Platzhalter für Profilbild

Venatrix

Lesejury Star
offline

Venatrix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Venatrix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Nicht nur für KInder interessant

Bones - Knochen und Skelette in der Tierwelt
0

“Bones - Knochen und Skelette in der Tierwelt” von Jules Howard ist ein Sachbuch für Kinder lt. Verlag ab 9 Jahren. Es ist auch zum Vorlesen für jüngere Kinder gut geeignet.

Schon das Cover lässt die ...

“Bones - Knochen und Skelette in der Tierwelt” von Jules Howard ist ein Sachbuch für Kinder lt. Verlag ab 9 Jahren. Es ist auch zum Vorlesen für jüngere Kinder gut geeignet.

Schon das Cover lässt die Aufbereitung des Inhalts erahnen. Zunächst gibt es einmal eine Einführung über Knochen im Allgemeinen und anschließend werden die Knochen verschiedener Tiere je nach ihrem Gebrauch geordnet und beschrieben:

Beißen
Graben
Greifen
Gewicht tragen
Springen
Gleiten & Fliegen
Laufen
Schwimmen

Zu jedem Kapitel gibt es zu Beginn eine allgemeine Vorstellung, um anschließend einzelne ausgewählte Tier genauer in Wort und Bild darzustellen. Hier sind dann die sowohl das komplette Tier z.B. der Tiger mit Fell zu sehen und gleichzeitig wie bei einer Röntgenaufnahme das Skelett.

Am Ende des Buches findet sich noch ein ausführliches Glossar, in dem wichtige Begriffe nochmals zum Nachschlagen zusammengefasst sind.

Die Texte sind gut verständlich und informativ, so dass auch Erwachsene ihr Wissen auffrischen können.

Fazit:

Ein gelungenes Sachbuch, das nicht nur für Kinder interessant ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.07.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Gesetz des Midas – Wiener Abgründe
0

Als die Nachricht der Ermordung von Zar Alexander II. in Wien eintrifft, rauft sich der Wiener Polizeipräsident Wilhelm Marx, die Haare. Er ist für das Sicherheitskonzept für die aus- und inländischen ...

Als die Nachricht der Ermordung von Zar Alexander II. in Wien eintrifft, rauft sich der Wiener Polizeipräsident Wilhelm Marx, die Haare. Er ist für das Sicherheitskonzept für die aus- und inländischen Gäste, die anlässlich der nahenden Hochzeit des Thronfolger Rudolph mit der belgischen Prinzessin Stephanie, verantwortlich. Das Attentat auf den Zaren schürt seine tiefsten Ängste. Nicht auszudenken, wenn die in Wien lebenden Sozialisten ähnliches versuchen sollten.

Man hat zwar die sozialistischen Arbeitervereine unterwandert und anschließend ausgehoben, aber Marx‘ geheimer Sonderermittler Leopold Kern muss wieder einmal einen heiklen Auftrag übernehmen. Er soll am Wienerberg, bei den tschechischen Ziegelarbeitern, heimlich ermitteln, zumal ein Ziegelarbeiter ermordeten worden ist. Allerdings glauben weder Kern noch der Gerichtsmediziner, dass der wohlgenährte Mann mit den feinen Händen, tatsächlich ein Ziegelarbeiter war, denn die sind im allgemeinen abgearbeitet, mit rissigen Händen und auf Grund der prekären Wohn- und Arbeitssituation lungenkrank.

Im Laufe seiner Ermittlungen gerät Leopold Kern, der in früheren Jahren selbst als Ziegelarbeiter sein karges Brot verdient hat, in ein gefährliches Geflecht von Politik, Gier, Macht, persönlichen Feindschaften und Gewalt ein, die ihn einmal mehr beinahe das Leben kosten.

Meine Meinung:

Peter Lorath versteht es perfekt, penibel recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fitkio zu vermengen. Wie schon in den beiden Vorgängern schickt er seinen Ermittler, der nach wie vor darunter leidet, seine geliebte Frau und seine kleine Tochter durch die Cholera verloren zu sein. Ja, er gibt sich die Schuld daran, beim Hauseigentümer nicht energischer den Anschluss an die Hochquellwasserleitung gefordert zu haben.

Als Wienerin, die sich nur zu gerne in die Geschichte ihrer Heimatstadt vertieft, und dabei vor allem auch die unschöne Seite der Stadt betrachtet, mag ich Peter Loraths Serie mit Leopold Kern sehr gerne. Kern ist so etwas wie ein Anti-Held, der vom Schicksal gebeutelt ist, bei seinen Ermittlungen häufig Prügel bezieht und noch immer auf den Ausgang des Disziplinarverfahrens wartet. Denn mit der allzu genauen Auslegung der Dienstvorschriften hat er es ja nicht. Es ist zu hoffen, dass er wieder in den regulären Kriminaldienst eingegliedert wird, aber ich befürchte, da steht ihm sein Charakter ein bisschen im Weg.

Gut gefällt mir, dass wir zahlreichen echten historischen Personen begegnen können. So behandelt Dr. Alfred Adler, seines Zeichen (Armen)Arzt und späterer sozialistischer Politiker, die armen Teufel in den Ziegelwerken. Die Blechmarken, die die Arbeiter als Lohn erhalten haben und nur in eigens dafür vorgesehenen Werksküchen oder Geschäften gültig waren, hat es wirklich gegeben. Die Rechung lautete: maximale Ausbeutung der Arbeiter = maximaler Profit.

Eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen und hat mich stutzig gemacht, als vom großangelegten Ziegeldiebstahl die Rede ist. So weit ich weiß, sind die Ziegel mit dem Namen bzw. Initialen der Hersteller gekennzeichnet gewesen. Das hätte doch auffallen müssen, dass die eine Ziegelfabrik Ziegel einer anderen vertreibt oder verbaut. Aber mit ein paar Scheinen lässt sich das vermutlich lösen.

Schmunzeln musste ich über den ehemaligen Hausdiener, der Leopold Kern quasi „geerbt“ hat und der ihm die eine oder ander Tür in die sogenannte bessere Gesellschaft öffnen kann. Ich hoffe, dieser neu liebenswerte Charakter bleibt Kern und uns erhalten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem vielschichtigen, penibel recherchierten und fesselnd erzählten Krimi aus dem historischen Wien 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die ganze Reihe.

Veröffentlicht am 30.07.2025

Eine Leseempfehlung!

Hochmair, wo bist du?
0

Napoleon Bonaparte sagte einmal voller Überzeugung „Wenn ich aufhöre zu siegen, bin ich tot!“ Ähnliches könnte man über Philipp Hochmair auch sagen: „Wenn er aufhört zu spielen, ist er tot!“

Katherina ...

Napoleon Bonaparte sagte einmal voller Überzeugung „Wenn ich aufhöre zu siegen, bin ich tot!“ Ähnliches könnte man über Philipp Hochmair auch sagen: „Wenn er aufhört zu spielen, ist er tot!“

Katherina von der Leyen ist mit diesem Buch, dessen Titel durchaus zweideutig verstanden werden kann, ein guter Einblick in die komplexe Persönlichkeit Hochmairs gelungen. Dafür hat sie seine Eltern, den Bruder sowie Weggefährten und KollegInnen zu Wort kommen lassen. Und natürlich Philipp Hochmair selbst und einen, der ebenfalls ein begnadeter Schauspieler ist: Klaus Maria Brandauer.

Während ich auf das Buch gewartet habe, habe ich mir das Zwiegespräch Hochmair/Brandauer sowie den Film „Die Auslöschung“ in dem Hochmair Brandauers Sohn spielt, der miterleben muss, wie sein Vater an Demenz erkrankt und langsam verlöscht, angesehen. Von beiden grandios dargestellt.

Bei Philipp Hochmair habe ich den Eindruck, dass er sein Leben auf der Überholspur lebt. Es bleibt nur zu hoffen, dass kein plötzlich auftretendes Hindernis gibt, das ihn aus der Bahn wirft und/oder stoppt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem gelungenen Porträt, das versucht, die facettenreiche Persönlichkeit Pilipp Hochmair darzustellen und dies mit zahlreichen privaten Fotos zu untermauern, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 29.07.2025

Hat mir leider nicht gefallen

Grandhotel Giessbach. Das schwarze Gold
0

Dieser zweite Krimi rund um das Grandhotel Giessbach, das abermals Schauplatz einer Konferenz der Orion-Gesellschaft für Fortschrittsfragen ist, wird als fesselnder Spionageroman angepriesen. Obwohl ich, ...

Dieser zweite Krimi rund um das Grandhotel Giessbach, das abermals Schauplatz einer Konferenz der Orion-Gesellschaft für Fortschrittsfragen ist, wird als fesselnder Spionageroman angepriesen. Obwohl ich, wie so oft, den oder die Vorgänger nicht gelesen habe, hat mich der Klappentext angesprochen. Doch leider hat mich dieser historische Krimi, der am Vorabend des Ersten Weltkriegs spielt, enttäuscht.

Wie der Titel deutlich macht, geht es um das schwarze Gold, sprich um Erdölvorkommen, die sich gerissene Geschäftsleute, die den nahen Krieg schon auf dem Radar haben, unter den Nagel reißen wollen. Natürlich soll dies verhindert werden. Dazu werden so radikale Mittel wie eine Bombe, die das Luftschiff LZ 11, mit dem klingenden Namen Viktoria Luise, zum Absturz bringen sollen sowie vergifteter Wein im Grandhotel eingesetzt.

Und wieder sind einige Mitglieder der Orion-Gesellschaft mit dabei, die nicht das sind, was sie vorgeben.

Auch der junge Erfinder Carl Lohser aus dem ersten Band ist wieder mit seinem Elektromobil dabei und hat abermals das Nachsehen, da man lieber auf den Verbrennermotor setzt.

Manches erscheint mir ein wenig unglaubwürdig. Das Bordpersonal des LZ 11 lässt einen Passagier, in dem Fall Amanda, allein im Gepäckraum des Luftschiffes herumstöbern? Dann findet sie das Paket mit der Bombe und wirft es aus dem Fenster?

Fazit:

Leider hat mir dieser Spionageroman nicht gefallen, daher gibt es nur 2 Sterne.

Veröffentlicht am 29.07.2025

Schatten der Vergangenheit

Sachertorte mit Schuss
0

Ulrike Moshammer nimmt uns wieder zu einem kulinarischen Krimi nach Bad Gastein mit. Dieser dritte Krimi für Valie Thaller und ihre Freundin Nora lockt schon auf dem Cover mit einer köstlichen österreichischen ...

Ulrike Moshammer nimmt uns wieder zu einem kulinarischen Krimi nach Bad Gastein mit. Dieser dritte Krimi für Valie Thaller und ihre Freundin Nora lockt schon auf dem Cover mit einer köstlichen österreichischen Mehlspeise: der Sachertorte, deren Herstellung der krönende Abschluss eines Tortenwettbewerbs, der auch im TV zu sehen sein wird.
Nun die teilnehmenden Patisserie-Team sind in den diversen Hotels einquartiert, um in den Hotelküchen unter den Scheinwerfern der Kameras ihre Torten zu backen. Auch im Grandhotel der Familie Thaller ist ein Konditor-Team untergebracht. Ganz glücklicht ist man mit den Gästen nicht, denn sie beanspruchen in der Hotelküche mehr Platz als ausgemacht und dann verschwindet ein Crew-Mitglied spurlos. Doch das ist zunächst keine Aufregung wert, sondern, dass Valerie Zeugin wird, wie ein Mann erschossen wird. Noch schlimmer ist, dass ausgerechnet das Jagdgewehr ihres Schwagers Christian die Tatwaffe ist.

Viktor, Valeries Ehemann heißt für gewöhnlich ihre Schnüffeleien nicht gut, bittet aber sie und Nora Christians Unschuld zu beweisen. Also freie Fahrt den tüchtigen Ermittlerinnen, oder?

Sie stoßen auf einen Blutfleck, ein hingeworfenes e-Bike sowie eine zweite Leiche. Immerhin, verständigen sie diesmal flott die Polizei. Obwohl es nicht einfach ist, weitere Recherchen anzustellen, denn sowohl die beiden Toten als auch der verschwundene Patissier sind Deutsche, stecken sie auf ihren Walkingrunden ihre Nasen in Dinge, die gefährlich werden können ...

Meine Meinung:

Die Krimis von Ulrike Moshammer bestechen durch ihre lebhafte Beschreibung von Bad Gastein und dessen Umgebung. Ich habe den Gasteiner Wasserfall regelrecht rauschen gehört. Zwischendurch wird ein bisschen Geschichte eingestreut und auch die Sorgen der Bewohner, die auf der einen Seite eine Renaissance der zahlreichen Hotels aus der Belle Epoque haben möchten, und sich aber gleichzeitig vor zu vielen Touristen fürchten, werden angesprochen.

Gut gefallen haben mir die Gedanken von Valerie zu den Fernseh-Koch-Shows, sowie, dass sich die Charaktere weiterentwickeln dürfen. So ist das Verhältnis zur Kripo ein wenig entspannter als noch zuletzt. Klar, die Polizei ist sehr gut ausgebildet, weiß was sie tut und will bzw. darf sich durch Zivilisten nicht ins Handwerk pfuschen lassen. Aber das vielfältige Wissen der Ortsansässigen über Land und Leute anzuzapfen, das bringt auch hier den Erfolg.

Ein besonderes Schmankerl sind die Rezepte jener Torten, die beim Wettbewerb gebacken, gekostet und bewertet werden: Sachertorte, Linzertorte, Esterházy-Torte und Malakofftorte.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Cozy-Krimi 4 Sterne.