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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2021

Leider nicht der beste Krimi diese Reihe

Die Kamuelsfeder
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Siegfried Dinkel, genannt „Sidimuff“ nach seiner gleichnamigen Firma, die eine Goldgrube ist, hat vor einem Jahr seine Ehefrau Sophia bei einem Tauchunfall verloren. Doch nun mehren sich die Indizien, ...

Siegfried Dinkel, genannt „Sidimuff“ nach seiner gleichnamigen Firma, die eine Goldgrube ist, hat vor einem Jahr seine Ehefrau Sophia bei einem Tauchunfall verloren. Doch nun mehren sich die Indizien, dass der Tod seiner Frau vielleicht doch kein Unfall war, zumal einige Personen von damals ein gewaltsames Ende finden. Und überhaupt, wo ist eigentlich die Leiche?

Doch auch in Deutschland schlägt der Tod zu und Sidimuffs aktuelle Geliebte wird ermordet.

Die Neue im Team, Andrea Onello, die perfekt italienisch spricht, wird in den Süden geschickt, um mit den dortigen Kollegen zu ermitteln.

Wird Haderleins Truppe die Morde aufklären können?

Meine Meinung:

Dieser achte Fall für KHK Franz Haderlein und Bernd „Lagerfeld“ Schmitt hat mir nicht so gut gefallen. Die Leichtigkeit, die mehrere Vorgänger auszeichnet, ist irgendwie abhandengekommen.

Die Einführung der neuen Kollegin Andrea Onello böte jede Menge Spannung, doch die wird gleich einmal relativiert, weil gemeinsam mit den italienischen Kollegen ermitteln muss.

Gerne hätte ich ein „Match“ Onello gegen Honeypenny gelesen. Doch leider blieb dieses aus.

Auch das Ermittlerschwein Riemenschneider, das immer wieder für Schmunzeln beim Lesen sorgt, hat diesmal erst auf den letzten Seiten seinen großen Auftritt. Der geneigte Leser hat natürlich schon viel früher einen Verdacht, warum sich ihre Leibesfülle vergrößert hat.

Das Cover hat mich sofort in den Bann gezogen und eine Feder wird auch eine Rolle spielen.

Über die klischeehafte Figur des Federico Buffa musste ich herzlich lachen. Zuerst erwartet er eine graue Maus aus Deutschland und baggert sofort die attraktive Andrea an. Die Abfuhr gönne ich ihm!

Fazit:

Leider nicht der beste Krimi dieser Reihe, daher kann ich diesmal nur 3 Sterne vergeben. Aber, der nächste „Das Makarovpuzzle“ wartet schon.

Veröffentlicht am 22.03.2021

Regt zum Nachdenken an

Pathos
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Was ist Pathos? Der Duden definiert Pathos als „feierliches Ergriffensein“ bzw. „leidenschaftlich-bewegten Gefühlsausdruck“.

Doch wie nehmen wir Pathos wahr? Solmaz Khorsand geht in ihrem Buch dieser ...

Was ist Pathos? Der Duden definiert Pathos als „feierliches Ergriffensein“ bzw. „leidenschaftlich-bewegten Gefühlsausdruck“.

Doch wie nehmen wir Pathos wahr? Solmaz Khorsand geht in ihrem Buch dieser Frage nach.

Es scheint, als wäre Pathos überall. Ununterbrochen sind wir bewegt, empört und berührt, wollen diese Gefühle mit der ganzen Welt teilen. Am liebsten sofort. Am liebsten mit ganz viel Reichweite. Es scheint, als wäre die Superlative das Normale, eine einfache Bemerkung wird gar nicht mehr gehört. Es muss häufig „strahlend weiß“ oder „dunkelschwarz“ sein. Vielen Bemerkungen liegen Übertreibungen zu Grunde, Killerphrasen wie „alle“ und „immer“ werden inflationär gebraucht.

Beherrschung und Mäßigung bleibt nur (sprachlichen) Asketen.

Dennoch ist Pathos nicht nur negativ zu werten. Denn plötzlich gibt es, nach mit Pathos durchsetzten Appellen, Geld für Minderheiten, nach den seit Jahrzehnten kein Hahn gekräht hat, werden Dinge beim Namen genannt, über die zuvor nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert worden ist.
Pathos kann auch Veränderung bedeuten: Ob zum Guten oder Schlechten, wird wohl die Zeit zeigen.

Fazit:

Pathos ist überall. Mäßigung gehört nicht zum Zeitgeist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.03.2021

Es müssen nicht immer Fernreisen sein

Grenzenlos gehmütlich
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Es muss nicht immer eine Fernreise sein ...

Diesmal hat sich das Autorenduo Alois & Anni Pötz eine geschichtsträchtige Landschaft für seine gehmütlichen Wanderungen ausgesucht: die Grenzregion der Südsteiermark. ...

Es muss nicht immer eine Fernreise sein ...

Diesmal hat sich das Autorenduo Alois & Anni Pötz eine geschichtsträchtige Landschaft für seine gehmütlichen Wanderungen ausgesucht: die Grenzregion der Südsteiermark. Gemeinsam können wir das Gebiet zwischen der Riegersburg und der Soboth, zwischen Bad Radkersburg, Maribor und Slovenj Gradec/Windischgrätz erwandern.

Das stumme „h“ in gehmütlich ist kein Rechtschreibfehler, sondern soll zeigen, dass man diese Wanderungen in aller Ruhe und ohne Hast absolvieren kann.

Diese Region kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: auf Vulkane (Riegersburg), Kelten (Großklein) und die Römer (Leibnitz = Flavia Solva). Nicht zu vergessen, dass das Gebiet nach dem Zerfall der Donaumonarchie heiß umkämpft war. Der SHS-Staat, aus dem später Jugoslawien hervorgeht (das dann ab 1991 auch zerfällt), will die Grenze zu seinen Gunsten verschieben. Erst der Vertrag von St. Germain regelt die Staatsgrenze, die bis 1990 streng bewacht wird.

Auf 40 Routen können wir das unvergleichliche Flair der südlichen Steiermark und der Stajerska, wie ihre Fortsetzung in Slowenien heißt, genießen. Guten Appetit und Prost, dober tek und na zdravje!

Jede Wanderung wird anhand eines Kartenausschnitts dargestellt. Angaben zu Länge, Wegzeiten, Höhenmeter dürfen ebenso wenig fehlen, wie Einkehrmöglichkeiten. Fast alle Ziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Fazit:

Für alle jene, die ein wenig Ruhe vom hektischen Alltag suchen, bieten diese 40 Wanderungen eine tolle Urlaubsmöglichkeit. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.03.2021

Fesselnd bis zur letzten Seite

Das Makarov-Puzzle
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In diesem 10. Fall für Franz Haderlein und sein Team warten einige Überraschungen. Da ist zum einen das Ermittlerschwein Riemenschneider, das mit seinem Nachwuchs (siehe „Kamuelsfeder“) nun auf einem Biobauernhof ...

In diesem 10. Fall für Franz Haderlein und sein Team warten einige Überraschungen. Da ist zum einen das Ermittlerschwein Riemenschneider, das mit seinem Nachwuchs (siehe „Kamuelsfeder“) nun auf einem Biobauernhof lebt und zum anderen Andrea Onello, die sich gut in das Team eingefügt hat.

Diesmal ist dem Autor wieder ein spannendes, spritziges und humorvolles Buch gelungen.

Worum geht’s?

Der stadtbekannte Sonderling Georg Schugg verbreitet nach wie vor seine kruden Theorien über die Klimaerwärmung. Kein Wunder, dass er sich verfolgt fühlt. Doch niemand nimmt ihn ernst, auch Andrea Onello nicht, bis sie Zeugin eines möglichen Mordversuches an Georg wird und den Verletzten in das Krankenhaus bringt. Aus dem verschwinden die beiden nach einer wilden Schießerei, bei der es Tote gibt. Doch das werden nicht die letzten Toten bleiben...

Nun ist voller Einsatz von Franz Haderlein, Bernd „Lagerfeld“ Schmitt und der Kriminaltechniker gefragt. Als Riemenschneider aus dem tierischen Mutterschutz wieder zum Team stoßen soll, entdeckt Lagerfeld, dass Söhnchen Presssack die Begabung der Mutter geerbt hat, und ernennt ihn kurzerhand zum Hilfssheriff.

Meine Meinung:

Dieser Krimi hat mich diesmal wieder bestens unterhalten, nachdem „Kamuelsfeder“ ein wenig enttäuschend für mich war.

Die lieb gewonnenen Charaktere sind wieder mit dabei und werden durch den kauzigen Schugg bestens ergänzt. Der Einzige, der diesmal ein wenig aus der Rolle
Fällt, ist, Robert „Fidibus“ Suckfüll, der nach dem Genuss eines Gerichtes seiner Frau Gemahlin außer Gefecht ist. Seine Albträume sind allerdings wirklichkeitsnah und haben mich mehrmals hellauf lachen lassen.

Ob das mit Andrea und Schugg etwas wird?

Es ist doch immer das Gleiche: Man wartet immer sehnsüchtig auf einen neuen Krimi mit der Bamberger Ermittlercrew, und ist er endlich erschienen, dann hat man das Buch schon auch wieder verschlungen.

Gut gefällt mir das feuerrote Cover, dessen Zusammenhang mit der Story ich erst gegen Ende erschließt. Jedenfalls ist es ein echter Augenschmaus!

Fazit:

Ein gelungener 10. Fall, der mich bestens unterhalten hat. Mit Spannung warte ich auf den 11. Krimi aus dieser Reihe. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.03.2021

Provokant und regt zum Nachdenken an

Sind wir noch zu retten?
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„Sind wir noch zu retten?“ Diese provokante Frage stellen Hans-Peter Hutter und Judith Langasch.

In acht Kapiteln versuchen uns der (Umwelt)Mediziner und die Journalistin Antworten auf die Frage(n) zu ...

„Sind wir noch zu retten?“ Diese provokante Frage stellen Hans-Peter Hutter und Judith Langasch.

In acht Kapiteln versuchen uns der (Umwelt)Mediziner und die Journalistin Antworten auf die Frage(n) zu geben.

Plastik & Mikroplastik
Pestizide
Leicht- & Schwermetalle
Luftverschmutzung
Innenraum
Handy & Co.
Lärm
Klimakrise

In jedem Kapitel erhält der interessierte Leser Informationen zum Thema und anschließend die Antwort auf die titelgebende Frage. Zusätzlich gibt es eine Liste mit Dingen, die jeder Einzelne zur Rettung des Ganzen beitragen kann.

Als Arbeitsmediziner weist Hans-Peter Hutter auch darauf hin, dass nicht nur Chemikalien und/oder elektromagnetische Strahlungen auf uns einwirken. Lärm als Verursacher von „akustischer Umweltverschmutzung“ und Krankmacher darf nicht vernachlässsigt werden.

Hans-Peter Hutter erklärt die Fakten anhand von Beispielen und ohne erhobenen Zeigefinger sowie Missionseifer. Zwischendurch kommt sein Humor durch. Ich habe ihn schon bei verschiedensten Veranstaltungen und Workshops erlebt. Seine bunten Hawai-Hemden sind sein Markenzeichen. Wo er die wohl herhat?

Die Antwort auf die spannende Frage „Sind wir noch zu retten?“ Ist ein deutliches „Ja, klar, wenn ...“

Fazit.

Ein provokantes, sachkundiges und notwendiges Buch, das zum Nachdenken anregt und Lösungsansätze anbietet. Gerne gebe ich hier 5 Stern.