhofer ist, oder vielmehr war, ein sehr erfolgreicher Liebesromanautor. Seit einigen Jahren hat er nichts mehr zu Papier gebracht, nun wird sein Verlag ungeduldig. Er hat keine 5 Wochen bis zur Abgabefrist seines Manuskripts von dem es noch keine einzige Seite gibt. Jetzt sitzt er im Zug von Wien nach München um seine Ideen durchzusehen. Dazu kommt er nicht, die Frau, die ihm schräg gegenüber sitzt, beginnt ein Gespräch, sie weckt sein Interesse und da die Zugfahrt 4 Stunden dauert ist er dem nicht abgeneigt. Die als Therapeutin arbeitende Catrin Meyr erzählt ein wenig über sich selbst, sie schafft es aber sehr geschickt die Fragen immer wieder zurückzuspielen, Eduard zum Reden zu bringen und Dinge aus ihm herauszuholen, die er normalerweise nicht preisgibt. Dinge über seine lange Ehe mit Gina, über seine Tochter Tanja, über seine Gefühle zu den beiden, über seine Einstellungen zu Liebe, Ehe, Treue, Sex, Freiheit und Geheimnisse. Während der Reise werden die Gespräche immer intensiver, auch die Störung eines italienischen Reisenden, der sich zu ihnen setzt, kann dies nicht aufhalten. Bis kurz vor München, wo Catrin ihn mit einer Mitteilung überrascht.
Zwei Fremde, die sich im Zug treffen und Gespräche führen, daraus besteht im Wesentlichen der Roman. Die Dialoge sind schriftstellerisch ganz hervorragend, Wortspiele und tiefgründige Debatten, interessante und außergewöhnliche Formulierungen zeichnen diesen Roman aus.

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