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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2023

Hat mich bestens unterhalten

Schnappt Scholle
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Wie schon in seinen zehn vorherigen Krimis rund um den Fredenbüller Polizisten Thies Detlefson und KHK Nicole Stappenbeck kommen auch hier wieder einige nostalgischen Reminiszenzen an längst vergangene ...

Wie schon in seinen zehn vorherigen Krimis rund um den Fredenbüller Polizisten Thies Detlefson und KHK Nicole Stappenbeck kommen auch hier wieder einige nostalgischen Reminiszenzen an längst vergangene Tage zu ihren Ehren. Diesmal sind es Filmtitel wie „Oceans Eleven“ oder „Schnappt Shorty“ die eine Rolle spielen oder für Fans von alten Autos, ein Ford Pinto.

Doch von Beginn an:

Hans-Peter Scholz, Rufname „Scholle“ ein ziemlich glückloser Ganove, wird aus der JVA Flensburg entlassen und will, bevor er sich nun endlich zur Ruhe setzt, noch einmal, ein letztes Mal einen großen Coup landen. Dazu trommelt er, wie in „Oceans Eleven“ alte Weggefährten seiner kriminellen Laufbahn zusammen. Statt elf sind es letztlich nur sieben („Seven up“), die zu Scholles Coup beitragen. Man will, in Rififi-Manier durch einen Tunnel in die örtliche Raiffeisen-Bank einbrechen und den Tresor leer räumen. Das Pfingstwochenende bietet sich dazu perfekt an, ist doch der Tresorraum wegen der Urlauber prall gefüllt. Dass gegenüber eine Bäckerei von Timo, der im Kittchen eine Ausbildung zum Bäckermeister gemacht hat, gemietet werden kann, ist ein genialer Ausgangspunkt für den Coup und genau geplant.

Nicht ganz so geplant sind die Hindernisse, die sich während der Tunnelbauphase ergeben: Da ist unter anderem eine recht frische Leiche auf dem Sperrmüll, die sich als Vormieter von Timos Bäckerei „Backbord“n entpuppt, ein entlaufener Hamster sowie Dennis Weise, der mit seinem kleinen Bagger Künetten gräbt, um den Menschen in Fredenbüll und Umgebung die Segnungen des Glasfaserinternets zu bringen. Als dann die fleißigen Tunnelgräber noch ein Skelett entdecken, scheint das Vorhaben zum Scheitern verurteilt, denn Pfingsten rückt unaufhaltsam näher.

Meine Meinung:

Dieser 11. Krimi („Oceans Eleven“!) sprüht wieder vor witzigen Sprüchen und skurrilen Charakteren. Es ist einfach wie Heimkommen! (Fast) Ganz Fredenbüll ist wieder vertreten, dazu kommen Neuankömmlinge wie Baby Fiete, Timo, Inka sowie Matze und Marlies. Ein bisschen schade habe ich gefunden, dass die Stammbesetzung wie der Schimmelreiter diesmal nur kleinere Rollen spielen dürfen. Aber, der nächste Fall ist ja lt. Autor schon im Enstehen.

Wie wir es von Krischan Koch gewöhnt sind, dürfen die Charaktere manchmal platt klönen und auch ziemlich schräg sein.

Diesmal hat sich unser werter Herr Autor eines landauf/landab weitverbreiteten Übels angenommen: dem Überhandnehmen von Bäckereiketten und deren Erzeugnissen, die überall gleich, nach Schaumstoff oder nach nichts schmecken. Abhilfe aus dem „kulinarischen Sibirien“ schafft Timo, der mithilfe seiner Bewährungshelferin Inka Schlotterbeck-Thran (Wie kommt man auf solche Namen?), eine echte Backstube eröffnet. Binnen kürzester Zeit laben sich auch die Gäste der Hidden Kist an den Köstlichkeiten der Bäckerei Backbord.

„Blanker Hans“, „Deichbiene“, „Friesenfrühling“ sowie „Seute Deern“ lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einige Rezepte gibt es als Draufgabe zum Ausprobieren.

Fazit:

Diesem köstlichen Krimispaß gebe ich mit ganzem Herzen 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Aber Achtung! Wer Thies & Co. noch nicht kennt, bitte bei Band 1 beginnen. Man brächte sich um zahlreiche vergnüglichen Lesestunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Toskanische Sünden
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In diesem zweiten Fall für Commissario Luca im beschaulichen Montegiardino bekommt er es mit Zwistigkeiten im Ort zu tun, die dem Aberglauben der Bewohner rund um den „Vollmond der Streitigkeiten“, einem ...

In diesem zweiten Fall für Commissario Luca im beschaulichen Montegiardino bekommt er es mit Zwistigkeiten im Ort zu tun, die dem Aberglauben der Bewohner rund um den „Vollmond der Streitigkeiten“, einem Phänomen, das nur alle zehn Jahre auftritt, geschuldet ist. Menschen, die einander zu anderen Zeiten nichts Böses wollen, gehen in den Nächten rund um den Vollmond, der auch rot („Blutmond“) erscheint, an die Gurgel. So hämmert eine alte Frau mit ihrem Krückstock an die Haustür ihrer Nachbarin und beschuldigt sie des Betrugs oder der gemütliche Fischhändler verprügelt einen neuen Konkurrenten. Mitten in diesem unübersichtlichen Chaos wird am Ufer des Arnos die Leiche eines Mannes gefunden und ein anderer wickelt sich mit seinem Auto um einen Baum und überlebt nur knapp.

Commissario Luca glaubt nicht an den „Vollmond der Streitigkeiten“, doch die Häufigkeit der Streitereien, die auch vor den Mitschülern seiner Tochter Emma nicht haltmachen, gibt ihm zu denken.

Um den Mordfall und den Verkehrsunfall, bei dem alle Bremsleitungen am Wagen durchgeschnitten worden sind, aufzuklären, kommt Vice-Questora Aurora Mair aus Florenz höchstpersönlich nach Montegiardino. Commissario Luca ist ja nur ein einfacher Dorfpolizist, der nach dem Tod seiner Frau Giulia den Dienst in der Lagunenstadt Venedig aufgegeben und damit auf Aufstieg und Gehalt verzichtet hat, um seiner Tochter Emma in seiner Heimat Montegiardino ein angenehmes Leben, fernab von Mord und Totschlag, zu ermöglichen, was wie wir wissen, auch nicht immer stimmt.

Commissario Luca ist sicher, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Nur wie, weiß er noch nicht. Doch ob er damit richtig liegt, wird sich zeigen.

Meine Meinung:

In diesem zweiten Fall gewinnt Commissario Luca ein wenig an Kontur. Der fesche Witwer wird nach wie vor von der Damenwelt hofiert. Allerdings ist der Platz in seinem Herzen für die achtjährige Tochter Emma reserviert. Allerdings scheinen sich Chiara, die Dorfärztin, und die Vice-Questora ein Rennen um Commissario Luca zu liefern. Wie wird er sich entscheiden? Ich gehe davon aus, dass der dritte Fall hier Licht ins Dunkel bringen wird.

Schmunzeln musste ich wieder über die drei Esel, die nach bekannten italienischen Politikern benannt sind: Sergio, Matteo und Silvio.

Der Krimi lässt sich leicht und locker lesen. Der bildhafte Schreibstil lässt das Flair der südlichen Toskana vor den Augen der Leser erstehen und eignet sich daher als Urlaubslektüre.

Nervenzerfetzende Spannung darf man sich nicht erwarten, doch die Aufklärung bietet dann doch eine überraschende, aber stimmige Lösung.

Ein bisschen erinnert diese Krimi-Reihe an Martin Walkers „Bruno, Chef de Police“, in der Dorfpolizist Bruno auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Dorfbewohner hat und in seiner Vergangenheit Mitglied einer Elitepolizeieinheit war.

Fazit:

Wer gerne einen Krimi mit Italien-Flair lesen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Hat mich nicht ganz gepackt

Suzukis Rache
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Herr Suzuki führt bis zum tödlichen Autounfall seiner Frau das biedere Leben eines Mathematiklehrers. Er schwört dem betrunkenen Unfallverursacher Rache. Dazu heuert er bei der Firma „Furoirain“ (=„Fräulein“) ...

Herr Suzuki führt bis zum tödlichen Autounfall seiner Frau das biedere Leben eines Mathematiklehrers. Er schwört dem betrunkenen Unfallverursacher Rache. Dazu heuert er bei der Firma „Furoirain“ (=„Fräulein“) an, die ausgerechnet von Terahara sen., dem Vater des Unfalllenkers, geleitet wird.

„Furoirain“ ist eine zwielichtige, mafiaähnliche Organisation, deren Profit aus allerlei kriminellen Machenschaften von Betrug bis hin zu Mord, resultiert. Suzuki glaubt, durch diese Organisation Rache an Terahara jun. nehmen zu können. Doch dazu muss er sich in einer langen Reihe von anderen Opfern hinten anstellen und zuvor sich noch beweisen und beginnt seine verbrecherische Karriere mit dem Verkauf von Suchtmitteln.

Noch bevor er selbst an der Reihe ist, Rache zu nehmen, wird Terahara jun. vor seinen Augen vor ein fahrendes Auto gestoßen und getötet. War das ein Zufall oder steckt da mehr dahinter?

Suzuki begegnet bei seiner Suche nach dem „Pusher“ anderen Kriminellen wie der „Zikade“ oder dem „Wal“, die im Gegensatz zum Amateur Suzuki Profi-Killer sind, deren Jobzufriedenheit derzeit ein wenig zu wünschen übrig lässt.

Meine Meinung:

„Suzukis Rache“ ist nach „Bullet Train“ der zweite Thriller von Kotaro Isaka, der ins Deutsche übersetzt worden ist.

Ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Art Thriller nicht ganz so gut gefällt. Der Stoff eignet sich durch schnell wechselnden Szenen und Perspektivenwechsel sehr gut für eine Verfilmung, bei der die beschriebenen Charakteren und deren slapstickartigen Handlungen sehr gut zur Geltung kommen könnten. An zahlreichen Stellen blitzt ein ziemlich trockener (asiatischer?) Humor durch, was mich mehrmals schmunzeln ließ.

Sprachlich ist der Thriller kein Höhenflug, was aber auch an der Übersetzung liegen kann. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Suzuki, aber auch aus jener der anderen Profikiller (Pusher, Wal und Zikade) erzählt.

Fazit:

Dieser Thriller hat mich nicht ganz überzeugt, daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 04.04.2023

Ein gelungener hist. Roman

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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Dieser Debütroman von Inés Keerl entführt uns in das Jahr 1662. Catherina soll von ihrer Ziehmutter, einer Kneipenwirtin, an einen alten Säufer verheiratet werden. Sie wehrt sich und muss als Junge verkleidet ...

Dieser Debütroman von Inés Keerl entführt uns in das Jahr 1662. Catherina soll von ihrer Ziehmutter, einer Kneipenwirtin, an einen alten Säufer verheiratet werden. Sie wehrt sich und muss als Junge verkleidet aus Lübeck fliehen. Sie versteckt sich als blinder Passagier auf einem Schiff, das nach Batavia segeln
soll, strandet aber dann am Kap der Guten Hoffnung. Hier in der kleinen Versorgungsstation, die später einmal Kapstadt werden soll, muss sie sich in der Männerwelt behaupten.

Unerwartete Hilfe erhält sie von einheimischen Frauen, die ihr zur Seite stehen. Der Kampf um ihre persönliche Unabhängigkeit ist steinig und die Schatten der Vergangenheit bedrohen sie selbst und ihre kleine Familie.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman beruht auf wahren Ereignissen und ist sehr gut gelungen. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Die Aggression der Männer Catherina gegenüber, die durchaus selbstbewusst auftritt, ist deutlich spürbar. Es dauert lange, bis sie herausfindet, dass sie der Mann, den sie aus rationalen Gründen geheiratet hat, nicht nur ein treuer Gefährte sonder der Mann fürs Leben ist.

Die Autorin hat in ihrem Debütroman geschickt Fakten mit Fiktion verknüpft. Sehr interessant sind die Anfänge von Kapstadt geschildert. Man kann sich den unaufhaltsamen Aufstieg Kapstadts vom einstigen Bretterdorf zur Millionenstadt vorstellen. Die Vereinigte Ostindien Company kommt ob ihrer brutalen Methode zur „Landgewinnung“ und ihrer Profitgier nicht besonders gut weg.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem gelungenen historischen Roman, der uns nach Südafrika führt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.04.2023

Eine fesselnde Fortsetzung, bei der wenig so ist, wie es scheint.

Das Schweigen der Klippen
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Schatten der Vergangenheit

DI Kate Langlois und ihr Team werden zur Petit Bot Bay an der Südküste Guernseys gerufen, da Odile Davies tot am Fuße der Klippen liegt. Odiles Tod gibt zahlreiche Rätsel auf, ...

Schatten der Vergangenheit

DI Kate Langlois und ihr Team werden zur Petit Bot Bay an der Südküste Guernseys gerufen, da Odile Davies tot am Fuße der Klippen liegt. Odiles Tod gibt zahlreiche Rätsel auf, denn sie war 94 Jahre, dement und lebte im mehrere Kilometer entfernten Pflegeheim Garden Villa. Wie ist sie zu den Klippen gekommen? Wer hat sie zuletzt gesehen?

Die Suche nach Antworten beginnt im Altenheim, in dem nicht alles so glatt zu laufen scheint, wie es im Hochglanzprospekt beschrieben ist. Die Angestellten sind ebenso verschwiegen wie Heimbewohner, von denen einige auch noch dement sind. Eines wird jedenfalls klar, Odile war nicht sehr beliebt, was an ihrer Vergangenheit liegt.

„Was hat sie denn so Schlimmes verbrochen, dass das ganze Viertel sie verurteilt hat? Ist sie mal mit dem Mann der Nachbarin ins Bett gegangen?“
„‘ne Jerrybag war die, das wusste doch jeder.“
Kate stockte. Jerrybag. Sie kannte den Begriff. So hatte man auf Guernsey damals die Frauen geschimpft, die zur Zeit der deutschen Besatzung ein Verhältnis mit den fremden Soldaten hatten. Kollaborateurinnen.
„Aber … das ist doch …“
„So schnell vergisst man das nicht.“

Kate Langlois und ihr Team gehen den wenigen Spuren nach, die von einer Sackgasse in die nächste führen.

Erst eine Beobachtung von Nicolas Arture, dem forensischen Archäologen, der Kate schon in „Kalt lächelt die See“ unterstützt hat, bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

Meine Meinung:

Auch in ihrem zweiten Krimi rund um Kate Langlois zieht Ellis Corbet alle Register der Spannung. Der Fall ist fesselnd aufgebaut und die Figuren sind authentisch gestaltet. Die Kulisse der Insel Guernsey trägt auch zum Erfolg dieser Reihe bei. Da schreit eigentlich nach einer Verfilmung! Ellis Corbet statt Rosamunde Pilcher.

Mir hat diese Fortsetzung sehr gut gefallen, lediglich der Hinweis auf Nicolas Artures Anteil an der Aufklärung ist ein wenig irreführend. Im Klappentext klingt es, als ob Arture Mitglied des Ermittlerteams wäre.

Ich habe recht schnell einen Zusammenhang mit der Vergangenheit hergestellt, da Odile ja immer wieder von einem Schatz und zukünftigen Reichtum geschwärmt hat und damit ihrer Umgebung auf die Nerven gegangen ist. Eine verbotene Liebe, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart hineinreichen. Die Rückblicke in die Jahre 1943/44 in denen die Insel Guernsey von der deutschen Wehrmacht besetzt war, ist ja nicht allgemein bekannt, zumal man nicht so gerne daran erinnert wird.

Einen winzigkleinen Kritikpunkt muss ich anbringen: Mich wundert, dass Kate Langlois nicht von selbst auf die Idee kommt, die Kuratorin des Inselmuseums zu kontaktieren. Da muss sie erst von Nicolas einen Hinweis bekommen. Nun ja, er ist es vielleicht gewöhnt, bei Museen zu recherchieren. Das ist allerdings Nörgeln auf allerhöchstem Niveau.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe. Mit Spannung hoffe ich auf einen dritten Band.

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