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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Die Kuh gräbt nicht nach Gold
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Der dritte Fall für Milka Mayr und Kommissar Paul Eichert beginnt recht idyllisch: Die beiden unternehmen eine Kanutour auf der Jagst.

„...Junge Frau, die Jagst ist hier schön brav. Sie haben überwiegend ...

Der dritte Fall für Milka Mayr und Kommissar Paul Eichert beginnt recht idyllisch: Die beiden unternehmen eine Kanutour auf der Jagst.

„...Junge Frau, die Jagst ist hier schön brav. Sie haben überwiegend leichtes Wildwasser sowie Zahmwasser, also keine Bange...“
Mit der Idylle ist es jäh vorbei, als Milka - erraten - eine Leiche, der beide Hände fehlen, findet. Da der Tote nicht in Pauls Zuständigkeitsbereich fällt, kann sich Milka dem Bauernhof und dem Hofladen sowie um die Vorbereitungen zur Langenburg-Classic, einer Oldtimer-Rallye, an der sie mit ihrem liebevoll restaurierten VW-Käfer teilnehmen wird, widmen.

Doch Milka kann nicht in Frieden leben, wenn bei der Wettfahrt Claus Peter Thaler in seinem Austin Healy in die Luft gesprengt wird. Jetzt ist ermitteln angesagt!
Nebenbei muss sich Milka noch um Professor Ebert kümmern, der unter Mordverdacht gerät, als auf seiner Ausgrabung ein Mann erschlagen aufgefunden wird.

Bei ihren Recherchen stoßen Milka und Paul immer wieder auf den Namen Thaler. Wie ist die Familie in die Todesfälle verwickelt?

Meine Meinung:

Der Spannungsbogen ist durch die verschiedenen Handlungsstränge sehr hoch. Die beiden mörderischen Handlungsstränge scheinen zu Beginn keinen Zusammenhang zu haben. Doch wer den werten Herrn Autor näher kennt, weiß, dass die losen Fäden sich im Laufe der Geschichte zu einem dicken Zopf verdichten.

Der Schreibstil ist wie immer flott und flüssig. Das eingeflochtene Lokalkolorit, in dem Land und Leute ihren angestemmten Platz haben, macht Lust, diesen Teil von Deutschland besuchen zu wollen.

Gut haben mir die Ausflüge zu den archäologischen Ausgrabungen gefallen. Geschickt sind die Erklärungen über das Leben der dort einstmals ansässige Kelten in den Krimi eingewoben. Über Prof. Ebert, der bei seinen Ausführungen kein Ende findet, muss ich immer schmunzeln. So stellt man sich einen Geschichtsprofessor vor.

Fazit:

Diesem dritten Krimi rund um Milka Mayr gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.08.2021

KLingt verführerisch

Das österreichische Roséwein-Kochbuch
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Der österreichische Kultur- und Kulinarikvermittler Taliman E. Sluga wartet heute mit einem besonderen Kochbuch auf: Er verarbeitet in seinen Rezepten Roséwein.

Roséwein ist ein hellfarbiger Wein, der ...

Der österreichische Kultur- und Kulinarikvermittler Taliman E. Sluga wartet heute mit einem besonderen Kochbuch auf: Er verarbeitet in seinen Rezepten Roséwein.

Roséwein ist ein hellfarbiger Wein, der aus blauen Trauben gekeltert wird. Wie, das erklärt der gebürtige Kärntner, der seit langem in der Steiermark lebt, ausführlich. Der wohl bekannteste Roséwein ist der steirische Schilcher, der aus der Blauen Wildbacher-Traube gewonnen wird. Lange Zeit als „Heckenklescher“, der bei übermäßigem Genuss blind machen würde, in Verruf geraten, freut er sich seit einiger Zeit bei Kennern immer größerer Beliebtheit. Sein burgenländisches Pendant ist der Uhudler, der eine besondere autochthone Spezialität und nur in geringen Mengen verfügbar ist.

Neben einer Einführung und ein bisschen Weinkunde dürfen wir uns an zahlreichen regionalen und internationalen Kochrezepten erfreuen, deren (Haupt)Bestandteil, eh klar, Roséwein ist. Dabei werden traditionelle Gerichte, die vorrangig aus dem Südosten Österreichs stemmen, behutsam adaptiert.

Ein Beispiel, dessen Änderung nur wenig Mühe macht:

Statt der altbekannten „Muscheln in Weißweinsauce“ einfach Roséwein für die Sauce nehmen.

Fazit:

Wer gerne seine Gäste mit besonderen Gerichten verwöhnen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.08.2021

Amüsant und lehrreich

Wie gut ist Ihr Deutsch? 3
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In diesem Buch, es ist das dritte aus der Serie „Wie gut ist ihr Deutsch?“, stellt Sebastian Sick wieder zahlreiche Quiz-Fragen zur korrekten Anwendung von Grammatik, Zeichensetzung, Wortschatz und Rechtschreibung. ...

In diesem Buch, es ist das dritte aus der Serie „Wie gut ist ihr Deutsch?“, stellt Sebastian Sick wieder zahlreiche Quiz-Fragen zur korrekten Anwendung von Grammatik, Zeichensetzung, Wortschatz und Rechtschreibung.

Der Unterschied von Gourmand und Gourmet sollte zwar hinlänglich bekannt sein,
aber der eine oder andere Begriff eben nicht.

Sebastian Schick hat seine Leidenschaft für den korrekten Gebrauch der deutschen Sprache zum Beruf gemacht und zahlreiche Bücher darüber geschrieben. In diesem hier finden sich zahlreiche Fundstücke aus seiner langjährigen Praxis. Wie man es vom Autor gewöhnt ist, darf zwischendurch auch herzlich gelacht werden. Zahlreiche gelungene Illustrationen lockern das Buch zusätzlich auf.

Fazit:

Fans von Sebastian Sick und der Deutschen Sprache erwartet ein Feuerwerk von sprachlichen Irrungen und Wirrungen, die einem mehrfaches Schmunzeln entlockt. Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.08.2021

Ein gelungener Reihenauftakt

Das Kreuz des Pilgers
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Petra Schier, Autorin zahlreicher historischer Krimis und Romane entführt uns in das Koblenz von 1379.

Die Handelskarawane, in der Reinhild und Gottfried von Winneburg sowie deren Jugendfreund Palmiro ...

Petra Schier, Autorin zahlreicher historischer Krimis und Romane entführt uns in das Koblenz von 1379.

Die Handelskarawane, in der Reinhild und Gottfried von Winneburg sowie deren Jugendfreund Palmiro und Conlin reisen, wird auf der Heimreise von Wegelagern überfallen. Gottfried stirbt bei der Rettung eines kleinen Mädchens. Zurück in Koblenz müssen sich Reinhild, Palmiro und Conlin der geänderten Situation stellen. Besonders Conlin trifft es hart, denn sein älterer Bruder Oswald scheint den Verstand verloren zu haben.

Die drei teilen mehrere (Familien)Geheimnisse miteinander und dann ist da noch das silberne Kruzifix, eine besondere Reliquie, die die drei Familien verbindet.

Meine Meinung:

Petra Schier schafft es immer wieder, durch ihre opulente und lebendige Erzählweise ihre Leser in längst vergangene Zeit abtauchen zu lassen. Sei es in ihren Mittelalterromanen wie der Adelina-Reihe, der Lombarden-Reihe oder ihrer Krimi-Reihe, die sie als Mila Roth verfasst hat.

Die historischen Details sind sauber recherchiert. Die Charakter sind vielschichtig angelegt. Manche Figuren sind in ihrem Gehabe ihrer Zeit voraus und müssen sich deshalb vor der den Alltag bestimmenden Kirche in Acht nehmen. Ja, mit der Kirche ist es überhaupt so ein Kreuz! So mancher ihrer Repräsentanten sorgt sich weniger um das Seelenheil seiner Schäfchen, sondern um seine eigene Macht. Andersdenkende (und Fühlende) werden gnadenlos verfolgt.

Spannend sind auch die vielen Andeutungen rund um die Familiengeheimnisse. Einige habe ich ziemlich schnell entdeckt und gelöst, andere wiederum werden vermutlich erst im nächsten Band enthüllt.

Wie wir es von Petra Schier gewöhnt sind, braucht es in ihren historischen (Kriminal)Romanen eine Menge Personal, die aber übersichtlich zu Beginn des Buches aufgelistet sind. So kann man, bevor die Übersicht verloren geht, wieder nachlesen. Der Stadtplan des mittelalterlichen Koblenz ergänzt diesen Roman vortrefflich.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt einer Mittelaltertrilogie, der ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 28.08.2021

Eintauchen in das Wien von 1912

Wiener Hochzeitsmord
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Wien im Jahr 1912. Die Tochter des Kriminaloberinspektors Otto W. Fried hat in der Stanislaus-Kostka-Kapelle geheiratet. Während man sich zur Hochzeitstafel im nahe liegenden Gasthaus einfindet, fällt ...

Wien im Jahr 1912. Die Tochter des Kriminaloberinspektors Otto W. Fried hat in der Stanislaus-Kostka-Kapelle geheiratet. Während man sich zur Hochzeitstafel im nahe liegenden Gasthaus einfindet, fällt der Priester, der das Brautpaar getraut hat, einem Mord zum Opfer. Es sieht alles nach Raubmord aus, denn eine kostbare Statue fehlt.

Brautvater Otto W. Fried nimmt dieses Verbrechen in seiner nächsten Umgebung sehr persönlich. Gemeinsam mit seinem Assistenten geht er jeder noch so kleinen Spur nach. Wie kommt es, dass der Priester augenscheinlich ein unbeschriebenes Blatt. Fried stochert in der Vergangenheit des Geistlichen herum, bis er auf die dunkle Seite des Mordopfers stößt, die ihn jeglicher Sympathie beraubt.


Meine Meinung:

Dieser Krimi aus dem Wien vor dem Ersten Weltkrieg zeigt die Skrupellosigkeit mancher Menschen auf. Da wird spekuliert und gezockt, ganze Familien in den Ruin getrieben, nur um die eigene Eitelkeit zu befriedigen.

Sehr spannend sind die kriminalistischen Ermittlungen ohne DNA, Datenbanken und die sonstigen elektronischen Helferlein, derer sich heutige Kriminalisten bedienen können, beschrieben. Da wird in staubigen Akten gewühlt. Zahlreiche Depeschen abgeschickt und die eigene Intuition sowie die Gabe, Zusammenhänge zu erkennen gebraucht.

Die allgegenwärtige Ausländerfeindlichkeit trifft Juden und Roma beinahe gleichermaßen. Da schon gleich ein Unschuldiger festgesetzt, um einen schnellen Ermittlungserfolg vorweisen zu können. Gut, dass Otto W. Fried sowohl seine Menschenkenntnis als auch seine Erfahrung in die Waagschale wirft. Seine Wahrnehmung vom Anflug einer Geldgier, die er im Gesicht des Priesters aufblitzen hat sehen, als er die Modalitäten für die Hochzeit ausgehandelt hat, weisen ihm den richtigen Weg.

Michael Reiter gelingt es sehr gut, die damalige Zeit auferstehen zu lassen. Die Charaktere sind fein gezeichnet und das Wien kurz vor dem Großen Krieg ist gut beschrieben. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Otto W. Fried.

Fazit:

Wer sich gerne in das Wien der sterbenden Donaumonarchie begeben möchte, ist hier gut aufgehoben. Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne.