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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2019

Ein ruhiger, aber dennoch spannender Krimi

Nachts schweigt das Meer
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Detective Inspektor Ben Kitto, seines Zeichens Spezialist für Undercover-Einsätze in London, steckt nach dem Tod seiner Ermittler-Partnerin Claire in einer Sinnkrise und nimmt sich eine Auszeit. Dazu kehrt ...

Detective Inspektor Ben Kitto, seines Zeichens Spezialist für Undercover-Einsätze in London, steckt nach dem Tod seiner Ermittler-Partnerin Claire in einer Sinnkrise und nimmt sich eine Auszeit. Dazu kehrt er in seine alte Heimat Bryher auf den Scilly Inseln zurück. Kaum angekommen, muss er sich mit dem Verschwinden der 16-jährigen Laura beschäftigen, das sich schnell als Mordfall herausstellt.
Aufgrund des schlechten Wetters ist Ben vorerst auf sich alleine gestellt. Nicht die schlechteste Idee, denn Ben kennt Land und Leute und weiß mit dem wortkargen Menschen umzugehen.
Die Ermittlungen gestalten sich dennoch als schwierig, da es, obwohl Bryher nur knapp 100 Einwohner hat, so ziemlich jeder Erwachsene verdächtig ist.
Als er mit Eddie einen jungen engagierten Kollegen zur Seite gestellt bekommt, scheint der Fall bald gelöst zu werden, wären da nicht noch ein paar Ungereimtheiten...

Meine Meinung:

Dieser Krimi enthält ob der geografischen Lage und des schlechten Wetters Elemente einer „locked room“-Erzählung. Niemand kann von der Insel weg und niemand, außer der SpuSi darf die Insel betreten. Aus langjähriger Erfahrung weiß Ben, dass der Täter meistens im engen Umkreis des Opfers zu finden ist. Da bieten sich doch gleich einmal der Freund sowie der arbeitslose Vater des Opfers an. Geschickt versucht Ben Puzzleteil für Puzzleteil zusammenzusetzen. Die Autorin lässt sich mit der überraschenden, aber schlüssigen Auflösung lange Zeit. Sie führt Ermittler und Leser ein wenig an der Nase herum. Ben ist mit der Einschätzung, dass der Täter aus dem Umfeld kommt, nicht daneben gelegen.

Der Krimi selbst ist eher ruhig, beschaulich, obgleich das grausliche Wetter eine große Rolle spielt. Die Leser erfahren von den Alltagssorgen der Einwohner, von ihren Eigenheiten und Marotten und lernen einiges über den Bootsbau.
Das Geheimnis um den Tod von Claire wird erst spät gelüftet. Die vielen kleinen Andeutungen lassen die Leser in eine ganz andere Richtung Vermutungen anstellen.

Die Auszeit und der komplexe Mordfall sowie eine Information zu Claires Tod, lassen Ben den Polizeidienst doch nicht quittieren. Es scheint, als ob wir uns auf eine Fortsetzung mit Ben Kitto freuen dürfen.

Der Schreibstil ist angenehm. Die Erzählperspektive aus Bens Sicht ein wenig ungewöhnlich.

Fazit:

Wer gerne ruhige Krimis mag, ist hier gut bedient. Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Hat mich nicht überzeugt

Mord im SM-Milieu! Erotischer SM-Roman
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Dieses Buch führt die meisten Leser vermutlich in ein eher unbekanntes Terrain: In die Welt der SM-Erotik.

Der Sohn des Bürgermeisters wird tot in einem einschlägigen Etablissement aufgefunden. Schnell ...

Dieses Buch führt die meisten Leser vermutlich in ein eher unbekanntes Terrain: In die Welt der SM-Erotik.

Der Sohn des Bürgermeisters wird tot in einem einschlägigen Etablissement aufgefunden. Schnell ist klar, dass es sich um einen Mord handelt. Detective Doreen Salomon und ihr Ermittlungsteam stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Da ergreift die ehrgeizige Polizistin zu einer List: Sie schlüpft in die Rolle einer Domina, um hinter die Geheimnisse des Toten zu kommen. Dabei entdeckt sie nicht nur dessen Heimlichkeiten, sondern auch ihre Lust an diesen bizarren Sexspielen.

Meine Meinung:

Eingebettet in einen Krimi erfährt der Leser so einiges über Fesselspiele, Dominas und deren devote Sklaven sowie über einschlägige Praktiken. Hier geht es ein wenig anders zu als in „50 Shades of Grey“, weil Doreen diese Praktiken, zumindest zu Beginn, als Mittel zum Zweck benutzt.

Die Charaktere sind eher einfach gestrickt. Doreens Chef steht kurz vor der Pensionierung und will von diesem doch heiklen Mord eher nichts wissen. Daher lässt er seiner Detective mehr als freie Hand bei den Ermittlungen, die das dann ja auch weidlich ausnützt.

Ob sich im wirklichen Leben eine Polizistin auf eine solche Art von Ermittlungen einlassen kann/darf/soll, lasse ich einmal dahin gestellt.

Sprachlich ist dieser erotische Roman kein wirkliches Highlight. Das kann auch bei diesem Genre auch nicht vorausgesetzt werden, allerdings gibt es durchaus schlechteres. Immerhin hat sich der Autor bemüht, eine Rahmenhandlung rund um die SM-Spielchen zu schreiben.

Fazit:

So richtig überzeugt hat mich dieser Krimi/erotische Roman nicht, daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Isabell Bonnets persönlichster Fall

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
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In diesem 6. Fall für Sonderermittlerin Isabelle Bonnet wird es ziemlich persönlich. Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, ist ermordet worden. Pikant daran ist, dass Isabelle erst vor kurzem die Beziehung ...

In diesem 6. Fall für Sonderermittlerin Isabelle Bonnet wird es ziemlich persönlich. Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, ist ermordet worden. Pikant daran ist, dass Isabelle erst vor kurzem die Beziehung mit ihm beendet hat. Trotz einer eventuellen Befangenheit wird sie von der grauen Eminenz im fernen Paris Balancourt mit den Ermittlungen beauftragt.

Bei der Rekonstruktion der letzten Stunde vor seinem Tod, stößt Isabelle auf ein komplexes Geflecht aus Halbwahrheiten und Wunschträumen.

Erschwert werden die Untersuchungen durch die Tatsache, dass der Ermordete ein Freund schöner Frauen war und daher gehörnte Ehemänner durchaus einen Grund gehabt hätten, Rache zu nehmen.

Doch ist die Lösung so einfach?


Meine Meinung:

Diesen 6. Fall für Madame le Commissaire habe ich recht gerne gelesen. Die vertrauten Charaktere sind ja durchwegs sympathisch. Sous-Brigadier und Assistent Appollinaire kann wieder mit seinen ungewöhnlichen Ideen und Ansätzen punkten. Es scheint, als ob er die eine oder andere Verhaltensweise eines Aspergers hat.

Es ist ein bisschen schade, dass die Figur des Bürgermeisters die Krimi-Reihe verlassen muss. Aber, wer weiß, was dem Autor noch einfällt, um die Serie weiterhin spannend zu erhalten. Immerhin tritt mit dem Künstler ein neuer Charakter die Szene in Fragolin, aus dessen Anwesenheit sich bestimmt einiges entwickeln lässt.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der Reihe rund um Sonderermittlerin Isabelle Bonnet, der ich gerne wieder 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Ein ansprechender Krimi mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin

Der stille Koog
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KHK Marlene Louven weilt bei ihrer Schwester Johanne in Büsum zur Rekonvaleszenz. Marlene hat aufgrund einer schweren Erkrankung ihr Gehör verloren. Zwar kann sie mit Hilfe von Cochlea-Implantaten, die ...

KHK Marlene Louven weilt bei ihrer Schwester Johanne in Büsum zur Rekonvaleszenz. Marlene hat aufgrund einer schweren Erkrankung ihr Gehör verloren. Zwar kann sie mit Hilfe von Cochlea-Implantaten, die sie „CIs“ nennt wieder hören, doch klingen die Stimmen und Geräusche elektronisch verzerrt. Menschenscheu geworden, muss sie sich nach langen Wochen der Stille langsam wieder an die laute Umgebung gewöhnen.

Doch der Erholungsaufenthalt ist gleich einmal zu Ende als sie, gemeinsam mit Schwester und Nachbarin, den reichen Bauern Brodersen ermordet findet. Sofort melden sich die kriminaltechnischen Instinkte und Marlene handelt wie früher. Obwohl Marlene weder befugt noch zuständig ist, beginnt sie auf Johannes Drängen Erkundigungen einzuziehen. Schnell stellt sich heraus, dass Bahne, ihr Schwager, Geheimnisse vor Johanne und Marlene hat. Haben die mit dem Mord an Brodersen zu tun? Immerhin ist der Tote mit der Errichtung von Windkraftwerken reich geworden und Bahne, ein entschiedener Gegner der Windkraft, hat Brodersen als letzter lebend gesehen. Was verschweigt Bahne?

Meine Meinung:

Dieser Krimi lebt von dieser ungewöhnlichen Ermittlerin. Langsam muss Marlene ihre anderen Sinne schärfen, um das fehlende Gehör auszugleichen. Nicht immer gelingt dies. Frustrierend ist auch die Abhängigkeit von der Technik. Ständig muss sie darauf bedacht sein, die Akkus der Hörhilfen aufgeladen zu halten, bzw. den korrekten Sitz der Cis zu überprüfen. All dieses wird sehr feinfühlig und elegant in den Alltag von Marlene eingeflochten. Auch Marlenes Unsicherheit, ihre Zweifel und ihr Wille, wieder als KHK zu arbeiten, sind einfühlsam beschrieben.
Ebenso deutlich sind die Vorbehalte ihrer Umgebung zu spüren, die sich stellenweise als recht rücksichtslos erweisen. So spricht zum Beispiel Dr. Braak nicht in einem ruhigen Büro mit Marlene, sondern vor einer lauten Geräuschkulisse. So ist es ihr kaum möglich, das Gespräch so zu steuern, wie sie es als KHK gewohnt ist.
Ilka Dick gelingt es sehr gut, verschiedene aktuelle Themen anzusprechen. Neben dem Handicap von Marlene, werden auch Querelen in der Dorfgemeinschaft angesprochen, wie das überbordende Ausmaß in dem Windkraftanlagen errichtet werden. Windkraftanlagen sind allerdings nicht ausschließlich das Problem. Es ist eher die Bereicherung einiger weniger Personen, die an solchen Bauvorhaben verdienen. Der Spagat zwischen erneuerbarer Energie und Landschaftsbild ist sowohl in Deutschland als auch in Österreich oft schwer zu bewerkstelligen. Ehrlich gesagt, sind die Windräder nicht unbedingt ein optisches Highlight. Doch um aus fossiler Energie bzw. aus Atomstrom aussteigen zu können, wird man wohl die teilweise Verschandelung der Landschaft in Kauf nehmen müssen.
Ein wichtiges Thema, das so ganz nebenbei eingeflochten ist, ist die „perfekte Familie“. Die Geschichte der Familie Brodersen zeigt, dass nicht immer Gold ist, was glänzt.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Ich habe zuvor schon ihr Krimi-Debüt „Endstation Nordsee“ gelesen und war begeistert. Auch hier werden die Leser durch geschickte Wendungen in die Irre geführt. Kaum glaubt man eine heiße Spur zu entdecken, so endet die in einer Sackgasse.
Ich kann mir gut vorstellen, weitere Krimis mit Marlene Louven zu lesen.

Fazit:

Ein ansprechender Krimi mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin, mit der ich gerne weitere Kriminalfälle lösen möchte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Souveräner Auftritt leicht gemacht

Bevor das erste Wort gesprochen ist
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Die österreichische Schauspielerin Brigitte Karner fasst in diesem Buch die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen, um ein Gegenüber mit dem ersten Eindruck zu beeindrucken.

Wie schon Paul Watzlawick ...

Die österreichische Schauspielerin Brigitte Karner fasst in diesem Buch die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen, um ein Gegenüber mit dem ersten Eindruck zu beeindrucken.

Wie schon Paul Watzlawick bewiesen hat, kann man „nicht nicht kommunizieren“. Ohne Worte drückt die Körpersprache häufig schon mehr aus, als wir sagen wollen.

Das Wissen um die eigene Persönlichkeit und ein paar Tricks aus dem Erfahrungsschatz der Schauspielerin, können mit ein bisschen Übung die eigene Präsentation verbessern.

Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, eingelernte Floskeln (der Körpersprache) sind zu wenig. Hier muss man authentisch sein. Man erinnere sich zurück, als (österreichische) Fußballstars gezwungen worden sind, hochdeutsch zu sprechen. Diese gestelzten Interviews regen noch immer zum Lachen an.

Brigitte Karners Credo: „Je mehr ich über mich weiß, desto besser kann ich über mich verfügen.“

Fazit:

Dieses Buch kann mithelfen, den täglichen Auftritt in Beruf und Privatleben zu verbessern. Gerne gebe ich für diesen nett verfassten Ratgeber 4 Sterne