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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2021

Nicht der beste Teil der Trilogie

Spiegel unseres Schmerzes
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Dieser Roman ist das große Finale der Romantrilogie, die im Frankreich zwischen den beiden Weltkriegen spielt.

Obwohl seit 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg tobt, glaubt in Frankreich niemand so ...

Dieser Roman ist das große Finale der Romantrilogie, die im Frankreich zwischen den beiden Weltkriegen spielt.

Obwohl seit 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg tobt, glaubt in Frankreich niemand so richtig, dass Frankreich in die Kriegshandlungen einbezogen wird. Man wähnt sich hinter den Ardennen und der Maginot-Linie ausreichende sicher. In Paris geht das Leben fast seinen gewöhnlichen Gang: Man sitzt im Cafè und frönt seinen Lieb- und Leidenschaften. So auch bei Monsieur Jules, in dem die Lehrerin Louise Belmont einen Aushilfsjob für die Wochenenden angenommen hat.

Doch dann marschieren die Deutschen direkt auf das überrumpelte Paris zu und nichts ist mehr wie vorher.

Meine Meinung:

Es dauert gefühlte Ewigkeiten, bis die unterschiedlichen Handlungsstränge zueinanderfinden. Da ist zum einen jener der Louise Belmont, die in Paris eine sehr seltsame Begegnung macht, die ihr weiteres Leben verändern wird und zum anderen jene der Soldaten, die auf den Schlachtfeldern bzw. In einem Militärgefängnis spielen.

Ist der zweite Teil „Die Farben des Feuers“ wegen seiner komplexen Handlung und der starken Hauptcharaktere recht anspruchsvoll zu lesen, so fällt dieser dritte Teil hier stark ab. Stellenweise ist die Erzählung langatmig. Es kommt wenig Spannung auf. Die Charaktere wirken blass.

Der Epilog fasst in kurzen Sätzen die weiteren Geschicke der Protagonisten wie Monsieur Jules, Gabriel und Louise sowie der Kinder zusammen.

Fazit:

Für mich leider nicht der beste Teil der Frankreich-Trilogie der Zwischenkriegszeit, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.2021

Wenig Neues für mich

Wie Krankheiten Geschichte machen
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In diesem Sachbuch beschreibt Autor und Mediziner Ronald D. Gerste wie Krankheiten von Machthabern die Geschichte beeinflussen.

Ob Eroberer wie Alexander der Große, Monarchen diverser Epochen oder Diktatoren ...

In diesem Sachbuch beschreibt Autor und Mediziner Ronald D. Gerste wie Krankheiten von Machthabern die Geschichte beeinflussen.

Ob Eroberer wie Alexander der Große, Monarchen diverser Epochen oder Diktatoren und gewählte Staatsoberhäupter - allen ist gemeinsam, dass ihr Gesundheitszustand maßgeblich an Entscheidungen beteiligt ist/war.

Doch nicht nur hochrangige Persönlichkeiten geraten in den Fokus des Autors. Er bringt dem interessierten Leser Seuchen wie Pest, Pocken oder Cholera und Typhus näher, die aufgrund der modernen Medizin als heilbar und zum Großteil ausgerottet gelten.

Natürlich kann dieses Buch nicht aller Krankheiten behandeln. Ich hätte mir dennoch ein wenig mehr von diesem Buch erwartet. Das Kindbettfieber und zahlreiche Infektionskrankheiten, die Millionen von Kindern das Leben koste(te)n wie Diphterie, Masern oder die Kinderlähmung werden, wenn überhaupt, nur ganz kurz gestreift.

Für Leser, die gerne mehr zu diesem Thema lesen wollen, gibt es ein weiterführendes Literaturverzeichnis.

Fazit:

Ich selbst habe wenig bis nichts Neues erfahren. Für Leser, die sich das erste Mal mit Krankheiten der Mächtigen und ihrer Untertanen beschäftigen wollen, ist dieses Buch ein guter Einstieg. Von mir gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.2021

Penibel recherchiert und gut erzählt

Mitternacht in Tschernobyl
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„Es gibt nichts mehr zu kühlen“

Am 26. April 1986 führt eine fatale Kombination aus veralteter Technologie, Größenwahn, schlechtem Baumaterial, ungenügenden Sicherheitssystemen sowie menschlichem Versagen ...

„Es gibt nichts mehr zu kühlen“

Am 26. April 1986 führt eine fatale Kombination aus veralteter Technologie, Größenwahn, schlechtem Baumaterial, ungenügenden Sicherheitssystemen sowie menschlichem Versagen zur Kernschmelze im Reaktorblock IV des ukrainischen Atomkraftwerkes Tschernobyl. Die damalige Sowjetunion versucht mit Geheimniskrämerei, Lügen und falschen Schuldzuweisungen das wahre Ausmaß dieses Super-GAUs zu vertuschen.

Die genauen Details, wieso und warum es zu dieser Katastrophe gekommen ist, ist lange unklar. Autor Adam Higginbotham erhält Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall Zugang zu Archiven und durchforstet bislang unveröffentlichte Briefe und geheime Dokumente. Er führt Dutzende Interviews mit Überlebenden der Katastrophe.

Penibel recherchiert er die zahlreichen Versäumnisse, das jedes für sich schon dramatisch genug gewesen wäre, doch in der Gesamtsumme ist die Katastrophe nicht aufzuhalten gewesen.

Das Buch ist sehr gut strukturiert und geht in den zwanzig Kapiteln auch auf die sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte ein. Sehr gut gelungen ist dem Autor, die physikalischen und technischen Zusammenhänge darzustellen. Man kann diesem Sachbuch auch folgen, ohne Atomphysik studiert zu haben. Naturgemäß kommen die Apparatschiks der damaligen Sowjet-Regierung nicht gut weg. Durch ihre Strategie der Vertuschung, Fehlinformation und Geheimhaltung sowie Propaganda haben sie gehörigen Anteil an der Tragödie.

Obwohl ein Sachbuch, liest sich das Buch flüssig. Der Leser ist mitten drinnen im Geschehen, atmet die radioaktiv verseuchte Luft ein und erleidet die Qualen der verstrahlten Kraftwerkangestellten und der „Liquidatoren“.

Obwohl keine leicht Kost, hat mich das rund 450 Seiten umfassende Buch fasziniert. Es enthält neben zahlreichen schwarz/weiß-Fotos noch auf ca. 150 Seiten genaue Quellenangaben sowie weiterführende Literatur.

Dieses Buch zeigt, dass die Kernkraft nicht so leicht von den Menschen beherrschbar ist. Beispiele wie vor Tschernobyl „Three Miles Island“ in den USA und danach in Fukushima/Japan belegen dies eindeutig. Wenn nun, im Lichte der Erderwärmung und der Klimakrise, wieder über eine mögliche Rückkehr zur Kernenergie nachgedacht wird, habe ich arge Bedenken um die Sicherheit der Menschheit.

Fazit:

Auch wenn man als Leser keine Ahnung von Kernphysik hat, ist dieses Buch dennoch eine Empfehlung wert. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.2021

Hat mich nicht vollends überzeugt

Limoncellolügen
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Dieser Krimi rund um Doro Ritter, Tochter eines Münchner Sterne-Kochs ist so eine richtige Strand- bzw. Urlaubslektüre.

Angesiedelt ist der zweite Fall für die Hobby-Ermittlerin in malerischen Örtchen ...

Dieser Krimi rund um Doro Ritter, Tochter eines Münchner Sterne-Kochs ist so eine richtige Strand- bzw. Urlaubslektüre.

Angesiedelt ist der zweite Fall für die Hobby-Ermittlerin in malerischen Örtchen Limone am Gardasee.
Als sich der Koch des Hotels ihrer Freundin Greta den Arm bricht, springt Doro für ihn ein. Kaum angekommen, stolpert sie über einen Toten im hoteleigenen Pool, der von den Carabineri als unglücklicher Unfall abgetan wird. Wenig später verschwindet Niveo, der Hilfskoch, der nicht der zu sein scheint, wofür er sich ausgibt. Nun ist Doros Spürsinn gefragt.

Meine Meinung:

So wirklich überzeugt hat mich der Krimi nicht. Es mag vielleicht stimmen, dass unsere südlichen Nachbarn nicht ganz so akribisch augenscheinliche Unfälle beurteilen, aber dennoch kommt hier die italienische Polizei nicht gut weg. Ein Vorurteil, das sich wie einige andere durch den Krimi zieht. So sind die Ex-Ehefrau als intrigant, die Männer als Machos und die alteingesessenen Familien am Gardasee als Spekulanten dargestellt, die um Geld und Macht anzuhäufen, auch die eine oder anderen unglückliche Ehe der Kinder in Kauf nehmen. Nein, das ist mir ein wenig zu viel Klischee.

Die Handlung plätschert zwischen Hotelküche, angedeutete erotische Intermezzi und kraftraubende Wanderungen in der Umgebung herum. Es wird viel gekocht, entsprechend gegessen und getrunken.

Fazit:

Ein netter Urlaubskrimi, der bei einigen Lesern Urlaubsgefühle aufsteigen lässt. Mich hat er nicht überzeugt, daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.2021

Hat mich gut unterhalten

Steirertanz
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Es ist Winter in Bad Aussee und eine herrschaftliche Villa geht in Flammen auf. Als man in den rauchenden Trümmern eine weibliche Leiche findet, haben Sandra Mohr und Sascha Bergmann ihren elften Fall. ...

Es ist Winter in Bad Aussee und eine herrschaftliche Villa geht in Flammen auf. Als man in den rauchenden Trümmern eine weibliche Leiche findet, haben Sandra Mohr und Sascha Bergmann ihren elften Fall.

Die Tote, so stellt sich heraus, ist Luise Lex, eine der Zwillingsschwestern Lex, die eine gut gehende Trachtenmanufaktur betreiben. Sie wurde getötet und das Feuer zur Vernichtung der Spuren gelegt.

Wer könnte hier der Täter sein? Die Schwestern haben genügend Feinde, da sie mit ihrer Trachtenmode einigen eingesessenen Firmen das Wasser abgraben. Oder liegt das Motiv darin, dass die beiden sich vehement gegen das Bauprojekt auf dem Nachbargrundstück wehren? Es sollen hochpreisige Ferienappartments errichtet werden und ausgerechnet Lilly Lexs Ex-Ehemann ist der Immobilienentwickler. Ein Schelm, der da Böses denkt.

Meine Meinung:

Nachdem Sascha Bergmann von seiner im letzte Fall erlittenen lebensbedrohenden Sepsis einigermaßen erholt hat, läuft er zu seiner gewohnten Form auf. Im Gegensatz zur Steirerin Mohr, sind ihm, dem gebürtige Wiener, die Berge verhasst und überhaupt im Winter. „Ich hasse Landschaft. Noch dazu wo Schnee liegt.“ Knurrt er, als ihn Sandra auf die malerische Gegend aufmerksam macht. Wie so häufig trägt er nicht wintertaugliches Schuhwerk, etwas sonst immer Frauen angelastet wird.

Doch nun zurück zum Fall. In der üblichen Kleinarbeit nehmen Sandra Mohr und Sascha Bergmann die Umgebung der Zwillinge unter die Lupe und bekommen Erstaunliches zu hören. Die tote Luise ist wegen ihrer Geschäftstüchtigkeit wenig beliebt. Schon als Kind ist „die fiese Luise“ genannt worden, während Lilly die liebe, nette Schwester bei und mit allen gut ausgekommen sei.
Zwei so unterschiedliche Charaktere haben mich sofort ans „doppelte Lottchen“ von Erich Kästner denken lassen.

Eine vielversprechende Spur führt die beiden Ermittler zu DEM gesellschaftlichen Ereignis nach Wien: dem Steirerball. Endlich ist Sascha Bergmann wieder in seiner geliebten Heimatstadt. Dass er trachtig ausstaffiert auf den Steirerball in die Hofburg muss, gefällt ihm zwar so gar nicht, vor allem, wenn die neuen Schuhe drücken, aber, wenn es den Ermittlungen dient, beißt auch der Bergmann in den sauren Apfel.

Gut gefällt mir, dass die Autorin Martin Stein und Sarah Pauli,zwei Figuren ihrer Autorenkollegin Beate Maxian, auftreten lässt. Selbst die aktuelle coronabedingte Absage des Steirerballs, der neben Opernball, Philharmoniker- bzw. Juristenball ein Highlight des Wiener Faschings ist, bindet Claudia Rossbacher ein und lässt diesen elften Fall im Jahr 2022 spielen.

Ich mag die Wortspiele zwischen den beiden Ermittlern und muss immer wieder über die Macho-Sprüche des Sascha Bergmann schmunzeln. Sandra Mohr bleibt ihm wenig schuldig.

Geschickt eingeflochten, spielen sowohl Sandra als auch Sascha Fremdenführer für den/die jeweils andere, in den Gegenden, die sie wirklich gut kennen. Sie in der Steiermark, er in Wien.

Fazit:

Wieder ein gelungener Krimi von Claudia Rossbacher, dem ich gerne 5 Sterne gebe.