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Veröffentlicht am 11.05.2024

Goethe und die FRauen - ein unerschöpfliches Thema

Goethe und die Frauen
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Zum 275. Geburtstag des wohl bekanntesten Dichters und Universalgenies Deutschlands am 28. August 2024 erscheint dieses Buch von Sophia Mott.

„Die Überlegenheit des männlichen Genies ist dagegen eine ...

Zum 275. Geburtstag des wohl bekanntesten Dichters und Universalgenies Deutschlands am 28. August 2024 erscheint dieses Buch von Sophia Mott.

„Die Überlegenheit des männlichen Genies ist dagegen eine Selbstverständlichkeit.“

Sophia Mott geht in dem Phänomen Johann Wolfgang von Goethe mit ein wenig Augenzwinkern nach, wie schon der Untertitel „Inszenierungen der Liebe“ andeutet, nach.

Ist die Liebe an sich, nicht nur eine Inszenierung?

Sophia Mott stellt uns nun die wichtigsten (?) Frauen, die in Goethes Leben eine Rolle spielen vor - diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Angeblich sollen es 44 Frauen gewesen sein, mit denen er eine Beziehung, welcher Art auch immer, gepflegt haben soll.

Katharina Elisabeth Goethe (Mutter, 1731-1801)
Cornelia Schlosser geb. Goethe (Schwester, 1750-1777)
Käthchen Schönkopf (1746-1810)
Friederike Brion (1752-1813)
Charlotte Buff (1753-1828)
Lili Schönemann (1758-1817)
Charlotte von Stein (1742-1827)
Christiane Vulpius (1765-1816)
Marianne von Willemer (1784-1860)
Ulrike Levetzow (1804-1899)

Wer ist seine größte Liebe gewesen? Vermutlich er selbst.

Meine Meinung:

Der alte Geheimrat Goethe gilt als Womanizer seiner Zeit. Doch ist er das wirklich? Braucht er nicht vielmehr die Bewunderung der anderen, um sich bestätigt zu fühlen? Sind die echten oder angedichteten Amouren nicht nur Spiegelungen seiner Selbst?

Ich will ja auch nicht in die Kerbe „die Mütter sind an allem schuld“ stoßen, doch welchen Anteil an seiner Persönlichkeit die intensive Beziehung zu seiner Mutter - als erste Frau in seinem Leben - hat, kann man nach 275 Jahren nur mutmaßen.

Goethe ist ein mächtiger und vermögender Mann und kann es sich richten. Das macht ihn ein wenig unsympathisch. Doch wie sagt schon sein Faust? “Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust“ - auch Goethe ist zwiegespalten. Er setzt sich über alle Konventionen hinweg, als er mit Christiane Vulpius lange Zeit ohne Segen der Kirche zusammenlebt.

Macht macht erotisch und deshalb wirkt Goethe auch noch im Alter auf zahlreiche Frauen anziehend. Er, der arme, schwache Mann muss sich den Frauen natürlich hingeben.

Sophia Motts Schreibstil ist kurzweilig und durchaus humorvoll, wenn sie uns jene Frauen präsentiert, die in Goethes Leben eine Rolle gespielt haben.

Ergänzt werden die ansprechenden Texte von Abbildungen der jeweiligen Frau. Dazu gibt es zahlreiche Zitate aus Briefen. Vervollständigt wird das Buch durch das Register der Frauen in Goethes Leben in alphabetischer Reihenfolge von Anna Amalia bis hin zu Luise von Ziegler.

Fazit:

Ein gelungenes Geburtstagsgeschenk zum 275. Wiegenfest. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.05.2024

War nicht so mein Geschmack

Mord im Antiquitätenladen
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Statt den Morgen angenehm mit Freund Kurt beim Angeln zu verbringen, findet Antiquitäten- und Trödelhändler Siggi Malich eine Leiche in seinem Laden. Doch diese ist, als die Polizei eintrifft, bereits ...

Statt den Morgen angenehm mit Freund Kurt beim Angeln zu verbringen, findet Antiquitäten- und Trödelhändler Siggi Malich eine Leiche in seinem Laden. Doch diese ist, als die Polizei eintrifft, bereits wieder verschwunden. Daher sieht die Polizei keinen Handlungsbedarf. Allerdings hängt nun ein Teil einer alten Tapisserie an der Wand, die Siggi unbekannt ist.

Siggi ist überzeugt, eine Leiche gesehen zu haben und lässt nicht locker. Gemeinsam mit seiner neuen Putzfrau Doro und seinem Freund Anton begibt er sich auf die Suche nach Leiche und Mörder.

Meine Meinung:

Ich probiere gerne Neues aus, weshalb ich zu diesem Cozy-Krimi des Neo-Autors Waldi Lehnertz alias 80 Euro Waldi, bekannt aus der Sendung „Bares für Rares“, gegriffen habe. Ich habe hier eine turbulente Krimödie à la Tatjana Kruse erwartet, doch leider ist das Potenzial der Zutaten nicht genützt worden.

Die Ingredienzen sind: ein schrulliger Trödelhändler, der hofft, unter dem Trödel eine echte Sensation zu finden, eine verschwundene Leiche, ein Putzfrau, die quasi vom Himmel fällt und eigene Ambitionen hat sowie ein geheimnisvoller Wandteppich .

Diese Protagonisten stolpern irgendwie durch den Krimi. Die Spannungskurve ist recht flach gehalten. Es gibt kaum Höhepunkte. Aus der Geschichte rund Walpurga Bülow hätte sich eine durchaus spannende Geschichte konstruieren lassen, wenn diese von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt worden wäre. So scheint dieser Krimi eher an der Feindschaft zwischen Siggi und dem Polizisten Gunnar aufgehängt zu sein. Nicht okay finde ich, dass sich Siggi mehrmals über Gunnars Schielfehler lustig macht. Im echten Leben würde Gunnar zwar kaum in den Polizeidienst eintreten dürfen, aber ihn deswegen zu verspotten, zeugt nicht gerade von Empathie und guter Kinderstube.

Die Charaktere sind alle miteinander skurril. Kaum einer steht mit beiden Beinen im Leben. Da ist Siggi selbst, der leicht chaotisch ist, Doro, die ständig auf einem rosa Handy herumdrückt oder Kurt, der unselige Anlageberater, der das Vermögen seiner Kunden eher verkleinert als vergrößert.

Die Auflösung selbst erscheint auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Daran kann auch die Hilfe von Krimiautorin Miriam Rademacher nicht viel ändern.

Fazit:

Dieser Krimi hat mir nicht wirklich gefallen, daher nur 2 Sterne.

Veröffentlicht am 10.05.2024

Wider das Vergessen

Salzkammergut – Orte der Erinnerung
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Thomas Neuhold stellt in diesem Buch, das am 8. Mai 2024, also 79 Jahre nach der Kapitulation von Nazi-Deutschland erschienen ist, 30 Erinnerungsorte im Salzkammergut vor. Diese Orte sind in folgende Gruppen ...

Thomas Neuhold stellt in diesem Buch, das am 8. Mai 2024, also 79 Jahre nach der Kapitulation von Nazi-Deutschland erschienen ist, 30 Erinnerungsorte im Salzkammergut vor. Diese Orte sind in folgende Gruppen eingeteilt:

Villen und Schlösser
NS-Opferorte
Verstecke und Fluchtrouten
Denkmäler und weitere Kunstinstallationen
öffentlich und vergessene Schauplätze

Er widmet dieses Buch allen jenen, die der NS-Diktatur zum Opfer gefallen sind. Sei es. dass sie Juden oder Sozialisten bzw. Kommunisten waren oder Widerstand geleistet haben. Manche wie Agnes Primocic (1905-2007) waren Kommunistin UND Widerstandskämpferin. Frauen, wie Agnes Primocic, Resi Pesendorfer oder Marianne Feldhammer haben ihr eigenes Leben riskiert, um anderen zu helfen. Ihnen ist zugute gekommen, dass die Gestapo die Frauen nicht ernst genommen haben.

Diese 30 Erinnerungsorte sind auf der beiliegenden Karte eingezeichnet und laden ein, sie zu besuchen.
Interessant ist, dass sich hier im Salzkammergut die Wege der Opfer und Täter kreuzen. Man kann den Spuren von Rebellen und Kämpferinnen, Opfern und Verfolgten sowie den Kriegsverbrechen und hochrangigen NS-Tätern folgen.

Das NS-Opfer-Mahnmal in Gmunden (S.58) , das 60 Opfer namentlich anführt, wurde erst im März 2023 seiner Bestimmung übergeben. Das vom Gmundner Architekten Kurt Ellmauer gestaltete Mahnmal ist so konzipiert, dass die Namen weitere Opfer der Stadt Gmunden ergänzt werden können. Denn noch längst ist die Geschichte nicht aufgearbeitet.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem kleinen Buch, das die Widersprüche dieser Region sichtbar macht, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.05.2024

Inserate als Schutzgeld?

Tod einer Randnotiz
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Worum geht’s?

Vinzent Kluger, alternder Chefredakteur des Massenblattes „Die Gute“, wittert, nach einem Eklat im Wiener Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud die letzte (?) Sensationsstory seines Lebens. ...

Worum geht’s?

Vinzent Kluger, alternder Chefredakteur des Massenblattes „Die Gute“, wittert, nach einem Eklat im Wiener Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud die letzte (?) Sensationsstory seines Lebens. Obwohl er das Business und die Machenschaften darin wie kaum ein Zweiter kennt, tappt er in die Falle wie ein Anfänger. Er lässt sich korrumpieren, ist zu vielem (auch Illegalem bereit) und geht auf gewisse Weise auch über Leichen.

Meine Meinung:

Dieser 936 Seiten starke Roman gibt düstere Einblicke in den (Boulevard)Journalismus. Autor Thomas Schrems nennt sein Buch „Medien-Kriminaloman“. Als ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der auflagenstärksten Zeitung Österreichs, weiß er, worüber er schreibt. Daher habe ich mich auf einen fesselnden Krimi aus dem Milieu der Zeitungsmacher gefreut und bin mit der Umsetzung nicht ganz zufrieden.

Warum?

Der Roman ist eine sauber recherchierte Milieustudie. Wir Leser erfahren einiges über die Verflechtung von Journalisten und Politik, die nicht erst seit dem „Ibiza-Skandal“, in dem der damalige Vize-Kanzler, die „Kronen-Zeitung“ kaufen wollte, bekannt ist. Vor allem Chefredakteur Kluger ist ein „alter Hase“ und mit der Polit-Prominenz auf Du und Du. Ja es werden einige sogar namentlich genannt. Allerdings verlangt das Buch Kenntnis der österreichischen Innenpolitik - was aber genau der Grund war, warum ist dieses Buch lesen wollte.

Die Charaktere sind sehr gut ausgefeilt. Besonders Vinzent Kluger hat viele Facetten. Er wirkt geerdet, doch erkennt er die Zeichen der Zeit in dem sein Job wackelt. Daher tappt er, der auf seinen täglichen Alkoholspiegel achten muss, um zu funktionieren, letztlich in die Ego-Trip-Falle als er seine letzte, große Enthüllungsstory wittert.

Manchmal kann es einem richtig übel werden, wenn man erfährt, wie angeblich objektive Berichterstattung in den Medien zustandekommt. Da ist von Pressereisen die Rede, von mehr Inseraten bei wohlwollenden Berichten über die eigene Partei und abfälligen bis falschen für die Opposition. Oder von der Androhung von Entzug von entgeltlichen Einschaltungen, wenn die Journalisten nicht im Sinne des „Auftraggebers“ schreiben. Also Erpressung pur, moderne Schutzgeldzahlung.

Wir erhalten Einblick in den Boulevardjournalismus, wie Redaktionssitzungen ablaufen und wie griffige Schlagzeilen entstehen.

Für mein Empfinden passt der grundsätzlich tolle, ausgefeilte Schreibstil nicht ganz zu dieser Milieustudie im Journalismus. Die langen Schachtelsätze kommen wunderbar gedrechselt daher und wären vermutlich in einem literarischen Roman besser aufgehoben. Der Sarkasmus und die Selbstkritik von Kluger, die sich wie ein innerer Monolog lesen, wirken ein wenig aus dem Rahmen gefallen. Dieses Stilmittel (der Innere Monolog) passt zwar gut zu Klugers persönlicher leicht depressiver Stimmung, die einer Achterbahnfahrt gleicht, aber nicht zu einem Krimi, zumal es hier auch um die Frage geht, ob - wie im Krieg und der Liebe - auch im Journalismus alles erlaubt sein dürfe. Für eine gute Story sprichwörtlich über Leichen gehen? Ist das moralisch gerechtfertigt? Wie geht der Journalist damit um?

Sehr gut gefallen hat mir die Recherche zu Madame Tussaud und der Herstellung der Wachsfiguren, auch wenn manche Figuren in den diversen Wachsfigurenkabinetten dem lebendigen Original nicht immer ganz ähnlich sehen.

Der Titel ist sehr gut gewählt, denn sind „Randnotizen“ nur flüchtige Bemerkungen, die auch als Kollateralschaden billigend in Kauf genommen werden (müssen)?

Ich liebe ja dicke Wälzer und die 936 Seiten haben mich regelrecht angefixt. Trotzdem wäre hier eine Straffung durchaus wünschenswert. Denn, nicht alles, was der Autor weiß, muss dem Leser zugemutet werden.

Fazit:

Wer lange Schachtelsätze, die oft in einem Inneren Monolog münden, sowie Sarkasmus eines spiegeltrinkenden Journalisten nicht scheut, ist in diesem Wälzer, der Einblick in die Verflechtung von Politik und Journalismus gut aufgehoben. Dafür gibt es von mir 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.05.2024

Ein gelungener hist. Roman

Der Meister der Karten
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In diesem historischen Roman steht der Kartograf Martin Waldseemüller im Mittelpunkt. Als Vermesserin liebe ich alte Karten und musste dieses Buch der Autorin Johanna von Wild (Pseudonym von Biggi Rist) ...

In diesem historischen Roman steht der Kartograf Martin Waldseemüller im Mittelpunkt. Als Vermesserin liebe ich alte Karten und musste dieses Buch der Autorin Johanna von Wild (Pseudonym von Biggi Rist) unbedingt lesen.

Martin Waldseemüller (geboren um 1472 oder 1475, gestorben 1520) hat 1507 die erste und viel beachtete Weltkarte gezeichnet, die gemeinsam mit einem Globus und einer Beschreibung erstmals die Landmasse im Westen unter dem Namen „America“ dokumentiert. Soweit das historische Verdienst von Martin Waldseemüller.

Schon lange weiß der junge Martin, dass er kein Metzger wie sein Vater werden will. Unterstützt durch den Pfarrer, darf er in die Schule gehen und später die sieben Künste studieren. Dabei entdeckt er unter seinem Lehrer Gregor Reisch die Kosmographie. Gemeinsam mit Mathias Ringmann verlässt die Universität im Breisgau und reist zunächst in das Kloster Saint-Dié-des-Vosges. Später lässt ihn dann die Autorin über Paris nach Lissabon reisen, wo er (die fiktive) Elena De Cabrera kennen- und lieben lernt. Blöd ist nur, dass die verheiratete Elena vor ihrem gewalttätigen Mann nach Lissabon geflohen ist. Allerdings ist Enzo De Cabrera gerade mit Amerigo Vespucci und seiner Flotte auf Reisen und scheint verschollen zu sein. Es kommt wie es kommen muss, plötzlich steht Martin Waldseemüller Enzo gegenüber, und das ausgerechnet am Hof des portugiesischen Königs Manuel ...

Meine Meinung:

Geschickt verquickt Johanna von Wild die historischen Fakten mit der fiktiven Liebesgeschichte. Neben Waldseemüller begegnen wir zahlreichen anderen historischen Personen wie Amerigo Vespucci, Cristóbal Cólon, dem portugiesischen König Manuel I, seiner Gemahlin Maria sowie dem Buchdrucker Valentim Fernandes Alemão.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Martins und Elenas Perspektive erzählt. Während Martin ganz in seiner Wissenschaft aufgeht, muss sich Elena der für damalige Zeiten üblichen (Zwangs)Heirat beugen. Gut gelungen ist die Beschreibung von Land und Leuten des ausgehenden Mittelalters. Die Charaktere werden gut durch die Geschichte geführt und wirken richtig lebendig.

Dieser historische Roman lässt sich leicht und flüssig lesen. Das Cover passt sehr gut zum Thema.

Ich persönlich hätte gerne noch mehr über Waldseemüllers kartographisches Werk erfahren.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman rund um Martin Waldseemüller 4 Sterne.