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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2018

Ausflug in die Weltder Malerei

Das letzte Bild der Sara de Vos
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Dominic Smith entführt seine Leser in die Welt der Kunst. Und das gleich in drei Etappen. Der eine Handlungsstrang spielt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, ein Teil in den Fünfzigern der 20. Jahrhunderts ...

Dominic Smith entführt seine Leser in die Welt der Kunst. Und das gleich in drei Etappen. Der eine Handlungsstrang spielt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, ein Teil in den Fünfzigern der 20. Jahrhunderts und der dritte rund vierzig Jahre später.

Verknüpft sind sie durch die (fiktive) Malerin Sara de Vos, die als eine der wenigen Frauen in der Malergilde aufgenommen wird. Als ihre Tochter an der Pest stirbt und ihr Mann sie auf einem Berg Schulden sitzen lässt, malt sie um überleben zu können Blumenbilder und „Am Saum eines Waldes“.

Diese ist das einzige Bild, das die Jahrhunderte überdauert. Es gelangt bald darauf in den Besitz der Familie de Groot. In den 1950ern wird es von der Kunststudentin Ellie gefälscht und das echte Bild gegen die Kopie getauscht. Marty de Groot kommt dem Schwindel auf die Spur und rächt sich an Ellie.

Mehr als vierzig Jahre später treffen Original und Fälschung, Marty und Ellie wieder aufeinander.

Meine Meinung:

Das Buch ist eine meisterhafte Erzählung. Der Schreibstil (und die Übersetzung) überzeugen. Eine kleine Anmerkung sei gestattet:1637 war das Maß für Länge „Elle“ und „Fuß“ und nicht „Meter“. Das Meter als Maßeinheit hat seinen Ursprung während der Französischen Revolution und wurde erst 1875 („Meterkonvention“) in Europa (ausgenommen UK) eingeführt. Bis dahin galten unterschiedliche Angaben - in jeder Stadt, in jedem Fürstentum unterschiedlich. Vermutlich ist dies ein Übersetzungsfehler aus dem Amerikanischen, da die USA nach wie vor an Meilen usw. festhalten.

Schön sind die Gewissensbisse Ellies wegen der Fälschung herausgearbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Sara de Vos gefallen. Die Beschreibung der Lebensumstände im 17. Jahrhundert ist sehr gut gelungen.

Das Buch besticht durch eine hochwertige Verarbeitung. Der Schutzumschlag suggeriert die Textur des Malerleinens. Der Bildausschnitt links unten hingegen symbolisiert ein Ölgemälde. Auch die Innenseiten erinnern an Büttenpapier. Sorgfältiger Blattschnitt und ein Lesebändchen komplettieren dieses schöne Buch und machen es zu einem haptischen Erlebnis.

Fazit:
Eine meisterhafte Erzählung um Schuld und Sühne, Kunst und Fälschung.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Fulminantes Ende der Trilogie

Die unbekannte Schwester
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Hier ist er nun, der dritte Teil der Trilogie um Carlotta Fiore, der vermeintlichen Tochter einer gefeierten Opernsängerin und ehemalige Kaufhausdetektivin.

Carlotta kann endlich bei der Kriminalpolizei ...

Hier ist er nun, der dritte Teil der Trilogie um Carlotta Fiore, der vermeintlichen Tochter einer gefeierten Opernsängerin und ehemalige Kaufhausdetektivin.

Carlotta kann endlich bei der Kriminalpolizei ihren Dienst antreten, obwohl sie ihre Ausbildung damals nicht abgeschlossen hat. Die Kolleginnen beginnen sofort mit einem bösen Intrigenspiel, in dem sie Carlotta ein sexuelles Verhältnis mit Polizeichef Krump unterstellen, ausgerechnet mit Heinz Krump, den Carlotta verabscheut.
Mit ihrem ersten Routineeinsatz, dem vermeintlichen Selbstmord eines Journalisten, beginnt sich das Rad um ihre geheimnisvolle Herkunft wieder neu und rasant zu drehen.
Carlotta sitzt wieder einmal zwischen allen Stühlen und weiß nicht, wem sie – außer Schwester Henriette und Conrad Fürst – noch trauen kann. Alle anderen scheinen in das Komplott, dass ihre Mutter, die Opernsängerin Maria Fiore von Jahren gesponnen hat, verwickelt zu sein. Selbst an der Integrität von Hannes, dem Vater ihres Söhnchens Konny, muss sie zweifeln.

Meine Meinung:

In diesem dritten Teil ist die Spannung extrem hoch angelegt. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Kaum scheint ein Teil der Vergangenheit bewältigt, so springt ein anderes Teufelchen aus der Box.
Die neuen Kolleginnen bei der Kriminalpolizei sind besonders niederträchtig. Sie stellen Carlotta, wo immer es nur geht, ein Bein.

Die Atmosphäre ist dicht und die Ereignisse überschlagen sich. Doch bis zur Aufdeckung aller Geheimnisse rund um Carlotta und Henriette sterben noch jene Menschen, die den einst gefeierten (und inzwischen verstorbenen) Opernstar als herzlose Person entlarven könnten, denn

„Wem glaubt man mehr? Dem gefeierten Opernstar oder der psychisch labilen Tochter?“

Schön ist es auch, dass es die Abbildung der Wiener Staatsoper auf das Titelbild geschafft hat. Sie spielt ja, ebenso wie der Wiener Prater, in allen drei Bänden eine wichtige Rolle.

Fazit:

Ein fulminantes Ende der Trilogie um Carlotta und Henriette.
Ich empfehle, die beiden Vorgänger zu lesen. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Leider nichts für mich

Aimées geheimer Wunsch
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Verschiedene Frauenschicksale werden durch den Besitz eines kostbaren Kragens, den Aimée angefertigt hat, verknüpft. Die junge Frau hat nicht nur Perlen und Pailletten zu einem Kunstwerk verarbeitet, sondern ...

Verschiedene Frauenschicksale werden durch den Besitz eines kostbaren Kragens, den Aimée angefertigt hat, verknüpft. Die junge Frau hat nicht nur Perlen und Pailletten zu einem Kunstwerk verarbeitet, sondern auch einen geheimen Wunsch in die Handarbeit hineingestockt, den wir erst auf den letzten Seiten erfahren.

Dazwischen gerät der Kragen, häufig auch Diadem genannt, weil er auch als Kopfschmuck getragen wurde, in den Besitz verschiedener Frauen, denen er scheinbar nur Unglück bringt. Der Schluss liegt nahe, dass ein Fluch auf dem guten Stück liegt.

Verbunden sind die Frauenschicksale durch Maggies Geschichte. Maggie ist Mitarbeiterin eines Auktionshauses, Ehefrau und Mutter. Mit der Dreifachbelastung kommt sie nicht gut zurecht und so zieht sich ihre Unzufriedenheit durch das ganze Buch, das dadurch unnötige Längen enthält. Doch nicht nur das, einige der Frauenschicksale bleiben für mich offen. Nicht alle losen Fäden werden letzten Endes verknüpft.

Die Leseprobe hat einen interessanten Einblick versprochen. Doch leider konnte ich letztendlich mit dem Buch nicht wirklich warm werden.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Fesselnd bis zur letzten Seite

Gefährlicher Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 3)
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Das Leben könnte so schön sein in Le Lavandou: Wein (ein eleganter Roter), Weib (Isabelle) und Gesang (z.B. Jacques Brel), wenn, ja, wenn Dr.Léon Ritter, Chefpathologe des örtlichen Krankenhauses, nicht ...

Das Leben könnte so schön sein in Le Lavandou: Wein (ein eleganter Roter), Weib (Isabelle) und Gesang (z.B. Jacques Brel), wenn, ja, wenn Dr.Léon Ritter, Chefpathologe des örtlichen Krankenhauses, nicht die Leichen zweier bekannter Honoratioren auf den Tisch bekommen hätte.
Nicht nur, dass der Richter und der Apotheker tot sind, nein, die beiden wurden noch bestialisch gefoltert.

Dann gibt es ein drittes Opfer und Léon Ritter hat eine gewagte Theorie, die auf wenig Gegenliebe stößt. Doch Mithilfe von Isabelle kann er sich durchsetzen. Das Ergebnis ist jedoch niederschmetternd und Léon blamiert.
Bis der sprichwörtliche Groschen fällt, zieht noch eine weitere Katastrophe auf.

Neben den beruflichen Kalamitäten, hat er auch private Troubles: eine ihn stalkende Patientin macht dem charmanten Docteur zu schaffen und Isabelles Tochter gerät an Arthur, einen gelangweilten Upperclass Sohn, der üble Scherze mit ihr treibt. Hier liegt vermutlich das Samenkorn für den vierten Band.

Meine Meinung:

Remy Eyssen ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen, dessen Ursache weit in die Vergangenheit zurückreicht. Es ist diesmal schwierig, mit den Opfern Mitleid zu haben, denn sie haben in der Vergangenheit große Schuld auf sich geladen. Geschickt führt uns der Autor durch die Geschichte. Die eine oder andere Folterszene ist für manche Leser sicherlich hart an der Grenze, doch nicht voyeuristisch. Die Sensationslüsternheit tritt er an die Presse ab, die mit Hilfe einer undichten Stelle bei der Polizei nicht nur sofort zur Stelle ist, sondern auch noch Tatortfotos veröffentlicht.

Sprachlich überzeugt das Buch. Die Schilderungen der Boule-Gemeinschaft und der kulinarischen Genüsse lassen uns am savoir vivre teilhaben.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, bei dem es nicht leicht ist, auf der Seite der Opfer zu stehen. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Es ist nicht notwendig die vorherigen Bände zu lesen, aber rundet aber die Personen und ihre Charaktere schön ab.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Solider Toskana-Krimi

Die Morde von Morcone
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Der Münchner Anwalt Robert Lichtenwald zieht sich in die Toskana, genauer gesagt in die idyllische Kleinstadt Morcone, zurück, um über sein Leben nachzudenken. Mit seinem Vermieter, dem Conte di Montecivetta, ...

Der Münchner Anwalt Robert Lichtenwald zieht sich in die Toskana, genauer gesagt in die idyllische Kleinstadt Morcone, zurück, um über sein Leben nachzudenken. Mit seinem Vermieter, dem Conte di Montecivetta, und einen Eigenbrötler, den alle nur den „Philosophen“ nennen, verbringt er viel Zeit. Bei einem der Streifzüge durch die Weinberge entdecken Lichtenwald und der Conte eine Leiche, die sich bei näherem Hinsehen als Hermaphrodit entpuppt. Dass der Leiche der Buchstabe „L“ eingeritzt worden ist, sorgt bei den herbei gerufenen Carabinieri für Stirnrunzeln. Man ermittelt in alle Richtungen. Dann wird am nächsten Montag die nächste Leiche gefunden – diesmal ziert ein „A“ den Körper, eine Woche später – die nächste Leiche, diesmal mit „G“ gekennzeichnet.
Handelt es sich hier um einen Serientäter? Wer spielt hier Scrabble mit der Polizei?

Die Moroconesi sind beunruhigt. Giada, eine zornige junge Frau und(Teilzeit)Journalistin geht der Sache nach und schürt mit reißerischen Artikeln die Ängste der Bevölkerung.
Als ihr Freund Antonio, der gerne faschistische Reden schwingt, unter Verdacht gerät und verhaftet wird, bittet sie Lichtenwald um Hilfe.
Gemeinsam kommen sie dem Mörder gefährlich nahe und in höchste Lebensgefahr.

Wird es ihnen gelingen, den Mörder zu überführen und unschädlich zu machen?

Meine Meinung:

Der Autor verwendet eine flüssige und bildhafte Sprache, die sich gut lesen lässt und dem Krimi einen hohen Spannungsbogen verleiht. Geschickt wird der Perspektivenwechsel inszeniert. Wir erfahren einiges über den Mörder.

Auf Grund des Buchstabenpuzzles und einiger scheinbar nebenbei eingestreuten Hinweisen habe ich für mich den Mörder frühzeitig entlarvt, was aber der Spannung nicht geschadet hat. Denn, haben Giada und Robert dieselben Ideen wie ich? Die Motive sind grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings habe ich mit Fanatikern aller Couleurs so mein persönliches Problem.

Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Lichtenwald kann sich (noch) nicht entscheiden ob er sich zu Giada hingezogen fühlt oder nicht und macht das, was er bis zur Perfektion beherrscht: er flüchtet. Diesmal in die umgekehrte Richtung, nämlich zurück nach München.

Giada verkörpert die Generation junger Frauen, die ein wenig über die Stränge schlagen und wenn es sein muss, ihr Leben und das ihrer Lieben straff in die Hand nehmen.

Über die Donatella Lagraná, die Carabinieri-Offizierin, hätte ich mir mehr Information gewünscht. Aber, das kann ja in einer (angekündigten) Fortsetzung durchaus möglich sein.

Fazit:

Ein durchaus solider Krimi, bei dem noch ein wenig Luft nach oben ist. Vier Sterne