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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2022

Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe

Flüssiges Gold
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Dieser erste Krimi von Paolo Rivaa ist in der Toskana angesiedelt. Commissario
Luca hat seinen Job in Venedig an den Nagel gehängt und lebt nun alleinerziehend mit seiner Tochter Emma und drei Eseln, ...

Dieser erste Krimi von Paolo Rivaa ist in der Toskana angesiedelt. Commissario
Luca hat seinen Job in Venedig an den Nagel gehängt und lebt nun alleinerziehend mit seiner Tochter Emma und drei Eseln, die nach italienischen Politikern benannt sind, in Montegiardino. Es geht beschaulich zu, hin und wieder ein Autounfall oder ein verloren gegangener Tourist. Doch plötzlich zerreißt ein Schuss die Idylle: Während des Markttages wird Fabrizia, eine Olivenbäuerin, angeschossen.

Commissario Luca wird zur Aufklärung die Vice-Questora Aurora Mair zur Seite gestellt, denn eigentlich ist er ja nur ein Dorfpolizist mit der Lizenz zum Strafzettel schreiben.

Als wenig später weitere Schüsse fallen, muss sich Luca von der vermeintlichen Idylle seines Ortes verabschieden.

Meine Meinung:

Dies ist der erste Krimi von Autor Paolo Riva. Die Idee hat mit gut gefallen, doch an der Umsetzung kann noch ein bisschen gefeilt werden. Zum einen haben alle Darsteller einen Vor- und Zunamen, ausgenommen Commissario Luca. Ist Luca nun der Vor- oder der Familienname?
Warum Luca nun wieder in seine Heimat Montegiardino statt in Venedig ermittelt, bleibt noch ein Geheimnis. Vielleicht wird es ja im nächsten Band „Toskanische Sünden“ genauso gelüftet, wie welche der beiden Damen, die toughe Vice-Questora oder die Dorfärztin bei Luca landen werden. Immerhin hat ja Emma auch ein Wörtchen mitzureden. Apropos Emma - sie ist ein Grundschulkind, also höchstens zehn Jahre alt. Da scheint es mir doch ein wenig unangebracht, sie solange allein zu lassen, ihr den Haushalt sowie die Fütterung der Tiere zu überlassen. Natürlich ist es im Dorf, wo jeder jeden kennt, wo man sich kennt leichter, aber trotzdem ...

Die Charaktere sind (bis auf die Täter) sympathisch, besonders Emma und die drei Esel Sergio, Matteo und Silvio. Mir gefällt die zunächst hantig wirkende Vice-Questora Aurora Mair sehr gut. Ich habe schmunzeln müssen, wie sie zu ihrem Job in Florenz gekommen ist. Ja, solche Männer gibt es nach wie vor, aber die sprichwörtlich schlagkräftigen Frauen werden mehr.

Fazit:

Ein netter Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die unter dem Namen „Bella-Italia“ Lust auf die Toskana macht, aber noch ein wenig Luft nach oben hat. Gerne gebe ich hier drei Sterne und warte auf den nächsten Fall.

Veröffentlicht am 17.07.2022

Was in Apfel, Birne & Co alles steckt

Freche Früchtchen
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Autorin Doris Kern zeigt uns in diesem Buch aus dem Anton Pustet Verlag, was aus folgenden Früchten alles gemacht werden kann.

Apfel
Birne
Brombeere
Erdbeere
Hagebutte
Heidelbeere
Himbeere
Kirsche
Marille
Ribisel
Weintraube
Zwetschke
Zitrusfrüchte
Exoten

Zu ...

Autorin Doris Kern zeigt uns in diesem Buch aus dem Anton Pustet Verlag, was aus folgenden Früchten alles gemacht werden kann.

Apfel
Birne
Brombeere
Erdbeere
Hagebutte
Heidelbeere
Himbeere
Kirsche
Marille
Ribisel
Weintraube
Zwetschke
Zitrusfrüchte
Exoten

Zu allererst können Apfel, Birne & Co natürlich pur verspeist werden. Doch Früchte sind nicht nur zum Nachen da! In einigen steckt noch mehr. Ein paar Beispiele gefällig?

So lässt sich aus den Nüsschen (vielfach als Kerne) der Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren eine Peelingmaske herstellen (Grundrezept S. 92). Andere werden zu Dekoration genützt (Hagebuttenteelichter S. 112, oder Teelichter aus Marillenkernen S. 172). Das Kissen mit Kirschkernfüllung (S. 154) ist längst bekannt.

Zusätzlich können einige Früchte für die Schönheit benutzt werden. Die meisten Rezepte dienen jedoch zum Herstellen von Limonade und Süßspeisen.

Entdecke selbst, was in den frechen Früchtchen so alles steckt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das durch schöne Fotos besticht, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Hat noch Luft nach oben

Tödlicher Taunus
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„Der Zirkus ist da!“ Dieser Ruf, der vor einigen Jahrzehnten noch für glitzernde Kinderaugen gesorgt hat, regt nun hauptsächlich Tierschützer auf: Ein Zirkus, in dem Wildtiere ihre Kunststücke zeigen müssen.

In ...

„Der Zirkus ist da!“ Dieser Ruf, der vor einigen Jahrzehnten noch für glitzernde Kinderaugen gesorgt hat, regt nun hauptsächlich Tierschützer auf: Ein Zirkus, in dem Wildtiere ihre Kunststücke zeigen müssen.

In Bad Schwallbach ist der Wanderzirkus Carina zu Gast, dessen tierische Attraktion die Elefantenkuh Leila ist. Leila ist aus ihrem Gehege entkommen und hat einen Jogger getötet. Sofort treten militante Tierschützer auf den Plan und prangern die Missstände in diesem Zirkus an. Auch Landestierschutzbeauftragte Hella Ohlsen ist vor Ort und kann die schlechten Haltungsbedingungen, die gegen einige Gesetze verstoßen, nur bestätigen. Doch anders als die Tierschützer setzt sie auf Überzeugungsarbeit, was weder bei den Zirkusleuten naturgemäß noch bei den Demonstranten gut ankommt. Im Gegenteil, Hella wird von beiden Seiten bedroht.

Als dann bei einem Brandanschlag der Bruder des Elefantentrainers ums Leben kommt, eskaliert die Sache endgültig.

Gemeinsam mit der Kripo und der Journalistin Friederike Roth beginnt Hella Bruchstück für Bruchstück zusammenzutragen.

Meine Meinung:

Autorin Petra Spielberg packt in diesem Krimi ein heißes Eisen an: die nicht artgerechte Tierhaltung in Zirkussen sowie das Wegschauen von Amtstierärzten, wenn es um die eigene Bequemlichkeit oder Reputation geht. Auch so mancher Politiker kommt hier nicht sehr liebenswert herüber. Immer wieder auf eigene Vorteil bedacht, stehen doch bald wieder Wahlen vor der Tür. Da geht so mancher schon mal sprichwörtlich über Leichen.

Doch auch Hella Ohlsen ist nicht ganz fehlerlos, lässt sie doch ihren eigenen Hund Jagger, wenn auch bei geöffnetem Fenster allein, im Auto zurück, um ihren Schnüffeleien nachzugehen. Nun gut, wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein.

Der Kriminalbeamte Bernd Lohmann wirkt sympathisch und souverän. Er lässt Hinweise sowohl von Friederike als auch von Hella zu.

Geschickt wird Landschaft des Taunus in die Handlung einbezogen und so dürfen auch die „grüne Soße“, das hessische Nationalgericht genießen.

Die eigentlich Krimihandlung tritt in den Hintergrund. Den Ermittlungen, also der klassischen Polizeiarbeit, wird nur wenig Platz eingeräumt.

Fazit:

Die Idee, sich mit dem Tierschutz, dem laschen Vorgehen der Behörden und den Tierschützern zu beschäftigen, hat mir recht gut gefallen. Die Umsetzung ist meiner Ansicht nach nicht ganz optimal gelungen. Daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Zwischen Tradition und Moderne - Jaipur 1955

Die Hennakünstlerin
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Alka Joshi, die in Indien geborene und seit ihrer Kindheit in den USA lebende Autorin entführt ihre Leserinnen in das Jaipur von 1955. Der Staat ist erst seit wenige Jahren unabhängig und schwankt zwischen ...

Alka Joshi, die in Indien geborene und seit ihrer Kindheit in den USA lebende Autorin entführt ihre Leserinnen in das Jaipur von 1955. Der Staat ist erst seit wenige Jahren unabhängig und schwankt zwischen Tradition und Moderne.

Lakshimi, die Titelfigur, wird - wie in Indien auch heute noch üblich - als Fünfzehnjährige mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet. Während ihr Mann sie schlägt, scheint sie mit der Schwiegermutter ein eher gutes Einvernehmen zu haben, denn sie bringt ihr jede Menge medizinisches Wissen bei. Sie flieht aus ihrer gewalttätigen Ehe nach Jaipur und bestreitet dort nicht nur als Hennamalerin ihren Lebensunterhalt. Ihre außergewöhnlichen Ornamente und duftenden Öle verhelfen der einen oder anderen Frau aus einer höher gestellten Kaste zu neuer Aufmerksamt des jeweiligen Ehemanns und auch zu dem erhofften Nachwuchs. Allerdings weiß sie auch ihr Wissen zu nützen, um unerwünschte Schwangerschaften zu beenden.

Ihr mühsam aufgebautes Leben droht zusammenzustürzen, als Hari, ihr Ehemann, mit der dreizehnjährigen Radha daherkommt, die behauptet ihre Schwester zu sein. Da die Eltern bereits verstorben sind, muss sich Lakshimi in guter alter indischer Tradition um ihre kleine Schwester kümmern. Doch die gibt sich widerborstig und verliebt ausgerechnet in jenen jungen Mann, für den Lakshimi anstelle eines üblichen Heiratsvermittlers, eine Hochzeit mit einem Mitglied der königlichen Familie, arrangiert hat.

Dann muss Lakshimi leidvoll zur Kenntnis nehmen, wie schnell Gerüchte über Unregelmäßigkeiten, die von Neid und Missgunst geschürt werden, ihre Runde machen. Doch es wäre nicht Lakshimi, wenn die sich den Herausforderungen nicht stellen und ihre Zelte in Jaipur abbrechen würde, um einen Neuanfang in Angriff zu nehmen.


Meine Meinung:

Für mich Europäerin sind die Traditionen auf dem indischen Subkontinent schwer zu erfassen. Das Kastensystem, das Leben, Beruf und Familie vorzeichnet sowie die anderen gesellschaftlichen Gepflogenheiten sind farbenprächtig geschildert. Selbst die Frauen der herrschenden Kaste sind von den strengen Regeln nicht ausgenommen. Sie sind einfach nur dazu da, ihren Männern gut gewachsene Söhne zu schenken.

Die vielen Bezeichnungen in der Originalsprache unterbrechen zwar den Lesefluss, werden aber im Anhang erklärt. Vielleicht wären Fußnoten besser gewesen?

Erschreckend zu sehen ist, wie sehr Lakshimi in einen Schuldkomplex hineingerät. Die Anklagen der pubertierenden Radha, bei der ich mehrmals den Verdacht hatte, sie wäre nicht die leibliche Schwester. Egoistisch tanzt sie Lakshimi auf der Nase herum anstatt darüber froh zu sein, endlich Ruhe gefunden zu haben. Aber, mit Logik und Vernunft ist einer gekränkten Dreizehnjährigen vermutlich nicht beizukommen.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, wobei ich persönlich mit Radha wohl mehr als einmal die Geduld verloren hätte. Schlau, ja beinahe schlitzohrig ist Malik, der „Angestellte“, der Lakshimi ehrfurchtsvoll „Tante Boss“ nennt.

Nicht ganz nachvollziehen konnte ich die Wandlung von Lakshimis Ehemann Hari vom Saulus zum Paulus. Er fordert ständig Geld, erpresst seine Noch-Ehefrau, um dann plötzlich in ihre bzw. in die Fußstapfen seiner Mutter als Heiler zu treten. Das nehme ich ihm nicht ganz ab.

Fazit:

Ein Einblick in eine völlig unbekannte Welt. Gerne gebe ich diesem Debütroman 4 Sterne.

Veröffentlicht am 09.07.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Venezianische Feindschaft
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In seinem 7. Fall bekommt es Commissario Luca Brassoni mit einem verzwickten Kriminalfall zu tun: Der Juwelier Fabio Caliano wird bei einem Raubüberfall schwer verletzt, einer der beiden Wachmänner sogar ...

In seinem 7. Fall bekommt es Commissario Luca Brassoni mit einem verzwickten Kriminalfall zu tun: Der Juwelier Fabio Caliano wird bei einem Raubüberfall schwer verletzt, einer der beiden Wachmänner sogar getötet und der zweite Wachmann ist verschwunden. Alles sieht so aus, als ob der Flüchtige der Täter ist. Doch dann wird der von einem Baugerüst gestoßen und kann, bevor er stirbt einer Passantin noch die Worte „Mord“ und „Feinde“ zuflüstern.

Nun heißt es für Brassoni & Co die Ermittlungen in eine weitere Richtung aus zu dehnen, denn vor einigen Jahren ist auch Caliano sen. ermordet worden. Nimmt hier jemand Rache an der eingesessenen Juweliersfamilie? Und wenn ja, wer?

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist trotz dreier Todesopfer und mehrerer Verletzten kein brutaler Krimi. Die Gewalt wird durch die Einblicke in die Familien der Ermittler abgemildert. So erfahren wir, dass Brassoni und seine Frau Carla Sorrenti an ein zweites Kind denken, Kollege Maurizio Goldini erstmals Vater wird und entsprechend nervös ist sowie, dass an Carlas Arbeitsstätte Veränderungen anstehen. Auch Lucas Cousin, Stefan Mayer, genannt Caruso, darf wieder mitmischen. Diesmal ist seine Rolle ein wenig kleiner ausgefallen, denn neben Brassoni spielt der werdende Vater Goldini eine größere Rolle.

Ach ja, Picco, der kleine Hund der Familie Brassoni-Sorrenti darf durch die Seiten wuseln und erhält auch in der Questura einige Aufmerksamkeit.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, die diesmal ein Venedig im Winter zeigt, und der ich gerne 5 Sterne gebe.