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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2018

Ein Reiseführer der besonderen Art

Von Inseln, die keiner je fand
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Autor Malachy Tallack nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu 24 Inseln, die eine Eintragung auf Seekarten geschafft haben, ohne zu existieren. Und nicht nur das! Einige dieser Phantominseln haben ...

Autor Malachy Tallack nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu 24 Inseln, die eine Eintragung auf Seekarten geschafft haben, ohne zu existieren. Und nicht nur das! Einige dieser Phantominseln haben sogar Jahrhunderte auf Pergament und Papier und in den Köpfen der Menschen überdauert.

Wie es zu solchen Fantasien kommt?

Von echten Irrtümern, falsch klassifizierten Wetterphänomenen, falsch abgezeichneten Karteninhalten und Wunschdenken bis hin zu bewussten Falschmeldungen ist hier alles vertreten.

Wer hat noch nie von Atlantis oder dem Königreich von Thule gehört? Mythen, Sagen und Vorstellungen vom Paradies mischen sich mit Halbwahrheiten.

Der Autor fasst jeweils vier Inseln zu einem Kapitel zusammen, u.a. „Inseln des Lebens und des Todes“, „Versunkene Länder“, „Trügerische Inseln“ oder „Widerrufene Entdeckungen“.

Manches, wie der Mythos Atlantis geistert seit mehr als 2.000 Jahre durch die Köpfe der Menschheit. Ganz faszinierend ist, dass man sogar im Zeitalter der Satelliten-Vermessung dem Phantom „Sandy Island“ nachjagte: Dort, wo laut Koordinaten die Inseln sein sollten, fand das Forschungsschiff nur Wasser, allerdings rund 1.400 m tief. „Sandy-Island“ wird 2012 aus den Kartenwerken entfernt.

Manchmal sucht eine Schiffsbesatzung nach einem Archipel („Davies Land“) und findet eine andere Insel, die Osterinsel nämlich (1721, Niederländische Westindien-Kompagnie).

Auch das wechselhafte Schicksal der Los Jardines-Inseln regt zum Schmunzeln an. Über 400 Jahre waren sie in unterschiedlicher Größe auf den Seekarten verzeichnet. Jedes Mal, wenn sie nicht entdeckt werden konnten, änderten sie ihre Größe, ihre Anzahl und ihre Lage.

Dieses Buch ist eines der vielen, die sich mit nicht existenten Inseln oder Ländern beschäftigen. Dennoch ist dieses Werk in seiner Präsentation einzigartig: Es wird mit wunderschönen Zeichnungen von echten Tieren und Pflanzen sowie von Fabelwesen aus der Zeichenfeder von Katie Scott bereichert.

Die anspruchsvolle Verarbeitung wird um eine Weltkarte mit allen genannten Inseln ergänzt. Das Buch verspricht einen kurzweiligen Lesegenuss und ist ein tolles Geschenk, nicht nur für Kartenliebhaber.

Veröffentlicht am 02.04.2018

NIchts ist, wie es scheint!

Tod am Nussbaum
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Schauplatz dieses Krimis ist wieder das fiktive Dorf Klein Schiessling, das idyllisch an der Grenze Waldviertel zu Weinviertel liegt.

Just zum Abschluss der dörflichen Feierlichkeiten anlässlich der Hochzeit ...

Schauplatz dieses Krimis ist wieder das fiktive Dorf Klein Schiessling, das idyllisch an der Grenze Waldviertel zu Weinviertel liegt.

Just zum Abschluss der dörflichen Feierlichkeiten anlässlich der Hochzeit von Franz und Marie, entdeckt das frisch getraute Paar die Leiche des Gemeinderates Huberbauer in ihrem Nussbaum hängen.
Während sich die Dorfbewohner in wilden Spekulationen ergehen, beginnt die Polizei mit ihren Ermittlungen. Noch bevor nur auch irgendwie Klarheit über den ersten Fall herrscht, gibt es einen zweiten Toten: Wieder ein Gemeinderat, doch diesmal erstochen und zwar in der Kirche. Welch eine Blasphemie!

Die Ermittler, der cholerische Inspektor Julius Schreiner und der besonnene Sepp Tauber - zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben in ihrem dritten Fall alle Hände voll zu tun.

Hat es der Mörder auf die Gemeindepolitiker abgesehen? Ist der Bürgermeister das nächste Opfer?

Fazit:

Ein durchaus witziger Krimi, dem ich gerne vier Sterne gebe.

Veröffentlicht am 02.04.2018

Ein gelungener Reiseführer durch ein Waldviertel abseits der Touristenpfade

111 Orte im Waldviertel, die man gesehen haben muss
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Wieder ein toller Reiseführer aus dem Haus Emons, der uns Ausflugsorte abseits der touristischen Trampelpfade anbietet.

Von A wie Allensteig bis Z wie Zwettl sind die 111 unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten ...

Wieder ein toller Reiseführer aus dem Haus Emons, der uns Ausflugsorte abseits der touristischen Trampelpfade anbietet.

Von A wie Allensteig bis Z wie Zwettl sind die 111 unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Ein paar davon waren mir bislang unbekannt. Als erklärter Waldviertel-Fan könnte ich wahrscheinlich noch einmal 50 interessante Locations hinzufügen …

Ich kann mir vorstellen, dass den Autoren die Auswahl schwergefallen sein muss. Das Waldviertel bietet einfach für jeden Geschmack schöne Ausflugsziele. Von Naturdenkmälern bis hin zu alten Burgen und Schlössern, von Kulinarik bis Kunst.

Fazit:

Wer gerne bislang unbekannte geheimnisvolle Orte kennen lernen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2018

Goethe und SChiller ermitteln wieder

Die Affäre Carambol (Goethe und Schiller ermitteln)
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Eigentlich wollten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller anno 1801 nur auf einen Sprung bei Goethens Mutter in Frankfurt vorbeischauen. Die Reise scheint unter keinem guten Stern zu stehen, ...

Eigentlich wollten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller anno 1801 nur auf einen Sprung bei Goethens Mutter in Frankfurt vorbeischauen. Die Reise scheint unter keinem guten Stern zu stehen, benötigen sie doch 4 (!)Kutschen und einen Tag länger als geplant.
Und auch der Aufenthalt dauert länger als gewollt. Die beiden werden nämlich in einen Kriminalfall verwickelt, der es in sich hat: Zwei ermordete Stadträte, mysteriösen Mehllieferungen und falsche Postboten lassen auf eine Verschwörung schließen. Doch wer gegen wen?

Ein Aufstand gegen Napoleon, der Frankfurt hohe Kontributionszahlungen auferlegt hat? Das hätte fatale Folgen und so werden die beiden scharfsinnigen Dichter von den übriggebliebenen Stadträten beauftragt, die Hintergründe zu erforschen.

Längere Zeit ist nicht klar, ob Frankfurts Obrigkeit nicht selbst hinter den Malversationen steckt…

Meine Meinung:

Diese Kriminalgeschichte wird wie schon der erste Fall “Durch Nacht und Wind” von Friedrich Schiller erzählt. Kurz wird auch auf das erste Abenteuer eingegangen.

Wir begleiten die beiden Freunde bei ihren Ermittlungen, die sie als nicht ganz ungefährlich herausstellen. So wird Goethe auf einer Gesellschaft vergifteter Wein gereicht, später geraten sie in einen Hinterhalt usw. usw.

Dieser aktuelle Kriminalfall ist ebenso Fiktion wie der erste. Die Schilderungen von Frankfurt und Umgebung sowie die Lebensgewohnheiten entsprechen geschichtlichen Fakten. Das Bild der Stadt mit Stadtmauer, als Verkehrsknotenpunkte, die durch Napoleon zerstörten Häuser und die als Lager verwendete Kirche sind authentisch.
Ebenso (fast) authentisch ist die Sprache, der sich die Darsteller in diesem Krimi bedienen. Der Autor hat sie der Originalsprache behutsam aber realistisch angepasst. Dennoch liest sich das Buch leicht und flüssig.

Das Wortgeplänkel zwischen Schiller und Goethe verleitet häufig zum Schmunzeln. Besonders als es um das Honorar für das erste Buch geht (s. 144/145), erkennt der geneigte Leser, dass in dem distinguierten Geheimrat Goethe ein mittleres Schlitzohr steckt.

Das Buch ist wieder in einer tollen Aufmachung erschienen: Das Format etwas kleiner als üblich, in einem hochwertigen Hardcover-Einband mit goldfarbener Prägung. Schiller und Goethe stehen sich wir zwei Duellanten gegenüber.

Fazit:

Wer auf der Suche nach einem "richtigen" Krimi ist, ist hier falsch. Wer aber eine humorvolle Geschichte in einem authentischen historischen Umfeld für kurzweilige Unterhaltung sucht, wird hier fündig. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2018

Wer mordet schon mit Herbstzeitlosen?

Teufelsmahl
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Der zweite Fall für das Duo Meierhofer/Staudinger ist ein wenig von den Schuldgefühlen Meierhofers aus dem ersten Teil geprägt. Dass er den Lehrer seines Enkels angeschossen hat und der seitdem ein Pflegefall ...

Der zweite Fall für das Duo Meierhofer/Staudinger ist ein wenig von den Schuldgefühlen Meierhofers aus dem ersten Teil geprägt. Dass er den Lehrer seines Enkels angeschossen hat und der seitdem ein Pflegefall ist, macht dem Chefinspektor zu schaffen. Das macht ihn sympathisch. Wieder haben es die beiden mit einem Serientäter zu tun. Es ist April – Bärlauchzeit. Und das nützt der Täter: mehrere Männer werden durch den Genuss einer, mit Blättern der Herbstzeitlose, die dem bekömmlichen Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sehen, vergifteten Speise, ermordet. Da Giftmorde immer wieder den Frauen zugeschrieben werden, schließen die beiden eine Täterin nicht aus.
Die flotten Geplänkel zwischen Meierhofer und Stefano Staudinger sind wieder recht gut gelungen. Diesmal lässt sich Meierhofer von den Kurven der rothaarigen, neuen Gerichtsmedizinerin ein wenig vom Fall ablenken.

Meine Meinung:

Diesmal ist die Handlung für mich recht vorhersehbar. Das schmälert ein klein wenig mein Lesevergnügen, weil ich immer das Gefühl hatte, Meierhofer einen Tipp geben zu müssen.
Die Charaktere sind wieder recht gediegen ausgearbeitet. Stefano gewinnt an Kontur. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Das gefällt mir recht gut in dieser Reihe, weil sie sich wohltuend aus der Masse der raubeinigen Typen mit schlechten Umgangsformen und kaputten Beziehungen sowohl im Job als auch privat abhebt.

Fazit:

Ganz hat mich dieser Fall nicht überzeugt, daher diesmal nur 3 Sterne.