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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2020

Bekannte Hausmittel - kurz vorgestellt

Hausmittel
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Karin Buchart zeigt mit diesem Buch, dass es nicht immer nötig ist, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, sprich gleich bei jedem Wehwehchen zum Arzt zu rennen.

Dieses Buch bietet Hilfe zur Selbsthilfe ...

Karin Buchart zeigt mit diesem Buch, dass es nicht immer nötig ist, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, sprich gleich bei jedem Wehwehchen zum Arzt zu rennen.

Dieses Buch bietet Hilfe zur Selbsthilfe bei kleineren Verletzungen und harmlosen Krankheiten. Die Zutaten für diese Hausmittel finden sich in jedem Haushalt. Die ausführlichen Anleitungen lassen die ZUbereitung gelingen.

Die Autorin stellt in 40 großen Kapiteln rund 450 Hausmittel vor. Zu manchem Thema gibt es mehr oder weniger Ratschläge. Für „Husten“ stellt sie 25 Rezepte vor.

Manche der Hausmittel sind von altersher bekannt. Doch auch Unbekanntes kann man entdecken, die Herstellung von Elektrolyten zum Beispiel.

Die Rezepte, Anleitungen und ergänzende Erklärungen sind einfach und gut verständlich. Die Schriftgröße ist angenehm.

Fazit:

Wer nicht bei jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen will und auf lang erprobte Hausmittel zählt, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Gerne gebe ich hier 5 STerne.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Hat mich gut unterhalten

Die Kräuterhändlerin
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Wir befinden uns in Hochmitttelalter. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation herrscht der Stauferkaiser Friedrich II., im Herzogtum Österreich der Babenberger Leopold VI..

Beate Maly entführt uns ...

Wir befinden uns in Hochmitttelalter. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation herrscht der Stauferkaiser Friedrich II., im Herzogtum Österreich der Babenberger Leopold VI..

Beate Maly entführt uns in das mittelalterliche Waldviertel. Der Landstrich ist rau, die Burgen zugig und die meisten Männer gewalttätig.

Das muss auch Leona von Rauheneck erfahren. Die Burg ihres Vaters wird von Hadmar von Kuenring überfallen und niedergebrannt, aller Bewohner ermordet und sie selbst brutal vergewaltigt. Schwer verletzt kann sie sich in den nahen Wald retten. Als sie Wochen später entdeckt, von Hadmar schwanger zu sein, will sie nur mehr eines: sterben. Doch daraus wird nichts, dann Mara eine Heilkundige, findet sie und päppelt sie auf.

Die beiden Frauen leben gemeinsam mit Johannes, Lenis Sohn mehrere Jahre unbehelligt im Wald, als Johannes einen verletzten Mann findet: Damian, einen Gewürz- und Kräuterhändler aus dem fernen Genua. Es scheint als ob sich das Blatt für Leni zum Glück hinwendet.

Doch schwarze Wolken ziehen am Himmel auf, denn Hadmar hat keinen Erben und hat Kunde von Johannes‘ Existenz erhalten ....

Meine Meinung:

Mit diesem historischen Roman ist Autorin Beate Maly wieder ein besonderes Buch gelungen. Geschickt verknüpft sie historische Personen und Ereignisse mit fiktiven.
Um den gewalttätigen Hadmar (1185-1231), er ist in der Reihenfolge der Dritte dieses Namens, ranken sich jede Menge Geschichten und Sagen. So werden er und sein Bruder Heinrich als „HUnde von Kuenring“ bezeichnet. Auch als Raubritter kennt man die Kuenringer. Die hier beschriebenen Missetaten sind teilweise historisch belegt, wenn auch die nicht Rauheneck hieß.

Beate Maly versteht es, den Charakteren viel Leben einzuhauchen. Man kann den Neid Margots auf Leona förmlich spüren und, dass Margot in diversen Intrigen ihre Finger drinnen hat, ist auch bald klar.

Das Mittelalter aus der Distanz von mehreren Jahrhundert und dem Komfort von heute zu betrachten, regt natürlich die Fantasie an. Leben wollte ich damals nicht. Da lebt es sich am Mittelmeer, bei den Genuesen oder den Venezianern schon ein wenig komfortabler.

Witzig finde ich die Idee der fertigen „Kräutermixtur“, der den Köchinnen die Arbeit erleichtert. Wir sind zwar noch sehr, sehr weit weg von Convienence-Produkten, aber ein Anfang ist gemacht.

Fazit:

Ein fesselnder, an Intrigen reicher, historischer Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Hat mich nicht vollends überzeugt

Mord im Burgenland
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Johanna Jobs, ihres Zeichens Seelsorgerin im schönen Bad Herrenalb und Hobby-Kriminalistin, macht sich gemeinsam mit ihren Freunden dem Ehepaar von Emms auf, um die Aufregungen des erst kürzlich zurück ...

Johanna Jobs, ihres Zeichens Seelsorgerin im schönen Bad Herrenalb und Hobby-Kriminalistin, macht sich gemeinsam mit ihren Freunden dem Ehepaar von Emms auf, um die Aufregungen des erst kürzlich zurück liegenden Verbrechen zu vergessen. Dazu soll eine Busreise dienen, die sie in das schöne Burgenland bringen soll. Zwischen kulinarischen und kulturellen Genüssen sowie der lieblichen Landschaft rund um den Neusiedlersee will man sich erholen.

Die Busreise ist leider nicht ganz so entspannend wie gedacht, denn nicht nur Johann und Freunde nehmen teil, sondern auch das Ehepaar Middel samt pubertierendem Nachwuchs, ein Chor, der die Reisegruppe auch ungefragt mit Liedern beschallt und eine Immobilienfrau, die etwas zu verbergen hat. Dass neben dem Busfahrer Anton, noch der schleimige Erik mitfährt, scheint anfänglich eine Sicherheitsmaßnahme zu sein, denn Anton fällt bei einem Zwischenstopp aus. Unbekannte Täter haben ihn krankenhausreif geprügelt. Erik übernimmt das Steuer des Busses und plötzlich ist nichts mehr, wie geplant ...

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der zweite Teil einer Reihe rund um die Hobby-Ermittlerin Johanna Jobs. Ich war neugierig wie der Weg der Reisegruppe aus Karlsruhe an den Neusiedlersee so abläuft und welches Lokalkolorit hier geboten wird.

Nun ja, als erstens fällt auf, dass halb (oder ganz) Bad Herrenalb untergs zu sein scheint. Die meisten kennen einander, sind sich aber nicht unbedingt grün. Daraus ergeben sich einige Situationen, die durchaus für Situationskomik sorgen. Manches ist auf Grund des Badischen für Leute, die nicht aus BaWü stammen, schwer verständlich. Dass dann noch in Burgenländer und Wiener in ihren Dialekten sprechen, ist eindeutig zu viel. Ich habe mich da sehr auf konzentrieren müssen, und die Leichtigkeit des als humorig beschriebenen Krimis geht dabei verloren.

Johanna Jobs scheint Verbrechen aller Art anzuziehen, wie das Licht die Motte. Entführung, Intrigen, Mord und Totschlag - alles dabei. So haben sie die Reisenden ihre Busreise in das schöne Burgenland wohl nicht vorgestellt. Statt Somlauer Nockerl, Uhudler, Seefestspiele Mörbisch, eine Oper im Steinbruch von St. Margarethen oder die imposanten Besitzungen der Esterhazys - Verhöre durch die Polizei. Allerdings konnten auch Freundschaften geschlossen bzw. vertieft werden.

Immerhin haben die Teilnehmer dieser Busreise viel zu erzählen, denn „wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen“.

Fazit:

Eine aufregende Busreise, die mich nicht vom Hocker gerissen hat, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Hat mich nicht vollends überzeugt

Mord in Linz
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Lehrer und Journalist Fred Dreier trifft nach Jahren einen Freund
wieder, der ihm erzählt, sein Sohn Ivo wäre von einem Pater Gewalt angetan worden. Ohne die Geschichte zu prüfen oder auch nur den beschuldigten ...

Lehrer und Journalist Fred Dreier trifft nach Jahren einen Freund
wieder, der ihm erzählt, sein Sohn Ivo wäre von einem Pater Gewalt angetan worden. Ohne die Geschichte zu prüfen oder auch nur den beschuldigten Pater zu sprechen, veröffentlicht er sie. Es kommt wie es kommen muss: Die Story fliegt ihm um die Ohren, denn die Anschuldigungen stellen sich als Lüge heraus. Wenige Tage später findet man Ivos Leiche auf den Gleisen der Westbahn. Unfall? Selbstmord oder doch Mord?

Fred Dreier versucht nun im Alleingang zu retten was zu retten sein könnte, denn seine Reputation als Lehrer und Journalist ist ziemlich angekratzt. Je mehr er nachforscht, desto mehr verstrickt er sich in Lügen und Intrigen. Täglich werden seine Gegner mehr. Sei es der rechtspopulistische Lokalpolitiker, eine Linzer Unterweltsgröße oder der kroatische Familienclan von Ivo.
Selbst sein Freund Fabian Pitter, Beamter bei der Mordkommission, will mit Fred nichts mehr zu tun haben. Er will nur mehr die Verbrechen aufklären.

Meine Meinung:

Die Idee hat mir ganz gut gefallen. Doch die Umsetzung ist nicht so ganz gelungen.
Zum einen stören mich die schwarz-weiß-Malereien. „Links“ ist gut und intellektuell, „rechts“ ist schlecht und doof. Nun ja, es gibt in beiden politischen Lager sowohl das eine als auch das andere.
Außerdem wäre hier weniger mehr gewesen. Missbrauch durch einen Pfarrer, der mit einer verheirateten Frau ein Verhältnis hat,die ihrerseits noch ein Pantscherl hat, der kroatische Familienclan, der die Ustascha verklärt, ein ehemaliges Gastarbeiterkind, das nun ein Immobilientycoon ist und ein rechtspopulistischer Bürgermeister, der eine Polin als Ehefrau hat und ein Bordell betreibt. Und dann noch die komplizierte Figur des Fred Dreier, in dessen Familie es auch drunter und drüber geht.
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich mag komplexe Krimis. Doch das ist mir doch ein wenig zu viel des Zufalls, des Konstruktes und der Verwirrungen gewesen.

Man dem Autor zu Gute halten, dass dies sein Debüt im Gmeiner-Verlag ist.

Fazit:

Dieser Krimi hat mir nicht so gut gefallen. Hier reicht es gerade für 3 Sterne.

Veröffentlicht am 29.03.2020

Fesselnd und aufwühlend bis zur letzten Seite

Die Unwerten
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Man schreibt das Jahr 1939. Eine Halbjüdin zu sein und an Epilepsie zu leiden ist in der Nazizeit in ganz Deutschland eine tödliche Konstellation. Es sind Gerüchte im unheimliche Umlauf, die so keiner ...

Man schreibt das Jahr 1939. Eine Halbjüdin zu sein und an Epilepsie zu leiden ist in der Nazizeit in ganz Deutschland eine tödliche Konstellation. Es sind Gerüchte im unheimliche Umlauf, die so keiner wirklich glauben mag. Menschen, die dem Reich nicht nützlich sind, verschwinden einfach. Wohin? Darüber wird nur ganz leise geflüstert. Deshalb so versucht Hannah Bloch ihre Krankheit zu verheimlichen. Doch als sie in der Schule zusammenbricht, meldet sie ein linientreuer Lehrer. Sie wird zu einer Untersuchung vorgeladen und statt eines wohlwollenden Arztes, wird sie von Dr. Joachim Lubeck als „nicht abrichtbar“ beurteilt. Lubeck ist ein schwacher Mann, ein gewissenloser Opportunist, der von Hannahs Mutter Malisha besessen ist. Sie soll seine Geliebte werden, obwohl er sich damit des Verbrechens der „Rassenschande“ schuldig macht. Als sie sich weigert und der Vergewaltigung nur knapp entkommt, schwört Lubeck Malisha und Hannah ewige Rache...

Meine Meinung:

Volker Dützer ist hier ein Krimi gelungen, der unter die Haut geht.

Da ist zum einen Hannah mit ihrer Odyssee und zum anderen das Netz der Fluchthelfer, das immer löchriger wird, weil die Nazis die Mitglieder verhaften und foltern. Nur ganz wenige bleiben standhaft wie Malisha und die bezahlt mit ihrem Leben.
Doch auch bei den Nazis ist nicht alles so eitel Wonne wie der Führer es gern hätte. Es geht um Gier, um Macht und deren Erhalt. So schreckt Brunner nicht vor dem Mord an seiner eigenen Ehefrau zurück - Lubeck ist ein williger Helfer.

Geschickt flicht er historische Details ein. So erwähnt er, dass die „Aktion T4“ kurzfristig eingestellt werden musste, nachdem die Bevölkerung auf die systematische Ermordung von Kranken und Behinderten aufmerksam wurde. Wenig später geht das Morden mit unerbittlicher Härte weiter. Ein interessanter Aspekt, der mir so nicht geläufig war, ist die Ermordung von Wehrmachtssoldaten die schwer traumatisiert in Lazaretten lagen und nicht mehr an die Front zurück wollten. Sie wurden ebenfalls als „lebensunwert“ eingestuft.

Das Buch ist kaum aus der Hand zu legen. Der Autor gönnt weder seiner Hauptfigur Hannah eine Ruhepause noch seinen Lesern. Immer, wenn man glaubt, Hannah könnte jetzt einmal in Sicherheit sein (wobei Sicherheit ja relativ ist), taucht Lubeck wieder der Teufel aus der Schachtel wieder auf.

Wie viel kann ein Mensch aushalten? Am Beispiel von Hannah ist Antwort - sehr viel. Und immer wieder sind es klitzekleine Zufälle, die Hannah das Überleben ermöglichen.

In seinem Nachwort beschreibt der Autor was ihn bewogen hat, genau dieses Buch zu schreiben. Können die Verbrechen der Nazis Stoff für Belletristik sein?

„Nun könnte man mir vorwerfen, dass die Euthanasie kein Thema für die Belletristik ist, aber ich bin anderer Meinung. Um Menschen schwierige Themen nahezubringen, ist der erhobene Zeigefinger meines Erachtens kein gutes Mittel. Warum nicht die zeitgeschichtlichen Aspekte und Hintergründe in eine spannende Geschichte verpacken und damit den Leser zur Beschäftigung mit diesen Inhalten anregen? Schließlich geht es im Roman wie in der Realität um Menschen und deren Lebenswege.“

Ja natürlich können (und vielleicht müssen) Romane sich mit diesen Themen beschäftigen. Damit können mehr Menschen erreicht werden als mit Sachbüchern. Und jeder Leser, der sich anschließend mit dem Thema „Nazi-Verbrechen“ auseinander setzt und vielleicht doch zu einem Sachbuch greift, ist einermehr der genau hinsieht, damit solche Verbrechen nicht mehr passieren.

Ich warte mit Spannung schon auf den nächsten Fall mit Hannah Bloch.

Fazit:

Ein aufwühlendes Buch, das sich mit einem der vielen Verbrechen der Nazis beschäftigt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.