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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2025

Leider der schwächste Teil der Reihe

Der Schmuckpalast – Emma und das Geheimnis des Diamanten
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„Denkt immer an den Schwur“ (Kap. 14) - auch wenn dafür auch das Zurückstecken von persönlichen Träumen in Kauf genommen werden muss. Die Firma geht immer vor.

Dieser dritte Band der Cartier-Reihe ist ...

„Denkt immer an den Schwur“ (Kap. 14) - auch wenn dafür auch das Zurückstecken von persönlichen Träumen in Kauf genommen werden muss. Die Firma geht immer vor.

Dieser dritte Band der Cartier-Reihe ist für mich der schwächste. Warum?

Er wirkt auf mich ein wenig unter Zeitdruck verfasst. Die Charaktere sind diesmal nicht so ausgereift, die Brüder Louis, Pierre und Jacques sowie ihre Schwester Suzanne bleiben farblos.

Zudem hat sich ein wirklich böser Fehler eingeschlichen: Ludwig XVI., wird ebenso wie seine Frau Marie-Antoinette 1793 hingerichtet, und nicht wie die Autorin Emma Cartier, die amerikanische Ehefrau von Pierre behaupteten lässt, Ludwig XIV. (1638-1715) als sie über den Ankauf des berühmten Hope-Diamanten, der auch Bleu de France oder Tavernier genannt wird und schon einmal siehe Band 1 in Besitz der Familie Cartier war, diskutieren (Kap. 47). Sorry, da bin ich echt pingelig!

Außerdem missfällt mir diesmal der Titel. Der Diamant und sein angebliches Geheimnis, das eigentlich keines ist, erscheint erst in Kapitel 47 von 61. Ich weiß schon, das Titel und Cover vom Verlag festgelegt werden.

Auch das Ende dieses dritten Teils der Saga im Jahr 1913 kommt ein wenig abrupt, um dann einen Epilog aus den Jahr 1924 quasi angeklebt zu bekommen. Kein Wort über die Jahre des Ersten Weltkriegs und jene danach in denen die Geschäfte der Familie Cartier deswegen überleben, weil sie jene Juwelen, die vor allem vor der Revolution in Russland geflüchtete Adelige nach Frankreich gebracht haben, an Zahlung statt genommen bzw. umgearbeitet haben. Echt schade!

Fazit:

Diesmal fällt es mir schwer, eine bessere Bewertung als 2,5 Sterne zu geben, die ich auf drei aufrunde.

Veröffentlicht am 16.08.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Hiobs Brüder
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"Hiobs Brüder" ist der zweite Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé. Dieser Roman schließt an "Das zweite Königreich" an und spielt rund 80 Jahre später. England befindet sich im Erbfolgekrieg nachdem ...

"Hiobs Brüder" ist der zweite Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé. Dieser Roman schließt an "Das zweite Königreich" an und spielt rund 80 Jahre später. England befindet sich im Erbfolgekrieg nachdem der einzige legitime Sohn von König Henry I. bei einem Schiffsunglück ertrunken ist. Zwar geht aus dem Erbfolgekrieg kurzfristig Stephan von Blois (Enkel von William dem Eroberer) als Sieger und König hervor, doch langfristig sichert sich Königin Maud (die Tochter von Henry I.) den Thron für die Plantagenets. Als erster einer langen Reihe von Henrys, besteigt ihr Sohn als Henry II., 1154 den englischen, den die Plantagenet rund 250 Jahre für sich behaupten.

Das Interessante an diesem Buch ist, dass Autorin Rebecca Gablé sich einer Menschengruppe widmet, die im allgemeinen kaum in der Literatur vorkommt: geistig und körperlich beeinträchtigen Menschen (damit sind aber nicht die Kriegsversehrten gemeint). Diese Menschen werden auf eine Insel nahe East Anglia abgeschoben, mangelhaft bis gar nicht verpflegt und betreut. Hier treffen Simon, der an Epilepsie leidet, mit Loisan, der sein Gedächtnis verloren hat mit den siamesischen Zwillingen und anderen aus der Gesellschaft Ausgestoßenen zusammen. Wider Erwarten werden einige davon treue Gefährten von Henry II..

Wie alle historischen Romane von Rebecca Gablé ist auch dieser hier penibel recherchiert und gekonnt erzählt. Auf keiner der über 900 Seiten kommt Langeweile auf. Geschickt sind Fakten und Fiktion zu einem detailreichen Historienschmöker verknüpft.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem zweiten Band der Helmsby-Reihe wieder 5 Sterne und warte mit großer Neugier auf den den dritten Band, der demnächst, im August 2025, unter dem Titel Rabenthron erscheinen wird.

Veröffentlicht am 16.08.2025

Fakten und Fiktion gut verknüpft

Das zweite Königreich
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Ich kenne zahlreiche Bücher von Rebecca Gablé, darunter natürlich die Waringham-Saga. In dieser Reihe begegnen wir nicht nur dem jungen Adeligen Cædmon of Helmsby, dessen Start in sein Leben ein wenig ...

Ich kenne zahlreiche Bücher von Rebecca Gablé, darunter natürlich die Waringham-Saga. In dieser Reihe begegnen wir nicht nur dem jungen Adeligen Cædmon of Helmsby, dessen Start in sein Leben ein wenig holprig verläuft, sondern auch William dem Eroberer (1028-1087). Da der dritte Band der Helmsby-Reihe demnächst im August 2025 unter dem Titel Rabenthron erscheinen wird, ist es opportun, die beiden Vorgänger abermals zur Hand zu nehmen..

Weder über den Inhalt noch über die penible Recherche von Rebecca Gablé brauche ich all zu viele Worte verlieren. Der Inhalt, die englische Geschichte im Mittelalter ist bereits mehrmals erzählt worden. Doch niemand beherrscht sein/ihr Handwerk so gut wie Rebecca Gablé. Mit ihr tauchen wir ein in eine Zeit der Intrigen, blutiger Kämpfe, die authentisch beschrieben werden, und dürfen an der Seite von raubeinige Charakteren England erobern.

Sehr geschickt flicht die Autorin historische Details in die Handlung ein, so dass wir ein gutes Bild vom Charakter von William den Eroberer, der häufig auch als William der Bastard, bezeichnet wird, erhalten.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Schwarte, die man trotz der rund 900 Seiten nicht aus der Hand legen kann, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 14.08.2025

Unterhaltsame Sommerlektüre

Liebe im Sturm
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Dieser historische Roman entführt uns in die Zeit rund um 1870. Deutschland besteht nach wie vor aus vielen kleinen Fürstentümern sowie den Königreichen Preußen und Bayern. Während Otto von Bismarck an ...

Dieser historische Roman entführt uns in die Zeit rund um 1870. Deutschland besteht nach wie vor aus vielen kleinen Fürstentümern sowie den Königreichen Preußen und Bayern. Während Otto von Bismarck an der Verwirklichung von einem vereinigten Deutschland unter Preußens Vorherrschaft arbeitet, werden auch in zahlreichen Adelsfamilien eheliche Bande geknüpft, die mehr machtstrategischen Allianzen dienen als dem zufriedene Zusammenleben eines Paares.

Frederike von Berstein ist anders als ihre ältere Schwester, die sich für schöne Kleider und einen passenden Ehemann interessiert. Frederike liest heimlich die Zeitung und macht sich so ihre Gedanken über das Gelesene. Da man auch sie als Heiratskapital ansieht, wird sie kurzerhand an den Badischen Hof, zu Großherzogin Luise, einer Frau mit weitreichenden Beziehungen und Humor, gesandt, um etwas mehr als den üblichen Feinschliff zu bekommen. Wie es natürlich kommen muss, trifft sie auf August von Troich, dessen Vater auch eine vorteilhafte Heirat einfädeln will. Doch es muss schon etwas Bedeutenderes als die kleine Grafentochter sein. Theres, eine bayerische Prinzessin, käme Augusts Vater gerade recht, doch die hat andere Pläne ...

Meine Meinung:

Was ein bisschen an einen Liebesroman denken lässt, ist bei näherer Betrachtung ein Bild der Monate rund um den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 sowie rund um die Entstehung des Deutschen Kaiserreichs und der Proklamation des preußischen König Wilhelm I., zum deutschen Kaiser.

Geschickt flicht die Autorin den Krieg mit Frankreich sowie die Meinung einiger deutscher Fürsten, die Bismarcks Bestrebungen Wilhelm zum deutschen Kaiser zu machen, argwöhnisch betrachten. Genützt hat es, wie man weiß nichts. So lässt die Autorin Frederikes Schwester und Großmutter jenem Telegramm lauschen, das als Emser Depesche in die Geschichte eingegangen ist.

Die Charaktere, vor allem Großherzogin Luise, Frederike und August, haben mich immer wieder schmunzeln lassen.

Fazit:

Eine gelungene Sommerlektüre, der ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 14.08.2025

Fakten und Fiktion gut verknüpft

Kurz vor Kassenschluss
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Diesem Krimi, der im Jahr 1993 spielt, liegt, ein echter Bankraub mit Geiselnahme zu Grunde, der am 30. Dezember 1968 in Badenweiler stattgefunden hat und als erster Banküberfall mit Geiselnahme in Deutschland ...

Diesem Krimi, der im Jahr 1993 spielt, liegt, ein echter Bankraub mit Geiselnahme zu Grunde, der am 30. Dezember 1968 in Badenweiler stattgefunden hat und als erster Banküberfall mit Geiselnahme in Deutschland gilt. Auf der abenteuerlichen Flucht starb die Geisel.

Valerie Neumann, die junge Volontärin bei der Badischen Zeitung, soll zum 25-jährigen Erinnern an den beim Überfall getöteten Filialleiter Erich Schmid einen Artikel schreiben. Sie sieht darin ihre große Chance. Gewissenhaft recherchiert die junge Frau das Verbrechen und interviewt den Bankräuber Kuno Mattusch sogar im Gefängnis. Mattusch behauptet, nicht er, sondern die Polizei hätte die Geisel erschossen. Diese Meinung vertritt er so eloquent, dass sie Valerie Neumann plausibel erscheint. Sie versteht deshalb nicht, warum ihre Eltern so vehement dagegen sind, dass sie diesen Artikel schreibt. Selbst als sie erfährt, dass der Filialleiter Erich Schmid der Bruder ihrer Mutter war, will sie ihre Arbeit gewissenhaft zu Ende bringen.

Meine Meinung:

Als True-Crime-Krimi kann ich dieses Buch leider nicht bezeichnen. Ja, okay - rund um ein wahres Verbrechen ist hier eine Kriminalroman drapiert worden, aber eben ein Roman, kein Sachbuch, in dem Polizei- und/oder Gerichtsprotokolle zu lesen sind oder Zeugen zu Wort kommen. Trotzdem ist der Krimi fesselnd, denn es ist interessant zu lesen, wie sich die unsichere Volontärin in diesen Artikel verbeißt. Beinahe erliegt sie den manipulativen Erzählungen des Täters, für den immer die anderen schuld sind.

Die Charaktere sind recht gut ausgearbeitet. Wobei natürlich Mattusch die „bessere Rolle“ hat, als die junge Valerie Neumann, die ich an manchen Stellen, ob ihrer Naivität am liebsten ein wenig geschüttelt hätte. Die Erklärung, warum die Eltern so vehement gegen diese Aufgabe, diesen Artikel zu schreiben, sind, ist letztlich sehr gut aufgelöst (wenn auch frei erfunden).

Im Nachwort erklärt die Autorin unter „Wahres, Erfundenes und Dank“ wie sie Fakten und Fiktion miteinander verknüpft hat.

Fazit:

Unter einem True-Crime-Krimi stelle ich mir etwas anderes vor, dennoch hat mich dieser Kriminalroman gefesselt. Daher bekommt er von mir 4 Sterne.