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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Amsel, Drossel, tot und starr
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In diesem zweiten Krimi rund um den Ex-Polizisten Manne und Caro, die nun ganz offizielle eine Detektei betreiben, bekommen es die beiden mit einer Brandstiftung in der Schrebergartensiedlung zu tun. Während ...

In diesem zweiten Krimi rund um den Ex-Polizisten Manne und Caro, die nun ganz offizielle eine Detektei betreiben, bekommen es die beiden mit einer Brandstiftung in der Schrebergartensiedlung zu tun. Während die Nachbarn versuchen das Feuer mit allen möglichen Flüssigkeiten zu löschen, entdeckt Caro im Inneren der Hütte eine Leiche. Schnell stellt sich heraus, dass dies der Eigentümer ist.

Diesmal dürfen die beiden beinahe fast ganz offiziell recherchieren, denn die verschworene Gemeinschaft der Schrebergärtner lässt die Polizei ziemlich auflaufen und beauftragt die Detektei mit zusätzlichen Ermittlungen. Das muss nun auch der verärgerte Kriminalkommissar Lohmeyer zur Kenntnis nehmen.

Meine Meinung:

Uns Leser erwartet auch diesmal wieder ein humorvoller und turbulenter Kriminalroman, der die Eigenheiten der Schrebergartenbewohner ziemlich gute beschreibt. Man ist eine eingeschworene Gemeinschaft, in der Fremde nichts verloren haben. Das gilt auch für die polizeilichen Ermittler. Den Detektiven, die ja im Auftrag des Vereins arbeiten, erzählt man da schon ein bisschen mehr.

Natürlich lebt dieser Krimi wie sein Vorgänger von den Charakteren Manne, Caro und deren Widerpart Lohmeyer.

Der Krimi lässt sich wieder leicht und locker lesen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Leider nicht ganz so gut wie die anderen Bände

Perchtoldsdorfer Punsch
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In seinem dritten Krimi rund um Charlotte Nöhrer nimmt uns Autor Christian Schleifer in das vorweihnachtliche Perchtoldsdorf mit.

Doch die Stimmung mit Punsch und Schnee wird jäh durch den Tod von Pfarrer ...

In seinem dritten Krimi rund um Charlotte Nöhrer nimmt uns Autor Christian Schleifer in das vorweihnachtliche Perchtoldsdorf mit.

Doch die Stimmung mit Punsch und Schnee wird jäh durch den Tod von Pfarrer Kraus gestört. Er ist vom Kirchturm gestürzt. Schnell ist klar, dass da jemand nachgeholfen hat. Als dann noch kryptische Bekennerschreiben, die auf einen möglichen weiteren Anschlag hinweisen, auftauchen, wird die Gruppe Asylwerber, die im Kulturzentrum untergebracht ist, verdächtigt.

Die stramm rechtsgerichtete Partei des Gemeinderates Adefris macht weiter Stimmung gegen alles was fremd und, ihrer Meinung nach, widernatürlich ist. Dazu zählt auch Charlotte (bitte ohne „e“), die mit ihrer Freundin Andrea zusammenlebt und kein Hehl aus ihrer lesbischen Beziehung macht, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter, die gerne Enkelkinder hätte.

Meine Meinung:

Die Aufklärung des Mordes an Pfarrer Kraus wird über Punsch und Glühwein sowie den Auftritten der rechten Burschenschafter fast zur Nebensache. Natürlich braucht es bei einem möglicherweise politisch motivierten Mord andere Polizeieinheiten als den Dorfpolizisten. Da ist mir persönlich zu wenig Krimi.

Allerdings ist mir einiges anderes zu viel: Während der vierzehn Tage, in der dieser Fall spielt, wird sehr viel Alkohol konsumiert. Vor allem Charlotte ist auf dem besten Weg eine Schnapsdrossel zu werden. Von der (eigenen) Punschhütte in die Bar und ziemlich betrunken wieder zurück. Mit Kater und Restalkohol Auto fahren - nein das geht für mich gar nicht, zumal Charlotte früher eine Polizistin war. Das dauernde Betonen der lesbischen Liebesbeziehung zu Andrea, mehrfaches Erwähnen von deren Vorliebe für neckische Unterwäsche oder die Unschlüssigkeit der kleinen Schwester Flora in Liebesdingen. Lieber Herr Autor, wir Leser können uns solche Inhalte merken. Da braucht es keine permanenten Wiederholungen.

Den Themen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wird sehr viel Raum gegeben. Beides zieht sich seit dem ersten Band durch die Reihe. Diesmal erhalten wir auch Einblick in das Wesen der Burschen- bzw. Mädelschaften. Dazu muss aber gesagt werden, dass nicht alle Studentenverbindungen rechtsgerichtet sind, sonst könnte hier ein falscher Eindruck entstehen.

Gut gelungen ist die Beschreibung der Winzerarbeit rund um das Lesen des Eisweins. Davon haben die wenigsten Leser eine Ahnung.

Fazit:

Dieser Krimi ist leider schwächer als seine Vorgänger. Deshalb kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Fesselnd bis zur letzten Seite

Kaltbad
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„Kaltbad“ ist der 4. Fall der Reihe rund um Oberleutnant Valérie Lehmann und ihrem Team.

Als man den Juristen Justus Maibach erfroren auf der Rigi Scheidegg findet, geht man von einem bedauerlichen Unfall ...

„Kaltbad“ ist der 4. Fall der Reihe rund um Oberleutnant Valérie Lehmann und ihrem Team.

Als man den Juristen Justus Maibach erfroren auf der Rigi Scheidegg findet, geht man von einem bedauerlichen Unfall unter Alkoholeinfluss aus. Doch als seine schwanger Geliebte wenig später von einem Auto angefahren und tödlich verletzt wird, glaubt Valérie Lehmann nicht an einen Zufall.

Schwebt die Familie Maibach in Gefahr? Und warum reagieren die Familienmitglieder so eigenartig? HIer ist nicht, wie es scheint.

Der Fall verlangt nicht nur Valérie Lehmann sondern auch ihrem Team alles ab, denn die Familie ist alles andere als kooperativ.


Meine Meinung:

Nach „Tod an der Goldküste“ ist dieser Krimi mein zweiter von Silvia Götschi in diesem Jahr. „Kaltbad“ finde ich sehr fesselnd.

Die Autorin hat den Brand im Hotel Kaltbad von 1961 mit elf toten Hotelgästen zum Anlass genommen, einen fesselnden Kriminalroman rundherum zu schreiben.

Der aufmerksame Leser kann bald einen Verdacht haben, dennoch ist es spannend zu lesen, ob die Polizei ähnliche Schlüsse zieht.

Die Ermittler haben alle ihre Ecken und Kanten und sind nicht immer vom bisherigen Leben verwöhnt worden.

Ich glaube, ich muss mir die Vorgänger besorgen.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi bei dem wenig so ist wie es scheint. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.12.2022

Ein mystischer MIttelalterkrimi

Die Kräutersammlerin und der junge Flößer
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In dieser Fortsetzung der Geschichte rund um die Kräutersammlerin Johanna und den Flößer Lukas im 14. Jahrhundert, bekommen wir es mit einem historischen Krimi zu tun.

Johanna lebt in einer Hütte nicht ...

In dieser Fortsetzung der Geschichte rund um die Kräutersammlerin Johanna und den Flößer Lukas im 14. Jahrhundert, bekommen wir es mit einem historischen Krimi zu tun.

Johanna lebt in einer Hütte nicht nur am Rande des Städtles sonders auch am Rande der Gesellschaft. Man holt sich Kräuter und so manchen medizinischen Rat, sieht aber die junge Frau, die ohne Mann, aber dafür mit einem Waisenmädchen zusammenlebt, scheel an.

Als die schwangere Schankmagd des Wirtshauses ermordet aufgefunden wird und der Wirt über seltsame Geräusche im Haus klagt, kann es Johanna nicht lassen, ihre Erkundigungen einzuziehen. Unterstützt wird sie dabei von Lukas, einem jungen Flößer, der Johanna gerne heiraten möchte, aber von Johanna doch etwas hingehalten wird.
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Meine Meinung:

Bei diesem Roman bin ich ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite sind die Lebensbedingungen der Menschen von anno 1344 gut recherchiert. Aber auf der anderen Seite wird Johanna viel zu modern und selbstbewusst dargestellt.
Dass sie beim Hirsch-Wirt ein „Nervenleiden“ diagnostiziert, erscheint unwahrscheinlich. Den Begriff „Nerven“ gibt es im Mittelalter nicht. Es herrscht noch die Säftelehre. Gut gefällt mir, dass sie überlegt, welches Kraut gegen welches Leiden helfen könnte.

Gut herausgearbeitet ist auch die tiefe Gottgläubigkeit und die Abhängigkeit von Pfarrern, die uns Lesern der Gegenwart doch seltsam anmutet.

Der Schreibstil ist angenehm ruhig, aber trotzdem kommt Spannung auf. Als geübte Krimileserin hatte ich natürlich recht bald einen Verdacht, der sich bestätigt hat. Man muss nur dem „Cui bono?“ folgen.

Die zwischendurch eingestreuten Hinweise auf die Vorgeschichte machen neugierig.

Fazit:

Für Fans von historischen Krimis, die im Mittelalter spielen, eine gute Lektüre. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 06.12.2022

Wie traumatische Erlebnisse des Vater die Kinder beeinflussen

Dein Schweigen, Vater
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Als im Mai 1945 Nazi-Deutschland besiegt ist, beginnt für die deutschstämmigen Bewohner Brünns erst der Krieg. Sie werden, wie hinlänglich bekannt, enteignet, verprügelt und auf den sogenannten „Brünner ...

Als im Mai 1945 Nazi-Deutschland besiegt ist, beginnt für die deutschstämmigen Bewohner Brünns erst der Krieg. Sie werden, wie hinlänglich bekannt, enteignet, verprügelt und auf den sogenannten „Brünner Todesmarsch“ getrieben. Wer nicht mehr weiterkonnte, wurde rücksichtslos ermordet.

Der zwölfjährige Paul ist einer der wenigen von ihnen, die überlebt haben. Er musste zahlreiche Familienangehörige sterben sehen und Freunde zurücklassen.

Dass aus ihm ein schweigsamer Mann wurde, ist verständlich. Nach seinem Tod begeben sich seine Kinder, Maria und Ulrich, auf Spurensuche. Vor allem Maria will die Familiengeschichte erkunden. Sie geht die rund 37 km von der österreichischen Staatsgrenze nach Pohořelice, dem Heimatort seines Vaters, zu Fuß, um den Vertriebenen nahe zu sein.

Meine Meinung:

Wer Sabine Bodes Bücher rund um die Kriegskinder bzw. Kriegsenkel kennt, wird sich mit Epigenetik schon auseinandergesetzt haben. Auch dieser Debütroman von Susanne Benda beschäftigt sich mit diesem Thema. Wie beeinflussen solche traumatische Erlebnisse die Nachkommen? Wir erhalten einen Einblick in das Leben von Pauls Kindern, Maria und Uli, das auch nicht ganz geradlinig verläuft.

Der Rückblick in die dramatischen Tage sind penibel recherchiert und eindrucksvoll beschrieben. Das weitere Leben Pauls ist durch sein Schweigen geprägt, das oft durch Albträume durchbrochen wird. Leider fällt dieser Teil der Erzählung in seiner Spannung ab. Die nimmt erst wieder ein wenig zu, als Maria den Todesmarsch in umgekehrter Richtung also von Österreich nach Pohořelice

Der Schreibstil wirkt bei der Spurensuche nach der Herkunftsfamilie des Vaters stellenweise ein wenig langatmig. Dieses Eintauchen in die Vergangenheit hätte durchaus Potenzial gehabt. Leider ist die Chance dazu nicht genützt worden. Allerdings muss man der Autorin zugutehalten, dass sie sich für ihren Debütroman ein schwieriges Thema ausgesucht hat.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Thema 3 Sterne.