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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2020

Eine Hommage an eine verwegene Schauspielerin und ihre Filme

Die Verwegene. Jeanne Moreau
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Autor Jens Rosteck, der schon einige Biografien berühmter Franzosen wie Edith Piaf, Marguerite Duras oder Jacques Brel verfasst hat, wagt sich diesmal an eine Unangepasste: Jeanne Moreau (1928-2017).

Die ...

Autor Jens Rosteck, der schon einige Biografien berühmter Franzosen wie Edith Piaf, Marguerite Duras oder Jacques Brel verfasst hat, wagt sich diesmal an eine Unangepasste: Jeanne Moreau (1928-2017).

Die Tochter einer britischen Tänzerin und eines französischen Gastwirts hat wie keine andere den französischen Film geprägt. Die Mutter macht sie zeitlebens für ihr eigenes Karriereende verantwortlich und der Vater will lieber einen Sohn. Kein Wunder, dass Jeanne (ursprünglich war der Name Pierrette im Gespräch) sich eher selbst überlassen ist und mehr als Junge denn als Mädchen aufgewachsen ist.

Anders als Brigitte Bardot oder Catherine Deneuve entspricht sie nicht dem gängigen Schönheitsideal oder dem Typus der Filmschönheiten. Jeanne wirkt regelrecht kantig. Diese Ausstrahlung macht aber genau den Reiz aus und befördert sie zu einer viel gebuchten Schauspielerin. Moreau verkörpert einen ganz anderen Frauentyp: Wild, verwegen, emanzipiert, voller Abgründe, unbeugsam und dennoch höchst erotisch.

"Die größte Freiheit ist, man selbst zu sein." Jeanne Moreau

Von Regisseuren wie Orson Wells als Ausnahme-Könnerin verehrt, dreht sie mit allen, die in der Nouvelle Vague Rang und Namen haben: Von Michelangelo Anontioni bis Wim Wenders.

Hier muss angemerkt werden, dass diese Biografie nicht wie üblich chronologisch angelegt ist. So erfährt der Leser erst im dritten Kapitel etwas über Jeannes Eltern und Kindheit. Der Autor ist bekennender Cineast und deshalb stehen die Filme der Moreau (fast) mehr im Mittelpunkt als der Mensch. Das wird jene Leser, die gerne mehr (Skandalgeschichten?) über die Schauspielerin lesen wollen, ein wenig irritieren. Wer die Filme nicht oder nur unzureichend kennt, wird hier ein wenig enttäuscht sein. Fans der Nouvelle Vague kommen hier voll auf ihre Rechnung.

Fazit:

Mehr eine Filmografie denn eine Biografie des Menschen Jeanne Moreau. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.02.2020

Fesselnd bis zur letzten Seite

Solothurn tanzt mit dem Teufel
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Es ist Fasnacht und in Solothurn herrscht Ausnahmezustand. Die Menschen tanzen verkleidet durch die Stadt, deren Straßenschilder ebenfalls „verkleidet“ sprich ausgewechselt sind. Kein Wunder, dass inmitten ...

Es ist Fasnacht und in Solothurn herrscht Ausnahmezustand. Die Menschen tanzen verkleidet durch die Stadt, deren Straßenschilder ebenfalls „verkleidet“ sprich ausgewechselt sind. Kein Wunder, dass inmitten dieses Trubels niemand den Mord an einer jungen Frau bemerkt hat.

Dominik Dornach und sein Team übernehmen den Fall, zumal eine Tätowierung am Oberschenkel der Toten auf organisierte Kriminalität hinweist. Dieses Tatoo wird als Zeichen des Teufels interpretiert, den einige Leute in Solothurn auch leibhaftig gesehen haben wollen. Eh klar, es ist Fasnacht.

Nahezu zeitgleich wird auf Pia, Dominiks Tochter, und Rafik, ihrem Freund, die im Rahmen eines UNO-Hilfsprojekts im Irak leben, ein Attentat verübt. Rafik stirbt und Pia ist schwer verletzt.

Dornach überlässt die Ermittlungen Angela Casagrande, die mit ihren eigenen Dämonen aus der Vergangenheit kämpfen muss, und fliegt zu seiner Tochter.

Ach ja, und da ist dann noch Jana Cranach, die mit einem mächtigen Showdown ihren Abgang inszeniert.

Hat bei allen diesen Ereignissen der Teufel seine Hand im Spiel?

Meine Meinung:

Autor Christof Gasser versteht es auch diesmal meisterhaft, seine Leser zu fesseln. Immer wieder gibt es kurze Rückblenden auf die Vorgänger, so dass es nicht unbedingt nötig ist, diese zu kennen. Dennoch empfehle ich die zu lesen. Man brächte sich ansonsten um spannende Lesestunden.

Die Charaktere sind wieder gut herausgearbeitet. Die ecken und Kanten machen die Figuren liebenswert. Dominik Dornach hat leider wenig Glück bei Frauen. Auch diesmal fällt er auf eine schöne, intelligente und höchst skrupellose Frau herein. Das ist wohl seine große Schwäche.

Ich hoffe, dass dies nicht der letzte Fall für Dornach und sein Team ist. Immerhin muss noch die Frage, wer der neue Chef werden wird, geklärt werden. Dornach oder Casagrande? Das ist die große Frage, die uns vielleicht im nächsten Band beschäftigen wird.

Fazit:

Ein bis zur letzten Seite spannender Krimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 12.02.2020

Die Geburt einer Legende

James Bond: Ewig und ein Tag
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007s Leiche treibt, von drei Kugeln durchlöchert, im Hafenbecken von Marseille. Gib’s das? 007 tot? Der britische Geheimdienst kann das nicht auf sich sitzen lassen und so wird der bislang eher unbekannte ...

007s Leiche treibt, von drei Kugeln durchlöchert, im Hafenbecken von Marseille. Gib’s das? 007 tot? Der britische Geheimdienst kann das nicht auf sich sitzen lassen und so wird der bislang eher unbekannte James Bond in Frankreichs Süden entsandt, um dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Dass er ausgerechnet den Code-Namen seines getöteten Kollegen übernimmt, ist der ausdrückliche Wunsch des Nachwuchsagenten. Allerdings muss er sich erst einmal bewähren ...

Meine Meinung:

Anthony Horowitz ist in der Spannungsliteratur kein Unbekannter und so ist dieser Agententhriller gut gelungen.
Zeitlich ist er vor Ian Flemings „Casino Royale“ einzuordnen, der ja als der bislang erste James Bond-Roman gilt.

Wie für das Genre und die damalige Zeit (es ist die Nachkriegszeit, zu Beginn des Kalten Krieges) üblich, wird geraucht und getrunken was das Zeug hält und der Hang zu schönen Frauen zeichnet James Bond auch schon hier aus.

Über den gelungenen Beschreibungen der Côte Azur kann man leicht vergessen, dass es jede Menge Tote gibt. So spielen wir Black Jack im Casino von Monte Carlo, das zu jener Zeit noch nicht ganz so mondän und glamourös ist und sind zu Gast auf der Yacht eines undurchsichtigen Geschäftsmannes.

Die Handlung ist gut durchdacht und hält den Leser bis zum Schluss gefangen.

Fazit:

Ein „Muss“ für jeden James-Bond-Fan. Denn irgendwann muss ja auch 007 seine ersten Sporen verdient haben.

Veröffentlicht am 12.02.2020

Unfall oder Mord? Das ist hier die Frage

Steirerstern
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In ihrem zehnten Fall müssen Sandra Mohr und Sascha Bergmann in einem unklaren Treppensturz ermitteln. Ausgerechnet David, Bergmanns Sohn, glaubt, dass Luigis Sturz über die Stiege kein Unfall gewesen ...

In ihrem zehnten Fall müssen Sandra Mohr und Sascha Bergmann in einem unklaren Treppensturz ermitteln. Ausgerechnet David, Bergmanns Sohn, glaubt, dass Luigis Sturz über die Stiege kein Unfall gewesen ist. Ein Fall oder doch kein Fall für die Mordermittler?

Die beiden tauchen in die kleine Welt der steirischen Rock-Pop-Volx-Musik ein, in der es - gefühlt - mehr Egoisten und Neider gibt, als irgendwo sonst auf der Welt. Für die Sängerin Jessica Wind sind ihre Bandmitglieder schnell austauschbar. Wer seine Leistung nicht bringt, wird ersetzt. Das musste auch Niko Stein erleben, der wegen einer seltenen Krankheit aus der Band geflogen ist.
Welche Rolle der Manager Karl „Charlie“ Braun spielt und was es mit dem durch geknallten Fan auf sich hat, lest bitte selbst ...

Meine Meinung:

Dieser zehnte Fall ist ein wenig anders als die vorhergehenden. Diesmal kommt Bergmanns Sohn David eine etwas größere Rolle zu.

So ganz nebenbei, entlarven die Ermittler einen jungen Mann, der vom Opfer zum Täter wird.

Das Team erhält mit Renate Puntigam eine nicht ganz so hilfreiche Verstärkung. Ich hoffe, die wird bald abgezogen. Sie benimmt sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen und nicht nur wegen ihres Körpergewichts.
Auch Sandras Freundin Andrea darf wieder vorbeischauen und stellt die Hypothese auf, dass Sandra für den Macho Bergmann doch mehr als kollegiale Gefühle hegt.

Ganz, ganz fies ist der Cliffhanger, mit dem das Buch endet. Ich hoffe, dass wir nicht ein ganzes Jahr warten müssen, bis der nächste Band herauskommt. Nun ja, im Vorwort steht, dass die Autorin bereits an Krimi Nr. 11 schreibt. Na dann, schnell in die Tasten hauen, bitte.

Fazit:

Ein Krimi, der Einblick in den mühsamen Alltag der Polizei und die schillernde Welt der Rock-Pop-Volx-Musik gibt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.02.2020

Interessante Geschichte - Mängel bei der Umsetzung

Gebrochenes Brot. Geschichte eines Frauenordens zwischen den Weltkriegen
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Dieses Buch beschäftigt sich mit einem ungewöhnlichen und interessanten Thema: Mit der Gründung eines Ordens im 20. Jahrhunderts.
Wie kommt es dazu? Viele Menschen sind der Meinung, Orden gehören in die ...

Dieses Buch beschäftigt sich mit einem ungewöhnlichen und interessanten Thema: Mit der Gründung eines Ordens im 20. Jahrhunderts.
Wie kommt es dazu? Viele Menschen sind der Meinung, Orden gehören in die Vergangenheit, ins Mittelalter, aber in das 20. oder 21. Jahrhundert?

Iva Lučić, Autorin und Historikerin zeichnet den Weg dieser Ordensgemeinschaft, die auch het noch mehrere Niederlassungen betreibt, an Hand zahlreicher Dokumente nach. Die Geschichte beginnt kurz nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem das Böhmische Adelsgeschlecht der Choteks von der Tschechoslowakischen Republik (wie alle anderen Adeligen auch) enteignet wurden.
Ada Cotek ist die Gründung zu verdanken. 1946 verlässt der Orden die nun kommunistische ČSSR und siedelt sich u.a. in Salzburg an.

Neben dem Werdegang der Ordensgemeinschaft erfährt der interessierte Leser einiges über das Leben im Kloster.

Meine Meinung:

Das Thema finde ich sehr interessant. Leider ist der Schreibstil nicht so mitreißend. Das Buch liest sich wie eine Diplomarbeit und das ist sehr schade. Hier hätte man doch ein wenig mehr aus dem Thema machen können. Einiges wird mehrfach wiederholt.
Was mich aber besonders gestört hat, ist die extra kleine Schriftgröße bei breiten Seitenrändern. So etwas muss nicht wirklich sein.

Fazit:

Leider kann ich diesem Buch nur 3 Sterne geben, schade.