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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2018

Auf den Spuren der Gerichtsbarkeit

Gruselwandern in Salzburg
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Der Journalist Clemens M. Hutter nimmt uns auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt Salzburg, dem Rupertiwinkel und den fünf Gaue Salzburgs mit. Wir entdecken unter seiner sachkundigen Beschreibung ...

Der Journalist Clemens M. Hutter nimmt uns auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt Salzburg, dem Rupertiwinkel und den fünf Gaue Salzburgs mit. Wir entdecken unter seiner sachkundigen Beschreibung Flurnamen, Gebäude und Richtstätten.


Auf 59 Wanderungen erklärt er die historischen Hintergründe, warum es zu diesem Hexenwahn kommen konnte und versucht, mit der üblichen Meinung, die Obrigkeit hätte die Hexenverfolgungen angeordnet oder es wären ihnen nur Frauen und Mädchen zum Opfer gefallen, aufzuräumen.

Im 16. und 17. Jahrhundert löste der Hexenglaube rund um den Zauberer Jackl eine Massenhysterie aus, der 138 Menschen – vornehmlich Buben und Männer – zum Opfer fielen. Es war in drei Wellen die größte Hexenverfolgung im deutschsprachigen Raum.

Hutter hat in alten Gerichtsakten gestöbert, Folterkammern besucht und begibt sich auf die Spuren von Opfern und Tätern.

Neben diesem „amtlichen“ Gruselkabinett erfahren wie einiges zu Sagen, Geistern, lernen den Glasteufel im Mikroskop (S.145) kennen und werfen einen Blick auf die Trümmer von Hitlers „Berghof“ (S. 75).

Jede Wanderung ist detailliert beschrieben, mit Gehzeit und Höhenunterschieden versehen, sodass der zukünftige Wanderer weiß, worauf er sich einlässt.

Zwischen den Routen sind Stichworte angeführt, die die Begriffe dieser schrecklichen Zeit beleuchten und erklären.

Der Schreibstil ist sachlich, beinahe schon nüchtern. Doch bei diesem Thema wären blumige Worte wohl fehl am Platz


Fazit:

Wer sich für schaurige und leider wahre Geschichten interessiert, ist hier richtig. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Ein vielschichtiger Krimi

Der Tod des Chiemseemalers
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Schauplatz ist ein kleines Dorf am Chiemsee um 1930. Die Menschen leben beschaulich dahin.
Als der zugezogene Maler Josef Sachrang ermordet aufgefunden wird, ist nichts mehr wie vorher. Es gibt mehrere ...

Schauplatz ist ein kleines Dorf am Chiemsee um 1930. Die Menschen leben beschaulich dahin.
Als der zugezogene Maler Josef Sachrang ermordet aufgefunden wird, ist nichts mehr wie vorher. Es gibt mehrere Dörfler, die einen guten Grund hätten, den Maler zu ermorden.

Je weiter die Ermittlungen fortschreiten, desto mehr kommen den Polizisten die Tatverdächtigen abhanden, denn der eine oder andere erhält ein Alibi. Dass hierbei auch streng gehütete Geheimnisse aufgedeckt werden, versteht sich von selbst.

Wer also hat den Maler auf dem Gewissen?

Meine Meinung:

Wer hier einen ruhigen Krimi mit zeitgeschichtlichem Flair vermutet, ist hier richtig. Die Autorin beschreibt die Gegend
Rund um den Chiemsee sehr plastisch. Alles wirkt ein wenig retardiert. Die Zeit scheint langsamer als in München voranzuschreiten.
Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Man kann ihnen ihre Gefühle recht gut abnehmen. Vor allem die Gekränkten und vom Leben Enttäuschten sind gut getroffen.

Fazit:

Ein ruhiger Krimi mit viel Lokalkolorit und zeitgeschichtlichem Hintergrund. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Dieser Band lässt niemanden kalt

Marlow
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Dieser 7. Band der Gereon-Rath-Reihe führt uns ins Jahr 1935. Hitler hat die Macht an sich gerissen, die Repressalien Juden, Sozialisten und überhaupt Andersdenkenden gegenüber nehmen täglich zu.

Das ...

Dieser 7. Band der Gereon-Rath-Reihe führt uns ins Jahr 1935. Hitler hat die Macht an sich gerissen, die Repressalien Juden, Sozialisten und überhaupt Andersdenkenden gegenüber nehmen täglich zu.

Das Ehepaar Rath bekommt das deutlich zu spüren. Gereon ist de facto kaltgestellt, während ehemalige Kollegen Karriere machen. Charly muss ihren Traum von der Anwältin aufgeben, da Frauen – nach dem Willen der Partei – möglichst viele Kinder bekommen und den Haushalt schupfen sollen. Sie arbeitet tageweise als Detektivin und Anwaltsgehilfin für einen befreundeten Anwalt. Pflegesohn Fritz ist mehr in der Hitlerjugend als bei seiner Familie.
Soweit der Hintergrund, vor dem sich dieser Krimi abspielt.

Gereon darf nur mehr in Fällen ermitteln, die aussichtslos sind oder, die sonst niemand haben will. Als er bei einem Autounfall ermittelt, der zunächst wie ein tragisches Ereignis aussieht, wird ihm der Fall kurzfristig entzogen. Liegt es daran, dass der Fahrer an einem unheilbaren Gehirntumor litt? Oder doch eher an dem Kuvert mit dem brisanten Inhalt? Einem Dossier über Hermann Göring, der Nummer zwei Deutschlands. Soll Göring, dessen Morphium-Konsum durchaus bekannt ist, erpresst werden? Wenn ja von wem?

Obwohl Gereon wieder einmal versetzt wird, ermittelt dennoch heimlich weiter. Dabei kommt er Charlys persönlichem Trauma auf die Spur: Dem Tod ihres Vaters, der bei einer Gasexplosion ums Leben getötet worden ist. Auch diese Ermittlungen hat man damals recht bald zu den Akten gelegt, zumal Charlys Vater als korrupter Beamter denunziert worden ist. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kollege Böhm, der einst mit der Aufklärung der Explosion betraut war, versucht Gereon Licht ins Dunkel zu bringen und gerät in das Visier der rivalisierenden Geheimdienste.

Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit Unterweltboss Marlow, der seine Geschäfte in Richtung Legalität verschieben will und nun als SS-Gruppenführer ganz offiziell an Arisierungen beteiligt ist. Über ihn erfährt der geneigte Leser einiges aus seiner Vergangenheit, das bislang ein streng gehütetes Geheimnis war.

Und Johann Marlows chinesischer Leibwächter, Chauffeur und „Mädchen für alles“ taucht plötzlich bei Charly auf, um bei ihr juristische Hilfe zu suchen.

Meine Meinung:

Volker Kutscher ist wieder ein beklemmender Krimi gelungen, der die Machenschaften innerhalb des Polizeiapparates deutlich zeigt. Eine Säuberungsaktion nach der anderen entlässt unbequeme, andersdenkende Beamte und öffnet den regimetreuen Parteigenossen Tür und Tor. Man gibt vor, Kriminelle zu jagen, doch die größten Verbrecher sitzen an den Schalthebeln der Macht.

Als sehr verstörend habe ich die Szenen am Nürnberger Parteitag empfunden, als Gereon mitten in den Massen sich der Faszination des „Schreihalses“ kaum entziehen kann. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, die Betroffenheit Gereons darüber, authentisch darzustellen.

Auch die Zweifel von Fritz bezüglich der Hitlerjugend sind sehr gut herausgearbeitet. Einerseits mag er die Raths, doch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der HJ lassen sein geringes Selbstwertgefühl wachsen. Die rassistischen Aussagen verwirren ihn jedoch. Noch ist er sich nicht im Klaren, was das alles bedeuten soll. Zuerst scheint er sich zu freuen, in der Familie des HJ-Führers untergebracht zu werden, obwohl ihm jeder weitere Kontakt zu Charly und Gereon untersagt wird. Ich gehe davon aus, dass der ehemalige Straßenjunge Fritz in weiterer Folge einen Weg finden wird, diesen Befehl zu unterlaufen, mit vermutlich tragischen Konsequenzen.

Die Verflechtungen des braunen Sumpfes sind penibel recherchiert und so realistisch dargestellt, dass es einem kalt über den Rücken läuft. Die Frage, die sich auftut ist, wird sich Gereon den neuen Machthabern entgegenstellen oder sich beugen? Mit den entsprechenden Konsequenzen.

Fazit:

Der 7. Band der Serie, der niemanden kalt lässt. Hier gebe ich wohlverdiente 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Stille Nacht - das wohl bekannteste Weihnachtslied

Stille Nacht
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Als vor 200 Jahren das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ das erste Mal in der Dorfkirche zu Oberndorf erklingt, kann sich niemand vorstellen, welchen Welthit Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr hier gelungen ...

Als vor 200 Jahren das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ das erste Mal in der Dorfkirche zu Oberndorf erklingt, kann sich niemand vorstellen, welchen Welthit Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr hier gelungen ist.

Die Zeit, in der das Lied entsteht ist eine denkbar schwierige. Sie ist gekennzeichnet durch wirtschaftliche Not, die einerseits durch den Ernteausfall in ganz Europa und das Ende der Napoleonische Kriege als deren Folge einige Salzburger Gebiete an Bayern abgetreten werden müssen.

Meine Meinung:

Genau dieser geschichtliche Rückblick macht den Reiz dieses Buches aus, das gediegen in Gold daherkommt. Obwohl, diese barocke Pracht sicherlich nicht im Sinne von Gruber und Mohr sein kann. Die beiden haben ja ein eher ärmliches Leben gefristet, der eine als Dorfschullehrer, der andere als Hilfsprediger.

Die Autorin geht dem Weg der Verbreitung des Liedes nach, das einige Zeit als „Tiroler Lied“ in Deutschland bekannt wird.


Das Buch ist in mehrere Abschnitte gegliedert, die sich u.a. mit den diversen Weihnachtsbräuchen beschäftigen. Natürlich dürfen die Biografien von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr nicht fehlen. Ergänzt wird das prächtige Buch durch eine Landkarte auf der alle jene Orte eingezeichnet sind, denen die „Stille Nacht-Gesellschaft“ eine Nahbeziehung zu dem Lied einräumt.

Das Buch ist penibel recherchiert. Leider ist die braune (?) Schrift auf den goldenen Seiten, die einen chronologischen Überblick geben, schlecht zu lesen. Das kostet den 5. Stern. Hier hätte das Layout auf die Leser ein wenig mehr Rücksicht nehmen sollen.

Inzwischen kann man sich Weihnahten ohne dieses Lied kaum vorstellen. Es wird in über 300 Sprachen und Dialekten auf der ganzen Welt gesungen. Sei in den tief verschneiten Bergen Mitteleuropas oder im heißen Wüstensand in Australien. Selbst nicht christliche Länder spielen das wohl bekannteste Weihnachtslied. Ob ihnen der Inhalt bekannt ist?

„Stille Nacht“ wird auch als Symbol der Völkerverständigung und des Friedens verstanden.

„… Heiligabend 1914 singen es die Soldaten der verschiedenen Nationen in den Schützengräbern von Ypres, Flandern – vermutlich jeder in seiner Sprache. … Wie sehr »Stille Nacht« gerade heute für Frieden und Völkerverständigung steht, zeigt sich Weihnachten 2016, als 40 muslimische Mädchen des Imam Sadr Foundation Choir es auf Arabisch in der Griechischen St. Elias-Kathedrale in Beirut singen.“
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Ein Buch zum wohl bekanntesten Weihnachtslied, das sich auch gut als Geschenk eignet. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Heilmittel aus der Natur

Die Natur-Apotheke
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Dieses Buch über 99 Heilpflanzen ist im Salzburger Servus Verlag erschienen. Die beiden Autorinnen Karin Buchart und Miriam Wiegele beschäftigen sich bereits seit vielen Jahren mit Heilpflanzen und deren ...

Dieses Buch über 99 Heilpflanzen ist im Salzburger Servus Verlag erschienen. Die beiden Autorinnen Karin Buchart und Miriam Wiegele beschäftigen sich bereits seit vielen Jahren mit Heilpflanzen und deren Anwendungen.

Die Heilpflanzen, vom urtümlich anmutenden Ackerschachtelhalm bis hin zum gemeinen (Haushalts)Zwiebel, werden sehr detailliert auf jeweils einer Doppelseite präsentiert. Man erfährt viel Wissenswertes aus der Botanik. Neben dem lateinischen Namen werden die Inhaltsstoffe und Anwendungsmöglichkeiten erläutert. Wunderschön sind die Abbildungen, die mich an die Zeichnung von Sibylla Maria Merian erinnern.
Allerdings wundert es mich, dass ein Warnhinweis, über giftige Teile fehlt. Der manchmal übermotivierte Laie könnte hier wohl ein wenig Hilfe brauchen. Paracelsus sagt zwar „die Dosis macht das Gift“, aber manchmal genügt schon eine kleine Menge …

Ob als Tee, Aufguss, Salbe oder Tinkturen, die äußerlich und/oder innerlich anzuwenden sind – das Spektrum der Darreichung ist groß. Eine Vielzahl von Rezepten wird, nach Monaten geordnet auf den Seiten 164-187 vorgestellt. Vom „Belegten Brot“ gegen Grippe (S. 165) im Jänner, über den „Veilchen-Sirup“ im Mai (S. 172) bis hin zum erfrischenden „Limetten-Pfeffer-Sprudel“ im Juli (S. 177) finden sich einige leicht nachzumachende Anleitungen.

Fazit:

Ein tolles Buch, aber wegen des fehlenden Hinweises auf Giftigkeit mancher Pflanzen(teile), kann ich nur 4 Sterne vergeben.