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Venatrix

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Veröffentlicht am 16.04.2018

Hat noch Luft nach oben ...

Das Meer löscht alle Spuren
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Dieser Kriminalroman ist der zweite Fall für die dänische Journalistin Nora Sand. Die Autorin nimmt sich eines aktuellen Themas, nämlich der Flucht von gefährdeten Personen an.

Der berühmte iranische ...

Dieser Kriminalroman ist der zweite Fall für die dänische Journalistin Nora Sand. Die Autorin nimmt sich eines aktuellen Themas, nämlich der Flucht von gefährdeten Personen an.

Der berühmte iranische Dichter Manash Ishmail sieht sich plötzlich in seiner Heimat bedroht und flieht mit seiner Frau. Anstatt gemeinsam in London einzutreffen, werden sie unterwegs getrennt. Manash landet in einem Flüchtlingsheim in Dänemark. Seine Frau Amina scheint wohlbehalten in London angekommen zu sein. Dann, nach einem letzten Lebenszeichen, verliert sich ihre Spur.
Manash ist ein bescheidener Literat, der die Aufmerksamkeit der Presse scheut, dennoch bitter er die Journalistin Nora Sand, die als Auslandskorrespondentin einer dänische Zeitung in London lebt, um Hilfe.

Nora beginnt zu recherchieren. Doch bis sie endlich die Wege der verschwundenen Amina nachvollziehen kann, werden ihr mehr als nur Steine in den Weg gelegt. So wird ihr Computer gehackt, Informanten bedroht und ermordet. Auch sie selbst gerät mehrmals in akute Lebensgefahr. Immer wieder kommt sie um ein bisschen zu spät. Doch nicht nur ihr berufliches Leben läuft aus dem Ruder, sondern auch ihr Privatleben scheint chaotisch.

Welche Rolle spielt Andreas, der Lebenspartner, der sich nicht zwischen seiner Ex-Frau Brigitte, die gerade ein Kind von ihm erwartet (?) und ihr entscheiden kann?

Steckt Brigitte hinter dem gehackten Computeraccount und dem mysteriösen Verschwinden von Daten? Immerhin ist sie Mitarbeiterin im Geheimdienst. Die Schwangerschaft und der Kampf um Andreas wären auch ein gutes Motiv. Doch begeht Brigitte damit nicht Amtsmissbrauch, der in Dänemark sicherlich auch unter Strafe stehen wird?

Und, wie hängt das mit dem Ehepaar Ishmail zusammen?


Meine Meinung:

Da ist gleich an erster Stelle der Titel, den ich völlig unpassend finde. Auf Dänisch heißt das Buch nämlich „Den blå digters kone“ was mit „Des blauen Dichters Frau“ übersetzt werden könnte. So ein Titel hätte Charme, den ich bei „Das Meer löscht alle Spuren“ vermisse.

Dass sich Manash, der Medien gegenüber sehr zurückhaltend ist, Nora Sand um Hilfe bittet, ist vermutlich dem ersten Fall („Die Mädchen von der Englandfähre“), in dem sie einen cold case aufklärt und ihrem Arbeitsplatz in London geschuldet.

Nora als Enthüllungsjournalistin und Aufdeckerin? Sie wirkt zwar sympathisch, doch ob sie das Zeug zur Privatermittlerin hat, bin ich nicht sicher. Spätestens bei der zweiten verschwundenen Email hätten die Alarmglocken läuten müssen. Sie tauscht das Mobiltelefon nicht? Das klingt jetzt nicht ganz so tough. Wenn ich die Vermutung hätte, dass jemand meinen Account gehackt hat, so wäre ich entweder völlig Netzabstinent oder hätte ein Prepaid-Handy. So bringt sie sich und andere völlig unnötig in Gefahr.

Auch ihr verwirrendes Privatleben stört mich ein wenig. Vielleicht fehlen mir auch nur die Informationen aus dem Vorgänger, den ich nun im Anschluss lesen werde. Die Rolle von Andreas bzw. Brigitte in diesem Dramadreieck ist mir jetzt nicht ganz klar. Welches Spiel spielt Brigitte?

Noras häufiger Blick in den leeren Kühlschrank ist meiner Ansicht nach überflüssig. Einmal ist es ganz witzig, doch die Häufigkeit mit der sie davor steht, zeugt nicht von Organisiertheit. Wenn sie selbst keine Zeit zum Einkaufen hat, so gibt es doch sicherlich Lieferservices, bei denen man Lebensmittel ordern kann.

Dass private Sicherheitsdienste für ehemals staatliche Aufgaben wie Gefängnisaufsicht u.ä. nicht das Gelbe vom Ei sind, ist schon von vornherein klar. Dass es um Billigst- statt um Bestbieter geht, auch. Die Billiganbieter holen sich ihr Geld eben auf andere Weise zurück. Dass sich Großkonzerne wenig um den einzelnen Menschen kümmern, ist jetzt auch nichts Neues.

Der Krimi liest sich stellenweise spannend. Unterbrochen wird der Spanungsbogen durch dieses merkwürdige Privatleben. Außerdem frage ich mich, warum die Polizei eine so seltsame Rolle spielt? Überforderung? Die Polizisten nehmen z.B. den Einbruch bei Corinne auf und zucken anschließend mit den Schultern. Es kann schon sein, dass es einzelne korrupte Beamte gibt, aber gleich die ganze Polizei?

Ganz warm bin ich mit der Autorin, die selbst als Auslandskorrespondentin in London lebte, noch nicht geworden.

Fazit:

Ein Krimi, der noch Luft nach oben hat. 3 Sterne.




Veröffentlicht am 16.04.2018

Leider nichts für mich

Lass uns über Style reden
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Vorweg muss ich sagen, dass ich Michael Michalsky noch nicht gekannt habe und neugierig zu lesen begonnen habe.

In dem Buch "Style - Viel mehr als Mode" erzählt der Designer was seiner Meinung nach „wirklich ...

Vorweg muss ich sagen, dass ich Michael Michalsky noch nicht gekannt habe und neugierig zu lesen begonnen habe.

In dem Buch "Style - Viel mehr als Mode" erzählt der Designer was seiner Meinung nach „wirklich stylisch“ ist und was, außer Kleidung, sonst alles dazu gehört. Das hat meine Aufmerksamkeit geweckt.

Nun muss ich feststellen, dass sich meine Erwartungen an Autor und Buch nicht erfüllt haben. Ich finde es, anders als im Klappentext beschrieben, nicht wirklich kurzweilig. Der Schreibstil wirkt auf mich stellenweise ein wenig abgehoben, um nicht zu sagen arrogant.

Vermutlich bin ich auch nicht die richtige Zielgruppe. Mit GNTM oder ähnlichen Formaten habe ich absolut nichts am Hut. Auch die Namen der genannten, angeblich berühmten Persönlichkeiten (wenn man von Karl Lagerfeld absieht) sind mir nicht wirklich geläufig.

Ich hatte eigentlich anwendbare Tipps und Ratschläge für gutes Styling erwartet. Bekommen habe ich eine Art Autobiografie, die auf mich stellenweise oberflächlich wirkt. Dass hier hauptsächlich die eigene Meinung des Autors zur Sprache kommt, liegt in der Natur der Sache und muss nicht unbedingt die Intention des Lesers sein.

Jetzt, da ich den Namen kenne, ist mir ein Kommentar ins Auge gesprungen: „Frau Merkel trägt zu flache Schuhe.“

Ich denke, sie wird ihre Gründe haben. Ich finde das wieder einmal typisch, dass Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen an ihrem Aussehen gemessen werden. Wer hat schon jemals die Schuhe eines männlichen Politikers erwähnt?

Fazit:

Für mich persönlich ist das Buch wohl nichts, doch es wird Leser geben, die danach lechzen. 2 Sterne.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Zwei Leben für den Kaiser

Der Löwe des Kaisers
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Kaiser, Papst und Gegenpapst, Ehrgefühl über alles, Intrigen zwischen den Herzögen, Auflösung kinderloser Ehen – das ist die Zeit, in die uns die Autorin entführt.


Historischer Hintergrund:

Wir befinden ...

Kaiser, Papst und Gegenpapst, Ehrgefühl über alles, Intrigen zwischen den Herzögen, Auflösung kinderloser Ehen – das ist die Zeit, in die uns die Autorin entführt.


Historischer Hintergrund:

Wir befinden uns im Hochmittelalter, 12. Jahrhundert. Die deutschen Lande sind in viele kleine oder größere Fürstentümer aufgeteilt. Über ihnen allen herrscht Friedrich I, genannt Barbarossa als „Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“. Diese Kaiserwürde ist nicht erblich, sondern die sieben Kurfürsten (drei geistliche und vier weltliche) wählen „ihren“ Kaiser. Bestechung, Korruption und Machtmissbrauch sind die gängigen Mittel um dem „richtigen“ Kandidaten auf den Thron zu verhelfen. Ganze Fürstentümer werden hin- und her geschoben, bis endlich ein Kaiser gewählt wird, der als „kleinster gemeinsamer Nenner“ gilt. So mancher Kaiser ist bald wieder in der Versenkung verschwunden, Friedrich nutzt die Gunst der Stunde. Allerdings legt er sich recht bald mit dem Papst in Rom an. Mehrmals zieht er gegen die Lombardei zu Felde und vor Rom verliert er einen großen Teil seiner Truppen durch die Malaria.

Inhalt:

Die Zwillinge Einhard und Gunnar von Arsberg wachsen als junge Knappen auf der Burg Wallberg heran. Die Brüder können nicht unterschiedlicher sein: Gunnar ist ein Womanizer, Einhard bedächtig.

Kurz bevor sie in den Ritterstand erhoben werden, reißt die Geschichte das Brüderpaar auseinander. Der eine, Gunnar folgt Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der andere, Einhard wird Gefolgsmann Herzogs Heinrich, genannt der Löwe.

Durch die damals vorherrschende Primogenitur (nur der älteste Sohn erbt, aber dafür alles), bleibt für die beiden jüngeren nur der Weg, durch eigene Ruhmestaten Lehen und Ansehen zu verdienen.

Durch ein Missverständnis, gehen sie einander aus dem Weg. Werden sie sich aussöhnen?

Erzählweise/Spannung:

Autorin Cornelia Kempf schafft es, durch penible Recherche einer Vielzahl von geschichtlichen Details die Welt des Mittelalters vor uns Lesern wieder auferstehen zu lassen. Dabei vermittelt sie das Wissen so geschickt, dass der Leser niemals den Eindruck hat, Wissen vermittelt zu bekommen. Die Informationen werden subtil und spielerisch dargeboten. Es fehlt der moralische Zeigefinger. Die Leser können sich selbst ein Urteil über die Protagonisten bilden. Sei es ob man lieber Gunnar und seine zahlreichen Liebschaften mögen, oder eher die Sympathie seinem Zwillingsbruder Einhard schenken soll. Genauso verhält es sich mit den Mächtigen jener Zeit. Friedrich oder Heinrich, das ist hier die Frage.

Durch geschicktes Aneinanderreihen von Szenen bzw. Aussparen derselben ist der Leser verführt, ständig und unablässig weiterzulesen, obwohl vielleicht andere Dinge wie die Hausarbeit oder das Bett rufen.

Sehr klug und sehr spannend!

Einige Personen werden unvermutet eingeführt. Nicht immer ist deren Rolle gleich sichtbar. Doch einige entwickeln sich rasant und warten darauf im zweiten Teil dieses Mittelalterepos ihren Platz zu finden.

Charaktere:

Gunnar und Einhard sind sich als Zwillinge sehr, sehr vertraut. Daher ist es für beide ein Leichtes, den anderen zu verletzen.
Stolz und eigensinnig sind sie auch, daher ist der Weg zu Versöhnung im wahrsten Sinn spitz und schmerzhaft.
Diese Fähigkeiten hat die Autorin sehr gut herausgearbeitet.

Friedrich I. ist wie alle Mächtigen der Welt von Schleimern, Schmeichler und Intriganten umgeben. Daher schätzt er Gunnars ehrliche Worte, auch wenn sie manchmal ziemlich ungehörig sind. Für weniger freche Worte sind schon häufig die Köpfe gerollt.

Heinrich der Löwe ist machthungrig dargestellt. Er ist wie Friedrich ein Kind seiner Zeit. Geld, Macht und Einfluss sind ihm wichtig – je mehr desto besser.

Nun zu den Frauengestalten: wir begegnen gemeinsam mit Einhard der großen Liebe, die keine Zukunft hat. Wir stürzen uns mit Gunnar in die Arme zahlreicher Liebschaften.
Oda, die Witwe nach Wolfram, der Zwillinge großer Bruder und Mutter des Erben Bernhard, ist einerseits zänkisch andererseits die beschützende Mutter, die ihren einzige Sohn lieber einem Kloster anvertraut als ihn Ritter werden zu lassen.
Dann Agnes, sie kennen Einhard und Gunnar aus ihrer Zeit als Knappen auf Wallburg, ist mit dem Fiesling Walther verheiratet. Sie beginnt mit Einhard ein Verhältnis und bringt ihn dadurch in tödliche Gefahr. Sieht so wahre Liebe aus?
Dann hätten wir da noch Luzia, die in Gunnars Leben eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Hier, bei den Frauen, ist der einzige Punkt in dem ich mit der Autorin nicht ganz d’accord gehe. Ehebruch durch die Frau wird mit aller Härte bestraft. Und das wissen die Damen des Adels. Ob sie wirklich so schnell, beinahe leichtfertig, eine Liebschaft eingegangen sind?

Fazit:

Ein wunderschönes Buch, das den interessierten Lesern das Mittelalter und seine Lebensart völlig unaufgeregt und unterschwellig näherbringt. Die verwirrende Politik rund um die Deutschen Fürstentümer, den Kaiser und die Macht der Päpste ist gekonnt mit dem Leben von Gunnar und Einhard verflochten.
Ein echter Glücksgriff und eine absolute Empfehlung für die Liebhaber von historischen Romanen.
Voll Ungeduld und Spannung warte ich auf den zweiten Teil, dessen Untertitel „der Fall“ ein böses Ende erwarten lässt. Doch für wen?

Veröffentlicht am 13.04.2018

Ein authentisches Sittenbild des 19. Jahrhunderts

Die Protestantin
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Die Protestantin/Gina Meyer/4 Sterne

In diesem historischen Roman erzählt Autorin Gina Mayer das Leben und Schaffen des Pastors Theodor Fliedner aus Kaiserswerth.

Wir befinden uns im Jahr 1822 und das ...

Die Protestantin/Gina Meyer/4 Sterne

In diesem historischen Roman erzählt Autorin Gina Mayer das Leben und Schaffen des Pastors Theodor Fliedner aus Kaiserswerth.

Wir befinden uns im Jahr 1822 und das Land ist nach den Napoleonischen Kriegen und Missernten mit den darauffolgenden Hungersnöten entvölkert bzw. von tiefer Armut geprägt. Wie immer treffen solche Katastrophen die Ärmsten der Armen, Kinder und Alte besonders. In diesem Umfeld versucht Pastor Fliedner den Menschen von Kaiserswerth nicht nur das Wort Gottes sondern auch Arbeit zu vermitteln. Mit Hilfe eines Armenfürsorgefonds und der Gründung des Lehr- und Erziehungsseminar versucht er den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Später werden seine Diakonissinnen, die sich vorbildlich der Krankenpflege widmen, Vorbild für zahlreiche ähnliche Institutionen werden und weit über Deutschland hinaus bekannt werden. Auch Florence Nightingale erhält in Kaiserwerth ihre Ausbildung.

Geschickt verknüpft die Autorin die Lebensgeschichten dreier (fiktiver) Frauen: Johanne König, Catharine, Johannes jüngster Schwester, und beider Pflegetochter Magdalena, deren Lebenswege eng mit der Person Fliedner verbunden sind.

Meine Meinung:

Die Autorin vermittelt den Lesern einen sehr guten Eindruck jener Zeit, der aufkommenden Industrialisierung und der Lebensweise breiter Bevölkerungsschichten. Anhand der drei Frauenschicksale, die wir lange Zeit begleiten, lassen die Beziehungen zwischen den Frauen zueinander und ihre Verknüpfung mit der Außenwelt gut miterleben. Insgesamt spiegelt der Roman trefflich die Zeit des 19. Jahrhunderts in Deutschland wieder.
Der Roman hat mich auch deshalb sehr angesprochen, weil die Rolle der Frau nicht isoliert betrachtet wird. Gina Mayer versucht, ihre Protagonistinnen durch kleine, aber stete private und dann politische Aktionen, das Los der Frauen dieser Zeit verbessern zu lassen. Vor allem während der Revolution 1848 zeigt sich, wie eng Erfolg und Scheitern nebeneinander liegen.

Die Geschichte ist gut recherchiert, interessant und informativ, der Schreibstil flüssig. Hin und wieder habe ich mich über Fliedner geärgert, mit welchem Selbstverständnis er seiner Mission, anderen zu helfen, nachgeht, ohne Rücksicht auf seine eigene Familie zu nehmen. In seinen kurzen Anwesenheiten schwängert er seine jeweiligen Ehefrauen mit denen er mind. elf Kinder hat. Die vielen Fehlgeburten gar nicht mitgerechnet. Rücksicht auf die angegriffene Gesundheit der Frauen scheint er da nicht zu kennen.

Eine kleine Kritik muss ich dennoch anbringen: Der Titel „Die Protestantin“ lässt einen historischen Roman aus der Zeit der Glaubenskriege im 17. Oder 18. Jahrhundert erwarten. Es ist natürlich richtig, dass der evangelische Pastor Fliedner als kleine Enklave in einer eher katholischen Umgebung wirkt, aber trotzdem ist der Titel hier nicht ganz passend.

Fazit:

Eine gelungene Darstellung der Lebensumstände im 19. Jahrhundert. Gerne gebe ich 4 Sterne.


Veröffentlicht am 11.04.2018

Fast vergessen - altes Handwerk

Das große Buch vom Handwerk
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Der „Servus-Verlag“ beschenkt seine an altem Handwerk interessierten Leser mit diesem wunderbar gestaltetet Buch.
Achim Schneyder hat beinahe vergessene Handwerkskunst in acht Gruppen zusammengefasst, ...

Der „Servus-Verlag“ beschenkt seine an altem Handwerk interessierten Leser mit diesem wunderbar gestaltetet Buch.
Achim Schneyder hat beinahe vergessene Handwerkskunst in acht Gruppen zusammengefasst, liebevolle Fotos und informative Texte zusammengetragen.

• Töne & Klänge
• Von Knopf bis Fuß
• Essen & Wohnen
• Draußen vor der Tür
• Farben & Formen
• Sport & Freizeit
• Kind & Kegel
• Edel & Schön

Wir schauen bei Instrumentenbauern, Schirmherstellern, Glaskünstlern vorbei, lassen uns Blaudrucken und Pfauenfedernsticken erklären und staunen wie filigran geschnitzte Tischkreuze sein können.

Ein Highlight ist auch der Besuch der Zuckerlmanufaktur und der Vergolderwerkstatt, in der nicht nur Blattgold für die Restaurierung alter Sakralgegenstände, sondern auch essbare Dekoration für rauschende Feste geschlagen wird.

Die alte Tradition des Vogelverscheuchens durch einen Klapotetz wird in der Steiermark nach wie vor gepflegt wie die Sonnenuhren aus der Werkstatt von Johann Jindra.

Von der Präzisionsarbeit der Büchsenmacher und den Aufgaben des Beschussamtes in Ferlach habe ich mich schon höchstpersönlich überzeugen können.

Eine ausgefallene Idee sind die Ringe aus Zirbenholz, die mit Edelsteinen verziert sind. Auf so eine Idee muss man erst kommen! Lauter Unikate und mit Liebe gefertigt.

Wenn ein Salzburger von seinem „Lateiner“ spricht, ist nicht immer ein Lehrer der alten Sprache gemeint, sondern häufiger das Segelboot, das ohne Konstruktionspläne, nur aufgrund mündlicher Überlieferung gebaut wird.

Fazit:

Wer sich gerne mit alter Handwerkskunst beschäftigt, wird dieses Buch lieben. Auch als Geschenk eine gute Investition.
Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.