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Venatrix

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Veröffentlicht am 07.12.2019

Sag' es durch die Blume ...

Mord im Hotel Sacher
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Wo ein Mordopfer ist, ist Journalistin Sarah Paul nicht weit. So auch in ihrem neunten Fall. Während des Frühlingsfestes im Traditionshotel Sacher beobachtet Pauli eine Frau, die sich etwas seltsam verhält ...

Wo ein Mordopfer ist, ist Journalistin Sarah Paul nicht weit. So auch in ihrem neunten Fall. Während des Frühlingsfestes im Traditionshotel Sacher beobachtet Pauli eine Frau, die sich etwas seltsam verhält - kurz daraufhin ist diese tot. Neugierig beginnt die Journalistin zu recherchieren und entdeckt, dass Iris, die Tote, eine kunstfertige Zuckerbäckerin war, die unweit des Sachers in einer Patisserie gearbeitet hat.
Iris‘ on/off-Beziehung mit ihrem Chef Max Brücker, lässt diesen ziemlich rasch in den Fokus der Ermittler rücken. Doch wie könnte es anders sein, glaubt Sarah Pauli nicht an eine simple Beziehungstat. Es muss etwas anderes hinter der Tat stecken, doch was?

Meine Meinung:

Ich kenne alle neun Fälle mit Sarah Pauli und mag die eher unblutigen Krimis, die die Leser an interessante Orte Wiens führen. Sarah Pauli ist nicht nur eine Journalistin mit Leib und Seele, sondern hat auch ein Gespür für Zwischentöne, die sie immer wieder „um die Ecken denken“ und schon einige Mordmotive aufdecken hat lassen. Allerdings bringt sie sich dadurch immer wieder in Gefahr, was ihrem Chef und Lebenspartner David natürlich nicht sonderlich gefällt. Ihr Faible für Bräuche und Aberglauben, das sie in ihrer Kolumne bestens ausleben kann, hilft ihr bei der Suche nach dem Mordmotiv auch hier auf die Sprünge. Iris hat nämlich durch Zucker- bzw. Marzipanblumen Botschaften in ihren Torten versteckt, die sie gerne an ihre Freunde verschenkt. Dieser Freundeskreis entpuppt sich als interessanter Zirkel. Besonders Anja fällt auf: sie bezeichnet sich als „beste Freundin der Toten“ und reagiert höchst seltsam, als sie erfährt, dass Iris doch das eine oder andere Geheimnis vor ihr hatte. Sie ist in ihrer Fürsorge extrem dominant und manipulativ. So will sie auch bei den Begräbnisfeierlichkeiten mitreden, obwohl das eigentlich Sache von Iris‘ Familie ist.

Die Sprache der Blumen hat die Autorin subtil und gekonnt in den Krimi verpackt.

Mit ihren unkonventionellen Ideen kann Sarah Pauli der Polizei, in Person von Chefinspektor Stein, den einen oder anderen Hinweis geben. Die beiden schätzen einander und sind beinahe so etwas wie Freunde. Die Auflösung des Krimis erweist sich als überraschend, wird aber schlüssig und kongruent dargestellt.

Gut gefällt mir der Schreibstil von Beate Maxian, der durch lockere Schreibweise und viel Lokalkolorit einen fixen Platz in der österreichischen Krimiwelt hat. Die Charaktere sind gut gezeichnet und haben so ihre Ecken und Kanten. Für die sympathische Journalistin hat sich die Autorin einige Veränderungen ausgedacht, die im nächsten Krimi „Der Tote im Fiaker“ (erscheint im März 2020) bestimmt eine Rolle spielen.

Fazit:

Wieder ein gelungener Krimi mit viel Wiener Schmäh und einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.12.2019

Eine gelungene Fortsetzung

Ihr letzter Fund
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Auch in ihrem zweiten Feldkirch-Krimi lässt Autorin Marlene Kilga einen bekannten Literaten auftreten. Diesmal kommt nicht Geheimrat Goethe vorbei sondern der Schöpfer von Sherlock Holmes und Dr. Watson: ...

Auch in ihrem zweiten Feldkirch-Krimi lässt Autorin Marlene Kilga einen bekannten Literaten auftreten. Diesmal kommt nicht Geheimrat Goethe vorbei sondern der Schöpfer von Sherlock Holmes und Dr. Watson: Arthur Conan Doyle. Dieser hat nämlich einige Schulzeit in der Stella Matutina, dem ehrwürdigen Jesuitenkolleg in Feldkirch verbracht.

Doch nun zur Handlung:

Hayley, eine junge Engländerin wird in der Üble-Schlucht tot aufgefunden. Recht bald ist klar, dass sie ermordet wurde. Doch warum? Chefinspektor Heinrich Finster und sein Team gehen jeder noch so kleinen Spur nach und entdecken ein veritables Motiv, das sie auch in Martha Kellers neu eröffneten Buch-Cafe führt: So soll Hayley ein bislang unveröffentlichtes Manuskript von Arthur Conan Doyle gefunden haben. Dafür sind einige Personen mehr als bereit, zu morden.

Meine Meinung:


"Ihr letzter Fund" ist die sehr gelungene Fortsetzung von "Dr.Faust in der Marktgasse". Der Auftritt von seltsamen Figuren, die ähnlich wie Sherlock Holmes und Dr. Watson heißen, lassen mich schmunzeln. Wer sind die beiden? Gauner oder doch englische Polizisten?

Dieser Krimi lässt sich ebenso flott wie der erste Krimi lesen. Ein hoher Spannungsbogen sorgt dafür, dass sie Seiten nur so dahinfliegen. Man will doch wissen, wer tatsächlich dahinter steckt! Einige unerwartete Wendungen bergen so manche Überraschung in sich. Nicht zu kurz kommt auch die Stadt Feldkirch und ihrer Umgebung.

Besonders wohltuend empfinde ich, dass die Protagonisten trotz einzelner Schicksalsschläge nicht dem Alkohol verfallen oder sonst irgendwie exzentrisch werden. Die Ermittler Heinrich Finster und Fleur „Blümchen“ Günther agieren souverän. Finster interessiert sich für Martha Keller und die scheint ihm ebenfalls zugetan. Schauen wir einmal, was daraus wird. Der dritte Band “Die Chimäre der Schattenburg“ wartet schon darauf, gelesen zu werden.ö

Fazit:

Wer einen eher ruhigen Krimi mit literarischem Hintergrund lesen möchte, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Wer war diese Frau, die in zwei Weltkriegen eine undurchsichtige Rolle spielte?

Die Kriege der Viktoria Savs
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Frank Gerbert, Geograf, Buchautor, Germanist und Journalist betritt mit seinem Buch über Viktoria Savs – um im militärischen Jargon zu bleiben – schwieriges Terrain.

Viktoria, 1899 in Bad Reichenhall ...


Frank Gerbert, Geograf, Buchautor, Germanist und Journalist betritt mit seinem Buch über Viktoria Savs – um im militärischen Jargon zu bleiben – schwieriges Terrain.

Viktoria, 1899 in Bad Reichenhall geboren, ist älteste Tochter des Peter Savs. Der heiß ersehnte Sohn bleibt dem Vater zeitlebens versagt. Die Eltern trennen sich 1904 und Peter Savs zieht an den Gardasee, damals Teil der Donaumonarchie. Es gibt zwar bald eine neue Frau in der Familie, aber sie wird eher als „Wirtschafterin“ denn als Mutter oder Ehefrau geschildert.

War das einer der Gründe, warum sich Viktoria als Mann ausgab? Oder steckte sie vielmehr im falschen Körper?

Folgen wir den Tatsachen: 1915 tritt sie in Männerkleidung ihren Dienst als Maultierführerin in das Standschützenbataillon Meran der k. und k. Monarchie an.
Ob es ihr wirklich gelungen ist, ihr Geschlecht zu verbergen? Möglicherweise zu Beginn. Doch das soldatische Zusammenleben auf engstem Raum, mitten an der Front lässt wenig Privatsphäre. Der Autor hat hier berechtigte Zweifel.

Zu dem Zeitpunkt als sie sich den Fotografen in den Dolomiten stellt, ist Österreich-Ungarn bereits militärisch angeschlagen, die (Zivil)Bevölkerung hungert und die anfängliche Kriegsbegeisterung ist der Ernüchterung gewichen. Das k. und k. Kriegsministerium muss daher auf außergewöhnliche Maßnahmen zurückgreifen, um die (Kampf)Moral zu stärken. Was könnte da besser in das Konzept passen als eine junge Frau, die als Patriotin ihre Heimat mit der Waffe verteidigt? Eben!

Der Autor begibt sich auf Spurensuche. Leider sind echte, authentische Quellen sowie Zeitzeugen rar. Eine besondere Schwierigkeit stellt die „Heroisierung“ Viktorias durch die NS-Propaganda dar. Es ist nicht immer möglich zwischen „Wahrheit“, „Halbwahrheit“ und „Unwahrheit“ zu unterscheiden.

Die Rolle der NS-Propaganda wird gut recherchiert und durch verschiedene Zeitungsausschnitte belegt. Nicht nur Viktoria wird von den Nazis vereinnahmt. Sie teilt diese zweifelhafte Ehre mit einigen anderen Frauen und Männern. z. B. mit ihrer Zeitgenossin Stephanie Holleinstein, die sich als Stephan Hollenstein ausgegeben hat und bei den Vorarlberger Standschützen als Soldatin diente. Ihre Kameraden kennen ihr wahres Geschlecht. Sie wird, nachdem ihre Vorgesetzten davon Kenntnis erlangen, sofort nach Hause geschickt. Auch sie spielt später in der NS-Zeit eine unrühmliche Rolle. Sie wird – obwohl ihre expressionistischen Bilder eigentlich dem Regime widersprechen, als „Heldin“ hochstilisiert und als Kunstexpertin gehandelt.

Selbst der Cheruskerfürst Arminius, der 9 n. Chr. Varus und seine Truppen im Teutoburger Wald besiegte, muss für die
NS-Politik herhalten. Als „Hermann, der Cherusker“ wird er in die Annalen der Nazis eingehen.
Auch Eleonore Prochaska (1785-1813) und Friederike Auguste Krüger (1789-1848), die während der Befreiungskriege gegen Napoleon in der kämpfenden Truppe ihren Mann gestellt hatten, ereilte dieses Schicksal. In einigen Artikel und Büchern wurden sie in den 1940er Jahren zu Heldinnen hochgejubelt. Hier sind die Fakten leichter zu recherchieren und zu überprüfen, weil Tagebücher und Aufzeichnungen erhalten sind. Die Schicksale der beiden weichen jedoch von dem Viktorias ab: Eleonore stirbt an einer Verwundung und Friederike Krüger heiratet und bekommt vier Kinder. Beide verleugnen ihre Weiblichkeit nicht.

Der Umgang des (heutigen) Österreichischen Bundesheeres mit Viktorias Kriegseinsatz scheint ebenfalls ambivalent:

Die Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) des Österreichische Bundesheeres verlieh seinen Absolventen des Jahrganges 1999 das Lehrgangsabzeichen "Viktoria Savs".

Ich finde das Buch trotz der mageren Quellenlage sehr informativ. Ein Sachbuch, das mit vielen Fotos und Zitaten die widersprüchliche Persönlichkeit der Viktoria Savs in widersprüchlicher Zeit beleuchtet. Es ist gut zu lesen.
Der eine oder andere Leser wird eventuell Abkürzungen, Geschehnisse etc. woanders nachlesen müssen. Ein Glossar bzw. eine Zeittafel wäre eventuell hilfreich.

Der Titel „Die Kriege der Viktoria Savs“ implizieren nicht nur die beiden Weltkriege sondern auch die persönliche Kriege der Viktoria: Kampf um Anerkennung, Kampf um das „Anderseindürfen“, der Kampf der sexuellen Orientierung.
Ich kann mich der Meinung des Autors anschließen, dass Viktoria in zweifacher Hinsicht auch Opfer gewesen ist.

Vorrangig Opfer ihres eigenen Ichs und später Opfer sowohl der k. und k. Kriegsführung als auch der NS-Propaganda.
Nicht entschuldigen lässt sich ihre aktive Mittäterschaft. Sie scheint sich den rechten Machthabern regelrecht angedient zu haben. Dass sie später Reue gezeigt dafür hätte, ist nicht bekannt.

Ich gebe dem Buch fünf Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.12.2019

Eine gute Alternativ zum Schokoadventkalender

Martins Adventkalender
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Dieses entzückende Buch ist ein Mix aus Adventkalender und weihnachtlichem Vorlesebuch.

Jedem der 24 Tage bis Weihnachten sind jeweils 2 Doppelseiten gewidmet. Einerseits mit hinreißenden Illustrationen ...

Dieses entzückende Buch ist ein Mix aus Adventkalender und weihnachtlichem Vorlesebuch.

Jedem der 24 Tage bis Weihnachten sind jeweils 2 Doppelseiten gewidmet. Einerseits mit hinreißenden Illustrationen andererseits mit netten Geschichten, die Protagonist Martin erlebt. Sei es, dass er sich mit der kleinen Schwester auf dünnes Eis begibt oder Geschenke bastelt.

Das Buch ist hochwertig verarbeitet und verfügt über ein Lesebändchen. Wer einen Adventkalender abseits der Schokolade oder mit allerlei Krimskrams gefüllten möchte, ist hier gut bedient.
Er lässt sich auch das darauffolgende Jahr wiederverwenden.
Allerdings ist das Buch eher zum Vorlesen als zum Selberlesen für Leseanfänger gedacht. Die Schrift ist für diese einen Hauch zu klein geraten.

Für eine eigene Geschichte oder ein Keks-Rezept oder vielleicht einen heimlichen Wunschzettel ist Platz am Ende dieses vorweihnachtlichen Wegbegleiters.

Fazit:

Gut gemacht und eine Alternative zu den üblichen kommerziellen Adventkalendern. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.11.2019

Gelungener 3. Fall

Starmord am Wörthersee
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Berufsdetektiv Heinz Sablatnig soll sich „unauffällig“ darum kümmern, wer Saskia Frenzen, dem umjubelten Star, der „Starnacht am Wörthersee“ einen Drohbrief geschrieben hat. Kontaktiert wird er wieder ...

Berufsdetektiv Heinz Sablatnig soll sich „unauffällig“ darum kümmern, wer Saskia Frenzen, dem umjubelten Star, der „Starnacht am Wörthersee“ einen Drohbrief geschrieben hat. Kontaktiert wird er wieder vom Chef der „Fiducia“-Versicherung, für die er in der Vergangenheit schon einige Fälle erfolgreich gelöst hat und die die Ausfallshaftung für dieses Event trägt. Doch diesmal ist Heinz nicht ganz bei der Sache. Er wirkt unkonzentriert und ausgepowert. Dabei war er doch erst in Südamerika auf Urlaub.

Es gelingt recht bald den Urheber des Drorbriefes ausfindig zu machen. Als Saskia, Heinz und die Visagistin Anne in eine weiße Stretchlimousine steigen, wissen sie noch nicht, dass eine der beiden Frauen ermordet werden wird.

Meine Meinung:

Roland Zingerle nimmt in diesem Krimi das Show-Business ein wenig auf’s Korn. Egal welche Schlagzeilen, Hauptsache überhaupt Schlagzeilen - alles ist gut für’s Geschäft. Auch dass manche Stars ein bestimmtes Image pflegen (lassen) und in WIrklichkeit ganz anders sind, kommt zur Sprache.

Neben der Hauptfigur Sablatnig begegnen wir wieder seiner Schwester Sabine, die ja Kriminalbeamtin ist und in diesem Entführungsfall ermittelt. Das scheint jetzt ein wenig unglaubwürdig, da sie ja als Schwester befangen sein könnte. Doch die Personaldecke bei der österreichischen Polizei ist dünn, also lassen wir sie ermitteln.
Auch Beinahe-Freundin Verena Bacher und der Journalist Willi Egger haben wieder ihre Auftritte.

Wie dann der Drahtzieher ausgeforscht und überführt wird, ist wieder gut gelungen. Auf die Auflösung, warum Heinz Sablatnig diesmal nicht ganz so souverän agiert, müssen die Leser länger warten.

Gut gefällt mir, dass die traumhafte Kulisse des Wörthersees wieder eine Rolle spielen darf.

Fazit:

Ein Kärnten-Krimi, der das Showbusiness und die „Starnacht am Wörthersee“ ein wenig auf die Schaufel nimmt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.