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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2019

Isabell Bonnets persönlichster Fall

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
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In diesem 6. Fall für Sonderermittlerin Isabelle Bonnet wird es ziemlich persönlich. Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, ist ermordet worden. Pikant daran ist, dass Isabelle erst vor kurzem die Beziehung ...

In diesem 6. Fall für Sonderermittlerin Isabelle Bonnet wird es ziemlich persönlich. Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, ist ermordet worden. Pikant daran ist, dass Isabelle erst vor kurzem die Beziehung mit ihm beendet hat. Trotz einer eventuellen Befangenheit wird sie von der grauen Eminenz im fernen Paris Balancourt mit den Ermittlungen beauftragt.

Bei der Rekonstruktion der letzten Stunde vor seinem Tod, stößt Isabelle auf ein komplexes Geflecht aus Halbwahrheiten und Wunschträumen.

Erschwert werden die Untersuchungen durch die Tatsache, dass der Ermordete ein Freund schöner Frauen war und daher gehörnte Ehemänner durchaus einen Grund gehabt hätten, Rache zu nehmen.

Doch ist die Lösung so einfach?


Meine Meinung:

Diesen 6. Fall für Madame le Commissaire habe ich recht gerne gelesen. Die vertrauten Charaktere sind ja durchwegs sympathisch. Sous-Brigadier und Assistent Appollinaire kann wieder mit seinen ungewöhnlichen Ideen und Ansätzen punkten. Es scheint, als ob er die eine oder andere Verhaltensweise eines Aspergers hat.

Es ist ein bisschen schade, dass die Figur des Bürgermeisters die Krimi-Reihe verlassen muss. Aber, wer weiß, was dem Autor noch einfällt, um die Serie weiterhin spannend zu erhalten. Immerhin tritt mit dem Künstler ein neuer Charakter die Szene in Fragolin, aus dessen Anwesenheit sich bestimmt einiges entwickeln lässt.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der Reihe rund um Sonderermittlerin Isabelle Bonnet, der ich gerne wieder 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Ein ansprechender Krimi mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin

Der stille Koog
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KHK Marlene Louven weilt bei ihrer Schwester Johanne in Büsum zur Rekonvaleszenz. Marlene hat aufgrund einer schweren Erkrankung ihr Gehör verloren. Zwar kann sie mit Hilfe von Cochlea-Implantaten, die ...

KHK Marlene Louven weilt bei ihrer Schwester Johanne in Büsum zur Rekonvaleszenz. Marlene hat aufgrund einer schweren Erkrankung ihr Gehör verloren. Zwar kann sie mit Hilfe von Cochlea-Implantaten, die sie „CIs“ nennt wieder hören, doch klingen die Stimmen und Geräusche elektronisch verzerrt. Menschenscheu geworden, muss sie sich nach langen Wochen der Stille langsam wieder an die laute Umgebung gewöhnen.

Doch der Erholungsaufenthalt ist gleich einmal zu Ende als sie, gemeinsam mit Schwester und Nachbarin, den reichen Bauern Brodersen ermordet findet. Sofort melden sich die kriminaltechnischen Instinkte und Marlene handelt wie früher. Obwohl Marlene weder befugt noch zuständig ist, beginnt sie auf Johannes Drängen Erkundigungen einzuziehen. Schnell stellt sich heraus, dass Bahne, ihr Schwager, Geheimnisse vor Johanne und Marlene hat. Haben die mit dem Mord an Brodersen zu tun? Immerhin ist der Tote mit der Errichtung von Windkraftwerken reich geworden und Bahne, ein entschiedener Gegner der Windkraft, hat Brodersen als letzter lebend gesehen. Was verschweigt Bahne?

Meine Meinung:

Dieser Krimi lebt von dieser ungewöhnlichen Ermittlerin. Langsam muss Marlene ihre anderen Sinne schärfen, um das fehlende Gehör auszugleichen. Nicht immer gelingt dies. Frustrierend ist auch die Abhängigkeit von der Technik. Ständig muss sie darauf bedacht sein, die Akkus der Hörhilfen aufgeladen zu halten, bzw. den korrekten Sitz der Cis zu überprüfen. All dieses wird sehr feinfühlig und elegant in den Alltag von Marlene eingeflochten. Auch Marlenes Unsicherheit, ihre Zweifel und ihr Wille, wieder als KHK zu arbeiten, sind einfühlsam beschrieben.
Ebenso deutlich sind die Vorbehalte ihrer Umgebung zu spüren, die sich stellenweise als recht rücksichtslos erweisen. So spricht zum Beispiel Dr. Braak nicht in einem ruhigen Büro mit Marlene, sondern vor einer lauten Geräuschkulisse. So ist es ihr kaum möglich, das Gespräch so zu steuern, wie sie es als KHK gewohnt ist.
Ilka Dick gelingt es sehr gut, verschiedene aktuelle Themen anzusprechen. Neben dem Handicap von Marlene, werden auch Querelen in der Dorfgemeinschaft angesprochen, wie das überbordende Ausmaß in dem Windkraftanlagen errichtet werden. Windkraftanlagen sind allerdings nicht ausschließlich das Problem. Es ist eher die Bereicherung einiger weniger Personen, die an solchen Bauvorhaben verdienen. Der Spagat zwischen erneuerbarer Energie und Landschaftsbild ist sowohl in Deutschland als auch in Österreich oft schwer zu bewerkstelligen. Ehrlich gesagt, sind die Windräder nicht unbedingt ein optisches Highlight. Doch um aus fossiler Energie bzw. aus Atomstrom aussteigen zu können, wird man wohl die teilweise Verschandelung der Landschaft in Kauf nehmen müssen.
Ein wichtiges Thema, das so ganz nebenbei eingeflochten ist, ist die „perfekte Familie“. Die Geschichte der Familie Brodersen zeigt, dass nicht immer Gold ist, was glänzt.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Ich habe zuvor schon ihr Krimi-Debüt „Endstation Nordsee“ gelesen und war begeistert. Auch hier werden die Leser durch geschickte Wendungen in die Irre geführt. Kaum glaubt man eine heiße Spur zu entdecken, so endet die in einer Sackgasse.
Ich kann mir gut vorstellen, weitere Krimis mit Marlene Louven zu lesen.

Fazit:

Ein ansprechender Krimi mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin, mit der ich gerne weitere Kriminalfälle lösen möchte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Souveräner Auftritt leicht gemacht

Bevor das erste Wort gesprochen ist
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Die österreichische Schauspielerin Brigitte Karner fasst in diesem Buch die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen, um ein Gegenüber mit dem ersten Eindruck zu beeindrucken.

Wie schon Paul Watzlawick ...

Die österreichische Schauspielerin Brigitte Karner fasst in diesem Buch die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen, um ein Gegenüber mit dem ersten Eindruck zu beeindrucken.

Wie schon Paul Watzlawick bewiesen hat, kann man „nicht nicht kommunizieren“. Ohne Worte drückt die Körpersprache häufig schon mehr aus, als wir sagen wollen.

Das Wissen um die eigene Persönlichkeit und ein paar Tricks aus dem Erfahrungsschatz der Schauspielerin, können mit ein bisschen Übung die eigene Präsentation verbessern.

Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, eingelernte Floskeln (der Körpersprache) sind zu wenig. Hier muss man authentisch sein. Man erinnere sich zurück, als (österreichische) Fußballstars gezwungen worden sind, hochdeutsch zu sprechen. Diese gestelzten Interviews regen noch immer zum Lachen an.

Brigitte Karners Credo: „Je mehr ich über mich weiß, desto besser kann ich über mich verfügen.“

Fazit:

Dieses Buch kann mithelfen, den täglichen Auftritt in Beruf und Privatleben zu verbessern. Gerne gebe ich für diesen nett verfassten Ratgeber 4 Sterne

Veröffentlicht am 13.05.2019

EIn toter Bayer im Watt

Ins Watt gebissen
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Als im Nachbarhaus eine Familie mit fünf Kindern einzieht, ist der wortkarge Müller Ino Tjarks so richtig sauer. Statt heiliger Ruhe, toben Tertius und Quartus rund um Inos Haus herum und stolpern über ...

Als im Nachbarhaus eine Familie mit fünf Kindern einzieht, ist der wortkarge Müller Ino Tjarks so richtig sauer. Statt heiliger Ruhe, toben Tertius und Quartus rund um Inos Haus herum und stolpern über eine Leiche.

Kurdirektor Alois Winterscheid wird ausgerechnet hinter dem Haus von Ino Tjarks, dem größten Gegner seiner hochfliegenden Ausbaupläne, ermordet aufgefunden.
Die Ermittler schießen sich recht schnell auf Ino ein, der mit seiner Abneigung Alois gegenüber auch gar nicht hinter dem Berg hält. Als Inos Verhaftung im Raum steht, beschließen Gerda und Theda, die eine Haushälterin bei Ino, die andere Bäckerin im Dorf, die Sache in ihre eigenen Hände zu nehmen.

Die neugierigen Damen entdecken, dass es noch andere gibt, die auf Alois nicht gut zu sprechen waren…

Meine Meinung:

Dieser Krimi liest sich leicht und locker. Die humorvolle Komponente lässt dieses Buch das Richtige für den Strandkorb sein.

Herrlich sind die schrulligen Dorfbewohner. Da ist zum eine Ino selbst, der Neuerungen so gar nicht mag. Wenn es nach Alois‘ Willen gegangen wäre, so hätte er für dämliche Touristen Korn zu Mehl mahlen sollen. Geht doch gar nicht, oder?
Und Gerda, die sich als „Facility Managerin“ samt selbst gebastelten Ausweis vorstellt und die friesische Ausgabe von Miss Marple mimt. Immerhin hat sie ja alle Krimis von Agatha Christie gelesen.

Genial die Familie von Tertius und Quartus mit ihrem Latein-Fimmel und der römischen Nummerierung ihrer Kinder.
Überhaupt, das ganze Dorf hält in einer Sache zusammen: Man braucht den Bullen nicht immer alles sagen.

Fazit:

Der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die mit Witz und schrulligen Personen punktet. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 07.05.2019

Ein fesselnder Krimi abseits des Mainstreams

Der schlaflose Cheng
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Dieser Krimi ist mein erster aus der Reihe um den einarmigen Detektiv Markus Cheng aus Wien.

Markus Cheng macht während seines Urlaubs auf Mallorca die Bekanntschaft mit Peter Polnitz, der deutschen Synchronstimme ...

Dieser Krimi ist mein erster aus der Reihe um den einarmigen Detektiv Markus Cheng aus Wien.

Markus Cheng macht während seines Urlaubs auf Mallorca die Bekanntschaft mit Peter Polnitz, der deutschen Synchronstimme eines britischen Schauspielers. Man spricht miteinander, doch dann trennen sich die Wege wieder – eine seichte Urlaubsbekanntschaft eben.
Daher ist Cheng mehr als erstaunt als er ein Jahr später den Auftrag von Polnitz‘ Tochter erhält, ihren Vater aus dem Gefängnis zu holen. Polnitz hätte den Schauspieler ermordet.

Widerwillig nimmt Markus Cheng den Auftrag an und beginnt zu recherchieren. Seine Nachforschungen führen ihn unter anderem bis nach Island, wo er weitere Geheimnisse in Polnitz‘ Leben aufdeckt.

Meine Meinung:

Heinrich Steinfest hat einen eigenwilligen Erzählstil, der – wie man an den höchst unterschiedlichen Bewertungen sieht - polarisiert. Stellenweise schreibt der Autor poetisch (oder wie einige sagen würden, langatmig) und dennoch kann der Leser tief in die Atmosphäre eintauchen. Philosophische Gedankengänge erhöhen die Spannung, denn es ist nicht immer klar, ob sich Chengs Gedanken mit der Wirklichkeit in Koinzidenz bringen lassen.
Undurchsichtige Charaktere prägen diesen Krimi. Ein vielschichtiger Charakter ist auch Chengs Sekretärin, die – wie man am Ende sieht, das Heft fest in der Hand hält.

Wer Lesestoff abseits der üblichen Kriminalgeschichten sucht, wird hier bestens bedient. Allerdings halte ich es für opportun, beim ersten Band zu beginnen, was ich demnächst nachholen werde.

Fazit:

Für Liebhaber von geschliffener Sprache und Krimis abseits des Mainstreams ein Lesegenuss. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.