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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2021

Ein gelungener Reisebegleiter

111 Orte rund um den Neusiedler See, die man gesehen haben muss
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Es war mir eine Freude, mit den Tipps von Bernadette Németh rund um den Neusiedler See zu reisen. Eine Vielzahl der Orte kannte ich bereits, dennoch durfte ich Neues entdecken.

Das Spektrum der Empfehlungen ...

Es war mir eine Freude, mit den Tipps von Bernadette Németh rund um den Neusiedler See zu reisen. Eine Vielzahl der Orte kannte ich bereits, dennoch durfte ich Neues entdecken.

Das Spektrum der Empfehlungen reicht von den Naturdenkmälern über kulinarische Schmankerl bis hin zu Gedenkstätten der Shoa, denn die vormals jüdischen Gemeinden wurden während der NS-Zeit fast völlig ausgelöscht. Natürlich darf der See, „das Meer der Wiener“ und seine Seebäder nicht fehlen. Daneben wird unser Blick auch auf alte Handwerkstradition wie die Fassbinderei und Künstlerateliers gelenkt.

Wir dürfen einen Trip auf die ungarische Seite des Neusiedler Sees machen, was erst seit 1898 problemlos möglich ist. Zuvor hat der „Eiserne Vorhang“ die Reiselust stark gehemmt. Erinnerungen hierzu findet man bei der Brücke von Andau, die 1956 eine der letzten Fluchtmöglichkeiten aus Ungarn war.

Wie wir es in diesen Reiseführer gewöhnt sind, bietet auch Bernadette Németh Einblicke in kuriose und nicht so bekannte Attraktionen. Viele kleine Museen und Schausammlungen wie z.B. das „Eisenbahnlampenmuseum“ oder das „Zuckermuseum“ (beides auf der ungarischen Seite des Sees) machen Lust, den Neusiedler See zu umrunden. Egal ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder für ganz Mutige per Pedes, es findet sich für Jeden etwas Interessantes.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Reisebegleiter 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2021

Köstliches aus heimischem Beerenobst

Himbeerschnitte und Holundereis
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Sophia Dünser ist Lehrerin in Vorarlberg und hat sich mit diesem Backbuch einen Herzenswunsch erfüllt. Mitten im Covid-19-bedingten strengen Lockdown hat Familienrezepte für uns alle nachkochbar gemacht.

Die ...

Sophia Dünser ist Lehrerin in Vorarlberg und hat sich mit diesem Backbuch einen Herzenswunsch erfüllt. Mitten im Covid-19-bedingten strengen Lockdown hat Familienrezepte für uns alle nachkochbar gemacht.

Die Rezepte sind einfach und lassen sich auch von weniger begabten Köchen und Köchinnen herstellen.

Was mir besonders gefällt: Die Fotos sind nicht „zu Tode“ retouchiert. So sieht man da und dort einen Krümel oder, wie gleich beim Titelbild, ist der Übergang zwischen Teig und Creme ein wenig wellig. DAS macht es mir leicht, an ein leichtes Gelingen der Köstlichkeit zu glauben. Diese akkurat geschönten Speisen mancher Fooddesigner machen mir persönlich Bauchgrimmen, wenn das Ergebnis von der picobello getunten Vorlage abweicht.

Aber zurück zu den Rezepten. In über 100 werden vorrangig Beeren aus den mitteleuropäischen Gärten oder Wäldern verarbeiten. Kein exotischer Firlefanz, sondern bodenständige Zutaten.

Entzückend finde ich die „Erdbeer-Maulwurftorte“ - die ist auf jedem Kindergeburtstag ein Highlight.

Die Rezepte sind nach Früchten geordnet. Zu jeder Frucht gibt es eine kurze botanische Beschreibung, was sehr hilfreich ist. Hier merkt man, dass Sophia Dünser eine gelernte Biologin ist. Am Ende des Buches finden sich die Rezepte für die Torten- und Gebäckteige sowie Platz für eigene Notizen.

Das Buch ist im kleinen, aber feinen Vorarlberger Verlag EDITION V als Hardcover mit lila Lesebändchen erschienen und beeindruckt durch eine sorgfältige Verarbeitung.

Fazit:

Wer Süßspeisen aus heimischem Beerenobst liebt, ist hier richtig! Auch als Geschenk eine gute Idee. Gerne gebe ich diesem liebevoll gestalteten Backbuch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2021

Muss man nicht lesen

Um Mitternacht ab Buckingham Palace
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Dieser 2. Krimi rund um Detective Strafford (mit „r“) spielt im Jahre 1941, als die deutsche Luftwaffe über England ihre Bomben abwirft.
Da König und Königin als Zeichen der Solidarität in London bleiben, ...

Dieser 2. Krimi rund um Detective Strafford (mit „r“) spielt im Jahre 1941, als die deutsche Luftwaffe über England ihre Bomben abwirft.
Da König und Königin als Zeichen der Solidarität in London bleiben, werden die beiden Prinzessinnen Elizabeth und Margaret, so wie viele andere Kinder, evakuiert. Sie werden unter strengster Geheimhaltung und mit falschem Namen in das neutrale Irland gebracht. Zu ihrer Sicherheit werden Miss Celia Nashe, eine Mitarbeiterin des Inlandsgeheimdienstes, und Detective Strafford abgestellt.

Doch recht bald sickert die wahre Identität der beiden Mädchen durch, zumal sich die beiden als verzogen und launisch entpuppen.
Verschiedene irische Gruppen und Grüppchen haben mit den Briten nach wie vor das eine oder andere Hühnchen zu rupfen, und schmieden finstere Pläne.

Meine Meinung:

Was ein fesselnder Roman über die Geschichte von Iren und Briten, in dessen Spannungsfeld die Prinzessinnen geraten, sein hätte können, erweist sich als langatmig und oft langweilig. Das Buch hat 368 Seiten, aber die erste und einzige Leiche tritt auf S. 189 auf. Zuvor wird episch über das dröge Leben in einem nicht auf Kinder eingerichteten Herrenhaus geschrieben.

Die Personen bleiben mehr als blass. Mehrfach wird erwähnt, dass Detective Strafford möglicherweise an TBC und an Fieberschübe leidet. Das kann ich mir so gar nicht vorstellen, dass ein an einer ansteckenden Krankheit leidender Polizist mit der Aufgabe betraut werden sollte, die Thronfolgerin und ihre Schwester zu beschützen.

Die Mädels sind sehr unsympathisch dargestellt. Margaret benimmt sich unmöglich, spioniert die Bewohner im Herrenhaus aus und stiehlt die Waffe von Celia Nashe aus deren Wäschekommode. Ich denke, sie werden schon den einen oder anderen Streich ausgeheckt haben, aber das erscheint mir schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen.

Auch vom britischen Humor ist wenig zu lesen, aber das mag an der Übersetzung liegen.

Der Autor, der bisher zwei Krimis rund um den blassen Detective Strafford geschrieben hat, lüftet sein Pseudonym nicht. Vermutlich aus gutem Grund, denn mit diesem Krimi gewinnt er (oder sie?), obwohl angeblich bekannt, keinen Blumentopf.

Fazit:

Ich mag zwar ruhige Krimis, doch der hier ist schlicht langatmig. Selbst die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret können dieses Geschwurbel nicht retten, denn sie langweilen sich beinahe zu Tode. Den ersten Fall „Tod in der Bibliothek“ werde ich mir nicht antun. Schade um die Idee, leider kann ich hier nur mit viel Nachsicht 2 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.05.2021

Lebensgeschichten, die Mut machen

Alterslos - Grenzenlos
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Simone Rethel-Heesters ist vielen nur als Ehefrau von Johannes „Jopi“ Heesters, der 46 Jahre älter als sie war, bekannt. Die frühere Schauspielerin hat sich schon lange für die Fotografie und Malerei interessiert. ...

Simone Rethel-Heesters ist vielen nur als Ehefrau von Johannes „Jopi“ Heesters, der 46 Jahre älter als sie war, bekannt. Die frühere Schauspielerin hat sich schon lange für die Fotografie und Malerei interessiert. Seit 2005 ist sie außerdem Botschafterin für die „Initiative würdig altern“.

In diesem Buch hat sie 25 Persönlichkeiten interviewt. Darunter solche, denen man die Lebendigkeit geradezu ansieht: die beiden Peter (Kraus & Maffay), Mario Adorf, Rita Süßmuth, Waltraud Haas oder die Schauspiellegende Otto Schenk, der sich erst vor Kurzem von der Bühne verabschiedet hat.

Die Gespräche sind sehr herzlich geführt. Zahlreiche wunderschön gestaltete schwarz-weiß Fotos der InterviewpartnerInnen ergänzen dieses liebevoll gestaltete Buch.

Eines haben diese 25 Zeitzeugen gemeinsam: Lebensgeschichten, die Mut machen! Denn nicht bei allen ist der Lebensweg geradlinig verlaufen. Sie haben Verluste erlitten, Neuanfänge gewagt und sind immer offen für Neues geblieben.

»Ich glaube, wir hätten sehr viel gesündere, ältere Menschen, wenn sie sich nicht zur Ruhe setzen würden, denn Ruhestand hat meist Stillstand zur Folge, und das ist ungesund für Geist und Körper.«

Veröffentlicht am 09.05.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Caravaggios Schatten
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Dieser zweite Krimi um die Detektei des Rupert von Schleewitz beginnt mit einem Paukenschlag: Alban, Ruperts Zimmerkollege aus dem Internat, zerstört in einer Ausstellung auf Schloss Sanssouci ein wertvolles ...

Dieser zweite Krimi um die Detektei des Rupert von Schleewitz beginnt mit einem Paukenschlag: Alban, Ruperts Zimmerkollege aus dem Internat, zerstört in einer Ausstellung auf Schloss Sanssouci ein wertvolles Bild. Es handelt sich um das Gemälde „Der ungläubige Thomas“, eines der beiden in Deutschland befindlichen Werke von Caravaggio. Dann verschwindet das Bild auf dem Weg in die Restaurierungswerkstätte. Der Skandal ist perfekt. War das Attentat nur Mittel zum Zweck? Handelt es sich hier um eine Auftragsarbeit? Artnapping? Warum schweigt Alban?

Ausgerechnet Ruperts Detektei wird beauftragt, das Gemälde wiederzubeschaffen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Max Müller und Klara Ivanovic gelingt es, mit den Räubern Kontakt aufzunehmen. Die Spur führt nicht nur zu einer Rechtsanwaltskanzlei, die bis dato nichts mit Kunstschätzen zu tun hatte, sondern auch in Ruperts verdrängte Jugendzeit im Internat.

Meine Meinung:

Wie schon zuvor im ersten Fall für das kunstsinnige Trio („Der Turm der Blauen Pferde“) führt der Krimi in die Welt der Kunstschätze, in der aberwitzige Geldsummen für Meisterwerke bezahlt werden. Doch diesmal steckt noch etwas anderes dahinter.

Dieser Krimi beschert uns auch ein Wiedersehen mit Klaras Vater, einem Maler, der so seine eigene Interpretation von Kunst hat, und ein gehöriges Schlitzohr ist.

Mir hat dieses Katz-und-Maus-Spiel sehr gut gefallen. Wie werden die Erkenntnisse in diesem Fall das weitere Leben von Rupert von Schleewitz beeinflussen?

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 4 Sterne gebe und auf einen weiteren Fall für das Trio hoffe.