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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2020

Schatten der Vergangenheit

Salzburger Requiem
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Der Salzburger Kunsthistoriker Hans Bosch kann sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Er kauft das Kutscherhaus einer alten Villa, die einst im Besitz von Leopold Max-Trostberg gestanden hat. Das Haus ...

Der Salzburger Kunsthistoriker Hans Bosch kann sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Er kauft das Kutscherhaus einer alten Villa, die einst im Besitz von Leopold Max-Trostberg gestanden hat. Das Haus steht in Salzburg-Aigen am Fuße des Gaisbergs. Allerdings war diese Villa in der Vergangenheit Schauplatz mehrerer Gewaltverbrechen. So soll die halbwüchsige Tochter des Eigentümers, Steffi, ihren kleinen Bruder und ihre Mutter Caroline ermordet haben. Seitdem soll es in der Villa, die vor dem Verkauf bzw. vor dem Abriss steht, spuken.
Hans Bosch lässt sich von den alten Geschichten vorerst nicht beeindrucken und geht auf Entdeckungsreise in dem verwilderten Garten, in dem sich zwei bislang verschollen geglaubte Barockengel befinden, über die der alte Gärtner Killian einiges zu erzählen weiß.

Und noch eine Person ist eng mit der Villa und ihren Besitzern verbunden: Anna, Boschs Haushälterin. Vor 15 Jahren ist sie im Dienst der Familie Max-Trostberg gestanden als ihre siebenjährigen Zwillinge Marlene und Moritz spurlos verschwunden sind. Hat Steffi auch die beiden auf dem Gewissen?

Meine Meinung:

Salzburg, die Stadt der Berühmtheiten Wolfgang Amadeus Mozart, Christian Doppler oder Max Reinhardt ist mit ihren verwinkelten Gassen der Altstadt und seinen verwunschenen Gärten eine fesselnde Kulisse für einen Krimi. So auch hier.
Man kann förmlich in die gespenstische Atmosphäre eintauchen, die die Villa umgibt.
Hans Bosch, der eigentlich nichts anderes will, als malen, gerät durch den Kauf des Kutscherhauses in den Sog aus Geheimnissen, Vertuschung und Verbrechen.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Durch mehrere Wendungen wird der Leser ein wenig an der Nase herumgeführt. Steffi muss, getreu dem Motto „ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ungeniert“ für alle Verbrechen im Umkreis ihrer Familie verantwortlich gemacht. Dass das größte, das bis heute noch nachwirkt, bereits in der NS-Zeit gegangen wurde, erschließt sich dem Leser erst häppchenweise.

Dieser ungewöhnliche Krimi kommt ganz ohne Ermittler und Polizeiarbeit aus. Hans Bosch schnüffelt in Gegenwart und Vergangenheit der Villa und derer von Max-Trostberg herum, nicht um Verbrecher zu entlarven, sondern eher aus Neugierde, weil er den Dingen auf den Grund gehen will.

Fazit:

Ein ungewöhnlicher Krimi, der die mystische Stimmung der Salzburg gut einfängt und spannend bis zur letzten Seite ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.12.2020

Fesselnd bis zur letzten Seite

Wildspitz
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Dieser Krimi beschert uns ein Wiedersehen mit einigen Personen, die wir schon aus „Höllgrotten“ kennen. Da ist zum einem Natalie Krieger, die an Epidermolysis bullosa leidet, jene durch einen Gendefekt ...

Dieser Krimi beschert uns ein Wiedersehen mit einigen Personen, die wir schon aus „Höllgrotten“ kennen. Da ist zum einem Natalie Krieger, die an Epidermolysis bullosa leidet, jene durch einen Gendefekt auftretende Krankheit, die ihre Haut so dünn und verletztlich sein lässt wie ein Schmetterlingsflügel, und ihr Vater, der an einem Mittel gegen diese Krankheit forscht. Dann begegnen wir der Kriminalbeamtin Sara Jung, die ein Geheimnis mit sich herumträgt und Tom Engels, der in „Höllgrotten“ eine wichtige Rolle gespielt hat.

Worum geht’s diesmal?

In die Pharmafirma, aus der Harri Krieger ausgeschieden ist, wird eingebrochen, der Laborbereich verwüstet, Versuchstiere entführt und ein Wachmann getötet. Als dann bei Harri Phiolen mit todbringenden Viren gefunden werden, gilt er als Hauptverdächtiger.

Während die Polizei sich mit Harri Krieger beschäftigt, treten die ersten Fälle von Tollwut auf, die in der Schweiz seit Jahren als ausgerottet gilt. Der Zusammenhang mit dem Einbruch in der Pharmafirma ist klar, doch das Motiv nicht.

Erst als Sara Jung ein an Tollwut verendetes Kaninchen zugesendet erhält und ihr Hauskater ebenfalls an der Krankheit stirbt, dämmert es Sara, dass jemand hinter hier Geheimnis gekommen ist.

Natalie, die sich im Darknet bestens auskennt, glaubt nicht an die Schuld ihres Vaters. Unerwartete Hilfe kommt von Rico Minder, einem Freund von Tom und einer der Jenischen, der plötzlich auftaucht und Natalie so nimmt, wie sie ist. Doch Ricos Motive sind nicht ganz uneigennützig, was den ohnehin komplexen Fall eine weitere Facette gibt.

Meine Meinung:

Wie wir es von Monika Mansour gewöhnt sind, bekommen wir es mit einem erstklassigen Krimi zu tun, der sich auch mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzt. Diese sind subtil in die Geschichte eingewoben. Diesmal geht es um Tierversuche im Pharmabereich. Darf man, um Forschung betreiben, das Leid der Tiere in Kauf nehmen? Und darf man, im Namen des Tierschutzes sich am Eigentum anderer vergreifen?

Daneben geht es um Schuld, Sühne und Rache, die auch Unschuldige trifft.

Wie immer ist der Krimi temporeich und entführt die Leser in eine schöne Ecke der Schweiz, nach Zug.
Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten. Hinter mancher schroffen, abweisenden Fassade steckt ein Schicksal, das man seinem ärgsten Feind nicht wünschen würde.

Geschickt manövriert die Autorin ihre Leser durch diesen komplexen Fall. SO legt sie die eine oder andere falsche Fährte, bis es abermals zu einem gefährlichen Showdown kommt.

Die letzten Zeilen am Ende des Krimis lassen vermuten, dass es einen weiteren Krimi mit Sara Jung, Natalie Krieger und Tom Engels geben wird.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, den ich kürzester Zeit gelesen habe. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Dresden im Feuersturm

Die Nacht, als das Feuer kam
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Sinclair McKay beschäftigt sich in seinem Buch mit einem dunklen Kapitel des Zweiten Weltkriegs: Mit der Bombardierung von Städten, in denen tausende von Zivilisten im vom Bombenhagel ausgelösten Feuerinferno ...

Sinclair McKay beschäftigt sich in seinem Buch mit einem dunklen Kapitel des Zweiten Weltkriegs: Mit der Bombardierung von Städten, in denen tausende von Zivilisten im vom Bombenhagel ausgelösten Feuerinferno starben. Stellvertretend für diese Städte steht die Stadt an der Elbe Dresden.

„Die Stadt ist nun zu einer Art Totem für die Obszönität des Totalen Krieges geworden…. Ihr Name wird mit der totalen Vernichtung in Verbindung gebracht.“

Neben einem ausführlichen Vorwort beleuchtet der Autor die Zeit vor, während und nach dem Feuersturm auf Dresden in drei Teilen, die zahlreiche Unterkapitel gefasst sind:

Die Katastrophe rückt näher
Die Schreckensnacht
Das Nachbeben

In den ersten 222 Seiten beschreibt er die Stadt, ihre Bewohner sowie ihre Kunstschätze und spart dabei die Nazi-Größen und ihre Propaganda nicht aus.
Anschließend wendet er sich unter anderem den Besatzungen der Flugzeugstaffeln, jenen jungen Männern der Royal Airforce und den amerikanischen Luftstreitkräften, die Tag für Tag, Nacht für Nacht ihre Bomben über die Städte des Deutschen Reiches abwarfen, zu.

Im Mittelteil wird der gewaltige Feuersturm der Nacht des 13. auf den 14. Februar 1945 detailreich geschildert. Technisch, sachlich, wie die Vorbereitungsarbeiten laufen, wie der Feuersturm vorbereitet wurde. Wann welche Bomben fallen, zuerst die „Christbäume“, dann die „Wohnblockknacker“ und letztlich die Stabbrandbomben, die alles was noch übrig ist, in Flammen aufgehen lassen. Dazu kommen Menschen zu Wort, die als Augenzeugen das Inferno er- und überlebt haben. Das sind zum Beispiel der jüdische Schriftsteller Victor Klemperer, der mit einer arischen Frau verheiratet ist und gerade noch den Transport ins KZ entkommen ist, oder Kurt Vonnegut, ein Amerikaner, der als Kriegsgefangener den Feuersturm miterlebt und später einen Roman darüber schreiben wird.

Im dritten Teil „Nachbeben“, es ist März/April 1945 und die Menschen sind mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie haben keine Zeit zu trauern, sie müssen überleben. Auf S. 446 wird beschrieben, wie ein Gruppe junger deutscher Soldaten, kaum alter als 17, auf dem Dachboden einer Villa eine Märklin-Modelleisenbahnanlage finden und damit spielen. Für wenige Stunden können sie den Krieg, den Albtraum vergessen.

Neben den Dresden wurden ja auch andere Städte Deutschlands zerstört. Man darf auf Hamburg verweisen, das bereits Ende Juli/Anfang August 1943 der „Operation Gomorrha“ zum Opfer gefallen ist und rund 35.000 Tote zu beklagen hatte. Die Opferzahl in Dresden ist immer noch höchst umstritten und wird nach neuesten Erkenntnissen mit bis zu 25.000 angegeben. Die oft 6-stelligen Zahlen stammen aus der Propagandawerkstatt von Joseph Goebbels. Es ist müßig, über die Gesamtanzahl der Toten zu streiten. Ebenso können die berichteten Tieffliegerangriffe nicht verifiziert werden. Auch Historiker Sven Kellerhoff kann keine historisch haltbaren Beweise finden. Nach heutigem Standard sind solche Flächenbombardements als Kriegsverbrechen anzusehen. Doch damals waren die Stimmen, die solches angedeutet haben, zu leise. Der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki standen ja noch bevor.

Meine Meinung:

Der Autor hat sich redlich Mühe gegeben, in den Archiven der Stadt Dresden alte Urkunden, Berichte und Akten einzusehen, die den Feuersturm überdauert haben. Zahlreiche Zitate aus Briefen und Zeitzeugenberichte lassen die schreckliche Nacht des Februars 1945 wieder auferstehen.

Erschreckend ist für mich die Wiedergabe der Befehle bzw. Korrespondenz zwischen Winston Churchill und Arthur „Bomber“ Harris.

Der erste Teil scheint ein wenig zu ausführlich geraten zu sein, denn es dauert „ewig“ bis Sinclair McKay zum Thema kommt. Doch im Nachhinein betrachtet, sind diese vielen kleinen Details notwendig, um die Ereignisse, wenn schon nicht zu verstehen, wenigstens zu sichten und zu sortieren.

An manchen Stellen, vor allem zu Beginn, holpert die Übersetzung, was einen Stern kostet. Nebenbei habe ich bei den historischen Fakten den einen oder anderen kleinen Zweifel. Denn ich habe vor einigen Jahren Alexander McKees „Dresden 1945. Das deutsche Hiroshima“ und Götz Berganders „Dresden im Luftkrieg“ gelesen.

Fazit:

Dieses Buch zeigt, dass der Krieg zwar Sieger und Besiegte hervorbrachte, aber keinen Gewinner, sondern nur Opfer - auf beiden Seiten. Gerne gebe ich diesem Sachbuch, das Zahlen, Daten und Fakten gemeinsam mit Augenzeugenberichten das Grauen dieses Feuersturms lebendig werden lässt, 4 Sterne.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Die letzten Monate vor Kriegsende

Angriff auf Wien
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Das Duo Johannes Sachslehner und Robert Bouchal begeben sich zum wiederholten Male auf eine Spurensuche durch Wien: Diesmal steht der Anfang vom Ende des „Angriffs auf Wien“ in ihrem Fokus.

Beginnend ...

Das Duo Johannes Sachslehner und Robert Bouchal begeben sich zum wiederholten Male auf eine Spurensuche durch Wien: Diesmal steht der Anfang vom Ende des „Angriffs auf Wien“ in ihrem Fokus.

Beginnend mit September 1944 verstärken die USAAF ihre Angriffe auf den „Reichsgau Wien“. Gleichzeitig dringt die Rote Arme von Osten und Südosten in Richtung der ehemaligen österreichischen Grenze vor. Als Wien Anfang April 1945 von Hitler zum Verteidigungsbereich erklärt wird, das „bis zum letzten Mann gehalten werden müsse“, sterben noch tausende Menschen. Regimegegner, Deserteure, Verwundete sowie Frauen und Kinder, die als Zivilisten als Faustpfand des NS-Regimes herhalten müssen.

In sechs großen Kapiteln, die mit bisher noch unveröffentlichten Fotos und Augenzeugenberichten hinterlegt sind, schildern die Autoren die letzten Monate der NS-Herrschaft über Österreich und Wien:

Die STAVKA plant die Offensive
Wenn schon alles erst vorüber wäre!
Die Front rückt näher
Die Schlacht um Wien
Letzte Kämpfe und letzte Verbrechen
Austria Karascho!

Meine Meinung:

Den Autoren ist ein guter Mix aus Dokumentation, Augenzeugenberichten, damaliger und aktueller Fotos gelungen. Sachslehner und Bouchal begeben sich seit vielen Jahren auf Spurensuche nach den letzten Resten des Zweiten Weltkriegs. Dafür steigen sie in verlassene Bunkersysteme ein und sind immer wieder vor Ort, wenn Kriegsrelikte gefunden werden. So gibt es Fotos und einen Bericht über die „Ausgrabungen“ auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern, das seit einigen Jahren Stadtentwicklungsgebiet ist und auf dem zahlreiche Wohnbauten errichtet werden (S. 140).

Ein Foto, das mich persönlich berührt ist jenes aus der zerbombten Staatsoper, das den Blick auf die Albertina freigibt, in deren Keller meine Großmutter und Mutter verschüttet waren. Denn, so wie viele andere Menschen, haben sie in der Innenstadt Schutz gesucht, da man es nicht für möglich gehalten hat, dass die Alliierten, die an Kulturgütern reiche Hauptstadt bombardieren werden. Eigentlich ein völliger Trugschluss, wenn man an die „Operation Gomorrha“ (Hamburg 1943) und den Angriff auf Dresden vom Februar 1945 denkt.

In diesem Buch wird auch Bezug auf den zivilen und militärischen Widerstand genommen. So wird auf das Scheitern der „Operation Radetzky“ des Major Carl Szokoll, durch Verrat und die Hinrichtung dreier Mitverschwörer, Karl Biedermann, Alfred Huth und Rudolf Raschke eingegangen.

Wie die meisten Bücher über den Zweiten Weltkrieg ist es aus männlicher Sicht geschrieben. Frauen kommen nur mit wenigen Ausnahmen zu Wort (S.22, S.135, S. 185). Für Interessierte findet sich im Anhang ein ausführliches Literatur- und Quellenverzeichnis.

Fazit:

Ein guter Überblick über die Ereignisse zum Kriegsende 1945 in Groß-Wien, dem ich 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Hat mich nicht vollends überzeugt

Annette, ein Heldinnenepos
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Dieses Buch ist ein Auszug aus dem bewegten Leben der Anne Beaumanoir, die alle Welt Annette nennt.

Annette, die außerhalb Frankreichs (bis jetzt) völlig unbekannt ist, wird 1923 als Kind eines sozialistisch ...

Dieses Buch ist ein Auszug aus dem bewegten Leben der Anne Beaumanoir, die alle Welt Annette nennt.

Annette, die außerhalb Frankreichs (bis jetzt) völlig unbekannt ist, wird 1923 als Kind eines sozialistisch eingestellten Gastwirtehepaares in der Bretagne geboren. Die links Gesinnung der Eltern färbt ab und deshalb schließt sie sich recht früh der Résistance an und versteckt zwei jüdische Kinder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird sie ihr Medizinstudium abschließen, heiraten und drei Kinder bekommen. Später wird sie ihre Familie verlassen und sich für die Unabhängigkeit Algerien von Frankreich engagieren. Dafür wird sie Frankreich zu zehn Jahren Haft verurteilt, vor deren Vollzug sie sich durch Flucht entzieht.

Das Buch, das in einer unüblichen Schreibweise, eben als nicht reimendes Versmaß daherkommt, ist dann recht flott zu Ende. Das hat mich ein wenig gestört. Um die Persönlichkeit der Anne Beaumanoir besser darzustellen, wäre es in meinen Augen notwendig, eine lückenlose Biografie zu verfassen, denn viele Facetten ihres langen Lebens bleiben offen. Immerhin ist Anne Beaumanoir eine - unter ihren Berufskollegen - anerkannte und geschätzte Wissenschaftlerin. Diese Jahre werden einfach nicht beleuchtet. Schade!

Gut gefällt mir, dass die Autorin interessante Fragen stellt. Nicht immer werden sie befriedigend beantwortet. Ist Annette eine Terroristin, weil sie sich gegen ein (Unrechts)Regime stellt oder ist sie genau deswegen eine Heldin? Im Fall ihres Engagements gegen Nazi-Deutschland ist man geneigt, mit einem lauten „natürlich eine Heldin“ zu antworten. Doch wie steht es damit im Algerienkrieg? Hier wie dort ist es eine Frage des Blickwinkels. Dass sie sich der Verbüßung der Haft durch Flucht entzieht, kratzt ein wenig am Heldenmythos. Wahre Helden gehen für ihre Gesinnung auch ins Gefängnis, manche in den Tod, oder?

Fazit:

Dieses Buch wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichnet und sticht aufgrund seines ungewöhnlichen Formats aus der Fülle der Kandidaten heraus. Ich hätte mir eine echte Biografie der Anne Beaumanoir gewünscht. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ganz hat mich dieses Buch nicht überzeugt, daher gibt es nur 3 Sterne.